Donnerstag, 31. Januar 2013

GLORIA P 6 GD Bj 1976

Hersteller: GLORIA  
DIN PULVER 6  
Typ: P 6 GD  
Baujahr: 1976 
Bauart: P 6 L - Dauerdrucklöscher  
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 10 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1974 - 1976

Geschichte: 
Dieser Typ Feuerlöscher wurde in großer Zahl an Privathaushalte mit Ölheizung abgegeben und hier haben wir die "Basisversion" ohne Schlauch. Die Druckhebelarmatur wurde im Vergleich zu seinem Vorgänger leicht verändert. Der untere Tragegriff wurde etwas verlängert und am Ende leicht nach unten abgebogen. Dadurch liegt der Löscher besser in der Hand. Der kürzere obere Druckhebel blieb unverändert. Auch das Siebdruckbild ist nun größer und der Schriftzug GLORIA ist deutlich vom Rest des Schriftbildes abgesetzt. Dieser Löscher hat nun, wie alle anderen auch, nur noch ein großes Siebdruckbild auf der Vorderseite und nur eine Aufhängelasche an der Rückseite (der Vorgänger hatte jeweils drei). Diese Serie ist die letzte, die optional ohne Schlauch ausgeliefert wurde und ebenfalls die letzte mit kürzerem Druckhebel.

Dieser Feuerlöscher ist in den 1970er Jahren in wahren Massen ausgeliefert worden - meine Großtante hatte auch so einen - werden jedoch schon langsam selten. Zugelassen sind sie schon seit 2004 nicht mehr und so verschwinden sie langsam von der Bildfläche.
Ein schönes Stück, welches auf eine gewisse, unnachahmliche Art und Weise die 1970er Jahre widerspiegelt und in dieser Ausführung und in dem erstklassigen Erhaltungszustand schwer zu finden ist.

© C. Müller  

Mittwoch, 30. Januar 2013

GLORIA Typ P 6 K Bj. 1968

Hersteller: GLORIA 
DIN PULVER 6 
Typ: P 6 K
Baujahr: 1968
Bauart: P 6 L - Dauerdrucklöscher 
Inhalt: 6 kg BC-Pulver 
Gewicht des gefüllten Geräts: 10 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1966 - 1968

 



Geschichte: 
Endlich - endlich habe ich ihn und ich präsentiere Euch jetzt hier voller Stolz nicht nur einen seltenen, sondern wohlmöglich auch den seltsamsten Feuerlöscher aus der GLORIA-Produktpalette: Der Typ P 6 K!

