Mittwoch, 23. Januar 2019

Report aus dem Museum: Der GLORIA P 6 K

Die GLORIA-WERKE hatten neben einigen nicht abstellbaren Aufladelöschern kurzzeitig auch einen nicht abstellbaren Dauerdrucklöscher vom Typ P 6 K im Programm, welchen wir uns in diesem Beitrag einmal genauer anschauen wollen. Ich habe diesen Löscher das erste Mal im Sommer 2003 bei einem Landmaschinenhandel in Wadersloh gesehen. Ich war damals Praktikant und bin losgeschickt worden, um irgendein Ersatzteil oder sowas zu besorgen und da stand er - als Türstopper.
Ich habe ihn zunächst für einen kaputten P 6 H oder P 6 D/GD gehalten, da es keinen Druckhebel gab. Gut dachte ich, den haben sie hier irgendwie kaputt gekriegt und wollen ihn noch sinnvoll weiterverwenden - warum nicht. Der Löscher war aber trotzdem merkwürdig und je länger ich hinsah, desto mehr kam ich zu dem Schluss, dass da nie ein Druckhebel drangehört hatte! Jetzt war ich doch in erheblichem Maße neugierig und da noch niemand im Raum war, um mich zu bedienen, ging ich mal näher ran. Ich machte einen halben Schritt hinter den Tresen und begutachtete die Armatur. Jetzt war es sicher - der Löscher war nicht kaputt sondern gehörte so! Mehr konnte ich aber nicht recherchieren, denn es kam jemand und wenn der Kunde schon hinterm Tresen steht, kommt das meistens nicht so gut.

Etwas verwirrt gab ich dann meine Bestellung auf und fragte im gleichen Atemzug, ob ich den Löscher da hinten denn wohl haben könnte - ich zeigte dabei unverhohlen in Richtung des Türstopper-Feuerlöschers. Ich erklärte, dass das eine alte Gurke sei, die nicht mehr unbedingt zum Löschen taugt, aber ich genau solche alten Feuerlöscher sammle. Ich garnierte meine Ausführung mit der Aussicht auf eine kleine Summe Bargeld, die ich dafür sofort aus meiner Tasche ziehen würde. Daraus wurde dann aber leider nix, was ich aber irgendwie schon geahnt hatte. Naja fragen kostet nix und wer nicht fragt, hat von vorn herein keine Chance auf Erfolg. Der Verkäufer wird mit Sicherheit gedacht haben "Was war das denn für ein Spinner???", was ich ihm nicht mal übel genommen hätte.
So machte ich mich wieder auf den auf den Weg, aber der neuartige Feuerlöscher ließ mich nicht los - was war das bloß für ein Ding und wie funktionierte der? Dass es ein Dauerdrucklöscher war, hatte ich sofort erkannt, aber dass er nicht abstellbar war, ahnte ich damals noch nicht. Dies war auch der Grund, warum mir das Funktionsprinzip auch noch nicht wirklich einleuchtete.
Eifrig machte ich mich daran, so einen Löscher aufzutreiben, doch es war vollkommen aussichtslos. Es gab ihn einfach nicht und obendrein wusste ich zu dem Zeitpunkt ja nichtmal die Typenbezeichnung. Ganze zehn Jahre hat es im Endeffekt gedauert, bis ich meinen ersten 1968er Typ P 6 K erwerben konnte! Zwischendurch hatte ich mit Hilfe der richtigen Freunde die Typenbezeichnung und auch die Funktionsweise in Erfahrung gebracht - ich sag es ja immer wieder: Gute Freunde und Sammlerkollegen sind unverzichtbar!

Damit auch Ihr versteht, wie der P 6 K funktioniert, habe ich diese faszinierende Konstruktion mal im Detail fotografiert. Das beste ist, dass ich ihn hierfür nicht einmal aufsägen musste... das wärs auch noch.. nene... auf gar keinen Fall! So einen PD kann man wohl mal durchsägen, aber nicht den P 6 K!
Zurück zum Text: Der komplette Armaturkopf besteht aus einem gepressten Stück Kunststoff, welcher über ein Messinggewinde mit dem Behälter verschraubt ist. Im Inneren befindet sich ein Steigrohr, welches vom Behälterboden hinauf führt und in diesem kleinen Nippel endet, den Ihr in der Mitte des Rahmens seht. Der Rahmen ringsherum sollte ihn vor mechanischen Beschädigungen schützen und den Pulverstrahl etwas lenken, aber zur Zielgenauigkeit kommen wir gleich noch.
Der Feuerlöscher wird nach dem Entsichern durch ein ruckartiges Hochziehen des Handgriffs betätigt. Der Griff ist hinten mit einer scharfen Schneide ausgestattet, welche beim Anheben niedergeht und den Plastiknippel wie eine Guillotine den Kopf des Delinquenten einfach abschneidet. Damit ist der unter Druck stehende Behälter geöffnet und das Pulver strömt über das Blasrohr aus. Nicht abstellbar bedeutet tatsächlich nicht abstellbar im Sinne von nicht abstellbar, denn eine Vorrichtung, um das Ganze zu unterbrechen, gibt es nämlich nicht. Einmal aktiviert spuckte er die ganzen 6 kg BC-Pulver aus und man konnte nichts weiter tun, als hilflos dabei zuzuschauen, wie alles um einen herum innerhalb von Sekunden in einer riesigen Pulverwolke verschwand. Verrückt, aber so war das damals!

