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Mittwoch, 17. Juni 2020

Löschmitteltausch bei Feuerlöschern

In diesem Artikel möchte ich einmal auf das Thema "Löschmitteltausch" zu sprechen kommen, da genau dieser Punkt draußen beim Kunden immer wieder für Ärger und Unverständnis sorgt. Da heißt es dann oft: "Ihr Brüder wollt doch nur verkaufen!" oder "Den hab ich doch gar nicht benutzt!" oder "Das ist doch gar nicht notwendig!" und so weiter und so fort. Dass ein Löschmitteltausch sehr wohl notwendig ist, darauf kommen noch zu sprechen, doch bevor wir das tun, schauen wir uns erst einmal an, welche Feuerlöscher denn überhaupt hiervon betroffen sind. Hier fangen die Gerüchte, Märchen und Ungereimtheiten nämlich schon an.
Heutzutage werden im vorbeugenden Brandschutz Schaum-, Fettbrand-, Wasser-, Pulver- und Kohlendioxid-Feuerlöscher eingesetzt und von einem turnusmäßigen Löschmitteltausch sind nur die Nasslöscher betroffen! In erster Linie sind das die Schaum- und Fettbrandlöscher sowie im entfernteren Sinne auch Wasserlöscher - vorrangig solche mit Frostschutzfüllung. Nicht betroffen sind Pulver- und Kohlendioxidlöscher, denn diese werden nur nach erfolgtem Einsatz neu gefüllt. Wer etwas anderes behauptet, erzählt Märchen!

Warum ist ein Löschmitteltausch erforderlich?
Ein Löschmitteltausch ist erforderlich, weil das Löschmittel sich über die Jahre ent
mischt, zersetzt und seine Löschwirksamkeit verliert. Es ist wirklich so. Vergleicht es mit einem Pils-Schuss, einem Krefelder oder wie auch immer man ein Bierchen mit Cola bei Euch nennt. Wenn Ihr das Ganze frisch zusammengekippt habt, sieht es wunderbar aus, doch lasst Ihr es eine halbe Stunde unberührt auf dem Tisch stehen, dann setzt sich unten im Glas so ein brauner Schmodder ab und die Bierplörre schwappt darüber. Genau so sieht es auch bei den Schaum- und Fettbrandlöschmitteln aus. Ein Fertigmix wird trübe, flockt aus und kristallisiert. Lässt man die Brühe weiter stehen, bildet sich am Boden dann aus den Ablagerungen so eine Art Zahnpasta - klebrig, weiß und nach Ammoniak stinkend, die das Sieb des Steigrohrs verstopfen kann. Hab ich alles schon gesehen. Überfällige Konzentrate sehen aus wie Bratensoße und sind teilweise auch ähnlich sämig. Riechen tun sie allerdings... Ihr könnt es Euch nicht vorstellen. 

Wie oft ist ein LMT fällig?
Wie oft das Löschmittel gewechselt werden muss, hängt maßgeblich davon ab, ob es sich um eine Premixlösung - also Fertigmische - oder ein Konzentrat handelt. In der Regel werden Premixlösungen herstellerübergreifend nach 6 Jahren getauscht und Konzentrate nach 8 bis 10 Jahren. Das kann natürlich hin und wieder von Hersteller zu Hersteller und von Löschmittel zu Löschmittel etwas variieren, aber grundsätzlich gilt die Regel:
Premix, Fettbrand und Frostschutz: 6 Jahre
Konzentrat 8-10 Jahre
Ein nach Herstellerangaben fälliger Löschmitteltausch kann allerdings im Ermessen des Sachkundigen auch noch eine Runde weiter nach hinten geschoben werden, wenn denn das Löschmittel noch die nächsten 2 Jahre uneingeschränkt das leistet, was von ihm erwartet wird.

