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Dienstag, 14. Oktober 2014

GLORIA Typ CO2-1,5 Bj. 1959 BUNDESWEHR

Hersteller: GLORIA-WERKE
KOHLENSÄURE-SCHNEE 1,5 BUNDESWEHR
Versorgungs-Nr.: 4210-12-120-1361
Typ: CO2 1,5
Baujahr: 1959
Bauart: K 1,5 - Gaslöscher
Inhalt: 1,5 kg Kohlendioxid
Gewicht des gefüllten Geräts: 4,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: ca. 1959 - 1964



Geschichte:
Was ich Euch hier präsentiere ist sowohl ein echter Exot, als auch eine wirkliche Rarität aus der GLORIA-Modellpalette - ein Kohlensäure-Schneelöscher in der Bundeswehrausführung von 1959! Das es sich um einen Feuerlöscher der Bundeswehr handelt, ist eindeutig an der 14-stelligen Versorgungsnummer zu erkennen. Der Aufdruck weicht sowohl von seiner Strukturierung, als auch von seiner Farbgebung vollkommen von dem der zivilen Geräte ab. Der Aufkleber ist in reinem gold gehalten und nicht in dem GLORIA-typischen gold-grün. Auf eine Bebilderung wurde vollkommen verzichtet und der Text der Bedienungsanleitung befindet sich mittig zentriert in einem weiß hervorgehobenem Feld. Immerhin: Der Text gleicht dem der zivilen Version. Ebenfalls sehr auffällig und abweichend ist die Typenbezeichnung "CO2-1,5", welche in der Zivilvariante "KS 1,5 SB" lauten würde. Dass er nicht rot ist, wird sicherlich auch jedem schon aufgefallen sein... sensationell!
Dass der große Schriftzug "GLORIA" im oberen Bereich des Aufdrucks fehlt, ist hingegen nichts Neues bei Feuerlöschern der Bundeswehr und als üblich anzusehen.
Dass GLORIA auch an die Bundeswehr geliefert hat, war mir - bis ich diesen schönen Löscher erhielt - gar nicht bewusst, denn eigentlich werden die Löscher für die Streitkräfte von MINIMAX, TOTAL und BAVARIA produziert. Die Bundeswehr hat sich damals auf jeden Fall nicht lumpen lassen, denn mit seinem Pistolengriff, dem Abzubügel und der kurzen, starren Schneebrause ist dieser Feuerlöscher auf eine komfortable Einhandbedienung ausgelegt und somit das modernste, was auf dem Markt erhältlich war. Wie auf dem Bild zu sehen ist, verfügt dieses Gerät noch über keine Sicherheitseinrichtung in Form einer Berstscheibe, welche im Falle eines Druckanstiegs den Inhalt gefahrlos abbläst. Wenn dieser Kamerad hier auf über 35 °C erwärmt wird, dann bekommt er dicke Backen und das ist lebensgefährlich. Wenn so eine Stahlflasche auseinanderfliegt, dann können da je nach Füllfaktor, Temperatur und einigen anderen Größen, welche es zu berücksichtigen gibt, bis zu 550 bar hinterstecken und damit könnte er jeder Handgranate durchaus Konkurrenz machen!
Eingesetzt wurde er dort, wo keine Schäden durch Löschmittel entstehen durften oder eine Brandgefahr von brennbaren Flüssigkeiten ausging. Typische Bereiche wären elektrische Betriebsräume, Garagen, Munitions- und Waffenkammern sowie Lager für brennbare Flüssigkeiten - vielleicht auch in einem Panzer, einem Kriegsschiff, einem U-Boot oder im Cockpit eines Flugzeugs.
Dieser Feuerlöscher ist wirklich etwas ganz besonderes und dürfte heute nicht mehr zu bekommen sein, da er aufgrund seines Alters und der geringen produzierten Stückzahl (Sondereinsatzgebiet) sehr, sehr selten ist. Deshalb bin ich ganz besonders stolz, euch dieses seltene und gut erhaltene Gerät hier präsentieren zu können und möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Johann bedanken, welcher mir das schöne Stück hat zukommen lassen. Vielen Dank!