Dauerdrucklöscher mit 6 kg Inhalt kamen erst in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre auf und waren ein wahrer Segen für alle Ölheizungsbesitzer. Die Feuerungsverordnungen* der einzelnen Bundesländer schrieben mittlerweile ab einer Menge von 5.000 l Heizöl einen 6 kg-Feuerlöscher** vor und so ein Dauerdrücker war um einiges günstiger, als die bis dahin ausschließlich verfügbaren Aufladelöscher. Zwar hat es mit dem P 6, dem Pn 6 S oder dem Pi 6 S etwas preisgünstigere, ebenfalls nicht abstellbare Geräte vornehmlich für diesen Zweck gegeben, mit dem Preis eines Dauerdrucklöschers konnten sie aber dennoch nicht mithalten - gute 30 bis 40 DM lagen dazwischen.
Von den abstellbaren Typen P 6 D/GD sowie dem P 6 H sind an Privatleute mit Ölheizung Unmengen verkauft worden, wogegen die Verkaufszahlen des P 6 K deutlich geringer gewesen sein müssen, denn sonst wäre er nicht so selten. Überdies scheint es ihn auch nur in den Jahren 1967 und 1968 gegeben zu haben. Etwa Mitte 1967 erfolgte die Zulassung und 1969 taucht er schon in keinem Prospekt mehr auf und ich schätze, dass dies einfach mit der schwierigen Handhabung zu begründen ist.

Hier links seht ihr die aufgedruckte Bedienungsanleitung, nach welcher man 1. die Düse auf den Brandherd richten, 2. den Griff hochreißen und 3. das Feuer von vorn beginnend löschen sollte. Ich habe mittlerweile schon viel Erfahrung im Umgang mit Feuerlöschern und ich schätze, dass diese Vorgehensweise von jemandem, der noch nie einen Feuerlöscher in der Hand hatte, niemals umzusetzen war. Den Griff hochzuklappen, erfordert schon Kraft, denn der Plastiknippel, der hierdurch abgeschnitten wird, besteht logischerweise aus recht dickem Kunststoff; immerhin muss er dem permanent anstehenden Druck von mindestens 15 bar standhalten.
Beim ruckartigen Hochdrücken verreißt man den Löscher schon automatisch und wenn der dann auf einmal loslegt, erschreckt man sich mit großer Wahrscheinlichkeit im ersten Moment etwas, denn der ist recht laut. Dabei verreißt man den Löscher wieder etwas weiter. Der erste, richtig wirkungsvolle Schuss geht schonmal daneben und ein nachträgliches Korrigieren ist sehr wahrscheinlich gar nicht richtig möglich, da man sich mittlerweile inmitten einer dichten Pulverwolke befindet, die einem Sicht, Atem und dadurch sämtliche Orientierung nimmt.
Kurz und klein: Die ganze Bude war vollgepulvert, aber das Feuer unter Umständen gar nicht gelöscht; obwohl: bei einem derartigen Schrotflinteneffekt, wo wirklich die ganze Raumluft durchsetzt wurde mit Pulver, konnte bestimmt in einigen Fällen eine löschwirksame Menge durch den Sog des Feuers zum Brandherd gelangen und diesen löschen, obwohl man gar nicht getroffen hatte. Ist natürlich abhängig von der Größe des Brandherdes usw. und prinzipiell nur so ein Gedanke, aber möglich wäre es. Löschpulver ist echt verblüffend.
Naja - die Handhabung war also nicht ganz ohne und ich vermute, dass der P 6 K aufgrund dessen recht schnell wieder eingestampft wurde. Heute ist er relativ schwierig zu bekommen und es hat noch weitere 5 Jahre gedauert, bis ich auch ein 1967er Modell bekam - makellos und in bestem Zustand. Hing 52 Jahre gut geschützt und nie berührt in einem Keller. Als ich ihn bekam habe ich sofort den Betriebsdruck kontrolliert - volle 15 bar waren noch drauf.
Ihr fragt Euch jetzt bestimmt, was an dem 67er anders ist als an dem 68er... es ist die Sicherung, sonst nichts.

Ich hoffe, Ihr fandet die Geschichte Interessant und wenn Ihr mal so einen P 6 K bei Euch finden solltet: seid vorsichtig damit! Die sind so dicht und gut gebaut, dass sie auh nach 50 Jahren noch Druck haben können und was passiert, wenn man da aus Jux mit rumspielt, könnt Ihr in diesem Youtube-Video mal sehen... Eine Katastrophe, ehrlich! Der Schaden ist bestimmt immens!