Was kostet ein Löschmitteltausch?
Wenn man das jetzt alles so gelesen hat, stellt sich natürlich die spannende Frage: Was kostet der ganze Spaß?
Die Kosten hängen vom Löschmittel ab und im Folgenden gebe ich Euch mal ein paar Beispiele für Feuerlöscher mit 6 Ltr. Inhalt.
Die Füllungen von Fettbrand- und Hochleistungs-Schaummitteln sind die teuersten und schlagen in der Regel mit 70,00 - 100,00 € zu Buche, wohingegen herkömmliche Premixlösungen mit etwa 50,00 € knapp die Hälfte kosten. Konzentrat-Kartuschen mit 90 - 120 ml Inhalt bewegen sich um etwa 30,00 €. Das Wasser - sofern es nicht mit weiteren Schaumkomponenten verdetzt ist (gibt es auch... eine Katastrophe) - wird gechlort und nur bei Bedarf (Algenbildung etc.) gewechselt.
Reine Wasserlöscher mit Netzmittel werden heute so gut wie nicht mehr eingesetzt und ein Austausch des Löschmittels erfolgt praktisch nur dann, wenn das Wasser umgekippt ist. Passiert aber eher selten. Für Wasserlöscher mit Frostschutz gilt hingegen ebenfalls der Intervall von 6 Jahren. Der Inhalt eines frostsicheren 6 Ltr.-Wasserlöschers besteht aus 4 Ltr. Kühlsohle (Frostschutz) und 2 Ltr. Wasser... da ist also mehr Chemie als Wasser drin und deshalb muss das Ganze wie eine Schaumlösung betrachtet und dementsprechend gewechselt werden. Die kosten liegen etwa bei 35,00 für 4 Ltr. Kühlsohle. Das Wasser ist gratis.

Fazit:
Der vorgeschriebene Löschmitteltausch ist zwingend durchzuführen und am besten auch fristgerecht. Abweichungen können möglich sein, aber besser ist immer, den Vorgaben des Herstellers zu folgen. Lasst Ihr den Löschmitteltausch nicht durchführen, gibts bei den den seriösen Kundendiensten auch keine Plakette - und das aus gutem Grund! Bei überalterten Füllungen besteht die Gefahr, dass der Löscher im Ernstfall aufgrund eines verstopften Siebes kein Löschmittel ausstößt oder, dass die Plörre, die da rauskommt, den Brand nicht richtig löschen kann. Gerade bei Bränden von Fetten und Stoffen der Brandklasse B - im normalen Alltag hauptsächlich Kunststoffe - kann das dann sehr gefährlich und zu einem ernsten Problem werden.

©. Menzel 2020

Sonntag, 10. September 2017

GLORIA Typ Si 10 LW Bj. 1991

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN FEUERLÖSCHER
Typ: Si 10 LW
Baujahr: 1991
Bauart: S 10 H-0 - Aufladelöscher mit innenliegender Treibgaspatrone, nicht frostsicher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 14/83
Inhalt: 10 l Schaum (9,3 l Wasser + 0,7 l LW-100)
Treibmittel: 75 g Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 8 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 16,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1983-1992

Geschichte:
In den 30 Jahren, die ich mich nun schon mit den GLORIA-Feuerlöschern beschäftige, habe ich wohl mal gehört, dass es einen Typ Si 10 LW gegeben haben soll, doch gesehen hatte ich bis dato noch nie einen. Hier ist er nun; in echt, live und in Farbe: Ein später Si 10 LW aus dem Jahre 1991. Sensationell!
Nachdem Schaumlöscher in den 1960er Jahren bei GLORIA und auch anderswo gänzlich vom Markt verschwanden, wurde 1973 ein neuartiger Schaumlöscher vom Typ Wi 10 LW vorgestellt. Neu war vor allem der als "Light Water" bezeichnete Schaumbildner, welcher damals als völlig unbedenklich galt, heute aber als schädlich eingestuft wird (PFOS). Der Typ Wi 10 LW ist auch so eine Legende, welche ich immer noch fieberhaft suche; vor allem die frühe Version mit Edelstahlbehälter!
Naja, kommen wir mal zu unserem Si 10 LW zurück. Der Behälter ist zwar nicht aus Edelstahl, doch für damalige Verhältnisse mit einer sehr aufwändigen Innenbeschichtung versehen. Das Light Water war auch nicht billig und da dieser Löscher ganze 700 ml davon enthält (der EN3-Nachfolger SKK 9 LW kam mit weniger als einem Drittel aus), war er dementsprechend teuer... sogar sündhaft teuer! Zudem war das ABC-Pulver in den 1980er und auch den frühen 1990er Jahren immer noch die erste Wahl - von Schaumlöschern hielt man noch nicht so viel.

