Hersteller: GLORIA-WERKE
TETRA-LÖSCHER
DIN TETRA 2
Baujahr: 1961
Bauart: T 2 L - Dauerdrucklöscher
Inhalt: 2 l Tetrachlorkohlenstoff
Gewicht des gefüllten Geräts: 4 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1958 - 1964
Geschichte
Hier sehen wir einen GLORIA DIN TETRA 2 aus dem Jahre 1961, welcher der letzten Produktionsserie angehört und bereits versehen mit dem typisch goldenen Aufdruck das Ende eines der ältesten Produkte aus dem Hause GLORIA darstellt.
Obwohl die außerordentliche Giftigkeit des Löschmittels Tetrachlorkohlenstoff bereits bei der Einführung der ersten Tetralöscher im Jahre 1914 bekannt war, hat man sie dennoch "hingenommen", da es kein wirkungsvolleres Löschmittel gegen Brände von Stoffen der Brandklasse B (z.B. Benzin) gab. Ein weiterer Vorteil war, dass es elektrisch nichtleitend war und somit auch gefahrlos zum Ablöschen von vor sich hin kokelnden Schaltschränken und Verteilerkästen verwendet werden konnte.
Während in Zeiten des Krieges andere Prioritäten als die Anwendersicherheit gesetzt wurden, verbreiteten sich die Tetralöscher massenhaft und auch in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg war der Boom ungebrochen. Es existierten zwar auch Mischungen auf Basis von Methylbromid, welches wesentlich weniger toxisch als TETRA war, sich aufgrund seines sehr hohen Preises jedoch niemals so richtig durchsetzen konnte.
Da es beim Einsatz der hochgiftigen Tetralöscher immer wieder zu tödlichen Unfällen kam - etwa wenn sie zu Reinigungs- und Desinfektionszwecken missbraucht wurden oder der Löschende beim Einsatz ganz elendig an den entstehenden Salzsäure- und Phosgendämpfen erstickt ist - kamen sie in den 1950er Jahren soweit in Verruf, dass einige Hersteller wie z.B. TOTAL bereits 1957 die Produktion dieser Geräte freiwillig einstellte. Der Service, d.h. die Wartung im Umlauf befindlicher und die Neufüllung benutzter Geräte wurde jedoch aufrecht erhalten. Auf Seiten der Gesetzgeber fiel der Hammer 1964 und den Tetralöschern wurde endgültig die Zulassung entzogen.
Dieser DIN TETRA 2 aus dem Hause GLORIA stammt wie bereits eingangs erwähnt aus der letzten Produktionsserie und von alten Aufnahmen weiß ich, dass diese Löscher bis mindestens 1963 produziert worden sind. Vermutlich wurde jedoch aufgrund sinkender Absatzzahlen - 1961 boomte das ABC-Pulver, wodurch TETRA immer mehr an Bedeutung verlor - oder aus der Ahnung eines bald kommenden Verbots darauf verzichtet, den 1958 in dieser Form eingeführten Aufdruck durch den ab 1960 mit großem GLORIA-Schriftzug verwendeten zu ersetzen. Auch hier ist noch die separate Banderole, welchen den Anwender vor einer Benutzung in engen, schlecht belüftbaren Räumen warnt, noch gebräuchlich. Das Einsatzgebiet der Tetralöscher dürfte sich 1961 schon stark verkleinert haben, sodass solche Löscher nur noch in landwirtschaftlichen Betrieben, privaten Garagen sowie in bzw. auf privaten Fahrzeugen zu finden waren.
Ich freue mich, Euch dieses hervorragend erhaltene und sehr seltenes Sammlerstück präsentieren zu können, was heute nur noch schwer zu bekommen sein dürfte.
©. Menzel 2015
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Dienstag, 5. Mai 2015
Freitag, 18. April 2014
Halonlöscher
Als
Halonlöscher werden diejenigen Feuerlöscher bezeichnet, in welchen
halogenierte Kohlenwasserstoffe als Löschmittel zum Einsatz kamen. Im
Laufe ihres 80-jährigen Bestehens von 1914 bis 1994 änderten sich die
Halongemische, sodass ziemlich genau nacheinander Tetra (Halon 1400),
Bromchlormethan (Halon 1011) und Bromchlordifluormethan (Halon 1211) als
Löschmittel zum Einsatz kamen. Bromtrifluormethan (Halon 1301) wurde
ebenfalls als Feuerlöschmittel eingesetzt, jedoch nur in stationären
Anlagen und nicht in Handfeuerlöschern, weswegen wir dieses hier an dieser Stelle erst einmal außen vorlassen. Die Angaben beziehen sich zudem ausschließlich auf Feuerlöscher aus Westdeutschland, da in der DDR
andere Halone wie z.B. Mischungen mit Methylbromid oder
Dibromtetrafluorethan (Halon 2402) in Verbindung mit Kohlendioxid in
sog. Kolon-Löschern verwendet wurden. Auf die Besonderheiten der
DDR-Halonlöscher wird an anderer Stelle noch einmal gesondert
eingegangen werden.
