Hersteller: MINIMAX
DIN NASS 10
Typ: KR 10
Baujahr: 1966
Bauart: W 10 H - Aufladelöscher mit innenliegender Treibgaspatrone
Inhalt: 10 l Wasser + Netzmittel
Gewicht des gefüllten Geräts: 16,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1962 - 1969
Geschichte
Jaha, hier haben wir etwas ganz besonderes - einen Wasserlöscher aus dem Jahre 1966 vom Typ KR 10 aus dem Hause MINIMAX! Warum ist der Löscher besonders? Naja, es ist der einzige mir bekannte Wasserlöscher, welcher Mitte der 1960er Jahre produziert worden ist! Bei den GLORIA-WERKEN in Wadersoh lief der letzte Wasserlöscher 1963 vom Band, ehe er stark verändert zehn Jahre später im Gewand des bekannten Pi-Pulverlöschers seine Reinkarnation erlebte. Man kann sagen, dass Wasserlöscher von ungefähr 1963 bis zum Anfang der 1970er Jahre herstellerweit aus der Produktpalette verschwunden waren - außer eben bei MINIMAX.
Warum? Nun, Armin und Christoph würden bei der "Sendung mit der Maus" jetzt erklären:
Gerade zum Anfang der 1960er Jahre boomten die Pulverlöscher und erlebten ihren großen Durchbruch, was letztendlich dazu führte, dass sie sowohl die Wasser-, als auch die frühen Schaumlöscher vollständig vom Markt verdrängten. Der Vorteil der Pulverlöscher lag natürlich klar auf der Hand: Brauchte man zum Beispiel in den 1950er Jahren zum umfassenden Brandschutz einer Scheune einen Wasserlöscher für Brände von Stoffen der Brandklasse A und einen Tetralöscher für Brände von Stoffen der Brandklasse B, kam man nun mit den verbesserten Löschpulvern nur mit einem Gerät für alles aus - sensationell! Dass man mit dem Pulver alles bis in die letzte Ritze versaut hat, war damals noch schietegal.
Aber kommen wir mal zu MINIMAX zurück: Eine mögliche Erklärung, warum MINIMAX im Gegensatz zu so doch ziemlich allen anderen Herstellern ihre Wasserlöscher auch in den 1960er Jahren noch im Programm hatte, mag daran liegen, dass der Erfolg der Firma MINIMAX eben auf einem Wasserlöscher begründet ist - auf der legendären Spitztüte nämlich, welche Gründer Wilhelm Graaff im Jahre 1902 patentieren ließ. Die Spitztüte wurde bis 1960 gebaut und hiernach folgte direkt der Typ KR 10, durch welchen die Spitztüte in etwas veränderter Form weiterlebte.
Der MINIMAX Typ KR 10 folgte konstruktionsbedingt natürlich nicht mehr dem technischen Standard der Jahrhundertwende und besaß einen Schlagknopf für Handauslösung - er musste nicht mehr auf den Boden geschlagen werden, um aktiviert zu werden. Jedoch wie sein legendärer Vorgänger war auch dieses Gerät weder abstellbar, noch mit einem Schlauch ausgerüstet und auch der seitliche Handgriff erinnert noch an die Spitztüte. Diese Ausstattungsmerkmale sind nach neuesten Maßstäben natürlich völlig unhaltbar und auch längst nicht mehr zugelassen, aber für die 1960er-Jahre waren sie durchaus üblich bzw. standard.
Obwohl dieser Löscher zum regulären Produktprogramm gehörte, muss er doch nur sehr sehr selten geordert worden sein. Ich selbst habe lediglich einmal ein solches Gerät in freier Wildbahn sehen dürfen und zwar war das damals in der alten Woolworth in Lippstadt. Das letzte Mal, dass ich dieses Gerät dort sah, muss etwa 1993 gewesen sein, denn kurz danach wurde die Woolworth-Filiale renoviert und mit der braunen Wandvertäfelung sowie dem Mister-Minit-Schlüsseldienst verschwanden auch die ganzen alten Feuerlöscher. Die ganze Filiale war mit Pulverlöschern vom Typ PU 6 gleichen Baujahres ausgestattet - lediglich an einem Pfeiler der Klamottenabteilung - und zwar bei den Herrenjacken - hing der MINIMAX Typ KR 10. Ich war damals fasziniert von diesem Feuerlöscher, denn so ein komisches Ding hatte ich bis damals noch nie gesehen.