Sein hoher Preis und die Skepsis gegenüber dem Schaum machten ihn von Natur aus schon sehr selten - ich habe wie gesagt nie einen in freier Wildbahn erwischen können und auch Jahrzehnte später halten sich die wenigen erhalten gebliebenen Geräte im Verborgenen.
Sein Einsatzgebiet lässt sich aufgrund seiner Seltenheit nicht klar definieren, doch geeignet hätte er sich sowohl für Supermärkte, Schulen, Ämter, Büros sowie auch Industrie und Gewerbe. Besonders Flüssigkeitsbrände der Brandklasse B konnten mit dem filmbildenden LW-100-Gemisch hervorragend gelöscht werden und dieser Löscher machte Schaum, Unmengen an Schaum - Schaum ohne Ende! Seht Euch nur mal das Schaumrohr an - toll!

Da er von Hause aus schon sehr selten war und viele Geräte vom aggressiven LW-100-Mix durchgefressen worden und auf dem Schrott gelandet sind, ist der Si 10 LW gerade heute natürlich ganz besonders selten und ich bin sehr stolz, Euch dieses toll erhaltene Modell hier präsentieren zu können!

©. Menzel 2017 

Mittwoch, 23. April 2014

Schaumlöscher

Schaumlöscher sind - nachdem sie von etwa 1963 bis 1974 vollständig verschwunden und bis Mitte der 1990er nur äußerst selten vertreten waren - seit den letzten Jahren vor allem in Handel und Privathaushalten auf dem Vormarsch und haben die sonst in diesen Bereichen fast ausschließlich verwendeten Pulverlöscher größtenteils verdrängt. Moderne Schaumlöscher enthalten neben herkömmlichem Wasser ein synthetisches, wasserfilmbildendes Schaummittel (Light Water, AFFF bzw. A3F) auf Basis von perfluorierten Tensiden, welches im Gegenssatz zu älteren fluoriereten Schaummitteln kein Perfluoroctansulfonat (PFOS) mehr enthält, sodass sie in toxischer Hinsicht als unbedenklich gelten. Auch die Infektionsgefahr durch Eiweißverbindungen entfällt gänzlich. Dies dürfte neben den wesentlich geringeren Löschmittelschäden als bei Verwendung der Trockenlöschmittel ABC- und BC-Pulver mit der Hauptgrund für die heute nun massenhafte Verbreitung sein.
Neben diesen positiven Eigenschaften in Bezug auf die geringen Löschmittelschäden und die gesundheitliche Unbedenklichkeit bieten Schaumlöscher weiterhin den Vorteil, als dass sie vor allem für Laien im Löscheinsatz wesentlich einfacher zu handhaben sind als Pulverlöscher. Der Grund hierfür ist der deutlich geringere Betriebsdruck, welcher zum einen dafür sorgt, dass das Löschmittel gezielt und ganz ruhig auf den Brandherd aufgebracht werden kann und zum anderen die Funktionsdauer eines solchen Geräts auch wesentlich länger ist. Beim Auslösen eines Pulverlöschers zischt es hingegen kurz, alles und jeder verschwindet in einer dichten Pulverwolke und das Ding ist nach gut 10 - 15 Sekunden leer...
Schaumlöscher lassen sich - wie die altbekannten Pulverlöscher - ebenfalls in Auflade- und Dauerdruckgeräte unterteilen. Die Schaum-Dauerdrucklöscher bieten als einzigen Vorteil einen geringeren Anschaffungspreis, wogegen die Aufladegeräte gleich mit mehreren Vorteilen aufwarten können. Einerseits erzielen sie ein höheres Rating und sind somit ergiebiger und andererseits sind sie in der Wartung deutlich günstiger. Ein alle paar Jahre notwendiger Löschmittelwechsel ist vor allem bei den Schaumkolbenkartuschenlöschern bedeutend günstiger, da nur wenige 100 ml Schaumkonzetrat ausgewechselt werden müssen und nicht gleich 6 oder 9 l fertige Lösung. Zudem greifen Fertiglösungen über die Jahre die Dichtungen des Löschers an, sodass ein solcher bei vernachlässigter Wartung undicht werden und auslaufen kann.