Eigentlich bezeichnet man nur die mit Halon 1211 befüllten Feuerlöscher als Halonlöscher. Die mit Tetrachlorkohlenstoff befüllten Feuerlöscher werden in der Regel als Tetralöscher und die mit Bromchlormethan befüllten als CB- oder (fälschlicherweise) Bromid-Löscher bezeichnet.
Das Löschmittel Halon
Als halogenierte Kohlenwasserstoffe oder Halogenkohlenwasserstoffe werden
Kohlenwasserstoffe bezeichnet, bei denen mindestens ein Wasserstoffatom
durch eines der Halogene Fluor, Chlor, Brom oder Iod ersetzt wurde.
Es gibt unterschiedliche Gruppen von Halogenkohlenwasserstoffen, von denen für unsere Zwecke lediglich die aliphatischen Halogenkohlenwasserstoffe von Bedeutung sind. Sie lassen sich in Halogenalkane, Halogenalkene und Halogenaromaten einteilen. In Bezug auf ihre Verwendung als Löschmittel sind von diesen drei Untergruppen nur die Halogenalkane von Belang. Bekannte Halogenalkane sind zum Beispiel Chloroform (Narkosemittel), Hexachlorcyclohexan (Insektizid Lindan) sowie eben auch die Löschmittel Tetrachlorkohlenstoff, Bromchlormethan, Bromchlordifluormethan und Bromtrifluormethan. Anhand der Tatsache, dass ein starkes Narkosemittel, ein hochgiftiges Insektizit und die Feuerlöschmittel alle aus der gleichen Stoffgruppe kommen, lässt sich bereits erahnen, dass die Halone selbst sowie auch ihre Anwendung alles andere als gesund war, zumal sie sich durch ihre hohe Stabilität und ihren lipophilen Charakter in der Fettschicht von Mensch und Tier anreichern. Doch dazu später mehr.
Da vor allem das zuletzt verwendete Halon 1211 im hohen Maße die Ozonschicht angreift, sind Bereitstellung, Produktion, Vertrieb und Wartung von Halonlöschern in Deutschland seit dem 1. Januar 1994 verboten. Für teilhalogenierte Fluor-Brom-Kohlenwasserstoffe (HFBKW) war das Ausstiegsdatum der 1. Januar 1996. Seit dem Jahr 2000 dürfen in ganz Europa Halone nur in solchen Anwendungsbereichen verwendet werden, die im Anhang VII der Verordnung (EG) Nr. 2037/2000 bzw. (EG) 1005/2009 als kritische Verwendungszwecke aufgelistet und damit zugelassen sind. Ein Beispiel wäre die zivile und militärische Luftfahrt, wo Halone in stationären Anlagen an den Triebwerken und in Handfeuerlöschern im Inneraum mitgeführt werden. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist damit aber auch spätestens 2040 Schluss.
Löschwirkung der Halone
Die Löschwirkung der Halone beruht auf dem Antikatalytischen Löscheffekt, d.h., die Verbrennungsreaktion wird auf chemischem Wege gestört. Unter Hitzeeinwirkung spalten die Halone freie Radikale ab, welche sich anstelle des zur Verbrennung nötigen Sauerstoffs an das Brandgut anheften und so die Reaktion schlagartig zum Erliegen bringen.
Tetralöscher
In Tetralöschern kam Tetrachlorkohlenstoff (chem. CCL4 –
auch Tetra, Tetrachlormethan, Kohlenstofftetrachlorid) als Löschmittel
zum Einsatz. Tertrachlorkohlenstoff ist eine chemische Verbindung aus
der Reihe der Chlorkohlenwasserstoffe, bei der alle Wasserstoffatome (H)
des Methans (CH4) durch Chloratome (Cl) substituiert, also ersetzt worden sind.
Tetrachlorkohlenstoff ist eine farblose, stark lichtbrechende, süßlich riechende, nicht brennbare, hochgiftige Flüssigkeit mit einem Schmelzpunkt von −23 °C und einem Siedepunkt von 76,7 °C. Es ist nicht mit Wasser mischbar, dafür aber sehr gut mit Ethanol, Ether oder Benzin. Da es hervorragend Fette, Öle und Harze löst, kam es früher auch in großen Mengen in chemischen Reinigungen zum Einsatz.
