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Montag, 15. Dezember 2014

Erhöhte Brandgefahr in der Weihnachtszeit

Statistiken der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherer) zufolge steigt im Monat Dezember die Zahl an Wohnungsbränden im Vergleich zu den übrigen Monaten um satte 40 % an und der Großteil dieser Schadenfeuer geht auf Unachtsamkeit im Umgang mit offenem Licht, d.h. brennenden Kerzen zurück. Kerzen gehören zur Weihnachtsdekoration wie das Amen! in der Christmette an Heiligabend und ein ganz klassisches Beispiel ist natürlich der Adventskranz. Die Gefahren, welche von diesem schön anzuschauenden Gesteck ausgehen, werden von den meisten Leuten jedoch ganz klar unterschätzt. Solange man stets ein Auge auf den Kranz hat, nachdem die Kerzen entzündet worden sind, ist alles in Ordnung, doch gerade diese Pflicht wird nur allzu gern vernachlässigt. Das Telefon schellt, es klingelt an der Tür und so weiter und sofort und schon steht der Kranz alleine da! Es reichen wirklich schon ein paar Augenblicke der Unachtsamkeit, um eine Katastrophe heraufzubeschwören. Weihnachtsgestecke - insbesondere solche aus anfangs noch frischem Tannengrün - werden mit fortschreitender Adventszeit staubtrocken und die natürlichen Harze und Öle des Tannengrüns sind ein wahrer Brandbeschleuniger, welcher das Gesteck innerhalb von Sekunden in Flammen aufgehen lässt. Ganz extrem ist dieser Effekt natürlich bei einem Weihnachtsbaum! Dieser verpufft regelrecht und setzt innerhalb von 30 Sekunden die gesamte Zimmereinrichtung in Brand! Wer jetzt glaubt, so etwas passiert immer nur den anderen Leuten, der irrt gewaltig - und das bestätigen sogar Gerichte.
Zu dem Einwand eines Klägers, dass die Wahrscheinlichkeit eines Schadenfeuers gering sei, urteilten das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen (5K 101/85 v. 14.11.1985) sowie das Oberverwaltungsgericht Münster (10A 363/86 v. 11.12.1987): "Es entspricht der Lebenserfahrung, dass mit der Entstehung eines Brandes praktisch jederzeit gerechnet werden muss. Der Umstand, dass in vielen Gebäuden jahrzehntelang kein Brand ausbricht, beweist nicht, dass keine Gefahr besteht, sondern stellt für den Betroffenen einen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss."
Das Ende dieses Glücksfalls musste z.B. auch Graf Edzard zu Innhausen und Knyphausen am eigenen Leibe erleben, nämlich dann, als ihm am 26. Dezember 1893 sein schön geschmückter Weihnachtsbaum umkippte. Dieser setzte die Leinentapeten in Brand und so blieben am Ende des Weihnachtsfestes 1893 nur noch die rauchenden Grundmauern der Hauptburg von Schloss Lütetsburg (Ostfriesland) stehen. Jahrzehnte- oder gar Jahrhundertelang wurde ein festlich geschmückter, mit echten Kerzen bestückter Weihnachtsbaum aufgestellt und es ist nichts passiert. 1893 riss die Glückssträhne und die Sache ging in die Hose.

Damit Euch so etwas nicht passiert, mahne ich noch einmal eindringlich dazu:

Haltet brennende Kerzen stets im Auge und lasst sie niemals auch nur 1 Minute unbeaufsichtigt - schon gar nicht, wenn Kinder oder Haustiere im Haushalt leben!

Haltet Abstand zu brennbaren Gegenständen (Vorhänge, Möbel etc.) und tauscht weit niedergebrannte Kerzen rechtzeitig durch neue aus!


Befestigt die Kerzen in Euren Gestecken nur auf einer feuerfesten Unterlage!


Tauscht - nach Möglichkeit - das Tannengrün in Euren Gestecken nach ein bis zwei Wochen durch frisches aus (haben wir auch heute gemacht)!


Benutzt einen Weihnachtsbaumständer mit Wasserbehälter!