© C. Müller

Sonntag, 19. August 2012

Der richtige Feuerlöscher für zu Hause


CO2- und Schaumlöscher
Jedes Jahr kommen bei Wohnungsbränden hunderte Menschen ums Leben, tausende werden verletzt und die Sachschäden gehen in den mehrstelligen Millionenbereich. Trotz dieser alarmierenden Zahlen sind Privatleute gesetzlich immer noch nicht dazu verpflichtet, einen Feuerlöscher vorzuhalten - es sei denn, sie betreiben eine Ölheizung. Wer mit Öl heizt und dieses in großen Tanks vorrätig hält, muss ab 1000 l einen geeigneten Feuerlöscher von mindestens 6 kg Inhalt installieren und betriebsbereit halten, ab 5000 l muss ein 12 kg-Löscher an die Wand. In der Regel werden bei Ölheizungen immer noch Pulverlöscher vorgehalten.
Doch bei den aktuellen Ölpreisen, welche voraussichtlich auf hohem Niveau bleiben und wegen den sonstigen, mit dem Öl verbundenen Unannehmlichkeiten sind Ölheizungen heutzutage größtenteils nur noch dort vorhanden, wo es keine andere Möglichkeit zum Heizen gibt - etwa deshalb, weil kein Gasanschluss gelegt werden kann. Die Zahlen der Privathaushalte, die gesetzlich dazu verpflichtet sind, einen Feuerlöscher vorzuhalten, sind also seit Jahren schon rückläufig. Zudem halten Besitzer von Ölheizungen zwar wie ihnen geheißen einen Feuerlöscher vor, lassen diesen jedoch nicht prüfen. Ich spreche aus Erfahrung, denn ich erhielt Anfang bis Mitte der 1990er Jahre viele Feuerlöscher für meine Sammlung, welche aus alten Heizungskellern stammten und bei der Umrüstung von Öl auf Gas "überflüssig" wurden. Diese Geräte sind beim Bau des Hauses bzw. bei der Installation der Heizungsanlage angebracht, aber schließlich sich selbst überlassen worden. So erhielt ich dann viele Feuerlöscher aus den 1960er und 1970er Jahren, welche dementsprechend 25 bis 35 Jahre nicht geprüft worden waren und im Ernstfall wegen Druckverlust, verklumpten Pulver oder Behälterschäden (Rost) mit ziemlicher Sicherheit versagt hätten.
Diese kurze Anekdote zeigt, dass auch wenn der Gesetzgeber die Vorhaltung eines Feuerlöschers in Privathaushalten fordert, dieser noch lange nicht funktionieren bzw. einsatzbereit sein muss. Vielmehr wird sich mit solch alten und unbrauchbaren Gurken in eine trügerische Sicherheit gewogen oder es herrscht die Vorstellung vor, dass im Falle eines entstehenden Brandes ein Eimer Wasser ausreiche. Dies ist jedoch eine gefährliche Fehleinschätzung von Verlauf und Ausbreitungsgeschwindigkeit eines Feuers. Ein Brand kann nur in seiner Entstehungsphase wirkungsvoll bekämpft werden und das am sichersten mit einem Feuerlöscher!
Wer nun überlegt, sich einen Feuerlöscher zu kaufen, der findet hier ein paar Tipps und Anregungen, die ihm die Wahl oder die Überlegung möglicherweise erleichtern.

Der Sinn eines Feuerlöschers
Für viele ist der Kauf eines Feuerlöschers ein unnötiger Posten auf der Ausgabenliste und das Thema "Brandschutz" wird generell gern belächelt - meistens mit einem Verweis auf den erwähnten Eimer Wasser oder die Feuerwehr. Dass ein Eimer Wasser in den meisten Fällen eben nicht ausreicht, wurde schon kurz angesprochen und begründet sich folgendermaßen: Wenn irgendwo im Wohnbereich ein Feuer ausbricht, muss besagter Eimer zunächst erst einmal gesucht und mit Wasser gefüllt werden. Nachdem viel Zeit, allzu viel Zeit vergangen ist, kann mit dem gefüllten Eimer zum Löschangriff vorgerückt werden - mit der erschreckenden Erkenntnis, dass sich das Feuer bereits erheblich vergrößert hat. Spätestens jetzt bei der Anwendung wird auch dem stärksten Verfechter der Wassereimer-Theorie klar, warum er kein geeignetes Mittel zu Feuerbekämpfung ist - doch diese Erkenntnis kommt zu spät! Zum erfolgreichen Ablöschen bleibt genau ein Versuch, da das Wasser zwar relativ zielgenau, jedoch keineswegs dosiert und effizient auf den Brandherd gebracht werden kann. Es gibt nur einen Versuch und der muss sitzen! Da das Feuer jedoch in der Zeit, in welcher der Eimer gesucht und befüllt wurde, genügend Zeit hatte, sich ungehindert auszubreiten, ist man hier von vornherein chancenlos. Nun bleibt letztlich doch nur noch der Griff zum Telefon, um die Feuerwehr zu rufen und bis diese eintrifft, vergehen weitere Minuten, in denen das Feuer unaufhaltsam und mit zerstörerischer Kraft alles von Menschenhand gemachte verschlingt.