Der Typ P 6 K ist einer der ersten großen Dauerdrucklöscher aus dem Hause GLORIA. Auch dieses Modell trägt mit dem kleinen, dreiteiligen Siebdruck sowie den drei Haltelaschen die typischen Merkmale der frühen GLORIA-Dauerdrucklöscher, welche bis etwa 1973/74 erhalten blieben. Das kurioseste an diesem Gerät ist jedoch, dass er im Gegensatz zu allen anderen bekannten Dauerdrucklöschern - inklusive des 1966 zugelassenen P 6 D - nicht mit einer Druckhebelarmatur, sondern mit einem Zughebel ausgestattet wurde, welcher zugleich - bei intaktem Sicherungsstift - als Tragegriff fungiert. Einen 6 kg-Dauerdrucklöscher mit Zughebelmechanismus hat es wie gesagt von keinem anderen Hersteller gegeben und so ein Gerät wurde auch von GLORIA niemals wieder produziert. Warum diese Art der Auslösung gewählt wurde, weiß ich nicht genau, doch vielleicht wurde hier versucht, die bewährte Technik vom erfolgreichen Typ Pi auf einen Dauerdrucklöscher zu übertragen - dieses System ähnelt zudem auch dem Auflademechanismus des MINIMAX Typ RU, doch den gab es 1968 meines Wissens noch nicht. 
Da der Löscher über keinen Schlauch verfügt und durch die eckige Düse auch nicht mit einem solchen nachgerüstet werden kann, dürfte die zielgerichtete Dosierung des Löschmittelstrahls schwierig gewesen sein - zumal beim Löschen, wenn der Löscher abstellbar ist, wovon ich mal ausgehe, der Hebel die ganze Zeit nach oben gedrückt werden muss. Die gesamte Handhabung war so mit ziemlicher Sicherheit recht unkomfortabel, weswegen er schon nach nur kurzer Produktionszeit (ich schätze mal, dass der P 6 K nur 1967/68 gebaut wurde) durch den P 6 H mit Druckhebelarmatur ersetzt wurde.
Durch die einfache Ausführung und die BC-Pulverfüllung war er erheblich günstiger in der Anschaffung, als ein vergleichbarer Aufladelöscher des Typs Pn 6 bzw. Pn 6 S, wodurch er sich - wie sein Nachfolger P 6 H und auch der Vorgänger P 6 D - hervorragend für den Schutz von Ölheizungen in Privathaushalten eignete. Da dieses Modell wie schon erwähnt vermutlich nur kurze Zeit produziert wurde, ist er dementsprechend auch längst nicht so verbreitet. Zwar waren die Typen P 6 H und die P 6 D auch nicht so massenhaft verbreitet wie der P 6 GD in den 1970er Jahren, doch tauchen sie hin und wieder mal auf - der P 6 K hingegen taucht gar nicht mehr auf. Auch wurde zumindest der P 6 D noch nach 1968 gebaut (die Modelle, die ich habe, sind Bj. 1969 und 1971) - die Produktion des P 6 K muss jedoch im Jahre 1968 eingestellt worden sein.

Den ersten P 6 K entdeckte ich 2003 in einem Landmaschinenhandel (direkt gegenüber der alten GLORIA-WERKE an der Diestedder Straße.). Als ich ihn dort alsTürstopper sah, hielt ich beim ersten flüchtigen Blick für einen kaputten P 6 H, bei dem der Druckhebel fehlt. Doch dann schaute ich genauer hin und erkannte, dass der Löscher gar nicht kaputt war, sondern tatsächlich so gehörte. Ich hatte damals schon den P 6 H und auch den P 6 D auch und wusste nicht, dass es auch noch so ein Modell gibt. Ich fragte natürlich sofort, ob ich den haben könnte - doch leider leider war er dort als Türstopper unentbehrlich...
Seit ich diesen Löscher gesehen hatte, habe ich nach so einem Modell gesucht - das einzige, was ich fand war in der Online-Galerie von Brandschutz-Passin zu bewundern, doch dass ich den nicht haben konnte, war mir klar. So suchte ich und suchte ich, fand aber keinen - weder bei ebay noch sonstwo. Letztens fand ich jedoch nach 10 Jahren einen und konnte so die Sammlung der frühen GLORIA-Dauerdrucklöscher komplettieren. An dieser Stelle möchte ich mich noch mal ganz herlich bei dem edlen Spender bedanken, welcher mir diesen Feuerlöscher verschafft hat.

DANKE KAY!

Ein immer schon selten gewesenes Stück in gutem Zustand, welches heute kaum noch aufzutreiben ist.

© C. Müller   

Dienstag, 29. Januar 2013

GLORIA Typ P 6 H Bj. 1968

GLORIA P 6 H 1968
Hersteller: GLORIA 
DIN PULVER 6 
Typ: P 6 H
Baujahr: 1968
Bauart: P 6 L - Dauerdrucklöscher 
Inhalt: 6 kg BC-Pulver 
Gewicht des gefüllten Geräts: 10 kg