* Seit 2003 ist ein Feuerlöscher bei Ölheizungen nach der Feuerungsverordnung nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Aus Versicherungsgründen und des Selbstschutzes im Falle eines Defekts solltet Ihr jedoch weiterhin einen Feuerlöscher vorhalten. Ruhig weiter einen Pulverlöscher, denn der ist im Falle eines Brandes in der Heizung das richtige Werkzeug. Für die Wohnbereiche empfehle ich allerdings dringend Schaum!

** Spätestens ab 1977 musste ein ABC-Pulverlöscher vorgehalten werden. Damit waren die einfachen BC-Geräte nicht mehr ausreichend und hierin ist bestimmt auch ihr starker Rückgang zum Ende der 1970er Jahre zu sehen.

©. Menzel 2018

Mittwoch, 16. Januar 2019

Report aus dem Museum: "Light-Water®" und der GLORIA Wi 10 LW


Mitte der 1970er Jahre brachten die GLORIA-WERKE mit dem Typ Wi 10 LW einen Schaumlöscher auf den Markt, der mit einem völlig neuartigen und äußerst effektiven AFFF-Schaummittel (A3F, Aqueous Film Forming Foam, zu Deutsch "wasserfimbildendes Schaummittel") namens "Light-Water®"*arbeitete. Im Gegensatz zu den bis dahin verwendeten synthetischen MB-Schaummitteln und denen auf Proteinbasis besaß das "Light-Water®" die Fähigkeit, auf der Oberfläche von brennbaren Flüssigkeiten - vor allem bei Kraftstoffen auf Erdölbasis - einen dünnen, schwimm- und widerstandsfähigen sowie gasdichten "Wasserfilm" zu bilden, welcher gleich für einen doppelt erstickenden Löscheffekt sorgte. So wurde zum Einen die Sauerstoffzufuhr abgeschnitten und zum Anderen ein weiteres Aufsteigen brennbarer Dämpfe unterbunden. Hierdurch war der Löscheffekt auch bei noch heißen Flüssigkeiten oberhalb der Zündtemperatur nachhaltig und die Gefahr einer Rückzündung bei geschlossener Filmdecke ausgeschlossen. Das "Light-Water®" fand überwiegend in Tanklöschfahrzeugen und stationären Anlagen dort Anwendung, wo große Mengen Treibstoff in Brand geraten konnten. Zu den Haupteinsatzorten zählten daher Flughäfen, Raffinerien, Tanklager, Häfen, Hydrierwerke und Betriebe der Petrochemie.


In Handfeuerlöschern vom Typ Wi 10 LW wurde das "Light-Water®" ab 1975 eingesetzt. So wie alle anderen Nasslöscher wurde auch der Wi 10 LW ungefüllt geliefert, d.h. Füllung und Endmontage erfolgten durch den Kundendienst vor Ort. Gemäß der jedem Gerät beiliegenden Füllanleitung wurden 9,3 l lauwarmes Wasser und 0,7 l "Light-Water®"-Konzentrat in den Edelstahlbehälter gefüllt und durch gleichmäßiges rühren vermischt. Danach wurde der Feuerlöscher zusammengesetzt und war alsdann einsatzbereit.
Die Mischung von Wasser und Konzentrat erfolgte wahrscheinlich erst deshalb beim Kunden, da das Löschmittel im gebrauchsfertigen Zustand seine Wirkung schon nach nur 2-3 Jahren verlor. Es musste daher auch bei jeder Instandhaltung spätestens alle 2 Jahre gewechselt werden.

Das Konzentrat an sich ist unter Sauerstoffabschluss scheinbar ewig haltbar. GLORIA gab für das jedem Wi 10 LW beiliegende Gebinde eine Lagerfähigkeit von maximal 8 Jahren an, doch das Konzentrat in der Flasche hier links im Bild ist schon 40 Jahre alt und noch völlig klar. Sensationell! Unter Einwirkung von Sauerstoff wechselte die Farbe des Konzentrats nach etwa 10 Jahren in ein tiefes braun und das Zeug sah dann aus wie Bratensoße. Hab ich in alten Kartuschen aus den ersten SKK-Geräten schon gesehen, die 10 Jahre und älter waren. In Mischung mit Wasser kippte das Ganze aber wesentlich schneller und das einst klare Gemisch verwandelte sich zu einer milchig-trüben Brühe, deren Bestandteile nach und nach ausfällten und sich am Boden ablagerten. Habe ich auch schon bei SKK-Geräten gesehen, bei denen die Kartusche nach dem Wiederbefüllen nicht dicht war und das LW100 schon vorzeitig in das Wasser gelaufen ist.
Die Wi 10 LW habe ich in meiner Karriere als Sachkundiger und Prüfer natürlich nicht mehr zu Gesicht bekommen, dafür sind sie schon viel zu alt, doch kenne ich das umgekippte Fertiggemisch noch vom S 2 LW, der anfangs eine Mischung aus LW100 und Wasser enthielt. Das "Light-Water®" wird seit etwa 2004 nicht mehr in Feuerlöschern eingesetzt.