Ein Feuerlöscher ist also in den meisten Fällen das einzige wirksame Mittel, um einem ausgebrochenen Feuer Herr zu werden, bevor es sein zerstörerisches Werk entfaltet. Wer nun behauptet, dass es bei ihm schon nicht brenne, der irrt auch gewaltig, denn ein Feuer ist schneller ausgebrochen als gedacht. Nicht auf die Zigarette geachtet, an der Kaffeetafel mit der Servierte in die Kerze gekommen, Kurzschluss - diese und viele hundert andere Möglichkeiten hält der Alltag bereit, um völlig unvorhergesehen einen Brand ausbrechen zu lassen. Besonders in der Weihnachtszeit herrscht wegen vieler Kerzen, elektrischer Installationen und trockenem Tannengrün eine besonders hohe Brandgefahr.
Feuerlöscher schützen Leben – das eigene, das der Familie, das anderer Hausbewohner und das der Nachbarn. Zudem kann ein Feuerlöscher auch Sachwerte schützen - in erster Linie solche, welche keine Versicherung ersetzen kann (z.B. Fotos)!

Feuerlöscherkauf
Heutzutage gibt es mehrere Möglichkeiten, einen Feuerlöscher zu erwerben. Eine Möglichkeit sind Baumärkte und seit einiger Zeit auch Discounter wie LIDL oder ALDI, welche hin und wieder solche Geräte im Sortiment haben. Hier werden Dauerdruck-Feuerlöscher namenhafter Hersteller wie z.B. GLORIA oder MINIMAX angeboten, welche als “low-budged”-Produktionslinien unter Bezeichnungen wie “PROTEX” (GLORIA) oder “MINIMAX for Home” in den Handel kommen. Diese Feuerlöscher sind günstig, qualitativ gut und längst nicht so schlecht wie der Ruf, der ihnen vorauseilt (billiger Baumarktschrott). Es gibt zwar besseres, aber so unbrauchbar, wie man es ihnen nachsagt, sind sie keinesfalls. Wer seinen Feuerlöscher im Baumarkt kauft kann zudem sicher sein, dass er ein neues, funktionsbereites und unbenutztes Gerät erwirbt, sofern es nicht als Restbestand oder Ausstellungsstück zum Sonderpreis angeboten wird - habe ich auch schon gesehen.

Eine weitere Möglichkeit bietet das Internet. Wer bei Versandhäusern (z.B. amazon) oder beim Fachhandel bestellt, kann wie beim Baumarkt sicher sein, dass er ein funktionstüchtiges Gerät erhält. Anders sieht es bei Auktionshäusern wie ebay aus. Hier werden massenhaft Feuerlöscher angeboten, doch ist hier eine gewisse Vorsicht geboten, vor allem bei privaten Anbietern. In der Artikelbeschreibung tauchen oft “unbenutzt” oder “wie neu” auf.
Um es ganz klar zu sagen: Unbenutzt bedeutet nicht, dass der Feuerlöscher auch funktioniert! So ein Feuerlöscher kann wie bereits in der Einleitung beschrieben 30 Jahre unbenutzt im Keller gehangen haben und so ein Feuerlöscher funktioniert ganz sicher nicht mehr! Das Problem ist in vielen Fällen, dass die meisten Leute keine Ahnung davon haben, wann ein Feuerlöscher noch brauchbar ist und wann nicht mehr. Alle Einzelheiten aufzuzählen, ist nahezu unmöglich und brächte auch nicht viel. Daher gebe ich an dieser Stelle den generellen Rat, dass der, der einen funktionstüchtigen Feuerlöscher sucht und sich nicht selbst ein wenig mit der Materie auskennt, besser nicht bei privaten ebay-Anbietern kaufen sollte. Tut er es doch, weil der Preis so verlockend günstig ist, sollte der Feuerlöscher umgehend von einem Fachmann überprüft werden. Dieser kann dann genau sagen, ob man nur Schrott oder doch etwas brauchbares gekauft hat. Wesentlich sicherer als Privatanbieter sind gewerbliche Anbieter bei ebay – aber nur solche, die beruflich mit Feuerlöschern zu tun haben, wie Prüf- und Fülldienste. Diese bieten Neu- und Gebrauchtgeräte an, welche frisch gewartet und einsatzfähig sind. Insolvenzverwalter sind dagegen weniger empfehlenswert. Diese bieten auch oft Feuerlöscher als "geprüft und gefüllt" aus Geschäftsauflösungen an, doch spielt es hier keine Rolle, dass so ein Prüfaufkleber mitunter auch schon 15 Jahre abgelaufen sein kann. Diese wissen meistens ebenso wenig wie viele Privatleute, wann eine Prüfung abgelaufen (nach 2 Jahren nämlich) oder ein Feuerlöscher aufgrund seines Alters nicht mehr brauchbar ist.
Zuletzt bleibt noch der Fachhandel, der im örtlichen Branchenverzeichnis und im Telefonbuch aufgeführt ist. Hier gibt es nagelneue Feuerlöscher und auf Wunsch auch die passende Beratung dazu.


