Donnerstag, 26. März 2020

Feuerlöscher in Theater, Film und Fernsehen

Egal ob in Hollywood oder im Theaterkeller der örtlichen Grundschule, ob Millionen-Blockbuster oder das Krippenspiel der 2. Klasse: Jeder Film und jedes Stück lebt - natürlich neben der Geschichte und den Darstellern - selbstverständlich auch von Details jedweder Art und scheinbar unwichtigen Kleinigkeiten wie z.B. die etwas unordentlich sortierten Zeitschriften im Wartezimmer eines Arztes. Das spiegelt die Wirklichkeit wider und wir alle erkennen uns in solchen Details. Solche Kleinigkeiten sind es letztlich auch, die künstlich erschaffene Umgebungen zum Leben erwecken und zur Wirklichkeit werden lassen.
Ebenso sind es auch diese kleinen, scheinbar unwichtigen Details, die einem störend ins Auge fallen und im schlimmsten Falle eine ganze, ansonsten perfekte Atmosphäre ruinieren können, wenn sie nicht passen oder fehlen.
Zu solchen unwichtigen Details gehören auch Feuerlöscher, Beschilderungen jeglicher Art und allsonstiges. Sie stehen weder im Film, noch im realen Leben im Vordergrund, doch sie sind da. Der Mensch nimmt solche Dinge unterbewusst wahr und es fällt sehr wohl auf, wenn da irgendetwas nicht passt oder fehlt.
In meiner Eigenschaft als Brandschutztechniker und Brandschutztrainer spreche ich mit sehr vielen Leuten über das Thema Feuerlöscher und es ist wirklich so: Aus dem Augenwinkel weiß jeder, dass da was rotes an der Wand ist und jeder merkt es sofort, wenn es fehlt. Das passiert z.B. immer wieder, wenn ich die Feuerlöscher zum Prüfen rausnehme (ich lasse natürlich an gewissen Stellen Ersatz da) - hinterher kommt immer einer an, der bei der Haustechnik oder Geschäftsführung gemeldet hat, dass da ein Feuerlöscher fehlt. Klar - im Film kommt man oft nicht sofort drauf oder merkt es erst im Nachhinein; doch eines steht fest: Das runde Gesamtbild, dieses Zurücklehnen und vollkommen genießen kann unter Umständen erheblich unter solchen Kleinigkeiten leiden, wenn sie nicht passen.
Vor einiger Zeit haben wir die Serie Homeland geschaut, wirklich spannend und toll gemacht und trotzdem gab es eine Szene, wo mir sofort auffiel, dass was nicht passt.
Genau geht es mir um die 5. Staffel der Serie, welche zu großen Teilen in Deutschland spielt und auch in Deutschland gedreht wurde. Carrie Matthison, Saul Berenson und wie sie alle heißen sind überwiegend in Berlin, doch Saul fliegt irgendwann zurück in die USA und dort gibt es dann einige Szenen, die sich im Hauptquartier der CIA abspielen. Und was sehe ich da, als Saul hastig durch die Gänge rennt? Einen Feuerlöscher der Firma Jockel aus Remscheid!
Ich gehe davon aus, dass es sich bei dem dort gezeigten Feuerlöscher um einen normalen Feuerlöscher des deutschen Filmstudios handelt, in welchem dann wohl auch diese kurzen Sequenzen gedreht wurden. Der hängt wahrscheinlich immer im Flur, weil er da hängen muss und wurde einfach ins Bühnenbild integriert. Auch im Hauptquartier der CIA hängen natürlich Feuerlöscher auf den Fluren und man dachte sich bestimmt: passt schon! Nur sehen US-Feuerlöscher gänzlich anders aus, als unsere und so einem wir mir fällt der Unterschied natürlich direkt auf.
OK - dass es sich um keinen Amerikanischen Feuerlöscher, sondern um ein Gerät der Marke Jockel handelt, ist neben mir wahrscheinlich noch drei anderen Leuten aufgefallen und das war´s - aber: Mir ist es aufgefallen! Es hat mich jetzt auch nicht gestört, ich fand es eher amüsant.


Das sind jetzt natürlich alles Spitzfindigkeiten von einem Fanatiker, der unwillkürlich auf sowas achtet und der das auch im Bruchteil einer Sekunde erkennt - so wie ein anderer vermutlich erkennt, dass irgendwo am Set falsche Kaffeetassen, Türklinken oder sonstwas sind. Meine Frau meinte sogar mal bei einer kurzen Filmszene, in der ich auf 30 m Entfernung einen MINIMAX RU 12 entdeckt, identifiziert und ihr das umgehend mitgeteilt hatte, dass ich ein Autist mit Inselbegabung wäre... *zwinker*
Ich schau auch gerne die alten Tatorte aus den 1970er und 1980er Jahren in der Hoffnung, den Blick auf einen Feuerlöscher zu erhaschen und oft habe ich auch Glück, wie in einem Essener Tatort mit Kommissar Haferkamp aus den 1970er Jahren. Auf dem Screenshot unserer Glotze ist der GLORIA Typ Pi 6 G Baujahr 1973-1975 in dem Gerichtssaal sehr gut zu erkennen, findet Ihr nicht? Griffhöhe von gut 2,00 m ist auch zeitgenössisch - alles authentisch. Ich mache sogar Schreenshots von sowas... unglaublich, aber so bin ich!
Was mir dagegen bei neueren Produktionen auffällt ist, dass dort gar keine Feuerlöscher mehr zu sehen sind - teilweise sieht man sogar leere Halter, so als ob vorhandene Löscher absichtlich abgenommen worden sind. Das stört mich dann schon, denn wenn ich aus beruflicher Sicht einen leeren Halter sehe, dann fehlt da was. Genauso geht es mir in Filmen und Serien. 
Schwierig wird es natürlich bei Retroprodukionen, d.h. bei Filmen, die in der Vergangenheit spielen. Wenn man detailgetreu drehen möchte und auf soetwas wie einen Feuerlöscher im Hintergrund Wert legt, muss man natürlich erstmal recherchieren, was für ein Löscher aus welchem Baujahr am besten in die Kulisse passt. Ich habe da schon öfter mal auf Anfrage so ganz unverbindlich einige Ratschläge gegeben, unter anderem bei dem Film "Ballon".
Das war allerdings etwas besonderes und nach den originalen Begebenheiten nicht nachzustellen. Wer den Film gesehen hat weiß, dass in dem Ballon ein Feuerchen ausbricht, welches mit einem Kohlendioxidlöscher gelöscht wird. Da der Löscher nicht einfach nur Deko sein sollte, sondern zum Einsatz kommen musste, konnte man kein zeitgenössisches Gerät nehmen - diese alten DDR-Geräte sind a.) kaum noch aufzutreiben, 2.) nicht betriebssicher und d.) vielfach mit Halon gefüllt - einem heute verbotenen Löschmittel.
Ich schätze, dass im Original damals ein Halonlöscher eingesetzt worden ist, welcher aus der üblichen Bordausstattung des heimischen PKW entliehen wurde. So einen HAL 0,4 oder 0,8 hatte jeder Trabi oder Wartburg an Bord und der Privatmann kam da ohne weiteres ran. Kohlendioxid- oder Kolon-Löscher gab es dagegen nur im industriellen Bereich. Solch alte DDR-Halonlöscher tauchen hin und wieder noch bei eBay auf - vielfach tun die auch noch, doch eine Inbetriebnahme ist verboten und es wäre unverantwortlich, eine solche Giftschleuder in einem Film leerzubraten. Die DDR-Halone waren anders als die der BRD und deutlich giftiger. Nein nein - ich habe die Problematik auf Anfrage geschildert und zu einem Kohlendioxidlöscher geraten, was dann tatsächlich auch so umgesetzt wurde. Dass es sich dabei um ein neuzeitliches Gerät handelt, ist natürlich klar und auch völlig in Ordnung.