Geschichte: 
Der GLORIA P 6 H ist der Nachfolger des P 6 K und der erste Dauerdrucklöscher der GLORIA-WERKE mit Druckhebelarmatur.
Die Zugehbelarmatur des P 6 K ist einem Tragegriff und einem Druckhebel für Handbetätigung gewichen, was die Anwendung dieses Geräts im Vergleich zum P 6 K erheblich angenehmer gestalten dürfte. Allerdings stehen Tragegriff und Druckhebel weit voneinander ab, was die Benutzung mit kleineren Händen erschwerte. Ganz typisch für die GLORIA-Dauerdrucklöscher aus den späten 1960ern ist der dreifache Siebdruck sowie die dreiu Aufhängelaschen - von denen in der regel übrigens eine unbrauchbar ist, da sie sich dicht an der Armatur befindet und der Löscher so nicht aufgehängt werden kann. Dieser Feuerlöscher konnte in mehreren Varianten bestellt werden und hier sehen wir die Basisversion ohne Schlauch und ohne Manometer. Letzeres war ohnehin eher selten bei GLORIA-Feuerlöschern aus dieser Zeit. Die BC-Pulverfüllung sowie die einfache Ausführung machten ihn verhältnismäßig günstig, weswegen er in großen Stückzahlen in neu gebaute Häuser mit Ölheizungen einzog.
Ein schönes und heute sehr selten gewordenes Stück!

© C. Müller   

Donnerstag, 24. Januar 2013

GLORIA Pn 12 G - Sonderedition (Krankenhauslöscher)

GLORIA Pn 12 G weiß
Hersteller: GLORIA 
DIN TROCKEN 12
Typ: Pn 12 G
Baujahr: 1961
Bauart: PG 12 H - Aufladelöscher mit innenliegender Treibgaspatrone
Inhalt: 12 kg ABC-Pulver 
Gewicht des gefüllten Geräts: 20 kg


Geschichte: 
Dieser GLORIA Typ Pn ist ein hochwertiger Aufladelöscher im typischen Design der frühen 1960er und blassrötliche, fast schon transparente Schlauch sowie der Tragegriff aus gelbem Kunststoff weisen ihn als ein Gerät der ersten Serie aus. Vor allem mit einer 12 kg Glutbrandfüllung war er ziemlich teuer, weshalb er vornehmlich in der Industrie und in allen möglichen öffentlichen Einrichtungen zum Einsatz kam und nur selten in Privathaushalten zu finden war - schon gar nicht in dieser Farbe, denn dieses Modell ist heute aufgrund des weißen Lacks sehr, sehr selten. Weiße Feuerlöscher wurden in den 1960er Jahren in Krankenhäusern installiert um die sterile Atomsphäre der weiß getünchten Wände nicht zu stören. Eine echte Rarität im Originalzustand. Dieses schöne Stück habe ich irgendwo in Bayern mit der Äußerung "der ist eh nicht mehr zugelassen, kann ich den haben?" vor der Verschrottung gerettet.
Mitte der  1970er (ich habe noch einen weißen MINIMAX PU 6i Bj. 1974) verschwanden die weißen Löscher und von da an waren andersfsarbige Feuerlöscher für etwa 40 Jahre völlig verschwunden. Erst seit kurzem können auch wieder Feuerlöscher in anderen Farben als rot als sog. Designfeuerlöscher geordert werden.*
Dieses Stück ist jedoch kein Designobjekt, sondern ein seltenes Original und in diesem makellosen Zustand eine echte Rarität.

*Designfeuerlöscher erfordern in öffentlichen Bereichen, in denen ein feuerlöscher vorhsnden sein muss, eine gesonderte behördliche Genehmigung oder sind unzulässig.