Sonst könnte ich mir vorstellen, dass dieser Löscher in Verwaltungen, Büros, Krankenhäusern (in weiß natürlich!) und vielleicht auch in manchen Geschäften anzutreffen gewesen sein könnte, aber wie gesagt: nur sehr sehr selten!
Ein sehr schönes, uriges und auch seltenes Stück Brandschutzgeschichte, welches mich auch an meine Kindheit erinnert. Ich bin sehr froh, nun ein solches Modell mein Eigen nennen zu können und bin natürlich auch sehr stolz, es Euch hier zu präsentieren. Das es so ein Modell überhaupt noch gibt, ist fast schon ein kleines Wunder. Danke Peter!
©. Menzel 2015
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Mittwoch, 4. November 2015
Sonntag, 1. Juni 2014
MINIMAX Typ PU 6 Bj. 1959
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| MINIMAX PU 6 Bj. 1959 |
DIN TROCKEN 6
Typ: PU 6
Baujahr: 1959
Bauart: PG 6 H - Aufladelöscher mit innenliegender Treibmittelpatrone
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 11 kg
Bauzeit nach diesem Muster: ca. 1959 - 1960
Geschichte:
Der MINIMAX Typ PU 6 zählt zu den am meisten gebauten Feuerlöschern überhaupt und ich bin sehr stolz, Euch hier die erste Version von 1959 präsentieren zu können. Obwohl der Typ PU 6 in wahrhaft riesigen Mengen von den Bändern lief, ist diese Version hier recht selten, da die Bauzeit recht kurz war. Was diesen Löscher der ersten Serie so ungewöhnlich macht, sind die detaillierten Piktogramme zur Bedienung, denn so etwas hat es bei MINIMAX in der Nachkriegszeit bis zu den 1970ern im Prinzip nicht gegeben. MINIMAX ist einer der wenigen Hersteller, ja wenn nicht sogar der einzige, welcher bei der Gestaltung seines Siebdruckbildes völlig auf eine in den 1950er und 1960er übliche, bildliche Darstellung verzichtet hat. Lediglich in einem kleinen Zeitfenster von etwa einem Jahr wurden den noch goldenen Aufdrucken kleine Bildchen hinzugefügt, welche die Bedienung veranschaulichten. Auffallend ist hierbei, dass es sich dabei nicht um eine fließende Bewegung wie bei allen anderen Herstellern handelt, sondern um drei einzelne, voneinander getrennte Darstellungen - so, wie sie etwa 1973 eingeführt worden sind. Hier kann man sagen, war dieser Typ seiner Zeit weit voraus und dieser Feuerlöscher trägt auch zum ersten Mal die vollends ausgestaltete, berühmte sowie revolutionäre Druckhebelarmatur mit dem charakteristischen roten Druckhebel, welche mit leichten Veränderungen auch heute noch bei den Geräten der neuesten Generation verbaut wird. Lediglich die Sicherung vor unbeabsichtigter Betätigung besteht noch aus einem einfachen Splint; die ebenfalls typische rote MINIMAX-Lasche mit der Aufforderung "ZIEHEN" kam erst etwas später.
Menschen wie ich und andere Kenner erkennen schon an der Typenbezeichnung "PU 6", dass es sich um einen ABC-Pulverlöscher handelt. Ein Blick ins Kleingedruckte ist nicht erforderlich. Um denjenigen, welche sich nicht so gut mit Feuerlöschern auskennen ebenfalls die Möglichkeit zu geben, den Inhalt sofort auf den ersten Blick richtig bestimmen zu können, besitzt dieser Feuerlöscher knapp unter dem Behälterdeckel einen ringsherum, in den Behälter geprägten blauen Streifen. Die Farbe blau stand herstellerübergreifend - sofern verwendet - immer für ABC-Pulver. Diese Serie ist die letzte mit einem blauen Streifen.