Der richtige Feuerlöscher
Wenn die Entscheidung gefallen ist, sich einen Feuerlöscher zuzulegen, sieht sich der Käufer mit der Frage konfrontiert, was für einen Feuerlöscher er denn kaufen soll. Die Tatsache, dass es viele verschiedenen Hersteller, verschiedene Größen und auch unterschiedliche Löschmittel gibt, macht die Enscheidung nicht gerade einfacher.
Fangen wir mit den Herstellern an. In Deutschland gibt es eine ganze Fülle von Feuerlöscherproduzenten wie z.B.
  • GLORIA
  • MINIMAX
  • BAVARIA
  • TOTAL
  • DÖKA
  • WEBER
  • JOCKEL
  • WERNER
und noch viele weitere. Ich will jetzt hier keine Werbung für einen bestimmten Hersteller machen oder Empfehlungen abgeben, wer besser ist und wer nicht. Das ist auch Quatsch, denn alle Feuerlöscher, die in Deutschland angeboten werden, müssen bestimmte Vorgaben erfüllen. Daher ist es egal, für welchen Hersteller man sich letztendlich entscheidet. Ich würde Euch jedoch dringend empfehlen, einen deutschen Feuerlöscher zu kaufen. Ein solcher erfüllt in jedem Falle die Vorschriften und bereitet auch bei der Wartung keine Probleme.

Das Löschmittel
Das Löschmittel ist hingegen nicht so frei wählbar, wie der Hersteller, da nur ein auf das Brandgut abgestimmtes Löschmittel im Ernstfall auch etwas nützt.
An Löschmitteln stehen heutzutage
  • Wasser für die Brandklasse A
  • Schaum für die Brandklassen A und B
  • Kohlendioxid für die Brandklasse B und elektrische Anlagen (früher Brandklasse E)
  • ABC-Pulver für die Brandklassen A, B und C
  • Speziallöschmittel: Metallbrandpulver für die Brandklasse D und eine spezielle Lösung für die Brandklasse F
zur Verfügung. Der richtige Feuerlöscher sollte dazu in der Lage sein, haushaltsübliche Gegenstände abzulöschen. Hierzu zählt in erster Linie die Einrichtung, bestehend aus Möbeln, Teppichen, Vorhängen, Stoffen und Papier.
Alle diese aufgezählten Materialien sind feste Stoffe, deren Brände mit Flammen- und Glutbildung einhergehen und demnach der Brandklasse A zuzuordnen sind. Somit muss der Feuerlöscher für den Haushalt auf jeden Fall eine Eignung für die Brandklasse A besitzen.
Da im Haushalt jedoch auch brennbare Flüssigkeiten (Deo, Lacke, Reiniger) lagern und auch solche, die beim Verbrennen flüssig werden (Kunststoffe, Paraffine, Wachs) Anwendung finden, sollte der bereitstehende Feuerlöscher am besten auch eine Eignung für Brände von Stoffen der Brandklasse B aufweisen.
Für den Wohnbereich empfiehlt sich am besten ein Schaumlöscher, da dieser sowohl für Brände von Stoffen der Brandklasse A, als auch für solche der Brandklasse B geeignet ist. Zudem bleiben die Löschmittelschäden auf den eigentlichen Brandherd begrenzt.
Vorsicht! Obwohl sich ein Schaumlöscher auch für brennbare Flüssigkeiten eignet, taugt er nur bedingt für brennende Fette und Öle! Die Gefahr einer Fettexplosion ist bei einem solchen Gerät zwar minimiert, aber immer noch gegeben! Daher sollte als zweites Löschgerät neben dem Schaumlöscher noch ein Kohlendioxidlöscher beschafft werden, welcher brennendes Fett gefahrlos ablöscht.
Die richtige Größe
In Deutschland zugelassene Feuerlöscher gibt es in unterschiedlichen Größen und die Füllmenge reicht dabei von 1 kg bis 12 kg. Ich betone das extra deshalb, weil sich sogenannte Löschhilfen immer weiter durchsetzen und diese eben nicht als zugelassene Feuerlöscher gelten. Diese Dosen haben einen zu geringen Inhalt (oft nur 0,3 -0,5 l) und zu wenig Druck, um als vollwertiger Feuerlöscher zu gelten. Obendrein sind sie auch nicht überprüfbar. Das bedeutet: Nachdem das aufgedruckte MHD abgelaufen ist, müssen sie entsorgt werden. Kauft soetwas nicht, es ist nur teures Spielzeug!
Euer Schaumlöscher sollte einen Inhalt von 6 l haben, da mit dieser Menge ein Entstehungsbrand auch von einem Laien sicher bekämpft werden kann. Tipp: Kauft einen aufladbaren Kolbenkartuschenlöscher. Diese sind in der Anschaffung zwar teuer, aber in der Wartung bedeutend günstiger als ein Dauerdruckgerät mit bereits vorgemischter Schaumlösung.
Bei dem Kohlendioxidlöscher reicht die kleine Version mit 2 kg Inhalt.