Verzichtet auf echte Kerzen im Weihnachtsbaum und greift am besten auf kabellose LED-Weihnachtsbaumkerzen zurück!


Haltet für den Fall der Fälle einen geeigneten Feuerlöscher (z.B. GLORIA SK 6 PRO) bereit!
Lest Euch alle Informationen noch einmal ausführlich in dem Artikel Brandschutz in der Weihnachtszeit durch!


Aber ich will hier nicht - wie üblich - wieder nur mit erhobenem Zeigefinger stehen sondern Euch bei dieser Gelegenheit auch eine schöne Adventszeit sowie ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise Eurer Lieben wünschen.

Also - Frohe Weihnachten und lasst nichts an- bzw. abbrennen!

Euer Chris

© PhoenixFeuerschutz 2014


Sonntag, 1. Dezember 2013

Advent, Advent ein Lichtlein brennt...

Advent, Advent ein Lichtlein brennt - erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier und wenn man nicht aufpasst, steht die Feuerwehr vor der Tür...
Der Reim ist etwas holprig, doch so passiert es leider alle Jahre wieder in tausenden Haushalten - meistens, weil jemand nicht aufgepasst hat.

Heute ist der 1. Advent und mit ihm beginnt auch die festliche Weihnachts- bzw. Vorweihnachtszeit. Damit Euer Weihnachtsfest nicht in einem Flammenmeer endet, lest Euch aufmerksam den folgenden Artikel auf dieser Seite durch:



Dort findet Ihr alles zu den Themen

  • Umgang mit Kerzen und offenem Licht
  • Installation von elektrischer Beleuchtung
  • Vorbeugender Brandschutz
Ich wünsche Euch eine schöne und besinnliche Adventszeit

Dienstag, 4. Dezember 2012

Räuchermännchen aus dem Erzgebirge

Traditioneller Räuchermann
Die kleinen aus Holz geschnitzten Räuchermännchen aus dem Erzgebirge sind eine beliebte Weihnachtsdekoration und gehören in vielen Haushalten zum alljährlichen Weihnachtsschmuck (ich habe auch 6 Stück). Im Gegensatz zu vielen anderen Dekorationen stehen diese kleinen Figürchen nicht einfach nur im Regal, sondern tun das, was Weihnachtsschmuck normalerweise besser nicht tun sollte - nämlich rauchen! Ihren großen, O-förmigen Mündern entströmt eine bläuliche Rauchfahne, welche den Raum nicht - wie von einigen Personen gern behauptet wird - mit Kirchenmief sondern dem Duft von Tannen, Weihrauch oder Sandelholz erfüllt.
Damit die Räuchermännchen so schön rauchen können, sind sie von innen hohl und bieten auf einer metallenen Ablagefläche Platz für eine Räucherkerze bzw. einen Räucherkegel.


Original Crottendorfer Räucherkerzen
Die Räucherkerzen bestehen aus dem Harz des Weihrauchbaums, Holzkohle, Kartoffelmehl, Sandelholz und Rotbuchenmehl. Diese Zutaten werden zu einem feuchten Brei vermahlen, in die typischen Kegelformen gepresst und getrocknet. In der Regel werden sie in zwei Größen angeboten: Die großen messen etwa 3 cm, und die kleinen sind rund 1,5 cm groß. Produziert werden sie fast ausschließlich in den drei sächsischen Standorten Neudorf (Huss-Original Neudorfer Räucherkerzen), Crottendorf (Original Crottendorfer Räucherkerzen) und Wildruff-Grund (KNOX). Der einzig nicht sächsische Betrieb, welcher ebenfalls Räucherkerzen und anderes Räucherwerk herstellt, ist die Carl Jäger Räuchermittelfabrik in Höchst im Odenwald (Original Jäger´s Duft-Räucherkerzen). Wenn Ihr also einen Räuchermann zu Hause habt und betreiben wollt, dann verwendet nur die dafür vorgesehenen und gerade genannten Räucherkerzen. Achtet dabei auf die richtige Größe. Die großen Räucherkegel sind für Räuchermänner von etwa 17 - 20 cm gedacht, die kleinen für welche mit einer Größe von ca. 12 cm.
Brandablagerungen im Innenraum
Von Zeit zu Zeit müssen der Innenraum sowie die Metallauflage für die Räucherkerze gereinigt werden. Durch das Abbrennen entstehen Harz- und Duftstoffablagerungen, welche beim Räuchern dem Ganzen einen unangenehmen Geruch verleihen oder im schlimmsten Falle sogar Feuer fangen. Zur Reinigung empfehlen sich warmes Wasser mit etwas Spülmittelzusatz (Prilwasser oder auch original erzgebirglerisch "Fitwasser" genannt) und eine Bürste. Der Rauchkanal, welcher durch den Mund austritt, ist am besten mit einem Pfeifenreiniger zu säubern. Räucherkerzen sowie das Räucherwerk an sich werden während der Benutzung heiß. Betreibt daher Euren Räuchermann stets unter aufsicht und stellt ihn auf eine feuerfeste Unterlage. Betreibt den Räuchermann nicht, wenn die Metallablage für die Räucherkerze fehlt oder durchgeglüht ist. Haltet genügend Abstand zu leicht entflammbaren Materialien und wählt den Standort so, dass der Räuchermann nicht von Kindern oder Haustieren im Spiel heruntergerissen werden kann.