© PhoenixFeuerschutz 2014

Freitag, 18. April 2014

Kohlendioxidlöscher

Kohlendioxidlöscher (CO2) enthalten teils gasförmiges und teils verflüssigtes Kohlendioxid als Löschmittel.
CO2 ist ein farb- und geruchloses Gas, welches mit einer Konzentration von 0,04% ein natürlicher Bestandteil der Luft ist. Die feuerlöschende Wirkung von Kohlendioxid war schon früh bekannt, doch stellte die Lagerung von verflüssigtem CO2 ein großes Problem dar – es ließ sich einfach kein Behälter finden, der dem enormen Druck standhalten konnte. 1882 wurde das Problem durch die Entwicklung geschmiedeter Stahlflaschen gelöst und bis heute hat sich das Aussehen von Kohlendioxidlöschern nur wenig geändert. Die Löschwirkung von CO2 wird durch die Verdrängung des Luftsauerstoffes erreicht – es erstickt das Feuer. Diese erstickende Wirkung macht Kohlendioxid besonders wirksam gegen Brände von Flüssigkeiten (Brandklasse B). Gegen Brände von Stoffen der Brandklassen A ist es völlig ungeeignet, da nur die Flammen an der Oberfläche bekämpft werden können, nicht aber die Glut. Gegen Brände von Stoffen der Brandklasse C (Brände von gasförmigen Stoffen) ist CO2 nur als spezieller Gaslöscher mit Hochdruckdüse einsetzbar. Bei brennenden Metallen (Brandklasse D) verstärkt es das Feuer sogar, indem es sich in der Brandhitze in Kohlenstoff und Sauerstoff zersetzt.
Da Kohlendioxid völlig rückstandsfrei löscht, eignet es sich hervorragend für Brände in elektrischen Anlagen.

Löschtaktik
Beim Löschen von brennenden Flüssigkeiten ist es wichtig, das Feuer von unten her anzugreifen. Man muss versuchen, den Löschmittelstrahl zwischen die brennende Oberfläche und die Flammen zu bekommen – nur so kann das Kohlendioxid den zur Verbrennung benötigten Luftsauerstoff verdrängen. Hält man das Schneerohr wahllos in die Flammen, wird das CO2 durch die Hitze des Feuers nach oben gerissen und verteilt sich wirkungslos im Raum. Kohlendioxid zeigt sich am wirkungsvollsten bei Bränden in geschlossenen Räumen, da beim Löschen von bränden im Freien die Löschwolke durch eventuellen Wind leicht davongetragen und wirkungslos werden kann. Beim Löschen muss jedoch bedacht werden, dass das Löschmittel auch für den Bedienenden gefährlich werden kann, da es den Sauerstoff verdrängt. Kohlendioxid führt ab einer Konzentration von 5% Vol. zu Schwindel und Müdigkeit und ist ab einer Konzetration von 8% Vol. tödlich. Deshalb steht auf jedem Kohlendioxidlöscher:

Vorsicht bei Verwendung in engen, schlecht belüfteten Räumen
(gesundheitsschädliche Gase).
Doch keine Angst, der Raum muss schon sehr klein sein, um sich mit einem Kohlendioxidlöscher in ernsthafte Lebensgefahr zu bringen.