©. Menzel 2020 

Donnerstag, 19. März 2020

GLORIA-Aufdrucke 1949 bis 1992 - der Versuch einer Chronik

In diesem Artikel versuche ich einen chronologischen Überblick über die einzelnen GLORIA-Aufdrucke zu geben und ich bemühe mich bei den einzelnen Ausführungen kurz zu fassen, denn sonst verspreche ich Euch, würden die Erklärungen gar kein Ende nehmen. 
Also ich studiere die Gestaltung der Aufdrucke seit nunmehr über 20 Jahren und meine Kenntnisse bzw. Vermutungen hierzu basieren allein auf meinen Beobachtungen. Die Darstellung soll einen grundlegenden Überblick geben und erhebt keinen Anspruch auch Vollständigkeit. Auch wenn mir ein solcher selbst lieb wäre, ist gerade dies bei GLORIA nahezu unmöglich! GLORA hat meines Erachtens auch heute noch die mit Abstand breiteste Produktpalette an Feuerlöschern mit zig unterschiedlichen Typen, welche über die Jahre und Jahrzehnte teilweise nur in Nuancen verändert worden sind. Dies führt beispielsweise allein beim legendären Typ Pi dazu, welcher von 1959 bis etwa 2002 für den deutschen Markt produziert worden ist, dass im Laufe der Dekaden mindestens 18 verschiedene Versionen existieren und die Unterschiede zu den verschiedenen Geräten eher weniger in konstruktiven Neuerungen, als vielmehr in der Gestaltung des Aufdrucks zu finden sind. Hinzu kommen noch zahlreiche Extrawürste, bei welchen sich selbst Kenner wie ich sich zwar immens über die neue Entdeckung freuen, aber irgendwie auch leicht verzweifeln und sich denken "was ist denen denn da wieder in den Kopp gekommen?".
Ich werde die Gestaltung der Aufdrucke anhand verschiedener Gerätetypen darstellen.

GLORIA Aufdruck 1948-1951
Dies ist sehr wahrscheinlich der erste Aufdruck, mit welchem die Feuerlöscher aus dem Hause GLORIA im Nassklebeverfahren beklebt worden sind. Bestätigt wird meine Annahme durch ein Gerät gleichen Typs von 1950, welches ich im Showroom in Wadersloh bewundern durfte.

Merkmale:
Grundfarbe: blassgrün mit weiß, bzw. rot-weißer Schrift. Grundsätzliche Angaben werden mit rot-weißen Großbuchstaben im Fettdruck hervorgehoben.
Der Aufdruck selbst ist zweigeteilt; Angaben zum Feuerlöscher und zur Bedienung finden sich im oberen, das Signet sowie die wichtigsten Herstellerangaben im unteren Bereich. Typen- und Bauartbezeichnungen, jedwede Angaben zur enthaltenen Löschmittelmenge sowie auch eine eindeutige Bezeichnung des Löschmittels fehlen ebenso wie Brandklasseneignung und etwaige Einschränkungen bzw. Warnhinweise. Auch eine bildliche Darstellung ist nicht vorhanden.

Inschrift GLORIA-Signet:
Für jeden Brand - GLORIA - Handfeuerlöscher

Hinweis:
Ich besitze solch einen Löscher auch aus dem Jahre 1951, welcher den gleichen Aufdruck trägt. Ab 1952 änderte sich der Aufdruck, doch wurde beim 4 Ltr. TETRA der alte beibehalten, da alle Tetralöscher über 2 Ltr. Inhalt augenscheinlich nicht von der DIN typgefrüft waren und ohnehin zur Mitte der 1950er Jahre aus Sicherheitsgründen verschwanden. Deshalb hatte man sich sehr wahrscheinlich die Kosten und den Aufwand gespart, einen neuen Aufdruck zu erstellen und hat einfach den alten weiterverwendet. Der gezeigte Feuerlöscher ist leer.

Herstellerangaben:
H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - (21a) Gütersloh i. W.

Modell:
GLORIA 4l-Tetralöscher Bj. 1954.


GLORIA Aufdruck 1952-1953 / 1954-1957
1952 begann GLORIA auch mit der Produktion technisch aufwändigerer Aufladefeuerlöscher und im Zuge dessen änderte sich auch der Aufdruck radikal. Grund meiner Annahme ist die Erstzulassung dieses Typs Feuerlöscher, welche auf das Jahr 1952 datiert ist. Der Aufdruck ist nach wie vor im Nassklebeverfahren aufgebracht worden.

Merkmale:
Grundfarbe: bis 1953 hellgrün, danach dunkelgrün aber sonst identisch bis auf die Herstellerangabe, welche mit wenigen Ausnahmen ab 1954 mit "WADERSLOH i. WESTF." angegeben wurde und nicht mehr mit "GÜTERSLOH i. WESTF." angegeben wurde. Wir finden weiße, schwarze und rote Schriftelemente, Löscherart und Herstellerangaben sind in weißen Großbuchstaben im Fettdruck gehalten. Die Löscherbezeichnung "TROCKENLÖSCHER" verfügt zusätzlich über eine schwarze Schattierung. Erstmals findet die Normung nach DIN (DIN 14406) Einzug in das Schriftbild und wird zusammen mit einer ersten Angabe des Löschmittels sowie der Löschmittelmenge in einem rot abgesetzten Feld dargestellt. Eine Typenbezeichnung gibt es auch hier noch nicht.
Der Aufdruck ist nun einteilig und wesentlich informativer als der der Vorgänger. Neben einer ausführlichen Bedienungsanleitung in Schriftform werden hier auch erstmals bildliche Elemente verwendet. Da 1954 der Umzug auch des Büros in die neu errichtete Fabrik an der heutigen Distedderstr. 39 in Wadersloh erfolgte, wird dieser fortan auch Herstellungsort angegeben.

Inschrift GLORIA-Signet:
Für jeden Brand - GLORIA - Handfeuerlöscher

Herstellerangaben:
1952-1953* H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Gütersloh i. Westf.
1954-1957 H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Wadersloh i. Westf.
*Manche Modelle bis 1955-1956 mit Gütersloher Produktionsstandort.

Modell:
GLORIA 9 kg-Pulver-Aufladelöscher DIN TROCKEN 9 Bj. 1953.

GLORIA Aufdruck 1955-1957
Im Jahre 1955 wurden die ersten Feuerlöscher "neuer Bauart" zugelassen und die technischen Neuerungen mussten natürlich auch im Aufdruck wiedergegeben werden. Mal ganz nebenbei: 1955 erfolgte auch die Zulassung des ersten 12 kg-Feuerlöschers.