Und nun viel Spaß beim Räuchern!

© C. Müller

Dienstag, 13. November 2012

Brandschutz in der Weihnachtszeit

Traditioneller Adventskranz
Weihnachten steht wieder vor der Tür und in die meisten Haushalte zieht spätestens pünktlich zum 1. Advent die ganz große Gemütlichkeit mit vielen Kerzen und üppiger Weihnachtsdekoration ins Haus. Das die Weihnachtszeit jedoch nicht nur die schönste, sondern mit Blick auf die Brandgefahr auch die gefährlichste Zeit des Jahres ist, vergessen viele. Jedes Jahr verwandeln sich Adventsgestecke, Weihnachtsbäume und schließlich ganze Häuser in ein flammendes Inferno und verursachen hohe Sachschäden oder fordern sogar Menschenleben. Werden die Menschen mit den Jahren klüger und lernen aus ihren eigenen Fehlern oder denen anderer? Nein, das tun sie leider nicht, denn die Ursache ist fast immer auf Unachtsamkeit, Fahrlässigkeit und schlichte Unwissenheit zurückzuführen.
Lest hier, wie Ihr zu Weihnachten sicher mit offenem Feuer umgeht und was es sonst noch zu beachten gibt, damit Eure Ideen zur Verschönerung des Heims nur im Kopf, und nicht in der Wohnung zünden.

Kerzen und offenes Feuer
Wenn es überhaupt eine typische Zeit gibt, in der massenweise Kerzen aufgestellt werden, dann ist es die Weihnachtszeit. Nicht nur der traditionelle Adventskranz ist mit Kerzen bestückt, sondern auch viele andere Gestecke und Dekorationen werden mit Paraffin und Streichholz illuminiert. Manchmal kommt sogar noch ein mit echten Kerzen ausgestatteter Weihnachtsbaum hinzu. Die wichtigste Regel beim Umgang mit offenem Feuer lautet stets und ständig:


Brennende Kerzen niemals unbeaufsichtigt lassen!