Die Firma MINIMAX hatte im Jahre 1914 in Zusammenarbeit mit den Firmen Hoechst und Junkers einen 2-Liter und ein 6-Liter Löscher erfolgreich testen lassen und daher gilt das Jahr 1914 als Geburtsstunde der Tetralöscher in Deutschland. Unter Druck gesetzt wurden diese frühen Exemplare nach dem gleichen Prinzip wie MINIMAX´ berühmte Spitztüten, indem sie mit einem unten am Löscher angebrachten Schlagknopf auf den Boden gestoßen wurden. Hierbei zerstörte ein Druckstift eine im Behälterinneren befindliche Glastube mit Schwefelsäure und Natron. Das Vermischen der beiden Chemikalien erzeugte dann den nötigen Betriebsdruck. Durch Betätigen des Drehventils konnte das Löschmittel dann ausgestoßen werden.
Die ersten Tetra-Löscher mit einem Druckluftpolster (Dauerdrucklöscher) wurden ca. 1925 von der Firma WINTRICH entwickelt. Bis Mitte der 1920er Jahre wurden bereits knapp 1 Mio Tetralöscher in Umlauf gebracht, obwohl die außerordentliche Giftigkeit des Löschmittels von vorn herein bekannt war. Auslöser für diesen Boom war die schnell wachsende Motorisierung und die daraus resultierenden, immer häufiger werdenden Benzinbrände. Regelmäßig gingen Werkstätten, Tankstellen sowie natürlich auch Autos in Flammen auf und es gab damals kein besseres und günstigeres Löschmittel als Tetra. Doch so gut diese Löscher auch löschten – sie waren tödlich giftig. Die Wirkung der Tetra-Dämpfe in Reinform auf den Menschen hängt von der Konzentration ab. Niedrige Konzentrationen führen zu Unwohlsein, Schwindel und Sinnesstörungen sowie bei häufigerer Exposition zu Organschäden, welche in der Regel tödlich enden. Hohe Konzentrationen führen dagegen sofort zu Bewusstlosigkeit, Koma und Tod. Bei sachgemäßer Benutzung der Tetralöscher zum Ablöschen eines Brandes entstehen weitere giftige Gase. Unter Hitzeeinwirkung zersetzt sich Tetrachlorkohlenstoff unter anderem zu Phosgen, ein Giftgas, welches im Ersten Weltkrieg traurige Berühmtheit erlangte. Vorbote des Giftgases ist Salzsäuregas, welches einen starken Hustenreiz auslöst. Dieses stark reizende, ätzende und ebenfalls giftige Pyrolysegas zwang den Löschenden zum Verlassen des Brandherdes - meistens vor dem Einatmen einer tödlichen Menge Phosgen. Es gab jedoch viele Todesfälle bei der unsachgemäßen Benutzung der Tetralöscher, z. B. zu Reinigungszwecken oder zur Vernichtung von Ungeziefer. Auch sonst ist Tetrachlorkohlenstoff hochgradig umweltschädigend und wirkt tödlich auf alle Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen). Zudem steht es seit längerer Zeit unter dem Verdacht, krebserregend zu sein. Von der krebserregenden Wirkung wusste man damals noch nicht, von der Giftigkeit aber wie gesagt schon. Der erste Schritt zur Sicherheit erfolgte 1923 durch einen sogenannten “Tetra-Ausschuss”. Dieser legte fest, dass die Maximalgröße der Tetralöscher auf immer noch unglaubliche 6 Liter Inhalt pro Gerät beschränkt bleiben muss – eine Giftmenge, mit der man zig Menschen hätte töten können. Die gängisten Größen der Tetra-Löscher waren fortan Geräte mit 0,5 l, 0,8 l, 1 l, 2 l, 4 l und 6 l Inhalt. Das Aussehen der Tetralöscher hat sich bis zu ihrem endgültigen Verbot im Jahre 1964* nur wenig verändert. Nach der Einführung des Druckluftpolsters 1925 verschwand in den 1930er Jahren lediglich der Schlagknopf an der Unterseite. Da die Tetralöscher seit nunmehr 50 Jahren vom Markt verschwunden sind, sind sie sehr rar geworden. In der Öffentlichkeit sieht man sie gar nicht mehr, aber dafür vereinzelt in Auktionshäusern (eBay) oder bei der Entrümpelung alter Gebäude. Gewarnt seien an dieser Stelle alle diejenigen, die einen Tetralöscher zu Dekozwecken erwerben möchten! Vor allem bei ebay sieht man immer wieder Anbieter, die gefüllte Geräte verkaufen – meistens nichts wissend über den gefährlichen Inhalt. Hin und wieder liest man auch “Ich hab den Löscher entleert…” oder “Ich habe den Löscher ausprobiert und er geht noch…”. Ein Albtraum! Aufgrund der Giftigkeit des Tetras ist in jedem Falle davon abzuraten, einen solchen Löscher im gefüllten Zustand zu erwerben! Wer einen solchen Löscher verkauft macht sich übrigens strafbar, da der Handel bzw. das Inverkehrbringen von Tetrachlorkohlenstoff verboten ist! Tauchen solche Geräte bei Entrümpelungen oder in alten Gebäuden auf, sind sie in der Regel noch gefüllt und sollten daher nur mit größter Vorsicht behandelt und schon gar nicht ausprobiert werden! Wenn sie als Dekoration dienen sollen, dann müssen sie in jedem Falle fachgerecht entleert werden. Wenn nicht, müssen sie als Sondermüll entsorgt werden, was unter Umständen eine Gebühr kostet (pauschal pro Liter oder pro Gerät).