Sicherer Umgang mit Kohlendioxidlöschern
Kohlendioxidlöscher sind nichts anderes als Hochdruck-Gasflaschen und deshalb mit Vorsicht zu behandeln. Sie stehen unter hohem Druck, welcher bei 20 °C in etwa 60 bar beträgt und sich mit steigender Temperatur erhöht. Der Prüfdruck der Flaschen beträgt heutzutage 250 bar. Wegen des hohen Drucks stehen die Behälter unter Spannung, sodass die bei Stürzen unter Umständen entstehenden Risse zum Versagen des Behälters führen. Der Zerknall eines solchen Feuerlöschers ist sehr gefährlich, da einen die Druckwelle förmlich in Stücke reißen kann. Bei einem Sturz kann auch das Ventil abbrechen und in so einem Falle würde der Behälter wie eine Rakete abzischen. Die Wucht reicht, dass er Wände, Decken und Dächer durchschlagen kann.
Daher sollten CO2 -Löscher stets gegen Umfallen gesichert werden und auch der Wandhalter ist auf festen Halt zu überprüfen! Auch sollten Kohlendioxidlöscher keinen Temperaturen von über +60 °C oder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden! Bei Löschern ab ca. 1965 ist dies zwar relativ ungefährlich, da sie über eine Berstscheibensicherung verfügen. Diese Sicherheitseinrichtung ist ein kleines, in die Auslöseeinrichtung integriertes Ventil (grüne oder gelbe Kappe) welches den Inhalt bei einem Druckanstieg gefahrlos abbläst. Allerdings kann diese Sicherheitseinrichtung in seltenen Fällen auch versagen, wie ein Ereignis aus gar nicht allzu ferner Vergangenheit zeigt. Hier war ein 5 kg Kohlendioxidlöscher in einer Tchibofiliale zerknallt und hat dabei das ganze Ladenlokal verwüstet. Eine Mitarbeiterin wurde dabei verletzt. Der Grund für dieses Unglück war ein Materialfehler, der den Behälter des in der Sonne hängenden Löschers vor Ansprechen der Berstscheibensicherung versagen ließ.
Das Löschgas tritt unter einem Druck von etwa 58 bar aus und hat dabei eine Temperatur von ca. -70 °C. Auch hier besteht die Gefahr mechanischer Verletzungen und Verbrennungen.

Technische Daten (GLORIA Kohlendioxidlöscher DIN EN 3, Produktkatalog 1996)
2kg: Gewicht: 5,4kg (Aluminium); Löschmittelmenge: 2kg; Wurfweite: 3m; Temperaturfunktionsbereich: -30°C bis + 60°C; Funkionsdauer: 8 sek. – 34B

5kg: Gewicht: 14,7kg (Aluminium); Löschmittelmenge: 5kg Wurfweite: 4-5m; Temperaturfunktionsbereich: -30°C bis + 60°C; Funkionsdauer: 13 sek. – 89B

© Menzel

Dienstag, 11. Juni 2013

Kohlendioxidlöscher vor Erwärmung schützen!

GLORIA KS 2 SBS Bj. 1990
Das Löschmittel Kohlendioxid löscht völlig rückstandsfrei und wird deshalb bevorzugt in EDV-Anlagen, elektrischen Betriebszentralen und seiner Eignung entsprechend auch überall dort eingesetzt, wo keine Löschmittelschäden entstehen sollen oder dürfen. Vielfach wird sich über den richtigen Aufstellungsort jedoch keine Gedanken gemacht und der Feuerlöscher wird an seinem Bestimmungsort einfach irgendwo hingestellt oder aufgehängt. Dass eine solch "gedankenlose" Aufstellung gerade bei Kohlendioxidlöschern auch eine erhebliche Gefahr bergen kann, wissen nur die wenigsten.
Ein Kohlendioxidlöscher ist im Prinzip nichts anderes als eine Gasflasche, in welcher das Gas teils flüssig und teils gasförmig vorliegt. Der Dampfdruck beträgt bei 20 °C etwa 57 bar. Das ist soweit auch alles kein Problem, denn die Behälter sind aus massivem Stahl oder hochdruckfestem Aluminium gefertigt (Wandstärken 0,5 - 1,0 cm) und halten hohen Drücken von 250 - 300 bar statt.

Vorsicht im Sommer
Wird so ein Feuerlöscher nun erwärmt (z.B. etwa durch Hitzestrahler wie Öfen, Fritteusen und dergleichen), dehnt sich das verflüssigte Kohlendioxid aus. Besonders jetzt im Sommer kann es vorkommen, dass Kohlendioxidlöscher oft mehrere Stunden in der prallen Sonne hängen - und das sollten sie keinesfalls!
Die kritische Temperatur des Kohlendioxids liegt bei 31,4 °C. Wird diese überschritten, geht das flüssige Kohlendioxid schlagartig in die Gasphase über und der Druck im Behälter steigt sprunghaft an. Veranschaulichen lässt sich diese gefährliche Druckerhöhung am besten mit ein paar Zahlen aus dem Dampfdruckdiagramm des Kohlendioxids.