Der GLORIA Wi 10 LW ist ein wirklich einzigartiger Feuerlöscher, den viele gerne hätten, aber den es einfach nicht mehr gibt. Der Wi 10 LW war naturgemäß schon sehr selten und wurde als ein spezieller Sonderlöscher ohnehin schon in wesentlich geringeren Stückzahlen ausgegeben, als z.B. der Dauerläufer vom Typ Pi. Zudem kostete er exorbitant viel Geld! Wer 1975 solch ein Schmuckstück erwerben wollte, musste knapp 310,00 DM plus MwSt. auf den Tisch des Hauses legen, das weiß ich aus einem alten Werbeprospekt. Das war natürlich Mitte der 1970er Jahre schon ein ganz schön Häufchen Kies und in etwa das Dreifache der Summe, die ein vergleichbarer, wenn nicht sogar leistungsstärkerer Pulverlöscher gekostet hat. Der hohe Preis kam zu einem gewissen Teil bestimmt auch durch den Löschmittelbehälter zustande, denn der war nicht wie üblich aus Stahlblech sondern aus Edelstahl. Man war sich wohl nicht so ganz sicher, ob beschichtetes oder feuerverzinktes Stahlblech dauerhaft halten würde und um hier kein Risiko einzugehen, nahm man eben gleich rostfreien Edelstahl.
Das wirklich teure war aber dann doch das "Light-Water®" und wie wir schon gelesen haben, musste dies auch noch alle zwei Jahre gewechselt werden. So gesellten sich zu dem exorbitanten Anschaffungspreis auch noch hohe Unterhaltskosten, wodurch der Wi 10 LW wirtschaftlich gesehen eine totale Katastrophe war. Daraus kann man ableiten: Wer den Wi 10 LW nicht unbedingt brauchte, der kaufte ihn auch nicht. Zudem waren Schaumlöscher in den 1970er Jahren kaum bekannt und ein regelrechtes Nischenprodukt.
Tja - wer schaffte sich nun solch einen Wi 10 LW an? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Ich kann keine hieb- und stichfesten Angaben darüber geben, wo solch ein Löscher auf jeden Fall immer eingesetzt wurde. Es müssen auf jeden Fall Bereiche gewesen sein, in denen brennbare Stoffe der Brandklassen A und B vorkamen, aber wo ein Kohlensäurelöscher nicht ausgereicht hätte. UND: Es durfte im Falle eines Löscheinsatzes auf gar keinen Fall zu irgendeiner gebäudeübergreifenden Sauerei kommen, denn sonst hätte man ja auch auf Pulver zurückgreifen können.
Man denkt jetzt vielleicht an Krankenhäuser und Apotheken, aber genau da wäre er fach eingesetzt gewesen. Die Hauptgefahr in medizinischen Laboren geht von brennbaren Alkoholen aus und genau das hat sich mit dem herkömmlichen AFFF nicht vertragen. Alkohol löste den Schaumfilm auf und der Löscheffekt war gleich null. Hierfür gibt es spezielle APS-Schaumlöscher, doch dass so etwas im Wi 10 LW eingesetzt worden ist, ist mir nicht bekannt. Ich habe auch schon viele original Ausstattungsplänen von Krankenhäusern aus den 1970er Jahren gesehen und dort stand schwarz auf weiß, dass samt und sonders K6 und K1,5 vorgehalten wurden.
Von einem Kollegen weiß ich allerdings, dass vor gut 40 Jahren solche Modelle in einem Chemiewerk angeschafft worden sind, die er selbst Instand gehalten vor etwa knapp 20 Jahren auch ausgesondert hat. Da haben wir es. Ein Chemielabor


Ich hatte mich über die Jahre schon fast damit abgefunden, so einen Wi 10 LW niemals mein Eigen nennen zu können, doch das Schicksal meinte es sehr gut mit mir, denn das Blättchen wendete sich mit meiner Fahrt nach Leonberg. Hier erstand ich die letzten Restbestände des ehemaligen Stuttgarter GLORIA Verkaufsbüros und Werkslagers St. Florian und neben allerlei anderer Kostbarkeiten war eben auch der Wi 10 LW dabei; und das in OVP - ungefüllt und noch nie montiert! Neben dem Edelstahlbehälter enthielt der Karton den Schlauch, eine Blei-Platzscheibe, einen Wandhalter, die Füllanleitung und die eben schon gesehene 0,7 l Schaum-Konzentrat-Flasche. Das war wirklich etwas ganz besonderes, denn man muss sich mal folgendes vorstellen: So einen Wi 10 LW gibt es einfach nicht mehr, der liegt auch nicht mehr irgendwo im Keller und als Sammler würde man sich wahrscheinlich auch mit einem abgerockten Modell zufrieden geben. Aber selbst das gibt es nicht mehr. Die wenigen, die es wirklich auf dem Markt gab, sind längst schon verschrottet worden. Ich sammle seit nun etwa 30 Jahren und noch niemals habe ich einen solchen Wi 10 LW gesehen, weder irgendwo in freier Wildbahn noch irgendwo anders. Dass man dann in heutiger Zeit ein 40 Jahre altes, nagelneues Gerät in OVP bekommt und einem die große Ehre zuteil weit, dieses auch als erster nach 40 Jahren zusammenzubauen - ungefüllt natürlich - dass glaubt einem doch kein Mensch. Es ist wirklich nicht zu fassen aber tatsächlich wahr.
Und alle die, die jetzt denken: "Mensch, das kann der doch nicht aus dem Karton nehmen und zusammenbauen... das muss OVP bleiben!" kann ich beruhigen, denn ich habe noch einen. OVP im original zugetackerten Karton. Der bleibt auch so, wie er ist.