© C. Müller 

Dienstag, 22. Januar 2013

GLORIA Typ P 6 D Bj. 1969

Hersteller: GLORIA 
DIN PULVER 6 
Typ: P 6 D 
Baujahr: 1969 
Bauart: P 6 L - Dauerdrucklöscher 
Inhalt: 6 kg BC-Pulver 
Gewicht des gefüllten Geräts: 10 kg
Bauzeit nach diesem Muster: ca. 1966 - 1971

Geschichte
Der GLORIA P 6 D ist vermutlich die vollendete bzw. weiterentwickelte Version des P 6 H und kann als Vorgänger der erfolgreichen PD-Serie gesehen werden, welche auch heute noch gebaut gebaut wird.
Auch dieses Gerät gehört zu den ersten großen Dauerdrucklöschern der GLORIA-WERKE und kam bereits 1966 auf den Markt (erste Zulassung P1-43/66). Typische Merkmale der frühen Dauerdrucklöscher aus dem Hause GLORIA sind die drei Haltelaschen sowie die drei identischen, in der unteren Hälfte unter der Schweißnaht des Behälters aufgedruckten Siebdruckbilder. Die Druckhebelarmatur dieses frühen Dauerdrucklöschers trägt im Gegensatz zum P 6 H eine schwarze Gummibeschichtung - vermutlich um die doch sehr weit auseinanderstehende und nicht gerade ergonomischen geformten Hebel etwas umgänglicher zu gestalten. Interessant ist, dass diese Gummibeschichtung 1973 verschwand und von 1978 - 1983 wieder auftauchte. Weiterhin ist dies der erste Typ Dauerdrucklöscher von GLORIA, welcher mit einem Schlauch ausgestattet worden ist - dieses wird auch im Siebdruck wiedergegeben.
Ende der 1960er Jahre bis Mitte der 1970er Jahre wurden in Neubauten fast ausschließlich Ölheizungen eingebaut. Da der Gesetzgeber bei Ölheizungen einen Feuerlöscher forderte, wurden Löscher dieses Typs in großer Zahl in privaten Haushalten mit einem Öltank von bis zu 5000 l Fassungsvermögen installiert. Sie waren aufgrund der einfacheren Bauweise erheblich billiger als die Aufladelöscher una aufgrund des BC-Pulvers auch günstiger als Geräte mit Glutbrandfüllung.
Ein schönes Stück, welches man heute kaum noch zu Gesicht bekommt.

P.S.: Genau dieser Feuerlöscher ist der besagte GLORIA P 6 D, zu welchem ich bei unseren Bekannten immer hingetragen werden wollte. Seid Ihr neugierig auf die Ganze Geschichte? Die gibt es hier: Vom Sammeln und Horten. so sammelt man richtig

© C. Müller  

Sonntag, 20. Januar 2013

Rauchmelderpflicht in NRW

Nachdem die Installation von Rauchmeldern bereits in 11 Bundesländern* Pflicht ist, zieht auch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen nach und beschloss am 04.12.2012 eine Änderung der Landesbauordnung, welche den gesetzlich vorgeschriebenen Einbau von Rauchmeldern in Privatwohnungen vorsieht.

Wann und wo muss ein Rauchmelder installiert werden?
Die Einbaupflicht besteht für alle privaten Neu- und Umbauten ab dem 01.04.2013. Bereits bestehende private Gebäude müssen bis spätestens zum 31.12.2016 nachgerüstet werden.
Dem Gesetz nach ist dann in jedem Schlafraum, Kinderzimmer und Flur, welcher als Rettungsweg dient, mindestens ein Rauchmelder einzubauen.