Merkmale:
Grundfarbe dunkelgrün mit weißen, schwarzen und roten Schriftelementen. Löscherart und Herstellerangaben in weißen Großbuchstaben im Fettdruck. Die Löscherbezeichnung "TROCKENLÖSCHER" verfügt zusätzlich über eine schwarze Schattierung. Das rote Feld mit Normung nach DIN sowie die Angaben zur Löschmittelart und -menge verschwindet wieder und diese Angaben erscheinen fortan in schwarzem Fettdruck.
Die bildliche Darstellung ist noch detaillierter als beim Vorgänger und man erkennt ganz deutlich: Da steckt viel Liebe drin!

Inschrift GLORIA-Signet:
Für jeden Brand - GLORIA - Handfeuerlöscher

Herstellerangaben:
H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Wadersloh i. W.

Modell:
GLORIA 12 kg-Pulver-Aufladelöscher DIN TROCKEN 12 Bj. 1957.

Hinweis:
In den Jahren 1955 bis 1957 liefen Feuerlöscher alter und neuer Bauart parallel vom Band.

GLORIA Aufdruck 1957/1958
Im Jahre 1957 änderte sich die Gestaltung des Aufdrucks radikal und heraus gekommen ist dabei meiner Meinung nach einer der schönste Aufdrucke, den es jemals gegeben hat. Dieser Druck wurde nur in einem kurzen Zeitraum verwendet und Feuerlöscher mit diesem Aufdruck sind sehr sehr selten und heute an sich nicht mehr zu bekommen!

Merkmale:
Am auffälligsten ist natürlich die Farbe des Hintergrunds. Dieser ist nun nicht mehr dunkelgrün sondern strahlt förmlich in einem warmen gold. Die rot-weiße Umrandung der Vorgänger wurde beibehalten.
Die Angaben zur Normung und Inhalt stehen nun dominant an erster Stelle und ersetzen die vorherige Bezeichnung wie z.B. "TROCKENLÖSCHER".
Das rote Feld ist wieder zurückgekehrt und enthält erstmalig eine Typenangabe, in diesem Falle "TYPE P 6 G". Die Schriftfarben an sich wurden beibehalten.
Auch die bildliche Darstellung ist noch einmal etwas detaillierter geworden und was mir persönlich so gut gefällt ist die Art, wie die Hautfarbe der Person dargestellt wird. Schaut man normal aus der Entfernung auf den Löscher, sieht der Typ eben fleischfarben aus, doch geht man mal ganz nah ran, fällt einem auf, dass gar keine beige Farbe verwendet worden ist. Der Effekt wird durch ganz viele kleine rote Punkte auf weißem Hintergrund erzielt - genial und sehr aufwändig!
Neu ist das gelbe Feld ganz unten im Aufdruck. In diesem farblich deutlich abgesetzten Teil befinden sich sämtliche Angaben zum Feuerlöscher; Bauart, Zulassung, Brandklassen und so weiter.

Inschrift GLORIA-Signet:
Für jeden Brand - GLORIA - Handfeuerlöscher

Herstellerangaben:
H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Wadersloh i. W.

Modell:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 6 G Bj. 1958.

GLORIA Aufdruck 1958-1962
Dieser ganz klassische Aufdruck wurde ebenfalls im Jahre 1958 eingeführt und er zierte bis 1962 Millionen von Feuerlöschern, von welchen ich in meiner Kindheit und Jugend bis hin zum Erwachsenenalter auch einige Exemplare noch in freier Wildbahn bewundern konnte (z.B. Stadtwaldschule Lippstadt, Reifen Tiemann Lieppstadt, SB Zentralmarkt Paderborn).

Merkmale:
Ja, jetzt sieht man sofort von weitem schon, von wem dieser schöne Feuerlöscher ist, denn das GLORIA steht nun in riesigen Buchstaben ganz oben im Aufdruck. Der GLORIA-Schriftzug ist zweifarbig, schattiert und folgt in seiner Gestaltung dem Bogen des Aufklebers.
Auch das "DIN TROCKEN 12" ist jetzt zweifarbig in rot-weiß und hebt sich durch diese auffällige Gestaltung deutlich ab.
Das Feld mit der Typenangabe ist nun nicht mehr rot, sondern mit einem weißen Hintergrund versehen.

Inschrift GLORIA-Signet:
Sicherer Brandschutz durch: - GLORIA - Feuerlöscher

Herstellerangaben:
1957-1959 H. SCHULTE-FRANKENFELD -Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Wadersloh i. W.
1960 GLORIA-WERK -  H. Schulte-Frankenfeld KG - Wadersloh i. W.
1961-1962  GLORIA-WERKE -  H. Schulte-Frankenfeld KG - Wadersloh i. W.

Modell:
GLORIA 12 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 12 Bj. 1959.

GLORIA Aufdruck 1962-1963
Diesen interessanten Aufdruck gab es an sich nur im Jahre 1963 und nur ganz wenige Exemplare stammen schon aus Ende 1962. Da sie nur etwas mehr als 1 Jahr lang produziert worden sind, sind solche Geräte heute - 56 Jahre nach Produktionsende - extrem selten und kaum noch aufzutreiben.

Merkmale:
Vom Muster her gleicht dieser Aufdruck dem des Vorgängers der Jahre 1959-1962, doch: wo ist die Farbe hin? 1963 wurde bei GLORIA erstmalig das Siebdruckverfahren angewendet, um die Bedienungsanleitung sowie alle relevanten Informationen zum Gerät auf den Feuerlöscher zu bringen. Diesem Schritt fielen allerdings sämtliche Farben der im Nassklebeverfahren aufgebrachten Aufkleber zum Opfer, wodurch das wohlbekannte Erscheinungsbild sehr nüchtern wirkt. Die alten Formen und die Schlichtheit des rein weißen Siebdrucks scheinen nicht recht miteinander zu harmonieren, worin der Grund zu sehen sein dürfte, weshalb dieser Druck nur gut ein Jahr lang verwendet worden ist. Ich finde ihn sehr schön!

Inschrift GLORIA-Signet:
Sicherer Brandschutz - GLORIA - Feuerlöscher

Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - Wadersloh i. Westf.

Modell:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 6 Bj. 1963.

GLORIA Aufdruck 1964-1971
Die nüchterne, sachliche Schlichtheit der 1960er Jahre hielt auch Einzug in die Wadersloher Werkshallen der GLORIA-WERKE und der Siebdruck änderte sich von seinem Erscheinungsbild her wieder radikal.

Merkmale:
Die ehemals runden und geschwungenen Formen von Rahmen und Schrift sind einem rechteckigen Design gewichen, welches vom Rahmen über die Bildelemente und Schrift bis hin zum GLORIA-Signet einheitlich Verwendung findet. Die Schrift ist durchgehend weiß, lediglich der Markenname GLORIA erscheint in übergroßen, roten Buchstaben.
Die Bebilderung ist klar umrahmt und die gesamte Gestaltung wirkt sehr aufgeräumt, wodurch der Aufdruck sehr gut und vor allem auch sehr schnell gelesen werden kann.