*"Light-Water®" ist der Markenname des Herstellers 3M.

©. Menzel 2018

Sonntag, 30. Dezember 2018

GLORIA Pulverlöscher Typ P 12 Bj. 1962

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN TROCKEN 12
Typ: P 12
Baujahr: 1962
Bauart: P 12 H - Aufladelöscher mit außenliegender Treibgasflasche
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 12/56
Inhalt: 12 kg BC-Pulver
Treibmittel: 300 g Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 18 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 19,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1962-1963

©. Menzel 2018

GLORIA KFZ-Sonderlöscher Typ P 6 SG Bj. 1957

Hersteller: H. SCHULTE-FRANKENFELD, WADERSLOH
DIN TROCKEN 6
Typ: P 6 SG
Baujahr: 1957
Bauart: P 6 LKW - Aufladelöscher mit außenliegender Treibgasflasche
Zulassungs-Kennzeichen: P2 - 2/57 Sonderlöscher
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Treibmittel: 150 g Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 18 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 10,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1957


Bei diesem Modell handelt es sich um die erste produzierte Serie dieses Typs, da der Behälter noch wie beim Vorgänger DIN TROCKEN 6 S gezogen und nicht zusammengesetzt ist.


©. Menzel 2018

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Feuerlöschergeschichten: Der Pi 6 G im Minipreis Lippstadt

Mitten in Lippstadt gab es eine Minipreisfiliale der ersten Stunde, welche sich im Erdgeschoss eines schmalen Gebäudes mit Spitzdach an der Capelstraße Ecke Soeststraße befand. Der Einrichtung des Ladens nach zu urteilen dürfte sie so Ende der 1960er Jahre eröffnet worden sein und das Inventar ist bis zur Schließung in Gebrauch gewesen. Tja, das war noch Qualität, die nicht kaputt zu kriegen war. Gut - in der Schlussphase hier und da etwas abgewetzt, aber noch da. Ich erinnere mich noch sehr gut an den gräulich-braunen Linoleumfußboden mit seinem typischen Geruch, die hölzernen Regale mit Drahtgeflecht, die schmalen Gänge und den typischen Wandanstrich dieser Zeit. Also für einen Supermarkt war das schon ziemlich klein und Einkaufswagen hat es dort aufgrund der Platzverhältnisse überhaupt nicht gegeben. Heute absolut undenkbar - genau wie der Versatz im Fußboden. Mitten im Laden ging man plötzlich nicht mehr auf Estrich, sondern über eine mit Linoleum beklebte Holzrampe ein ganzes Stück nach unten, um im Kassenbereich wieder auf derselben Höhe zu sein, wie im Eingangsbereich. Ich meine, dass im Bereich der Holzrampe auch brauner Teppichboden gewesen ist, doch da bin ich mir jetzt nicht so ganz sicher. Naja, die Geschichte mit dem Versatz fand ich immer sehr interessant. Ich bin recht oft und gern in diesem Minipreis herumgestrolcht und warum das so war, könnt Ihr Euch ja sicher schon denken.
Genau: Der Minipreis war nämlich - wie so ziemlich jedes andere Gebäude in Lippstadt - mit GLORIA-Feuerlöschern ausgerüstet und einer davon ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben. Wenn man reinkam, wurde man gegen den Uhrzeigersinn durch den Laden geführt. Man ging dabei direkt auf die hintere, dunkelgelb gestrichene Stirnwand zu, wo meine ich die Kühlabteilung untergebracht war. Mittig zwischen den Regalen befand sich eine Tür zu den Hinterräumen und DA hing er, der GLORIA Typ Pi 6 G aus den Endsechzigern. Mit Sternboden, dem typischen Aufdruck und einer gelben Sicherungslasche. Die war gelb, das weiß ich ganz genau und sie muss im Laufe der Jahre mal ausgetauscht worden sein. Ursprünglich waren die Sicherungslaschen aus der Zeit nämlich rot, doch die gingen mit den Jahren irgendwann kaputt und wurden dementsprechend durch aktuelle, gelbe ersetzt. Die Tür war stand IMMER offen, sodass man wirklich bei jedem Besuch einen Blick riskieren konnte. Der Pi hing direkt am Treppenaufgang auf einer in etwa minzgrün gestrichenen Wand und das Rot vom Handlauf des Treppengeländers passte zu dem des Feuerlöschers. Ein sehr intensives Farbspiel, was man nicht vergisst. Ich habe ihn immer nur aus der Ferne bewundert, denn hineingehen durfte man nicht... ich hätte das auch schlecht erklären können, wenn mich da einer erwischt hätte.
Schade, das ich da kein Foto von habe, aber damals gab es eben noch kein Smartphone, womit man mal eben schnell alles fotografieren konnte. Ich hätte schon einen Fotoapparat mitnehmen müssen, doch ich hatte keinen.
Irgendwann zwischen 1999 und 2002 ist die Filiale geschlossen und das Gebäude abgerissen worden. Das Gelände ist immer noch unbebaut und ob Ihr es glaubt oder nicht: Immer, wenn ich alle Jubeljahre mal die Cappelstraße längs fahre und an dem Grundstück vorbeikomme, sehe ich den Pi 6 G auf der minzgrünen Wand und den roten Handlauf. Als ob der Teil stehengeblieben wäre.