Manche Kerzen brennen doch schneller runter als man denkt oder ungünstige Zugluft verhilft der Flamme zu ungeahnter Reichweite. In solchen Fällen reichen oft schon ein paar Augenblicke, um eine Katastrophe heraufzubeschwören. Die Adventskränze und -gestecke sind oftmals furztrocken und stehen innerhalb weniger Sekunden in Vollbrand. Von daher ist auch darauf zu achten, dass die Kerzen sicher und auf einer feuerfesten Unterlage in dem Gesteck befestigt werden. Das Gesteck selbst sollte ebenfalls auf einer feuerfesten Unterlage stehen.
Auf echte Kerzen im Weihnachtsbaum solltet Ihr wenn möglich verzichten. Zwar ist es prinzipiell möglich, durch eine senkrechte Befestigung der Kerzen und genügend Abstand zu den oberen Zweigen den Baum nicht gleich abzufackeln, aber das Brandrisiko ist enorm. Viele Leute wissen gar nicht, wie extrem schnell ein Weihnachtsbaum abbrent.
Das in Tannenbäumen reichlich enthaltene Baumharz brennt hervorragend und lässt einen abgetrockneten Weihnachtsbaum regelrecht explodieren. In unter 10 Sekunden steht der ganze Baum in Vollbrand und die Flammen schlagen bis zur Zimmerdecke. Die Temperaturen im Brandraum steigen in weniger als 30 Sekunden auf über 600 °C - einer Marke bei der auch weiter entfernt stehende Gegenstände Feuer fangen.
Wenn Ihr nicht auf echte Kerzen verzichten wollt, dann zündet sie stets von oben nach unten an - beim Auslöschen verfahrt Ihr genau umgekehrt.
Neben der unbedingten Aufsichtspflicht ist noch darauf zu achten, dass sämtliche Kerzen, die Ihr aufstellt, einen ausreichenden Abstand zu leicht entflammbaren Gegenständen wie Gardinen, Möbelstücken, Zeitungen, Dekorationen und dergleichen aufweisen. Die Flamme einer Kerze erreicht im Kern Temperaturen von bis zu 750°C  und durch die entstehende Strahlungswärme von immer noch 300°C können Gegenstände in einigen Zentimetern Entfernung in Brand geraten.

Gestecke und Weihnachtsbäume
Viele Adventskränze, Gestecke und Weihnachtsbäume sind staubtrocken und bergen daher ein besonders hohes Brandrisiko. Das Austrocknen lässt sich vor allem gegen Ende der Adventszeit wohl auch kaum verhindern, aber um zumindest das anfängliche Brandrisiko zu senken wird empfohlen, nur frisch gebundene Kränze und Gestecke zu kaufen. Die Feuchtigkeit hält sich noch ein bis zwei Wochen in den Pflanzen und macht die Dekoration wesentlich schwerer entflammbar. Weihnachtsbäume sollten am besten auch nur frisch geschlagen gekauft und bis zum Weihnachtsfest im Freien gelagert werden. Die Aufstellung im Haus sollte in einem fest stehenden Weihnachtsbaumständer mit Wasserspeicher erfolgen. Das Wasser lässt den Baum nicht ganz so schnell austrocknen, was ihn, wie die Kränze und Gestecke, wesentlich unempfindlicher gegen Feuer macht. Außerdem liegen dann die Nadeln nicht überall rum und Ihr habt Heiligabend noch einen grünen Baum.

Kinder und Haustiere
Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass Kinder von einer flackernden Kerze magisch angezogen werden. Erst wird die Flamme bestaunt und wenn mal keiner so genau hinschaut, wird auch gerne mal der ein oder andere Gegenstand kurz in die Flamme gehalten und dann vergnügt dabei zugeschaut, wie er Farbe und Form ändert. Feuer ist kein Spielzeug und daher ist es besonders wichtig, Kinder über die Gefahren von Feuer aufzuklären sowie sie keine Sekunde aus den Augen zu lassen, wenn sich irgendwo in ihrer Nähe eine brennende Kerze befindet. Weiterhin sollten sämtliche Zünquellen wie Feuerzeuge und Streichhölzer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.
Haustiere wie Katzen und Hunde spielen zwar nicht mit Feuer und halten sich in der Regel davon fern, doch kann es vorkommen, dass beim Herumtollen eine Kerze vom Tisch gerissen wird oder umkippt. Deshalb solltet Ihr auch Eure tierischen Mitbewohner stets im Auge behalten, wenn eine Kerze im Raum brennt und diese möglichst nicht in der Spielbahn Eurer Vierbeiner platzieren.