Eingesetzt wurde dieser Typ Feuerlöscher in allen nur erdenklichen Bereichen des öffentlichen Lebens. Heute sind sie längst verschwunden und auch die wenigen Exemplare, welche heute noch erhalten sind, wechseln auch nur selten den Besitzer. Ein sensationeller Feuerlöscher in bestem Erhaltungszustand.
© C. Müller
Dienstag, 13. Mai 2014
MINIMAX Bauart PD 6 Bj. ca. 1955
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| MINIMAX PD 6 Bj. 1955 |
Kohlensäuretrockenlöscher
DIN TROCKEN 6
Typ: / (Bauart PD 6)
Baujahr: ca. 1955
Bauart: P 6 H - Aufladelöscher mit innenliegender Treibmittelpatrone
Inhalt: 6 kg BC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 11 kg
Bauzeit nach diesem Muster: ca. 1955 - 1958
Geschichte
Hier haben wir ein weiteres, heute sehr sehr seltenes Modell aus dem Hause MINIMAX, welches sozusagen als Prototyp des klassischen MINIMAX-Feuerlöschers der Nachkriegszeit gesehen werden kann. Die klassischen MINIMAX-Löscher tragen als besonderes Merkmal die markante Armatur mit dem rund nach oben geschwungenen, roten Druckhebel, welchen auch Geräte neuester Bauart noch aufweisen. Dieser Feuerlöscher besitzt die erste Version dieser legendären Druckhebelarmatur, welche noch etwas flacher und auch spitzer daherkommt, da der rote Druckhebel noch nicht seine runde Form und der Hammerschlag-Trageriff noch spitz nach außen zuläuft. Wer genau hinschaut, bemerkt im hinteren Drittel ein kleines Loch, in welchem bei dieser Ausführung der Sicherungssplint steckt. Auch der Schlauch ist hier noch schwarz und nicht rot.
Dieser Feuerlöscher dürfte eines der ersten Modelle überhaupt sein, welche in den 1950ern nach der Produktionseinstellung der "Feuerlöscher alter Bauart" gefertigt worden ist. Als Relikt dieses alten Musters trägt dieses Modell noch den Zusatz "Kohlensäuretrockenlöscher" unter dem bekannten MINIMAX-Schriftzug. Ganz kurios ist die Bezeichnung "Bauart PD 6" in dem rot hinterlegten Feld in der Mitte des Siebdrucks. Normalerweise müsste hier "Type PD 6", da es sich bei diesem Löscher um den klassischen, ab 1957 auch so Bezeichneten Typen PD 6 handelt. Typ PD 6 deutet auf eine BC-Pulverfüllung hin, was durch die schwarze Banderole an der Behälteroberseite bestätigt wird. Seltsam ist ebenfalls, dass auf dem Behälter nirgendwo ein Baujahr eingeschlagen ist, weswegen mir die Einordnung dieses Modells etwas schwer fällt. Mit dem Wissen, dass dieser Typ Löscher etwa zur Mitte der 1950er Jahre eingeführt worden ist und 1957er Modelle die Bezeichnung "TYPE PD 6" anstatt "BAUART PD 6" tragen, habe ich diesen Löscher mal auf 1955 geschätzt. Kann auch von 1954 oder 1956 sein, genauer weiß ich es momentan leider nicht.
Geräte dieser Art sind vor allem mit der originalen Armatur heute derart selten, dass es fast schon an ein Wunder grenzt, solch ein Gerät überhaupt einmal zu Gesicht zu bekommen. An der Oberseite hat er mal einen gewaltigen Düll mitgekriegt und auch der goldene Siebdruck ist wahrscheinlich beim Ablösen eines alten Prüfaufklebers beschädigt worden, aber dennoch befindet er sich in einem guten Erhaltungszustand, sodass ich stolz bin, Euch dieses seltene Gerät hier präsentieren zu können.