Anzahl der Feuerlöscher
Die Anzahl der bereitzuhaltenden Feuerlöscher richtet sich immer nach der Größe des zu schützenden Objektes sowie der Menge und Beschaffenheit des in ihm befindlichen Brandgutes. Für herkömmliche Wohnungen mit den üblichen Einrichtungsgegenständen genügt in der Regel ein 6 l Schaumlöscher und ein 2 kg Kohlendioxidlöscher. Bei Häusern mit mehreren Etagen sollte für jede weitere Etage ein zusätzlicher 6 l Schaumlöscher installiert werden. Wird mit Öl geheizt, sollte im Keller zusätzlich ein ABC-Pulverlöscher angebracht werden. 
Der richtige Standort
Der Feuerlöscher sollte an einem jederzeit zugänglichen und zentralen Ort gut sichtbar aufgehängt werden. Aufhängen ist immer besser als hinstellen, denn die Halterung an der Wand, welche bei jedem neu gekauften Feuerlöscher im Lieferumfang enthalten ist, sichert ihn gegen umkippen und weist ihm einen festen Platz zu. Das verhindert, dass der Feuerlöscher z.B. beim Putzen mal hierhin und mal dorthin wandert, bis er schließlich verschwunden ist. Am besten ist der Flur geeignet, denn über den Flur sind in der Regel alle anderen Räume der Wohnung oder des Hauses erreichbar. Gut sichtbar heißt: Nicht in den Abstellraum hinter den Staubsauger und nicht hinter die Garderobe. Eine versteckte Unterbringung kostet im Ernstfall wertvolle Zeit. Der Feuerlöscher sollte nicht unter der Zimmerdecke, sondern etwa in einer Höhe von 80cm – 120cm aufgehängt werden. So kann man ihn schön “im vorbeigehen” von der Wand greifen. Den von mir empfohlenen zusätzlichen 2kg Kohlendioxidlöscher sollte man zweckmäßigerweise direkt dort vorhalten, wo er gebraucht werden könnte.
Natürlich sollten Eure Feuerlöscher alle zwei Jahre von einem zertifizierten Unternehmen geprüft werden.
Das Wichtigste nochmal zusammengefasst:
  • Kauft einen in Deutschland zugelassenen Feuerlöscher beim Fachhandel.
  • Wählt als normalen Schutz für Eure Wohnräume einen 6 l Schaumlöscher und einen 2 kg Kohlendioxidlöscher.
  • Stattet jede weitere Etage mit einem weiteren 6 l Schaumlöscher aus.


© Text: C. Müller