©. Menzel 2018

Sonntag, 16. Dezember 2018

Feuerlöschergeschichten: Der Pi 6 G in der Volksbank Lipperode

Banken gehören in der Regel nicht wirklich zu den beliebtesten Ausflugszielen für Kinder, obwohl es durchaus kindgerechte Angebote wie den KNAX-Club, diese MIKE-Heftchen oder das Jeans-Sparbuch gab. Gibts die MIKE-Comics eigentlich noch? Die waren wohl ganz gut und ich hatte einige von denen. Nun gut - über ein Comic hat sich sehr wahrscheinlich jedes Kind gefreut, aber das war für unseren Chris natürlich nicht der einzige Grund zur Freude, wie Ihr Euch sicherlich schon denken könnt.
Wir fuhren früher immer in die Lipperoder Filiale an der Lippestraße 30, die um 1973 dort noch als Spar- und Darlehenskasse "in einem architektonisch reizvollen Gebäude...", wie es die Verfasser meines heiß geliebten Heimatbuches "Der Kreis Lippstadt" so treffend formulieren, ein neues Zuhause gefunden hatte. Das architektonisch reizvolle Gebäude ist ein typischer Bau der frühen 1970er Jahre, zwar ohne Waschbetonplatten, aber dennoch mit symptomatischen Elementen. Allen voran wären die großen Fensterflächen mit Alurahmen sowie das markante Dach zu nennen. 
Innen gab es meiner Erinnerung nach einen dicken, grünen Teppichboden sowie reichlich Holz und wo ich das jetzt hier gerade schreibe, habe ich sofort den typischen Geruch in der Nase. Toll!
Ja - während meine Eltern sich dann Geld am Schalter auszahlen ließen oder anderen Bankgeschäften nachgingen, wartete ich immer im Besucherbereich auf schwarzen Lederstühlen mit verchromtem Rahmen. Ich wartete gern dort, denn von hier aus hatte man einen sehr guten Blick auf den Fotokopierer. Dieser stand auf einem Tisch an der Wand und unter dem Tisch hing er - ein GLORIA Pi 6 G aus dem Jahre 1973/74. Obwohl er gut versteckt war, hatte ich ihn natürlich trotzdem sofort entdeckt und was mir an diesem Modell sofort aufgefallen war, waren die schwarzen Standfüße und der sehr nüchterne, aufgeräumte Siebdruck. Sonst kannte ich nur die Vorgängerversion des Pi mit Sternboden und dem typischen Siebdruck ab 1964; so einen hatte ich bis dato noch nicht gesehen. Ein tolles Gerät, an welchem ich mich nicht satt sehen konnte und welches ich jedes mal auch gern mitgenommen hätte, aber das ging natürlich nicht.
Irgendwann wurde die Filiale dann renoviert und umgestrickt, wobei nicht nur der gesamte Kassenbereich sondern auch der schöne GLORIA Pi 6 G verschwand. Schade, denn ich kenne nur wenige Gebäude, wo ein Löscher so perfekt ins Gesamtbild passte, wie bei der Lipperoder Volksbank. Die Filiale gibt es noch und das Gebäude sieht von Außen fast noch so aus wie früher. Gut, die Fenster wurden mal neu gemacht und der Eingangsbereich wurde umgestaltet, aber ansonsten ist es noch so wie früher.
Heute habe ich natürlich solch einen Pi und immer wenn ich ihn sehe, muss ich an die Volksbank Lipperode denken.