  • 20,0 °C - etwa 57 bar
  • 30,0 °C - etwa 70 bar
  • 31,4 °C - etwa 75 bar
  • 40,0 °C - etwa 120 bar
  • 50,0 °C - etwa 180 bar
  • 60,0 °C - etwa 240 bar
  • 70,0 °C - maximaler Flaschendruck von etwa 280 - 300 bar
Während der Druck bei Temperaturen bis 30 °C nur moderat um 10 - 15 bar steigt, findet bei Temperaturen jenseits der 31,4 °C ein Druckanstieg von satten 40 bar pro 10 °C statt. Kohlendioxidlöscher sollten deshalb nicht über 30 °C erwärmt werden!

Geräte nach der DIN EN 3 sind bis zu einer Temperatur von +60 °C zugelassen - müssen also einem Druck von rund 240 bar standhalten. Da ist dann aber auch wirklich Feierabend, da bei einem Druck von 250 - 275 bar schließlich die Berstscheibe anspricht und der Inhalt über das Notventil abgeblasen wird. Wenn man mal rechnet, dürfte also die maximale Temperatur, bei welcher der Inhalt in der Flasche bleibt, etwa 62,5 °C betragen.
Im Sommer können Gegenstände bei direkter Sonneneinstrahlung schnell 60 °C und mehr erreichen - denkt nur mal an die Autos, die ein paar Stunden in der Sonne gestanden haben. Auf dem Dach kann man locker Spiegeleier braten und das Lenkrad ist so heiß, dass man es nicht anfassen kann. Vor Jahren sollte bei unserem Auto mal eine kleine Delle aus dem Blech gezogen werden, doch da der Wagen den ganzen Tag in der Sonne stand, betrug die Temperatur des Blechs über 70 °C... und der Wagen musste erstmal über Nacht abkühlen, bevor mit der Arbeit begonnen werden konnte.

Berstscheibensicherung (grün)
Jetzt habe ich ja eben schon die sog. Berstscheibe (meistens grün oder gelb gekennzeichnet) angesprochen - ein Notventil, welches bei einem Druck von etwa 250 bar + 10% aufreißt. Mit dieser Sicherheitseinrichtung sind die Kohlendioxidlöscher ab etwa Anfang bis Mitte der 1960er Jahre ausgestattet - es kann im Prinzip also gar nichts passieren. Doch: Ausnahmen bestätigen die Regel.
Solch eine Ausnahme ereignete sich im Juni 2011 in einer Rostocker Tchibo-Filiale. Dort zerknallte kurz vor Ladenschluss ein Kohlendioxidlöscher, wodurch eine Mitarbeiterin schwer am Kopf verletzt und das ganze Ladenlokal verwüstet wurde. Als Ursache wird ein Materialfehler angegeben. Da die massive Eingangstür aus Glas ebenfalls zertrümmert wurde, ist davon auszugehen, dass der Kohlendioxidlöscher im Eingangsbereich hing und dort einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt war. Aufgrund einer Materialschwäche bzw. eines Materialfehlers könnte dann der Behälter vor dem Ansprechdruck der Berstscheibe nachgegeben haben und es hat ihn zerrissen.
Solche Zwischenfälle sind zwar gottlob selten, doch sie können vorkommen.
Deswegen merkt Euch: 

Kohlendioxidlöscher

  • keinen Temperaturen von über 30 °C aussetzen!
  • nicht in der Nähe von Wärmestrahlern aufstellen!
  • nicht gegenüber großer Fensterfronten aufstellen!
  • nicht als Autolöscher benutzen!