Elektrische Beleuchtung
Lichterkette im Weihnachtsbaum
"Und kam die goldene Weihnachtszeit, und die Birnen leuchteten weit und breit…" So sagte schon Theodor Fontane in seinem Gedicht Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. Gut, es war jetzt nicht die Weihnachts- sondern eher die Herbsteszeit und der Ribbeck hatte auch keine Glühbirnen an seinem Baum, doch die Botschaft ist deutlich denke ich: Lichterketten finden sich in beinahe jedem Weihnachtsbaum und das ist so sicher wie das Amen! in der Christmette.
Beim Kauf neuer Lichterketten sollte immer auf das GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit), eine verständliche Packungsaufschrift und eine vollständige Herstellerangabe geachtet werden. Des Weiteren warnt der TÜV vor Lichterketten, welche einen Preis von fünf Euro unterschreiten, da es bei billigeren Produkten überproportional häufig zu Problemen kommt. Billigprodukte in diesem Segment bergen die Gefahr von Stromschlägen und Überhitzung. Normalerweise dürfen Lichterketten im Betrieb eine Temperatur von 90°C nicht überschreiten. Eine bundesweite TÜV-Untersuchung aus dem Jahre 2008 hat jedoch gezeigt, dass einige Lichterketten einen Spitzenwert von 359°C erreicht haben. Das ist heißer als ein Backofen und setzt jeden Baum in Brand. Also: Schaut auf die Packung und gebt lieber ein paar Euro mehr aus, zumal etwas teurere Lichterketten auch wesentlich langlebiger sind.

Meistens werden jedoch gar keine neuen Lichterketten gekauft sondern die vom Vorjahr wieder aus dem Keller gekramt. Dagegen ist nichts einzuwenden, doch sollte die Lichterkette nach rund 10-monatiger Lagerung auf Schäden geprüft werden, wie etwa Kabelbruch oder kaputte Birnchen. Bei einem beschädigten Kabel ist die Lichterkette direkt wegzuwerfen! Defekte Glühbirnchen sollten vor Inbetriebnahme ausgetauscht werden. Zwar funktioniert heutzutage die Lichterkette auch nach dem Ausfall einer oder mehrerer Birnen trotzdem, doch neigen diese dann zum Überhitzen. Die übrigen intakten Birnen bekommen mehr Energie als sie sollten und werden dann auch heißer als sie sollten. Um einer Überhitzung vorzubeugen, sollten daher die kaputten Birnen durch neue ersetzt werden, aber Achtung: Achtet darauf, dass die Birnen die richtige Wattzahl haben, diese ist nämlich je nach Länge der Kette unterschiedlich. Die Birnen einer 10er-Lichterkette haben z.B. eine andere Wattzahl als die einer 35er- oder 100er-Kette. Bei falscher Wattzahl kann die Kette auch überhitzen oder per Kurzschluss ganz durchknallen.
Es sollte natürlich auch darauf geachtet werden, dass nicht zu viele Lichterketten an eine Steckdose angeschlossen werden. Gegen einen Weihnachtsbaum, der im Glanze von 500.000 Glühbirnen erstrahlt, ist nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil, denn je mehr Lichter und Pomp, desto besser. Seht jedoch zu, dass ihr nicht alles an eine Steckdose packt – baut also keine endlosen Schlangen aus 3er-Steckdosen. Zudem sollten die Licherketten im Innenbereich nachts und zu den Zeiten, wo niemand zu Hause ist, vom Netz genommen werden. In Kinderzimmern bitte nur Lichterketten mit Trafo und LED-Lampen verwenden. Der Trafo regelt die Spannung auf 12 Volt herunter, was einem Stromschlag vorbeugt und die LED-Lämpchen werden nicht heiß.
Viele Leute schmücken auch Bäume, Büsche, Geländer und dergleichen im Außenbereich. Für solche Zwecke dürfen nur spritzwassergeschütze Lichterketten (IP 44) mit Transformator (12V) angebracht werden, welche für die Verwendung im Freien zugelassen sind. Lichterketten, die nur für den Innenbereich zugelassen sind, schließen bei einer Verwendung draußen kurz, was unter Umständen zu Stromschlägen oder Bränden führt.