Facelift 1969/70
1969 gab es eine kleine Modifikation des Siebdrucks beim Verkaufsschlager Pi.
Die alte Sicherungslasche zum Abreißen wurde Ende 1968 gegen die bis zuletzt verwendete Abzugs-Bügellasche ersetzt. Die Handhabung dieser Sicherung war etwas anders und das musste natürlich auch im Siebdruck Niederschlag finden. Im gleichen Zuge wurde das Anheben des Löschers in "3D" dargestellt, wie ich es immer sage. Vergleicht die beiden Bilder und Ihr wisst was ich meine. Die Nummerierung wurde auch vereinheitlicht und die Zahlenfelder stehen bei beiden Bildchen unten. Doch die Änderung der bildlichen Darstellung betrifft, so wie ich das gesehen habe, nur den Typ Pi, da bei diesem als einzigem die Sicherungslasche verändert worden ist. Die Typen PS, Pn, PD, KS und CB blieben hier unverändert.
Anfang 1970 wurde die alte Bezeichnung "DIN TROCKEN" bei allen Pulverlöschern in "DIN PULVER" geändert. Weiterhin verschwand das "E" in der Typenbezeichnung, wodurch sich diese von "TYPE" zu "TYP" änderte. Die Gesamtdarstellung ist meine ich auch etwas kleiner geworden.
Zudem gab es unter dem eigentlichen Siebdruck eine Vielzahl variierender Zusatzfelder, auf welche an dieser Stelle nicht im Detail eingegangen werden kann.

Inschrift GLORIA-Signet:
Feuerschutz - GLORIA - Ein Weltbegriff

Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - Wadersloh i. W.

Modelle:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ Pi 6 G Bj. 1964.
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ Pi 6 S Bj. 1970.

GLORIA Aufdruck 1972-1973
Ab Mitte 1972 gab es dann eine signifikante Veränderung im Siebdruck - das berühmte GLORIA-Signet ist bei einigen Modellen verschwunden und hinterlässt eine doch deutlich sichtbare Lücke in der linken unteren Ecke! Es wirkt beinahe so, als ob es ganz plötzlich hat verschwinden müssen, sodass nicht einmal Zeit blieb, die Herstellerangaben neu zu positionieren. Es sieht irgendwie abgeschnitten aus und warum es wirklich verschwunden ist, kann ich bis heute auch nicht genau sagen.
Weiterhin wurde der GLORIA-Schriftzug oben abgesetzt und ist nun nicht mehr in den Rahmen des gesamten Siebdrucks integriert. Zudem ist die Bezeichnung "DIN" nun oben und unten von einem Balken eingerahmt.
Wenn wir jetzt ausnahmsweise auch mal unter den eigentlichen Siebdruck schauen, sehen wir erstmalig das bis heute in ähnlicher Form bestehende Feld "WERKS-ENDKONTROLLE", auf welchem Monat und Baujahr vermerkt sind. Zudem hatten die Prüfdienste nun endlich eine genaue Anweisung, wo sie den Instandhaltungsnachweis aufkleben konnten. Das war ja vorher wie Kraut und Rüben; mal oben, mal unten, an der Seite oder MITTEN DRAUF!

Inschrift GLORIA-Signet:
- ENTFÄLLT größtenteils ab 1972 -

Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - 4724 Wadersloh i. W.

Gezeigtes Modell:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 6 SG Bj. 1973.

GLORIA Aufdruck 1973-1974
Im Jahre 1974 gab es die nächste, ganz radikale Veränderung des Siebdrucks und er präsentiert sich erstmals in einem ganz anderen Bild. Die gesamte Darstellung wurde inhaltlich getrennt und in einzelne Blöcke aufgeteilt. So verfügt nun jeder Schritt der Bedienung eine detaillierte Bebilderung und einen eindeutig zugeordneten Text - jeweils unter dem jeweiligen Bild. Ganz neu sind die Piktogramme für die Brandklassen! Während sich der Nutzer die Brandklassen vorher mühsam aus dem Kleingedruckten heraussuchen musste, konnte er diese Eignung nun auf einen Blick erkennen. Die Piktogramme waren allerdings noch nicht genormt, sodass es im Vergleich zu anderen Herstellern Abweichungen geben konnte.
Ganz besonders gelungen finde die Darstellung der Brandklasse E und ich bin mir ziemlich sicher zu wissen, woher diese Interpretation kommt. Abgebildet ist ein Niederspannungs-Freileitungsmast mit vier Leitungen, welche an hakenförmigen Isolatoren am Mast befestigt sind. Diese hölzernen Masten gab es früher häufig in den ländlichen Gegenden und auch ich kenne sie noch aus unserem Dorf - nur 13 km von Wadersloh entfernt. Naja - auf alten Aufnahmen der GLORIA-WERKE habe ich gesehen, dass genau vor der Hauptverwaltung des Werkes eine solche Stromtrasse entlangführte... wisst Ihr also Bescheid. Ein kurzer Blick aus dem Fenster genügte, um das mit Abstand schönste Piktogramm für die Brandklasse zu entwerfen, die es jemals gegeben hat! Der Hinweis, dass nur bis Spannungen von 1000 V* gelöscht werden durfte, verbirgt sich ganz klein im Piktogramm für die Brandklasse E.

Das Siebdruckbild ist insgesamt auch etwas kleiner geworden und die Typenbezeichnung ist aus dem eigentlichen Druck in den nun wesentlich größeren Zwischenraum zwischen dem Markennamen GLORIA und dem Aufdruck gewandert. Das Wort "Typ" steht nun nicht mehr in Großdruck und ganz links, während die Typenbezeichnung ganz rechts steht.

*Kohlensäure-Gas- und Schneelöscher weisen eine Spannung von 110000 Volt aus und geben einen Sicherheitsabstand von 3 m an. Schaum- und Wasserlöscher durften nur bei Anlagen bis 250 Volt eingesetzt werden.

Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - 4724 Wadersloh / W.

Gezeigtes Modell:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ Pi 12 G Bj. 1973.

GLORIA Aufdruck 1975-1976
Im Großen und Ganzen wurde der Siebdruck im Jahre 1975 nur ein wenig modifiziert. Die gesamte Bedienungsanleitung in Bild und Schrift bildet nun eine Einheit, indem alles in einem großen, zusammenhängenden weißen Feld untergebracht ist. Die einzelnen Elemente wirken durch diese Maßnahme nicht mehr so verloren, sondern bilden eine untrennbare Einheit. Um das ganze allerdings möglich zu machen, musste die Farbgebung in diesem Bereich einmal umgedreht werden - das was beim Vorgänger von 1974 weiß war, ist jetzt rot und andersrum. Das fällt einem sonst gar nicht auf doch vergleicht die Bilder und Ihr seht, dass ich Recht habe - obwohl es zwei gänzlich verschiedene Typen sind. Mit einbezogen wurde das "DIN PULVER", welches nun neben dem GLORIA-Schriftzug auch in roten Buchstaben steht.
Das Feld mit der WERKS-ENDKONTROLLE ist nun auch eingerahmt und mit einigen weiteren Hinweisen versehen - z.B. mit dem, dass man Feuerlöscher niemals probeweise betätigen sollte. Könnte heute ruhig auch noch draufstehen...

Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - 4724 Wadersloh / W.

Modelle:
GLORIA 12 kg-Pulver-Dauerdrucklöscher Typ P 12 D Bj. 1975.

GLORIA Aufdruck 1977-1978
Die nächste Überarbeitung erfolgte 1976 und fiel ebenfalls nur eher klein aus, doch brachte sie eine entscheidenden Verbesserung für den Nutzer. Die enge Zuordnung von Bild und Text wurde etwas gelöst und erschien nun wieder in ähnlicher Form wie bei den Modellen der späten 1960er Jahre. Der ganz breite weiße Rahmen verschwand und allein die Bilder wurden hierdurch nun zu einer Einheit zusammengefasst - mit der DIN-Bezeichnung. Diese wurden durchnummeriert von 1- 3 und der zugehörige Text dazu ebenfalls. Dieser erscheint nun jedoch nicht mehr jedem Bild einzeln zugeordnet, sondern untereinander aufgereiht. Der entscheidende Vorteil für den Nutzer: Die Schrift wurde viel größer und die Informationen waren hierdurch und durch die geänderte Anordnung viel schneller abrufbar.

Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - 4724 Wadersloh / W.

Modelle:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 12 D Bj. 1978.

GLORIA Aufdruck 1978-1982
1978 wurde der Aufdruck wieder überarbeitet und am auffälligsten ist zunächst, dass der GLORIA-Schriftzug im Vergleich zu den Vorgängermodellen verschwindend klein geworden und nun als eine Art Intarsie in den Balken integriert ist. Bei den frühen Dauerdruckmodellen ist er nicht abgesetzt.
Ganz neu im Schriftbild ist das Wort "Feuerlöscher" sowie die eindeutige Löschmittelbezeichnung. Aus dem "DIN PULVER" ist "DIN Feuerlöscher" geworden und das "PULVER" wird nun auch genau aufgedröselt - in diesem Falle eben "ABC-Pulver". Die neuerliche, genaue Bezeichnung trifft neben dem Pulver auch auf die Löschmittel Halon und Kohlendioxid* zu; bei den Wasser- und Schaumlöschern, welche es in dieser Zeit ohnehin kaum gab, blieb es bei den einfachen Bezeichnungen "WASSER" und SCHAUM".
Die Struktur der Bedienungsanleitung blieb weitgehend gleich, doch ist die Bebilderung etwas grober geworden.
Der Hinweis "Löscher nach jeder Betätigung, auch bei nur teilweiser Entleerung neu füllen!" steht jetzt mit im eigentlichen Siebdruck und gesellt sich nicht mehr in das Feld der Werks-Endkontrolle. Ebenfalls neu hinzu kommt der Hinweis, dass bei Bränden von elektrischen Anlagen bis 1000 V ein Mindestabstand von 1 - 3 m einzuhalten ist.
Radikal verändert worden sind die Piktogramme für die Brandklassen. Das geschah allerdings herstellerübergreifend, da diese mit den neuen Richtlinien ab 1978 nun einheitlich aussehen sollten.

Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld GmbH & Co. - 4724 Wadersloh

Modelle:
GLORIA 6 kg-Pulver-Dauerdrucklöscher Typ PD 6 G Bj. 1980.

GLORIA Aufdruck 1983-1992

1983 änderte der Aufdruck ein letztes Mal unter der DIN 14406 1-3 sein Gesicht.  Der GLORIA-Schriftzug ist im Vergleich zu den Vorgängermodellen wieder kleiner geworden und nun in einen ringsherum verlaufenden, abgerundeten Rahmen eingebettet, in welchem sich alle Angaben befinden. Die Typenbezeichnung rückt wieder in die Mitte und die bildliche Darstellung der Bedienungsanleitung besteht nun aus runden, wieder deutlich detaillierteren Elementen.

Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld GmbH & Co. - 4724 Wadersloh

Modelle:
GLORIA 6 kg-Pulver-Dauerdrucklöscher Typ PD 6 G Bj. 1984.

©. Menzel 2020


Dienstag, 17. März 2020

Die private Vorsorge in Krisenzeiten

Ganz Deutschland befindet sich durch das CORONA-Virus seit dem 13. März 2020 in einem bis Dato nie dagewesenem Ausnahmezustand. Die Schulpflicht wurde aufgehoben, Schulen, Kitas, kulturelle Einrichtungen, Sportstätten, Bars und Kneipen sind geschlossen, die Bundesliga setzt aus - kurz: Das öffentliche und wirtschaftliche Leben steht weitgehend still - Shutdown! Um die Ausbreitung des Virus wirksam zu verlangsamen, wird es durch die Unvernunft diverser Personen sicherlich noch zu einer Ausgangssperre kommen aber auch so ist es eine völlig neue Situation und man kann zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht genau einschätzen, welche weitere Maßnahmen noch getroffen werden könnten und wie lange dieser Zustand letztendlich bestehen bleibt. In solchen Situationen ist es natürlich ratsam, Vorsorge zu treffen für den Fall, dass irgendetwas einmal nicht sofort zur Verfügung steht.
Am wichtigsten scheint dabei das Klopapier zu sein... schnell nochmal ohne Rüksicht auf die anderen 20 Packungen kaufen. Klar - wer vorhat, wochenlang Nudeln, Mehl und Konserven zu fressen, der wird sicherlich mehr Rollen verscheißen als jemand, der sich sinnvolle Nahrungsmittelvorräte anlegt. Sowas Beklopptes! Ehrlich, dass man drei bis vier Geschäfte anfahren muss, um seine ganz normalen Besorgungen zu machen - und dann trotzdem kein Klopapier und geriebenen Gouda bekommt! Da kann ich mich echt drüber ärgern!
So - zurück zum Thema: Was Ihr an Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs braucht, das wisst Ihr natürlich selbst am besten. Wenn man sich die Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe so durchliest, sollte man neben Fressalien (und Bier!) individuelle Medikamente, Schmerztabletten, Fiebersaft Verbandmaterial und dergleichen, Pampers, Tierfutter sowie sonstige, auf die Mitglieder der Familie abgestimmte Dinge auf Halde haben. Weiterhin wird dazu geraten, Batterien, Taschenlampen, Kerzen, sowie autarke Kochgelegenheiten wie Camping-Gaskocher vorzuhalten.
Auch das Thema Brandschutz steht auf der Liste mit folgenden Punkten:

  1. Keller und Dachboden entrümpeln
  2. Feuerlöscher
  3. Löschspray
  4. Rauchmelder
  5. Garten- oder Autowaschschlauch
  6. Behälter für Löschwasser
  7. Wassereimer
  8. Kübelspritze oder Einstellspritze

Öh - was erwarten die denn, was passiert?? Luftangriff??
Die Punkte 1, 6, 7 und 8 stammen nämlich aus dem Entrümpelungsparagraphen von 1935! Punkt 3 ist Schrott und Punkt 5 hilft in der Regel auch nur präventiv an heißen und trockenen Sommertagen. Einstellspritze... so ein Unsinn! Das gibt es doch schon lange nicht mehr sowas.
Nein - da lasst Euch mal keine Panik machen. Das was Ihr braucht, ist ein wirksamer Feuerlöscher - vorzugsweise ein 6 l Schaumlöscher - und natürlich die gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder.

Ansonsten: Wascht Eure Hände und vermeidet jeglichen unnötigen sozialen Kontakt.