Außerdem: Je wärmer ein Kohlendioxidlöscher wird, umso geringer ist seine Löschwirkung. Da das Gas mit einem Steigrohr aus der Flüssigphase entnommen wird, ist die Schneeausbeute bei Temperaturen von über 30 °C annähernd Null. Es zischt bloß laut und das war´s

© C. Müller

Donnerstag, 20. September 2012

GLORIA Typ KS 6 Bj. 1959

Hersteller: GLORIA-WERKE
KOHLENSÄURE-SCHNEELÖSCHER
Typ: KS 6
Baujahr: 1959
Bauart: K 6 - Gaslöscher
Inhalt: 6 kg Kohlendioxid (Kohlensäure)
Gewicht des gefüllten Geräts: 21 kg

Geschichte
Ein sehr seltenes Exemplar aus dem Hause GLORIA, welches heute fast überhaupt nicht mehr zu bekommen ist. Der Feuerlöscher trägt alle Merkmale der späten 1950er Jahre und verfügt neben dem detailverliebten, in grüngold gehaltenem Schriftbild über ein Drehventil zur Auslösung, welches bei diesem Modell schwarz lackiert ist. Zum charismatischen Erscheinungsbild gehören ebenso der große Handgriff sowie das lange, trichterförmige Schneerohr. Dieses besteht im Griffbereich aus Holz und ansonsten aus mit einer Art Kunststoff beschichteter Pappe.
Ebenfalls typisch für die 1950er und frühen 1960er Jahre ist das Fehlen einer Berstscheibensicherung, wodurch solche Geräte sehr Empfindlich in Bezug auf Temperaturen von über 30 °C sind. Ab einer Temperatur von 31,4 °C geht Kohlendioxid schlagartig von der Flüssiggase in die Gasphase über und da dieses Modell eben noch keine Berstscheibensicherung besitzt, die bei Überdruck abbläst, würde dieser Feuerlöscher irgendwann dicke Backen kriegen und wenn das passiert, dann kann man nur in Deckung gehen. Wenn das knallt, sitzt da ein richtiges Pfund hinter und die Bude ist umgebaut. Deshalb, bei solch alten Geräten liegt die maximale Temperaturgrenze 35 °C, darüber wird's gefährlich. Aus diesem Grunde sind die alten Flaschen ohne Überdrucksicherung auch "nur" mit 190 bar abgedrückt und nicht mit 250 wie die neueren. Der Füllfaktor dieser Feuerlöscher lag dementsprechend niedriger, nämlich bei 0,66 kg / l (bei modernen Geräten beträgt dieser 0,75 kg / l).
Zum Einsatz kamen solche Geräte aufgrund ihres hohen Preises fast ausschließlich in der Industrie und zwar überwiegend dort, wo eine besondere Gefahr durch brennbare Flüssigkeiten bestand. Besonders verbreitet waren sie auch überall dort, wo ein rückstandsfreies und elektrisch nicht leitendes Löschmittel erforderlich war. So wurden sie in großen Zahlen in Kraftzentralen und elektrische Betriebsräumen sowie im Bereich von großen und teuren Maschinen wie z.B. Generatoren und Turbinen installiert.
Der Feuerlöscher war, als ich ihn 2005 bekam, gute 45 Jahre alt und noch gefüllt. Eine Wartung scheint in dieser langen Zeit niemals stattgefunden zu haben und trotzdem hat er nach Betätigen des Handrades einwandfrei funktioniert! Ein seltenes und gut erhaltenes Stück Brandschutzgeschichte.

© C. Müller

Dienstag, 21. August 2012

Kohlendioxidlöscher

Kohlendioxidlöscher (CO2) enthalten teils gasförmiges und teils verflüssigtes Kohlendioxid als Löschmittel.
CO2 ist ein farb- und geruchloses Gas, welches mit einer Konzentration von 0,04% ein natürlicher Bestandteil der Luft ist. Die feuerlöschende Wirkung von Kohlendioxid war schon früh bekannt, doch stellte die Lagerung von verflüssigtem CO2 ein großes Problem dar – es ließ sich einfach kein Behälter finden, der dem enormen Druck standhalten konnte. 1882 wurde das Problem durch die Entwicklung geschmiedeter Stahlflaschen gelöst und bis heute hat sich das Aussehen von Kohlendioxidlöschern nur wenig geändert. Die Löschwirkung von CO2 wird durch die Verdrängung des Luftsauerstoffes erreicht – es erstickt das Feuer. Diese erstickende Wirkung macht Kohlendioxid besonders wirksam gegen Brände von Flüssigkeiten (Brandklasse B). Gegen Brände von Stoffen der Brandklassen A ist es völlig ungeeignet, da nur die Flammen an der Oberfläche bekämpft werden können, nicht aber die Glut. Gegen Brände von Stoffen der Brandklasse C (Brände von gasförmigen Stoffen) ist CO2 nur als spezieller Gaslöscher mit Hochdruckdüse einsetzbar. Bei brennenden Metallen (Brandklasse D) verstärkt es das Feuer sogar, indem es sich in der Brandhitze in Kohlenstoff und Sauerstoff zersetzt.
Da Kohlendioxid völlig rückstandsfrei löscht, eignet es sich hervorragend für Brände in elektrischen Anlagen.