Vorsorge treffen
Schaumlöscher SKK 6 LW
Sollte es trotz aller Vorsicht und Aufmerksamkeit doch mal heiß hergehen unterm Weihnachtsbaum, ist es von größter Wichtigkeit, die richtige Vorsorge getroffen zu haben. Im Falle eines brennenden Weihnachtsbaums hätte man weniger als eine halbe Minute Zeit, um wirkungsvoll gegen das Feuer vorzugehen! Dass man es in 30 Sekunden nicht schafft, den Putzeimer hervorzukramen, ihn mit Wasser zu füllen, ins Wohnzimmer zurückzurennen und dann damit den Baum zu löschen, leuchtet ja wohl jedem ein. Brand entdecken, zum Putzeimer laufen, ihn mit Wasser füllen: 2 Minuten – Game Over! Mit einem Eimer Wasser würde das sowieso nicht funktionieren, da man nur einen Versuch hat und das Wasser darüber hinaus alles andere als dosiert und effizient auf den Brandherd bringen kann.
Deshalb mahne ich an dieser Stelle nochmals eindringlich: Kauft Euch einen Feuerlöscher, wenn Ihr noch keinen besitzt! Gute und zuverlässige Geräte gibt es schon für 40-50 Euro. Lasst aber die Finger von diesen komischen Löschsprays, die neuerdings überall angepriesen werden. Diese Dinger sind bestenfalls eine Löschhilfe, aber kein Feuerlöscher. Damit kann man im besten Fall gerade einen brennenden Pott in der Küche löschen, aber niemals einen Weihnachtsbaum. Diese Dinger sind nicht mehr als ein überteuertes und obendrein fast wirkungsloses Spielzeug. Außerdem sind sie nicht prüfbar, haben zu wenig Druck und von der Bedienungsfreundlichkeit will ich gar nicht erst reden. Euer Feuerlöscher sollte schon ein unter der DIN EN3 als Feuerlöscher zugelassenes Gerät mit einem Inhalt von 6 kg bzw. 6 Litern sein, um im Ernstfall etwas damit bewirken zu können. Daher rate ich auch vom Kauf eines 1 kg- bzw. 2 kg-Autolöschers ab. Die sind zwar qualitativ hochwertig, aber für einen brennenden Weihnachtsbaum zu klein. Geeignete Löschmittel wären Wasser, ABC-Pulver und Schaum. Wenn Ihr einen Feuerlöscher habt, dann stellt ihn an einen gut erreichbaren Platz, sodass er sofort griffbereit ist. Außerdem sollten im Flur und vor allem in den Schlafräumen Rauchmelder angebracht sein.
Also Leute: sorgt vor und haltet vor allem in der Weihnachtszeit einen Feuerlöscher griffbereit, welcher sich, mal so ganz nebenbei bemerkt, durch seine schöne rote Farbe doch perfekt in die Weihnachtsdekoration integriert.

Doch Achtung! Wenn bereits der halbe Raum in Flammen steht, könnt Ihr auch mit einem Feuerlöscher nichts mehr ausrichten! In diesem Falle gibt es nur noch eines zu tun: Tür zm Brandraum schließen, die 112 rufen und das Gebäude verlassen!

Fassen wir die wichtigsten Regeln für eine brandfreie Weihnachtszeit nochmal kurz und prägnant zusammen:

1. Brennende Kerzen, Kinder und Haustiere nicht unbeaufsichtigt lassen!
2. Möglichst frische Gestecke und Weihnachtsbäume kaufen!
3. Kinder über die Gefahren von Feuer aufklären!
4. Nur GS-geprüfte und technisch einwandfreie Lichterketten verwenden!
5. Feuerlöscher und Rauchmelder bereithalten!

Alle Informationen könnt Ihr Euch hier in Kurzform - quasi auf die Hand - auch als PDF herunterladen.

So Ihr Lieben, dann wünsche ich Euch an dieser Stelle schon einmal eine besinnliche Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest im Kreise Eurer Familien und Freunde. Beachtet die Regeln und beherzigt die Vorschläge, damit auch nichts anbrennt!

Beachtet zum Jahreswechsel auch die Informationen zum Sicheren Umgang mit Feuerwerk. Diese stehen ab dem 27.12.2012 zur Verfügung.

© C. Müller