© C. Müller
Montag, 12. Mai 2014
MINIMAX Typ PU 12 Bj. 1959 - Sonderedition weiß
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| MINIMAX PU 12 Bj. 1959 |
Kohlensäuretrockenlöscher
DIN TROCKEN 12
Typ: PU 12
Baujahr: 1959
Bauart: P 12 H - Aufladelöscher mit außenliegender Druckgasflasche
Inhalt: 12 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 18 kg
Bauzeit nach diesem Muster: ca. 1957 - 1960
Geschichte
Hier haben wir ein ganz besonders schönes Stück Brandschutzgeschichte - einen MINIMAX Typ PU 12 aus dem Jahre 1959! Das besondere an diesem Löscher ist, dass er noch nicht über die von MINIMAX ebenfalls in den 1950er Jahren eingeführte Druckhebelarmatur verfügt, welche gleichzeitig Auflade- und Auslöseeinrichtung ist. Dieser Frühe Typ PU besitzt noch über außenliegende Druckgasflasche, welche es bei MINIMAX bereits seit den 1960er Jahren nicht mehr gegeben hat. Um 1959/60 herum wurde eben die gerade schon erwähnte und für MINIMAX charakteristische Druckhebelarmatur eingeführt und von da an verschwanden solcherart Außenflaschen-Feuerlöscher vollständig aus dem Produktionsprogramm - bis heute! Auch der an der Rückseite des Behälters entlanggeführte Schlauch bleibt einzig diesem Typ vorbehalten.
Der goldene Aufdruck zeigt mit dem Signet (Mann mit Spitztüte) und der noch an die "Feuerlöscher alter Bauart" angelehnte Bezeichnung "Kohlensäure-Trocken-Feuerlöscher" sowie dem Hinweis, wie nach Gebrauch mit dem Feuerlöscher zu verfahren ist, deutliche Merkmale der 1950er Jahre. Dass es sich bei diesem Löscher um einen Glutbrandlöscher mit ABC-Pulverfüllung handelt, sehen nur Experten, denn in der Typenbezeichnung tauchen keine Hinweise auf - eine Bezeichnung der Bauart, in welcher die ABC-Pulverfüllung mit einem "G" gekennzeichnet worden wäre, ist ebenfalls nicht vorhanden - geschweige denn irgendwelche Hinweise auf die Brandklassen. Der einzige Hinweis auf das Glutbrandpulver verbirgt sich in der blau hinterlegten Typenbezeichnung. Die Farbe blau deutete früher auch bei anderen Herstellern wie z.B. TOTAL auf eine ABC-Pulverfüllung hin, doch verschwand diese Anfang der 1960er aus den MINIMAX-Aufdrucken und wurde fortan für kurze Zeit als blauer Ring an der Behälteroberseite fortgeführt.
Dieser Typ PU ist von vornherein schon sehr selten, da er nur relativ kurze Zeit produziert worden ist. Diese Ausführung in weiß ist noch seltener, da solcherart Löscher in damals nur in Krankenhäusern eingesetzt worden sind und ihre Stückzahl daher schon stark begrenzt war. Das heute noch nach 55 Jahren ein solches Exemplar in diesem Erhaltungszustand und mit originaler Druckflasche mit altem Ventilrad und ohne Berstscheibensicherung sowie dem originalen Schlauch existiert, grenzt beinahe schon an eine Wunder und ich bin ganz besonders glücklich darüber, dieses Exemplar zu besitzen und Euch in meinem Museum präsentieren zu dürfen. Toll!
P.S.: Ein solches Exemplar in rot kann als Ausstellungsstück im Schloss Wocklum besichtigt werden.