Bleibt gesund

Euer Chris

©. Menzel 17.03.2020

Sonntag, 8. März 2020

Bereitstellung und Einsatz von Kohlendioxidlöschern in geschlossenen Räumen

Heute sprechen wir über die Bereithaltung und den Einsatz von Kohlendioxidlöschern in geschlossenen Räumen und fragen uns zunächst: Wo finden wir denn solche Geräte?
Kohlendioxidlöscher sind im Prinzip reine Sondergeräte und dienen, da sie rückstandsfrei löschen, vornehmlich dem Schutz empfindlicher, teurer und unentbehrlicher Technik. Ganz oben auf der Liste der Anwendungsbereiche stehen heutzutage Serverräume, Elektroverteilungen, Computeranlagen teure Maschinen, Labore und dergleichen. Kohlendioxidlöscher erzeugen eine Gaswolke, welche den Sauerstoff verdrängt und das Feuer erstickt. Dabei wird pro Kilogramm Kohlendioxid ein Volumen von 509 Litern Gas freigesetzt und genau das kann für den Löschenden gefährlich werden.
Früher war das völlig egal, da die Raumgröße wenn überhaupt nach Kubikmetern berechnet wurde - totaler Bockmist bei einem Gas wie Kohlendioxid, welches schwerer ist als Luft und den Raum von unten füllt. Was spielt es da für eine Rolle, wie hoch der Raum ist? Naja, das hat die DGUV vor nunmehr gut drei Jahren auch so festgestellt und kurzerhand die Vorschriften zum Schutz des Anwenders geändert. Ob da in den letzen Jahren schon öfter mal einer umgekippt ist beim Löschen oder ob einfach nur mal die alten Vorschriften auf den Prüfstand gestellt worden sind, kann ich nicht sagen. Ich habe zumindest noch nicht gehört, dass jemand bei der Benutzung eines Kohlendioxidlöschers erstickt ist, doch passieren kann das in zu kleinen Räumen tatsächlich.
Ab einer Konzentration von 8 % Vol. in der Atemluft wirkt Kohlendioxid tödlich und diese sind in kleinen Räumen insbesondere beim Löscheinsatz mit einem KS 5 schnell erreicht. Zur Erinnerung: ein solcher setzt 2.545 Liter Kohlendioxidgas frei und das reicht, um einen kleineren Raum zu fluten. Blöd, wenn man da selbst noch mit drin steht... Um eine Gefährdung des Benutzers auszuschließen, muss seit Anfang 2017 pro freigesetztem kg Kohlendioxid eine freie Grundfläche abzüglich Schränken und sonstigen Einbauten von mindestens 5,5 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass ein 2 kg-Kohlendioxidlöscher nur in Räumen von mindestens 11 Quadratmetern freier Grundfläche vorgehalten werden darf und ein 5 kg-Kohlendioxidlöscher nur in solchen mit einer freien Fläche von 27,5 Quadratmetern.
Sind die Räume kleiner, muss der Feuerlöscher vor dem Raum hängen und ein Löschangriff darf nur von außen durch den Türspalt erfolgen.

Quelle: DGUV

©. Menzel 2020

Samstag, 29. Februar 2020

Feuerschutz bei Ölheizungen: Schaum oder Pulver?

Ölheizungen gehören zwar definitiv zu den Auslaufmodellen, doch sind sie auch heute noch in Bestandsbauten der 1950er, 1960er und 1970er Jahre sehr häufig anzutreffen.
Früher waren je nach Größe des Heizöltanks Feuerlöscher mit 6 oder 12 kg ABC-Pulver vorgeschrieben, doch das änderte sich im Jahre 2003 mit Inkrafttreten der Betriebssicherheitsverordnung. Seitdem ist ein Feuerlöscher nicht mehr zwingend erforderlich, aber im Hinblick auf die nach wie vor bestehende Gefahr einer Leckage mit anschließendem Brand halten Betreiber von Ölheizungen weiter einen Feuerlöscher vor.
Die Frage, welcher Feuerlöscher am besten geeignet sei, stellte sich früher nicht. Die Feuerungsverordnung schrieb ganz klar Pulver vor und Feierabend; zudem gab es auch lange keine Alternative.
Heute wird dagegen gern darüber gestritten, ob Pulver oder Schaum für diesen besonderen Zweck besser geeignet ist. Es gibt sogenannte A3F-Schäume wie z.B. das Glorilight+ oder das früher verwendete LW100, welche speziell für Flüssigkeitsbrände entwickelt worden sind und nicht nur in Handfeuerlöschern, sondern auch im Bereich von Flughäfen, Raffinerien und Betrieben der chemischen Industrie in großen Mengen vorgehalten werden.

Aber wie sieht denn eine Ölheizung aus? Richtig - das ist ein orangener oder blauer Kasten und fertig. Wenn da drinnen irgendwo aus einer undichten Leitung Heizöl auf den heißen Brenner tropft und Feuer fängt, hat man mit einem Schaumlöscher kaum eine Chance, den Brandherd zu erreichen, da ein solcher zielgerichtet und punktuell löscht.
Bei einem Pulverlöscher kann man sich hingegen den sonst eher unerwünschten "Schrotflinteneffekt" zunutze machen. Wenn es aus irgendeiner Öffnung der Heizung qualmt: Schlauch rein, abdrücken und fertig. Auch wenn man nicht genau zielen kann: die Pulverwolke durchströmt das ganze Gerät und findet auch schwer zugängliche Brandherde.
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Es geht also mehr um die Wirkungsweise, als um das Löschmittel selbst. Mit A3F-Schaum lässt sich ein Flüssigkeitsbrand natürlich wesentlich komfortabler und auch nachhaltiger löschen, aber durch die verschachtelte Bauweise einer Ölheizung kann die hervorragende Löschwirkung womöglich nicht oder nicht vollständig zur Geltung kommen, da der Brandherd unter Umständen nicht direkt erreicht werden kann.
Deshalb empfehle ich nach wie vor einen ABC-Pulverlöscher zum Schutz einer Ölheizung. Klar - die Steuerung sowie andere elektronische Bauteile sind danach wahrscheinlich im Arsch, aber wer weiß, welch größerer Schaden mit diesem Opfer verhindert werden kann. Um Kollateralschäden an anderen Geräten wie Waschmaschine, Trockner und Co. zu vermeiden, sollten solche Geräte nicht im Heizraum stehen. Ist normalerweise auch nicht üblich, hab ich aber schon mehrfach gesehen.
Hinweis: Im Brand- oder Leckagefall unbedingt den Heizungs-Notschalter betätigen.

©. Menzel 2020

Donnerstag, 13. Februar 2020

Patina - Der ehrwürdige Zahn der Zeit

Heute geht es um Patina und der ein oder andere hat diesen Begriff sicherlich schonmal gehört und sich dabei gefragt: Was ist denn das eigentlich? Wenn wir das jetzt mal ganz genau nehmen, bezeichnet der Begriff "Patina" in erster Linie eine durch umweltbedingte Einflüsse entstandene Verwitterungsschicht auf Oberflächen und als das wohl typischste Beispiel kann man wohl ein grünes Kirchendach anführen. Kennt Ihr, oder? Tja - ob Ihr´s glaubt oder nicht: Das Dach ist tatsächlich nicht von vorn herein grün, sondern wird es erst im Laufe der Zeit! Die Kupferplatten, mit denen Kirchendächer oft eingedeckt sind, bilden binnen weniger Jahre unter Einwirkung von Regenwasser, diverser Schadstoffe, Luftsauerstoff und anderen Faktoren diese grünliche Kupfer-Hydroxid-Schicht. Eine gewisse Form der Patina gibt es natürlich nicht nur bei Kirchendächern sondern bei jedem älteren Objekt. Je nach Material und Umwelteinflüssen kann diese jedoch sehr unterschiedlich ausfallen.  
Patina zeigt, dass der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen hat und sie ist es vielfach auch, welche einem alten Stück die nötige Authentizität und nicht zuletzt auch die entsprechende Würde verleiht. Somit ist Patina nicht grundsätzlich als negativ zu bewerten, doch es stellt sich natürlich schon die Frage: Wo liegt die Grenze zum Schrott?