©. Menzel 2018

Samstag, 8. Dezember 2018

Elektrische Signalhupen

Neben Feuerlöschern der Marke GLORIA kreist mein Interesse schon seit einigen Jahren um akustische Schall- und Signalgeber und ganz besonders fasziniert bin ich dabei von elektrischen, bzw. elektromechanischen Signalhupen mit Schalltrichter.
Diese Geräte dienen vornehmlich zum Warnen und Rufen und man findet sie insbesondere dort, wo es extrem laut ist oder wo weite Strecken zu überbrücken sind. So werden Signalhupen z.B. im Umfeld einer Kraftwerksturbine installiert und mit verschiedensten Überwachungsinstrumenten gekoppelt. Wird dann irgendwas zu heiß, zu schnell oder was weiß ich was, gibt die Hupe einen durchdringenden Ton von sich, welcher dazu in der Lage ist, die laufende Turbine zu übertönen bzw. deren betriebsbedingten Lärm zu durchdringen. Ebenso kann eine solche Hupe über spezielle Relais mit einem Telefon oder einer Klingel verbunden sein. Mit Hilfe einer solchen Signalhupe hört man dann nicht nur in sehr lauten, sondern auch in sehr weitläufigen Betriebsteilen, wenn das Telefon schellt oder einer am Tor steht und die Klingel drückt.
Korrekt bezeichnet wird ein solches Gerät als Signalhupe, doch was ich bei meiner Suche schon alles gelesen habe... Signalhorn, Fabrikhupe, Fabrikhorn, Fabriksirene, Hallenhorn, Schulhofhorn, Pausenhorn, Pausenhupe, Trichterhupe, Fabriktröte, Elektrohupe... zum Schießen!


Die Signalhupe besteht aus einem Korpus, welcher die Technik beherbergt und einem nach unten abgehenden Schalltrichter, welcher im Laufe der Dekaden Form und Länge änderte. Der Ton wird mit einem ungepolten Elektromagneten erzeugt, dessen Stößel eine Schallmembrane bis zu 120 mal pro Sekunde anstößt. Eine Signalhupe generiert demnach keinen auf- und abgehenden Heulten, sodass die Bezeichnung eines solchen Gerätes als Sirene sachlich falsch ist. Vielmehr wird ein monotoner Dauerton erzeugt, welcher lautmalerisch am besten mit einem tiefen "BRÖÖÖÖÖÖÖÖH" zu umschreiben ist. Der Schalltrichter sorgt nicht nur für eine zielgerichtete Lenkung des Schalls, sondern beeinflusst durch seine Ausführung auch die Tonlage. Bei frühen Modellen konnte man sagen: Je größer der Schalltrichter, desto tiefer der Ton. Ich meine, dass die Lautstärke auch beeinflusst wird, dass kann aber auch subjektiv sein. Müsste man mal genauer unter die Lupe nehmen. Heute sind die Signalhupen im Gegensatz zu früher relativ einheitlich und große Modelle wie die HPW 11 von FHF erreichen eine Lautstärke von gut 110 dB(A).


Seit wann genau es die Signalhupen gibt, vermag ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau zu sagen - man findet auf Anhieb einfach nichts darüber. Klar - man könnte die Hersteller anschreiben, in Archiven entsprechende Dokumente sichten, aber das ist relativ zeitaufwändig. Vielleicht mache ich das irgendwann mal - hab ich ja schließlich gelernt, doch im Augenblick und auch in den nächsten Jahren habe ich keine Zeit für sowas.
Also reime ich mir wie so oft meine eigenen Theorien anhand originaler Exponate und dem Fachwissen von Freunden zusammen, denen ich große Bedeutung beimesse. Das älteste Modell, welches ich besitze, ist eine Signalhupe der Firma Mix & Genest, deren Alter dem originalen Anschlusskabel aus Stoff etwa auf die 1930er Jahre zu datieren ist. Die riesigen Abmessungen von gut 50 cm in der Länge passen ebenfalls zu dieser Vermutung.
Auf einigen Bildern habe ich jedoch auch schon Signalhupen aus einfachem Trompetenblech gesehen, welche mehr an ein Blechspielzeug, als an ein technisches Gerät erinnert haben. Experten für Elektrogeräte aller Art, denen ich dieses Bild zeigte, datierten diese Modelle in die Gründerzeit, also um 1900. Daher gehe ich persönlich davon aus, dass dieses auch die ersten Modelle waren, denn wenn man mal so schaut, gründeten sich die heute größtenteils ehemaligen Hersteller in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und fingen mit Telefonen und anderen Kommunikationsgeräten an. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Elektrifizierung und Mechanisierung dann schon soweit vorangeschritten, sodass das Geschäftsfeld um die Signalhupen erweitert wurde. Aber wie gesagt: Das ist bis jetzt nur eine grobe, wenn auch schon recht fundierte Einordnung meinerseits und wenn jemand noch was genaueres weiß, kann er gerne seinen Teil dazu beisteuern - mit belegbaren Quellen natürlich.


Ganz sicher ist allerdings, dass die Signalhupen im Laufe der Zeit immer kleiner und einheitlicher wurden. Zur Anfangszeit wurde einfaches Blech und danach Druckguss-Aluminium benutzt - später bis in die 1950er Jahre hinein dann massives Gusseisen auch bei nicht EX-geschützen Geräten. Das Bild links zeigt eine Signalhupe von Funke + Huster aus massivem Gusseisen und diese stammt in etwa aus den frühen 1940er Jahren. Das kann ich ziemlich genau sagen, denn ich habe mal bei eBay ein altes Prospekt aus dem Jahre 1940 von Funke + Huster gesehen, wo genau dieses hier links abgebildete Modell in dieser Form beworben worden ist. Die Gesamtlänge der Hupe beträgt nun anstatt 50 cm nur noch etwa 40 cm.