© C. Müller
Montag, 11. März 2013
MINIMAX Feuerschutz für Ölheizungen 1965
Werbeanzeige der MINIMAX AG für die Pulverlöscher-Typen P 12, PD 6, PG 12 und PU 6 um 1965, welche sich an die Betreiber von Ölheizungen richtete. Die Vorderseite der Werbeanzeige zeigt eine sehr große und äußerst detailgetreue Abbildung eines MINIMAX-Pulverlöschers vom Typ PU 6 sowie eine geeignete Anbringung des Feuerlöschers – nämlich vor dem Heizungs- bzw. Ölkeller. Der Hinweis, dass der Gesetzgeber bei der Lagerung von mehr als 1000 Liter Heizöl (Die meisten Tanks fangen erst ab 2000 l an) einen Feuerlöscher fordert, darf natürlich nicht fehlen. Unten der legendäre MINIMAX-Slogan „Feuer breitet sich nicht aus, hast du MINIMAX im Haus“ welcher oft und gerne mit dem angehängten Zusatz „Doch was nützt der ganze Mist, wenn du nicht zu Hause bist“ durch den Kakao gezogen wurde. Heute verwendet MINIMAX diesen Slogan nicht mehr, aber er ist immer noch in ganz Deutschland bekannt.
Richtig interessant ist die Rückseite. Aus der Aufführung der verschiedenen Gerätetypen kann man schließen, dass es jeweils ein 6 kg- und ein 12 kg-Feuerlöscher mit ABC-Pulver (Multi-Troxin) und BC-Pulver (Novo-Troxin) gegeben hat. Die untereinander variierenden Typenbezeichnungen verwirren allerdings etwas. Warum MINIMAX die Glutbrandlöscher nicht einheitlich PU 6 und PU 12 bezeichnet hat (anstatt PU 6 und PG 12), weiß ich auch nicht. Ich besitze in meiner Sammlung ebenfalls einen PU 6, einen PD 6 und einen PG 12 und ich habe schon gerätselt, wo der Unterschied zwischen dem PU 6 und dem PG 12 liegen soll – von der Löschmittelmenge mal abgesehen. Was jedoch ganz sagenhaft ist, das ist der Preis! Die Spanne reicht von 104 DM (PD 6) bis zu 170 DM (PG 12) für einen Feuerlöscher zu Zeiten, in denen der Stundenlohn eines durchschnittlichen Arbeiters bei 2,60 DM lag und eine Mercedes-Benz S-Klasse in der Basisausstattung (280 S Baureihe W108) 17.000 DM kostete… das war schon verdammt teuer! Aber: MINIMAX rechtfertigt diesen hohen Preis mit höchster Qualität und entscheidenden Vorzügen gegenüber anderen Feuerlöschern, wie etwa Ein-Griff-Bedienung, rationeller Pulvereinsatz, große Zielsicherheit und eine geschützte Unterbringung der Treibmittelpatrone im Inneren des Löschmittelbehälters. Andere Hersteller wie GLORIA hatten Mitte der 1960er Jahre mit dem Typ Pi 6 G zwar auch einen Feuerlöscher mit innenliegender Treibmittelpatrone im Programm, aber was um 1965 herum tatsächlich neu und revolutionär war, das war die nur von der Firma MINIMAX verwendete Einhandbedienung bei den Aufladelöschern, welche auch heute noch in nahezu unveränderter Form eingesetzt wird. Tragegriff, Auflade-, und Auslöseeinrichtung waren in einer Armatur vereint. Dadurch entfiel das umständliche Aufdrehen der außenliegendnen CO2-Patrone sowie die (bei abstellbaren Aufladelöschern) obligatorische Löschpistole. Der Einsatz des Feuerlöschers wurde, so denke ich, dadurch tatsächlich erheblich erleichtert und vereinfacht. Sehr interessant sind auch die behördlichen Bestimmungen und Erlasse der einzelnen Bundesländer, welche ab 1959/60 Feuerlöscheinrichtungen bei einer Lagerung von mehr als 1000 Liter Heizöl fordern (siehe Auszug aus dem Erlass des Bayrischen Staatsministeriums des Innern).