Wer ist für Einbau und Wartung zuständig?
Für den Einbau ist stets der Eigentümer des entsprechenden Gebäudes zuständig, d.h. bei Mietwohnungen hat der Vermieter für die Installation zu sorgen. Die Wartung bzw. Instandhaltung ist vom Besitzer durchzuführen.
Es ist allerdings noch nicht ganz klar, ob es ausreichend ist, dass die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft bei Mietwohnungen durch den Mieter über eine regelmäßige Funktionskontrolle mittels der Funktionstaste und einem regelmäßigen Batterietausch erfolgt, oder ob der Rauchmelder nach DIN 14676 jährlich von einer qualifizierten Fachkraft gewartet werden muss, welche wiederum vom Vermieter beauftragt wird.
Da die eingebauten Rauchmelder nicht nur die Mieter der jeweiligen Wohnung, sondern alle Bewohner des Hauses schützen bzw. schützen sollen, ist eine Übernahme der Verpflichtung zur Wartung durch den Vermieter erstrebens- und zur Sicherheit Aller auch wünschenswert. Man denke allein schon an Studenten-WGs (Entschuldigung für das Klischee, ist aber leider so), die es nicht mal schaffen, das Treppenhaus zu fegen oder andere Pfeifen, welche die Batterien aus dem Rauchmelder entnehmen und in die Fernbedienung legen...
Auch nach Expertenmeinung wäre eine zentral organisierte Sicherstellung der Funktionsbereitschaft aller im Haus vorhandener Rauchmelder durch den Vermieter die sinnvollste Handhabung der Wartung und Instandhaltung. Wenn dies in einem Zustaz im Mietvertrag vereinbart wird, dann können die Kosten für die Wartung auf die Nebenkosten umgelegt werden.
Wenn die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft doch durch den Mieter erfolgen soll, dann muss dieser in jedem Falle eindeutig und unmissverständlich - etwa durch einen Zusatz im Mietvertrag - auf die Sicherstellung der Betriebsbereitschaft der verbauten Rauchmelder hingewiesen werden.

Was für eine Art Rauchmelder muss installiert werden
Die Preisspanne bei Rauchmeldern reicht etwa von 5 bis 80 Euro und eine gesetzliche Vorschrift, welches Gerät nun eingebaut werden soll, gibt es meines Wissens nicht - lediglich Verischerer könnten diesbezüglich auf die Erfüllung bestimmter Auflagen pochen, aber dieses ist wie gesagt vom Versicherer abhängig.
Hochpreisige Rauchmelder sind etwas empfindlicher als günstige Geräte und im Gegensatz zu diesen mit Langzeitbatterien ausgestattet, welche mitunter 10 Jahre und länger halten. Richtig dicker Brandrauch, wie er schon nach kurzer Zeit entsteht, wird jedoch auch von günstigerenn Modellen erkannt. Achtet beim Kauf vor allem auf das CE-Kennzeichen, die Prüfnummer sowie die Angabe EN 14604. Zudem sollten sie von unabhängigen Instituten, z.B. vom VdS, zertifiziert sein.
Aber, wenn Ihr erstmal nicht allzu viel Geld ausgeben wollt: Ein günstiger Rauchmelder ist besser als keiner!

Wo sollte der Rauchmelder installiert werden?
Neben den bereits erwähnten Schlaf- und Kinderzimmern sowie Fluren sollten auch in den anderen Wohnräumen wie Küche, Wohn- und Arbeitszimmer Rauchmelder installiert werden. Hier befinden sich in der Regel die meisten Elektrogeräte in einem Haushalt, welhalb hier auch jederzeit ein Brand ausbrechen kann. Jeder Rauchmelder sollte stets an der Zimmerdecke und möglichst zentral im Raum angebracht werden. Rauch steigt nach oben und wird so unter der Zimmerdecke am schnellsten erkannt und gemeldet. Die Anbringung an, hinter oder vor Stürzen und Balken oder an der Wand schränken die Raucherkennung erheblich ein und können zur völligen Wirkungslosigkeit des Geräts führen.


Ist die Rauchmelderpflicht sinnvoll?
Angesichts der Tatsache, dass die meisten Menschen, die bei einem Brand ums Leben kommen, nicht in den Flammen verbrennen, sondern am Rauch ersticken und in der Gesellschaft alle auf Freiwilligkeit basierenden Appelle spätestens dann zu nichts führen, sobald auch nur ein paar Euro investiert werden müssen, finde ich persönlich die gesetzliche Verpflichtung zum Einbau von Rauchmeldern sehr sinnvoll und auch äußerst begrüßenswert. Zugleich stellen sich weite Teile der Gesellschaft selbst ein Armutszeugnis aus, denn wenn der Schutz des eigenen Lebens erst gesetzlich beschlossen werden muss, dann ist das irgendwie schon ein wenig armselig, oder wie seht Ihr das?
Appelle von Feuerwehren, Sicherheitsexperten und nicht zuletzt auch von mir, sich einen Feuerlöscher zuzulegen, werden ebenso gern überhört und ignoriert. Vielleicht gibt es hierzu ja bald auch ein Gesetz - zumindest für Miethäuser wäre die verpflichtende Installation von Feuerlöschern in Fluren und Treppenhäusern sehr empfehlenswert, denn man weiß ja schließlich nie so genau, was der Nachbar nebenan, über- oder unter einem so alles treibt.