Ebenso ist es bei einem Modell des ehemaligen Herstellers "Fernsprech- und Signalbaugesellschaft Schüler & Vershoven, Essen-Kupferdreh" - später kurz "Fernsig Essen" genannt und heute zu Funke + Huster als "FHF" (Funke-Huster-Fernsig) gehörig. Dieses ist am Typenschild eindeutig belegbar aus dem Jahre 1948 und weist ebenfalls exakt die länge von 40 cm auf. Die Form des Schalltrichters ist auch nicht mehr so geschwungen, sondern schon mehr gerade nach unten gerichtet.
Vom Vorbesitzer weiß ich, dass diese Hupe in einem alten Scheiben-Gasbehälter (Gasometer) hing und mit verschiedenen Messinstrumenten gekoppelt war. Glücklicherweise wurde sie vor dem Abriss abmontiert und ist so erhalten geblieben.


Spätestens ab den 1960ern waren die Gehäuse dann aus Bakelite, spätestens ab den 1970er Jahren aus Kunststoff. Der Schalltrichter ging von nun an gerade nach unten weg mit einer schräg nach vorn angeordneten Schallöffnung, so wie wir es hier links auf dem Bild von einem 1960er Modell der Firma BEKO sehen. Lediglich im Bergbau und anderen speziellen Bereichen blieb man zumeist bei der schweren Ausführung aus Gusseisen. Im Bergbau des Explosionsschutzes und der Robustheit wegen und auch im Umfeld eines Hochofens musste was stabiles, temperaturbeständiges auf den Tisch. So eine "Plastikhupe" könnte man da buchstäblich nach nur kurzem Einsatz in den Schornstein schreiben.



Größtenteils dienen meine Signalhupen reinen Anschauungszwecken, d.h. sie sind nicht unbedingt funktionstüchtig. Manche gehen, das habe ich ausprobiert, einige belasse ich allerdings so, wie sie sind, ohne sie anzuschließen. Eines meiner Modelle von Mix & Genest (links) muss in einer Kokerei gehangen haben oder so etwas... die stank durch und durch nach Teer, Benzol und was weiß ich was - nach der Oberflächenreinigung ging es dann. So ein Gerät schließe ich natürlich nicht an, da es erst einmal auch von innen kontrolliert werden müsste. Beim Öffnen des Gehäuses würde ich schon die Dichtung zerstören und wenn die fehlt, bleibt da logischerweise ein Spalt und irgendwo eine Dichtung für eine 60 oder 70 Jahre alte Signalhupe einer Firma aufzutreiben, die es selbst seit 1954 nicht mehr gibt... unmöglich! Die Technik darunter ist wahrscheinlich ebenso versaut wie das Gehäuse und müsste vor einem Einsatz erst aufwändig instandbesetzt bzw. erneuert werden. Bevor ich also was kaputt mache oder anschließe, was mir vielleicht um die Ohren fliegt, Fummel ich gar nicht erst übermäßig dran rum. Dann bleibt das 15 kg schwere Monster mit einer Schallöffnung, wo man fast seinen Kopf reinstecken kann, lieber stumm - die Nachbarschaft wird es mir vermutlich danken.


Neben den betagten, teilweise nicht funktionstüchtigen Signalhupen besitze ich allerdings auch Neuware die funktioniert und welche ich auch anschließe. Mehrere Kleinhupen von Friedland - teilweise in Kombination mit einem Grothe Läutewerk (OVP von 1991!), welches als Feueralarm in einer Schule gedacht war - sind schon in der Werkstatt und anderen Bereichen meines Imperiums montiert. Sie müssen nur noch verkabelt und angeschlossen werden, und für die neuwertige FHF HPW 11, die wir hier links sehen, finde ich irgendwann bestimmt auch noch eine Verwendung.
Die eben gezeigte BEKO-Hupe von 1960 ist funktionstüchtig und diese hatte ich lange Jahre in meinem alten Jugendzimmer im Einsatz. So ein Ding ist echt tierisch laut und für herkömmliche Wohnräume eher ungeeignet. Wenn man bedenkt, dass ich mein Telefon damals mit einer solchen Signalhupe koppeln wollte... Du lieber Gott! Gut, dass das aufgrund fehlender Relais und einer guten Portion Unwissenheit meinerseits nicht funktioniert hat. Damals gabs noch nix mit WhatsApp und Handy und sowas... da wurde noch schön über Festnetz telefoniert und das wäre anstrengend für den Straßenzug geworden...

Neben den Signalhupen besitze ich auch einige Läutewerke, doch dazu erfahrt Ihr in einem gesonderten Artikel mehr.

©. Menzel 2018