Löschtaktik
Beim Löschen von brennenden Flüssigkeiten ist es wichtig, das Feuer von unten her anzugreifen. Man muss versuchen, den Löschmittelstrahl zwischen die brennende Oberfläche und die Flammen zu bekommen – nur so kann das Kohlendioxid den zur Verbrennung benötigten Luftsauerstoff verdrängen. Hält man das Schneerohr wahllos in die Flammen, wird das CO2 durch die Hitze des Feuers nach oben gerissen und verteilt sich wirkungslos im Raum. Kohlendioxid zeigt sich am wirkungsvollsten bei Bränden in geschlossenen Räumen, da beim Löschen von bränden im Freien die Löschwolke durch eventuellen Wind leicht davongetragen und wirkungslos werden kann. Beim Löschen muss jedoch bedacht werden, dass das Löschmittel auch für den Bedienenden gefährlich werden kann, da es den Sauerstoff verdrängt. Kohlendioxid führt ab einer Konzentration von 5% Vol. zu Schwindel und Müdigkeit und ist ab einer Konzetration von 8% Vol. tödlich. Deshalb steht auf jedem Kohlendioxidlöscher:
Vorsicht bei Verwendung in engen, schlecht belüfteten Räumen
(gesundheitsschädliche Gase).
Doch keine Angst, der Raum muss schon sehr klein sein, um sich mit einem Kohlendioxidlöscher in ernsthafte Lebensgefahr zu bringen.

Sicherer Umgang mit Kohlendioxidlöschern
Kohlendioxidlöscher sind nichts anderes als Hochdruck-Gasflaschen und deshalb mit Vorsicht zu behandeln. Sie stehen unter hohem Druck, welcher bei 20 °C in etwa 125 bar beträgt und sich mit steigender Temperatur erhöht. Der Prüfdruck der Flaschen beträgt heutzutage 250 bar. Wegen des hohen Drucks stehen die Behälter unter Spannung, sodass die bei Stürzen unter Umständen entstehenden Risse zum Versagen des Behälters führen. Der Zerknall eines solchen Feuerlöschers ist sehr gefährlich, da einen die Druckwelle förmlich in Stücke reißen kann. Bei einem Sturz kann auch das Ventil abbrechen und in so einem Falle würde der Behälter wie eine Rakete abzischen. Die Wucht reicht, dass er Wände, Decken und Dächer durchschlagen kann. Daher sollten
CO2 -Löscher stets gegen Umfallen gesichert werden und auch der Wandhalter ist auf festen Halt zu überprüfen! Auch sollten Kohlendioxidlöscher keinen Temperaturen von über +60 °C oder direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden! Bei Löschern ab ca. 1965 ist dies zwar relativ ungefährlich, da sie über eine Berstscheibensicherung verfügen. Diese Sicherheitseinrichtung ist ein kleines, in die Auslöseeinrichtung integriertes Ventil (grüne oder gelbe Kappe) welches den Inhalt bei einem Druckanstieg gefahrlos abbläst. Allerdings kann diese Sicherheitseinrichtung in seltenen Fällen auch versagen, wie ein Ereignis aus gar nicht allzu ferner Vergangenheit zeigt. Hier war ein 5 kg Kohlendioxidlöscher in einer Tchibofiliale zerknallt und hat dabei das ganze Ladenlokal verwüstet. Eine Mitarbeiterin wurde dabei verletzt. Der Grund für dieses Unglück war ein Materialfehler, der den Behälter des in der Sonne hängenden Löschers vor Ansprechen der Berstscheibensicherung versagen ließ.
Das Löschgas tritt unter einem Druck von etwa 58 bar aus und hat dabei eine Temperatur von ca. -70 °C. Auch hier besteht die Gefahr mechanischer Verletzungen und Verbrennungen.