*Bundesländer mit bereits bestehender Rauchmelderpflicht
  • Bayern
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen
© C. Müller 

Samstag, 19. Januar 2013

FAVORIT PK 10 (U) Typ PG 10 BuT Bj. 1986 (Bergbau- und Grubenlöscher)

FAVORIT PG 10 BuT
Hersteller: FAVORIT
10 kg-BuT-Trockenlöscher PK 10 (U)
Typ: PG 10
Baujahr: 1986
Bauart: PG 10 H - Aufladelöscher mit innenliegender Treibgaspatrone
Inhalt: 10 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 20 kg

Geschichte:
Grubenbrände, Schlagwetteresplosionen und andere Unglücke haben im Bergbau eine ebenso lange Tradition wie der Bergbau selbst, und solange Bergbau betrieben wird, sind auch solcherart Gefahren ständig gegeben. Deutsche Zechen galten immer schon als besonders gut gesichert und auch die Grubenwehr verfügte schon vor über 100 Jahren im Vergleich zum benachbarten Ausland über eine überdurchschnittlich gute Ausrüstung, wie das Grubenunglück im französischen Courriéres von 1906 zeigt. Zur Rettung der durch eine Explosion verschütteten Kumpel wurde extra eine Hilfsmannschaft aus dem Ruhrgebiet angefordert, welche aus den Grubenwehren der Zechen Shamrock (Herne) und Rheinelbe (Gelsenkirchen) gebildet wurde.

Im Bergbau unter Tage (BuT) sind die Bereiche Brand- und Explosionsschutz von ganz besonderer Bedeutung und so dürfen auch unter Tage geeignete Brandschutzeinrichtungen nicht fehlen. Wie in Betrieben über Tage sind die Stollen / Sohlen von Bergwerken ebenfalls mit Handfeuerlöschern ausgerüstet, sodass die Belegschaft auch ohne speziell ausgebildete Kräfte selbstständig gegen kleinere Brände vorgehen kann. An solcherart Bergbau- und Grubenlöscher werden jedoch besondere Anforderungen gestellt. Da unter Tage eine besonders große Gefahr herbstürzender Gegenstände, meistens Gestein, Träger und Bohlen besteht, müssen die in diesen Bereichen vorgehaltenen Feuerlöscher besonders gegen Schlag- und sonstige, mechanische Gewalteinwirkung geschützt sein. Am empfindlichsten sind hierbei Armaturen, Schläuche und sonstige Anbauteile, welche sie sich wie bei diesem Gerät abgeschlossen unter einer Metallhaube befinden. So erhält der Feuerlöscher eine gänzlich zylindrische Form, wodurch er auch sehr gut durch engere Schächte u.ä. passt.
Die Abbildungen unten zeigen den Löscher mit geöffneter Haube. Interessant ist auch die Art der Aufladung. Der nötige Betriebsdruck wird bei diesem Gerät in einer innenliegenden Treibgaspatrone gespeichert, welche durch Drehen des Ventielhahns geöffnet wird. Ob dies durch einen Dorn geschieht wie bei Aufladelöschern mit Schlagknopfarmatur oder ob mit dem Hahn ein Drehventil verbunden ist, vermag ich nicht zu sagen. Diese Methode ist jedoch denkbar einfach und schnell.
Ein schönes, seltenes und interessanten Stück Brandschutz- Bergbau- und auch Ruhrgebietsgeschichte.


 

























© C. Müller