Patina bei einem Feuerlöscher
Bei Feuerlöschern muss man mit steigendem Alter schonmal beide Augen zudrücken, denn sie genießen in der Regel leider nicht den Status eines Kunstobjektes und sie werden nicht gehegt und gepflegt wie Porzellan aus den Häusern Meißen und KPM, Silberwaren von Bruckner & Söhne, kostbare Uhren von Jaeger-LeCoultre oder alte Schinken von großen Malern. Bei ihnen ist auch nicht von einem alltäglichen Gebrauchsgegenstand wie etwa einem Schreibtisch oder einem Auto zu sprechen. Wollte man Feuerlöscher mit etwas aus der Kategorie "Antiquitäten und Kunst" vergleichen, dann wäre tatsächlich der Vergleich mit einem Bild oder auch einer Vase am passendsten. Bilder hängen an der Wand, Vasen stehen rum und werden nicht weiter benutzt.
Echte Kunstwerke und Liebhaberstücke werden natürlich vor schädlichen Einflüssen wie schwankenden Temperaturen, zu hoher und oder zu niedriger Luftfeuchtigkeit, Sonnenlicht, UV-Strahlung sowie auch Schmutzpartikel und Staub aus der Umgebungsluft geschützt. Durch diese Faktoren dunkeln die Farben nach oder bleichen aus, es bilden sich feine Risse auf der Oberfläche und allsonstiges. Die Abbildung links zeigt einen GLORIA KFZ.-SONDERLÖSCHER vom Typ P 6 SG aus dem Jahre 1957 - ein absolut rares Sammlerstück, welcher seit 1957 in einer Garage im Lippstädter Norden hing. Dort habe ich ihn im Oktober 2018 abgeholt.
Der mehrfarbige Aufdruck ist in den 61 Jahren durch Temperaturschwankungen und die Luftfeuchtigkeit teilweise großflächig abgeblättert. Nichts desto trotz: Das ist eine typische Patina für ein Gerät mit dieser Historie und da alle relevanten Details, die diesen Löscher als etwas Besonders kennzeichnen, erhalten sind, ist er auch in diesem Zustand ein begehrtes Sammlerobjekt.

Der Feuerlöscher hier links im Bild ist ein GLORIA Typ KS 1,5 D Bj. 1960 und hing über 50 Jahre in einer Autowerkstatt. Dort war er ähnlichen, jedoch wesentlich stärkeren Einflüssen ausgesetzt. In so eine Werkstatt werden mal nasse Autos reingefahren, da ist es mal richtig kalt und richtig heiß, dazu Bremsstaub, Abgase, Öl- und Lösemitteldämpfe... das setzt natürlich zu. Am deutlichsten zeigt sich das auch hier am stark beanspruchten Aufdruck, welcher damals noch aus Papier war und im Nassklebeverfahren angebracht wurde. Die zerbröseln unter solchen Bedingungen gerne. Auch der dunkle Behälter zeugt davon, welchen Bedingungen er Jahrzehnte lang ausgesetzt war. Aber das ist bei einem Feuerlöscher aus einer Autowerkstatt als Patina zu bewerten, wenngleich in starker Ausprägung. Dieser sehr frühe Typ KS 1,5 D ist allerdings heute so selten, dass er auch in diesem Erhaltungszustand sammelwürdig ist. Schaut Euch allein mal den Handgriff an... der Wahnsinn!

Gebrauchsspuren bei einem Feuerlöscher
Neben der eigentlichen Patina, die ich an diesen zwei Beispielen deutlich gemacht habe, gibt es auch noch das breite Feld der Gebrauchsspuren. Während man einen Rembrandt vorm Streichen vermutlich abnehmen würde, streicht man um einen Feuerlöscher gern mal drum rum und genau DAS sind dann die "Gebrauchsspuren", die ich meine. Gebrauchsspuren resultieren bei Feuerlöschern im Normalfall demnach nicht aus irgend einer Art von Benutzung, sondern sind vielmehr auf Vernachlässigung sowie mangelnde Sorgfalt und Pflege zurückzuführen. Die Palette reicht von versaut und vollgekleckert über verschrammt und verbeult bis hin zu verrostet und fehlenden Teilen. Auch solche Dinge lassen sich bis zu einem gewissen Grad auch als Patina einstufen, wie bei dem links gezeigten GLORIA Typ KS 6 Bj. 1966. Beim Streichen hat er einige Farbkleckse abbekommen und auf die Nuss hat´s auch mal einen gegeben - das Handrad steht leicht schräg. Alles in allem ist das aber nicht schlimm - das sind ganz typische Gebrauchsspuren, welche sich sogar wieder instandsetzen ließen. Doch wo bekommt man so ein Handrad her? Ihr könnt ja mal raten, wer sowas auf Lager hat. Ich habe es aber so gelassen, da es wirklich marginal ist. Und alte Farbkleckse... die muss man dran lassen, sonst versaut man es nur. Der KS 6 ist ein heute selten gewordenes Modell, welches auch mit diesen kleinen Makeln natürlich gern genommen wird - das sind wirklich übliche Gebrauchsspuren, über die man einfach hinwegsehen muss.


Es gibt auch Fälle, wo ein drüber Wegsehen einfach nicht klappt... so wie bei dem links gezeigten GLORIA Typ 806 L von 1958 mit Leichtbauflasche. Der Löscher ist wirklich abgeranzt, man kann es nicht beschönigen und das ist auch nicht mehr wirklich Patina. Rost, tiefe Macken und ein stark ramponierter Aufdruck prägen das Gesamtbild, aber dafür habe ich tatsächlich noch Geld bezahlt, um ihn bei mir aufzunehmen. Allgemeinzustand schlecht, aber alles ist original, sogar das originale Schneerohr ist dran. So ein 806 L ist derartig selten, dass er selbst in diesem Zustand sammelwürdig ist; ob Ihr es glaubt oder nicht.



Ihr seht - da gibt es einen ganzen Riemen, den es zu berücksichtigen gilt. Was ist Patina - was ist zu tolerieren - was ist grenzwertig - was ist Schrott? Eine schwierige Frage, welche in jedem einzelnen Fall erneut abzuwägen und zu prüfen ist. Das kann man aber bis ins letzte Detail nur, wenn man über die nötigen Kenntnisse verfügt. Man muss wissen, was wie alt ist, wie häufig es den entsprechenden Typen gab, was original oder nachgerüstet ist und so weiter und so weiter.
Das sind so Sachen, mit denen sich bestimmt jeder Sammler älterer Gegenstände auseinandersetzen muss, aber gerade in Bezug auf Feuerlöscher gilt uneingeschränkt: Je älter das Gerät ist, desto größer muss die Toleranz sein. Zudem besteht ein Feuerlöscher ja aus verschiedenen Werkstoffen, die alle unterschiedlich altern und im Laufe der Dekaden bis zur Aussonderungsfrist 2004 mit neueren Teilen nachgerüstet wurden. Neue Schläuche, neue Armaturen - da gibt es viele Möglichkeiten. Außerdem kommt es natürlich auch vor, dass mal was im Ar... Eimer ist. Bestimmte Teile kann man austauschen, aber beschädigte Behälter und Aufdrucke lassen sich in der Regel nicht restaurieren. Da muss man dann wieder unter Zugrundelegung von Alter und Typ abwägen: Ist das Patina oder Schrott?