Richtig interessant ist die Rückseite. Aus der Aufführung der verschiedenen Gerätetypen kann man schließen, dass es jeweils ein 6 kg- und ein 12 kg-Feuerlöscher mit ABC-Pulver (Multi-Troxin) und BC-Pulver (Novo-Troxin) gegeben hat. Die untereinander variierenden Typenbezeichnungen verwirren allerdings etwas. Warum MINIMAX die Glutbrandlöscher nicht einheitlich PU 6 und PU 12 bezeichnet hat (anstatt PU 6 und PG 12), weiß ich auch nicht. Ich besitze in meiner Sammlung ebenfalls einen PU 6, einen PD 6 und einen PG 12 und ich habe schon gerätselt, wo der Unterschied zwischen dem PU 6 und dem PG 12 liegen soll – von der Löschmittelmenge mal abgesehen. Was jedoch ganz sagenhaft ist, das ist der Preis! Die Spanne reicht von 104 DM (PD 6) bis zu 170 DM (PG 12) für einen Feuerlöscher zu Zeiten, in denen der Stundenlohn eines durchschnittlichen Arbeiters bei 2,60 DM lag und eine Mercedes-Benz S-Klasse in der Basisausstattung (280 S Baureihe W108) 17.000 DM kostete… das war schon verdammt teuer! Aber: MINIMAX rechtfertigt diesen hohen Preis mit höchster Qualität und entscheidenden Vorzügen gegenüber anderen Feuerlöschern, wie etwa Ein-Griff-Bedienung, rationeller Pulvereinsatz, große Zielsicherheit und eine geschützte Unterbringung der Treibmittelpatrone im Inneren des Löschmittelbehälters. Andere Hersteller wie GLORIA hatten Mitte der 1960er Jahre mit dem Typ Pi 6 G zwar auch einen Feuerlöscher mit innenliegender Treibmittelpatrone im Programm, aber was um 1965 herum tatsächlich neu und revolutionär war, das war die nur von der Firma MINIMAX verwendete Einhandbedienung bei den Aufladelöschern, welche auch heute noch in nahezu unveränderter Form eingesetzt wird. Tragegriff, Auflade-, und Auslöseeinrichtung waren in einer Armatur vereint. Dadurch entfiel das umständliche Aufdrehen der außenliegendnen CO2-Patrone sowie die (bei abstellbaren Aufladelöschern) obligatorische Löschpistole. Der Einsatz des Feuerlöschers wurde, so denke ich, dadurch tatsächlich erheblich erleichtert und vereinfacht. Sehr interessant sind auch die behördlichen Bestimmungen und Erlasse der einzelnen Bundesländer, welche ab 1959/60 Feuerlöscheinrichtungen bei einer Lagerung von mehr als 1000 Liter Heizöl fordern (siehe Auszug aus dem Erlass des Bayrischen Staatsministeriums des Innern).
Mittwoch, 24. Oktober 2012
MINIMAX Typ HN 6 a
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| MINIMAX Hn 6 a - 1990 |
DIN Feuerlöscher
Typ: HN 6 a
Baujahr: 1990
Bauart: HA 6 L - Dauerdrucklöscher
Inhalt: 6 kg Halon 1211
Gewicht des gefüllten Geräts: 10 kg
Geschichte
Dieser Typ Feuerlöscher ist mit Halon 1211 (Bromchlordifluormethan) befüllt, dem letzten in Deutschland zugelassen Löschmittel auf Basis von Halogenierten Kohlenwasserstoffen. Auffällig ist bei desem Gerät die massive Druckhebelarmatur, welche in dieser Form in den alten Bundesländers ausschließlich den großen 6 kg-Kohlendioxidlöschern vorbehalten war. In der DDR hingegen fand diese Art Druckhebel auch bei Halonlöschern Verwendung. Typisch für die Halonlöscher ist die große Düse am Schlauchende, welche zum weichen Aufbringen des Löschgases dient.
Halonlöscher kamen hauptsächlich in der Industrie zum Einsatz. Haupteinsatzgebiete waren Lacklager, Lackierräume sowie sonstige Bereiche mit feuergefährlichen Flüssigkeiten. Sie sorgten als blitzschnelles Löschmittel jedoch auch in den weitläufigen Schaltanlagen vieler Kernkraftwerken für Sicherheit. Auch im Gewerbe, insbesondere Lackierereien, Tankstellen und Reparaturwerkstätten fanden Verwendung. Da die Herstellung von Halonlöschern ab dem 01.01.1992 verboten war und dem Halon in Deutschland 1994 endgültig die Zulassung als Löschmittel entzogen wurde, sind diese Löscher gänzlich vom Markt verschwunden und heute sehr sehr selten.