Technische Daten (GLORIA Kohlendioxidlöscher DIN EN 3, Produktkatalog 1996)
2kg: Gewicht: 5,4kg (Aluminium); Löschmittelmenge: 2kg; Wurfweite: 3m; Temperaturfunktionsbereich: -30°C bis + 60°C; Funkionsdauer: 8 sek. – 34B

5kg: Gewicht: 14,7kg (Aluminium); Löschmittelmenge: 5kg Wurfweite: 4-5m; Temperaturfunktionsbereich: -30°C bis + 60°C; Funkionsdauer: 13 sek. – 89B

© C. Müller

Montag, 30. Juli 2012

APOLDA Typ CO2 1,5H-2 Bj. 1983

Apolda CO2 1,5H-2 1983
Hersteller: VEB Feuerlöschgerätewerk Apolda
Kohlendioxid
Typ: CO2 1,5H-2
Baujahr: 1983
Bauart: Kohlendioxid-Löscher (K 1,5)
Inhalt: 1,5 kg Kohlendioxid
Gewicht des gefüllten Geräts: ca. 5 kg

Geschichte
Dieses Modell aus dem Hause Apolda wurde nur in einem sehr kurzen Zeitraum produziert und ist daher extrem selten. Im Gegensatz zu dem weit verbreiteten Typ CO2 1,5H-1 verfügt dieses Gerät nicht über die bei den kleinen Geräten seit 1972 eigentlich übliche, massive Druckhebelarmatur, wie sie auch die großen Kohlensäure-Schneelöscher der GLORIA-WERKE trugen. Stattdessen ist dieser Löscher mit einem antiquiert aussehenden Handrad und einem ebensolchen, gusseisernen Handgriff ausgerüstet. Das Handrad sieht so aus, als stamme es aus den 1930er Jahren und erinnert stark an das Drehventil der außenliegenden Treibgasflaschen von den frühen TOTAL-Typen aus jener Zeit. Soweit ich das beurteilen kann, fehlt bei diesem Typ auch die Berstscheibensicherung, weswegen der maximale Prüfüberdruck bei diesem Typ 190 bar nicht übersteigen dürfte. Auch die Schneedüse scheint aus einer Zeit weit vor 1983 zu stammen. Ganz im Gegensatz hierzu entspricht der Aufdruck voll und ganz seiner Zeit. Typisch ist vor allem für die Kohlendioxidlöscher aus der DDR der mehrsprachige Aufdruck in Deutsch und Englisch, welcher bei dem Herstellerland unten im Siebdruck noch um das Russische erweitert wurde.
Das, was dieses Gerät von den kleinen Kohlendioxidlöschern aus Westdeutschland unterscheidet, ist vornehmlich die Füllmenge. Der Löschmittelinhalt von 1,5 kg Kohlendioxid wurde in Westdeutschland Ende 1977 auf 2,0 kg erhöht, während dieser in der DDR bis zu ihrem Ende unverändert blieb. Einzig die in den 1980er Jahren parallel im Umlauf befindlichen Kolon-Löscher näherten sich mit ihrer Füllmenge von 1,8 kg den 2 kg-Geräten aus Westdeutschland, waren jedoch mit ihrem Kohlendioxd-Halon-Gemisch (Kolon) in keiner Weise mit ihnen vergleichbar.
Laut einer Aussage von Andreas hat er einen solch seltenen Feuerklöscher auch schon einmal in einer alten Schmiede gesehen. Dies beweist, dass diese Löscher - Kohlendioxidlöscher im Allgemeinen - auch in der DDR vornehmlich in Handel, Industrie und Gewerbe zu finden waren. 
Ein äußerst seltenes Stück DDR-Historie, welches heute aufgrund des kurzen Produktionszeitraums und erst recht in diesem Zustand wohl einzigartig sein dürfte.

© Text: C. Müller
© Bild und Informationen Andreas