©. Menzel 2020

Freitag, 31. Januar 2020

Report aus dem Museum: Der GLORIA KS 2 SG - ein Feuerlöscher nur für Gasbrände

Kohlendioxidlöscher werden heutzutage überwiegend zum Schutz elektrischer Anlagen eingesetzt und wir finden sie daher in Serverräumen, Elektroverteilungen, Schalträumen, Telefonzentralen und allsonstigem. Auch in sterilen Räumen wie Laboren und im direkten Umfeld empfindlicher Maschinen treffen wir solche Geräte an. Man könnte Brände in oben genannten Bereichen auch mit Schaum-, Pulver- oder größtenteils sogar mit Wasserlöschern sicher bekämpfen, doch man greift zum Kohlendioxid, da es vollkommen rückstandsfrei löscht und keine Löschmittelschäden hinterlässt. Bei diesen "herkömmlichen" Kohlendioxidlöschern, wie wir hier links einen GLORIA Typ KS 2 SB aus dem Jahre 1982 sehen, wird das im Behälter befindliche Kohlendioxid über ein Steigrohr aus der Flüssigphase entnommen und in die Schneebrause (schwarz) geleitet. Hier entspannt sich das Kohlendioxid und tritt als großflächige Nebelwolke aus, welche sich sanft und weich wie eine Decke über das Brandobjekt legt und das Feuer sowie alles andere im Wirkungsbereich erstickt.

Bis vor knapp 30 Jahren hat es allerdings auch Geräte gegeben, welche explizit zum Löschen von Gasbränden der Brandklasse C zugelassen waren und im Folgenden möchte ich Euch mit dem links abgebildeten GLORIA Typ KS 2 SG einen dieser seltenen Spezial-Feuerlöscher vorstellen.
Zur Geschichte: Die Ursprünge dieser Geräte reichen bei GLORIA bis in die Mitte der 1960er Jahre zurück, denn 1964 wurden erstmals ein 6 kg und ein 1,5 kg Kohlensäure-Gaslöscher auf den Markt gebracht. Dass es solche Geräte von GLORIA vor 1964 gab, ist mir nicht bekannt.
Die Zulassung der 6 kg-Geräte wurde bereits 1978 zurückgezogen und die kleinen, ab 1978 nicht mehr 1,5 kg sondern 2 kg fassenden Geräte, verschwanden spätestens 1992 mit Inkrafttreten der EN 3 von der Bildfläche.



Wie wir auf dem Bild links sehen, besitzt der Kohlendioxid-Gaslöscher anstatt der Schneebrause eine Hochdruckgasdüse, welche keine sanfte Nebeldecke erzeugt sondern einen brachialen, punktuell wirksamen Kohlendioxidstrahl freisetzt. Die Löschwirkung beruht hauptsächlich darin, dass das Kohlendioxid ungebremst mit vollem Flaschendruck in den Gasbrand injiziert wird und diesen förmlich zerreißt. Die Entnahme aus dem Behälter erfolgt hierbei nicht flüssig, sondern gasförmig und der Grund hierfür wird sehr wahrscheinlich darin liegen, dass sich flüssiges, über ein Steigrohr entnommenes Kohlendioxid beim Übergang in die Gasphase entspannt und dadurch elektrostatisch auflädt. Ich habe schon unzählige Kohlendioxidlöscher abgeblasen und dabei teilweise richtig einen durch die Socken gebraten gekriegt; Die Funken, die bei diesen Entladungen entstehen, könnten ein bereits abgelöschtes Gas-Luftgemisch im richtigen Mischungsverhältnis sicher erneut zünden. 
Sehr zum Nachteil bei der Entnahme aus der Gasphase ist allerdings, dass das Kohlendioxid im Behälter erst in ausreichender Menge verdampfen muss, um die gewünschte Wirkung des Löschers zu erzielen. Am Anfang haut der Kohlendioxid-Gaslöscher richtig rein, aber nach recht kurzer Zeit lässt die Kraft erheblich nach. Das Kohlendioxid verdampft mit zunehmender Nutzungsdauer des Löschers durch den sich stark abkühlenden und allmählich einfrierenden Behälter zu langsam, um einen kräftigen Gasstrom zu entfalten. Irgendwann zischt es dann nur noch, obwohl der Feuerlöscher noch nicht gänzlich leer ist.
Dem Benutzer blieb also nicht nur eine recht kurze Zeitspanne, um wirksam zu löschen, sondern er konnte das volle Potential des Löschers in der Regel auch nicht voll ausschöpfen.
Zudem war die Chance, den Löschversuch zu vergeigen denkbar hoch, denn Ihr müsst wissen, dass der Kohlendioxid-Gaslöscher kein herkömmlicher Feuerlöscher war, mit welchem jeder einfach umgehen konnte.
Er war vielmehr als Waffe zu betrachten, welche sich beim Betätigen des Abzugbügels auch genauso verhielt. Der Rückstoß war erheblich und wer nicht wusste, was da auf einen zukommt, erschrak sich furchtbar, verriss die Düse und der erste, kräftigste Schuß ging schonmal in die Buxe. Nach diesem ersten Schreck schmiss der Benutzer den Löscher dann wahrscheinlich weg und fasste fortan nie wieder einen Feuerlöscher an.
Zudem musste man auch erstmal die Traute haben, sich so einem Gasbrand zu nähern - das kommt ja noch hinzu! Man musste mit einem solchen Feuerlöscher wirklich so nah wie es ging an die Stichflamme und das war bestimmt nicht Jedermanns Sache.


Alles in allem lässt sich sagen, dass die Kohlendioxid-Gaslöscher allein durch ihre mechanische Kraft dazu in der Lage waren, einem Gasbrand Herr zu werden, aber genau diese Kraft war es auch, welche die Anwendung solcher Geräte für unerfahrene Benutzer gefährlich machte. Je nach Umgebungstemperatur waren zwischen 60 und 240 bar auf dem Kessel - je wärmer der Löscher, desto wuchtiger war der austretende Kohlendioxid-Strahl. Aufgrund diverser Erfahrungen, die ich mit solchen Kohlendioxid-Gaslöschern schon gemacht habe, bin ich mir sicher, dass so ein Gerät bei Umgebungstemperaturen jenseits der 35 °C nur noch schwer unter Kontrolle zu halten war.
Die Kohlendioxid-Gaslöscher waren ausgesprochen selten und es hatten in der Regel auch nur eine Handvoll Personen Zugriff auf solche Geräte. Ob diese jedoch auch mal eine praktische Einweisung erhalten haben... ich wage das mal zu bezweifeln. Es wird mit Sicherheit auch den einen oder anderen Unfall gegeben haben, denn die Vorgängermodelle waren bis 1977 auch für die Flüssigkeitsbrände der Brandklasse B zugelassen. Was passiert, wenn man mit solch einem Löscher in eine brennende Flüssigkeit hält, brauch ich ja wohl nicht extra erklären.
Der KS 2 SG ist der letzte Kohlendioxid-Gaslöscher, den es bei GLORIA gegeben hat und das hier gezeigte Modell aus dem Jahre 1979 gehört zur ersten Generation der Modellreihe.
Ich bin stolz, Euch dieses außergewöhnliche Modell präsentieren zu können.

©. Menzel 2020