© C. Müller
Montag, 22. Oktober 2012
MINIMAX Typ PG 12 Bj. 1961
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| MINIMAX PG 12 - 1961 |
DIN TROCKEN 12
Typ: PG 12
Baujahr: 1961
Bauart: PG 12 H - Aufladelöscher mit innenliegender Treibgaspatrone
Inhalt: 12 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 20 kg
Geschichte
Dieser Typ Feuerlöscher wurde in sehr großer Zahl an Industrie, Handel und Gewerbe sowie auch Privatleute abgegeben. Hohe Löschleistung und einfache Bedienung zeichneten diesen Feuerlöscher aus und hier wurde zum ersten Mal die Kombination aus Auflade- und Auslösehebel angewendt. Um die innenliegende Treibgaspatrone zu öffnen, musste Der rote Druckhebel erst kräftig heruntergedrückt und wieder losgelassen werden. Diese Entwicklung war damals revolutionär. Dieser Feuerlöscher trägt das typische MINIMAX-Siebdruckbild der 1960er Jahre ohne Piktogramme für Brandklasse und Bedienung. Das Interessante an diesen Löschern ist, dass auf der Rückseite eine Füllanleitung aufgedruckt ist. Dieser Typ ist bis auf die Füllmenge baugleich mit dem Typ PU 6. Ein schönes und selten gewordenes Sammlerstück, welches ich aus einem alten Heizungskeller geborgen und so vor der sicheren Verschrottung bewahrt habe.
© C. Müller
Sonntag, 19. August 2012
MINIMAX Spitztüte Bj. 1902
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| MINIMAX Spitztüte 1902 |
Feuerlösch-Apparat
Typ: Nasslöscher
Baujahr: 1902
Bauart: Aufladelöscher mit chemischer Druckerzeugung mittels Salzsäure und Natron (W 6 C)
Inhalt: 6 l Wasser
Gewicht des gefüllten Geräts: ca. 9 kg
Geschichte
Dieser Feuerlöscher ist die Urform des modernen Feuerlöschers – die legendäre Spitztüte, welche MINIMAX-Gründer Wilhelm Graaff 1902 zum Patent anmeldete. Die Spitztüte stellte den ersten wirkungsvollen Feuerlöscher dar und deklassierte die vorher weit verbreiteten Löschhilfen wie z.B. die Theo-Löschfackel. Die Abbildung zeigt eine Spitztüte der 1. Generation, wie sie 1902 zum Patent angemeldet und in nahezu unveränderter Form bis 1960 gebaut wurde. Dieser Feuerlöscher verfügt noch über eine chemische Druckerzeugung, welche heutzutage längst verboten ist. Im Inneren befindet sich eine Glastube, welche mit Salzsäure und Natron gefüllt ist. Stößt man den Feuerlöscher mit dem Schlagknopf auf den Boden, zerbricht ein Stift die Glastube. Durch Vermischen von Salzsäure und Natron entsteht ein Treibgas, durch welches das Löschmittel ausgestoßen wird. Ein äußerst schönes Stück in erstklassigem Erhaltungszustand (Dieser Löscher ist immerhin 110 Jahre alt). Besonders schön ist der aufwändig gestaltete Aufdruck, welcher einen Aufschluss darüber gibt, warum der Firmenname MINIMAX lautet: „Ein Minimum an Gewicht, Preis und Aufwand – Ein Maximum an Einfachheit und Leistungsfähigkeit“ -MINIMAX- Zum Einsatz kamen diese Feuerlöscher praktisch überall – Industrie, Handwerk, öffentliche Gebäude und in Privathaushalten (zumindest bei denen, die es sich leisten konnten).
© Text: C. Müller
© Bild und Informationen Andreas
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