*Hersteller wie z.B. TOTAL haben die Produktion von Tetralöschern bereits 1957 eingestellt.
Bromchlormethanlöscher
Beim Bromchlormethan (CH2BrCl,
auch Chlorbrommethan, CB oder fälschlich Bromid) wurden im Gegensatz
zum Tetrachlorkohlenstoff nur zwei der vier Wasserstoffatome des Methans
substituiert - eines durch Brom und das andere durch Chlor. Bereits
Ende der 1930er Jahre wurde die Substanz erfolgreich als
Feuerlöschmittel für Marine und Luftwaffe getestet und anstelle von
Tetra in die gleichen Behälter mit Druckluftpolster und Drehventil
gefüllt. Das in den CB-Löschern verwendete Bromchlormethan bot gegenüber
den Tetralöschern den Vorteil, dass es weit weniger toxisch war als
Tetra und dadurch viel sicherer in der Anwendung für die Besatzungen von
Flugzeugen und Schiffen, deren Ausweichmöglichkeiten doch sehr
beschränkt waren. Dennoch barg es Gefahren für Mensch und Umwelt. Auf
Mensch und Tier hat Bromchlormethan in Reinform eine narkotische
Wirkung, die bei hohen Konzentrationen auch zum Tod führen kann.
Außerdem steht Bromchlormethan ebenso wie Tetrachlorkohlenstoff in
Verdacht, krebserregend zu sein. Im Löscheinsatz (ab 400°C) zersetzt es
sich unter anderem in die giftigen Gase Chlorwasserstoff und
Bromwasserstoff und stellte somit immer noch eine Gefährdung für den
Löschenden dar. Zum Schluss ist noch die stark ozonschädigende Wirkung
zu nennen.
Die CB-Löscher verschwanden in der ersten Hälfte der 1970er Jahre ebenfalls aufgrund ihrer Giftigkeit und Umweltschädlichkeit vom Markt. Heutzutage tauchen die CB-Löscher aus westdeutscher Produktion (GLORIA, MINIMAX, BAVARIA etc.) nur als kleine Vergaserbrand-Löscher mit 0,2l Inhalt auf. Dies lässt die Vermutung zu, dass es sie in gar keinen anderen Größen mehr gegeben hat - ob aus Umweltschutzgründen oder anderen Umständen bleibt dabei Spekulation. Wenn jemand mit so einem Objekt liebäugelt, z.B. zur originalgetreuen Ausstattung seines Oldtimers (bei vielen VW gehörten die Löscher zur Ausstattungund), der sei auch hier vor gefüllten Geräten gewarnt. CB ist nicht so giftig wie Tetra, aber es reicht dennoch für ernste Gesundheits- und Umweltschäden. Gefüllte Geräte fachgerecht entleeren lassen und nicht ausprobieren. Das Mitführen solcher gefüllten Löscher in Fahrzeugen ist übrigens auch verboten und kostet Strafe.
Halonlöscher
Anfang
der 1970er Jahre kam ein neues Löschmittel auf Basis von halogenierten
Kohlenwasserstoffen auf den Markt – das Halon 1211 (CBrClF2 – Bromchlordifluormethan),
welches unter anderem auch als Kältemittel Freon 12B1 in Kühlschränken
zum Einsatz kam. Hier wurden ebenfalls die vier Wasserstoffatome des Methans
ersetzt, und zwar durch jeweils ein Brom- und ein Chloratom sowie durch
zwei Fluoratome. Halon 1211 stellte eine wesentliche Verbesserung im
Vergleich zu den CB-Löschern dar, denn es war nochmals um einiges
weniger toxisch als sein Vorgänger und durch die sich leicht abspaltenden Brom- und Fluoratome auch wesentlich löschwirksamer. Die Löschgase waren zwar immer noch
giftig, jedoch war es mit diesen Löschern um einiges schwerer, sich
damit aus Versehen in ernsthafte Lebensgafahr zu bringen. Die
Halonlöscher waren nach wie vor Dauerdrucklöscher, doch änderte sich ihr
Aussehen und sie wurden auch wieder mit verschiedenen Füllmengen
angeboten. Bis zum Ende der 1970er ähnelten die kleinen Geräte den 1,5
kg- bzw. ab 1977 den 2kg Kohlensäure-Gaslöschern mit Pistolengriff und
Zughebelarmatur - Ab 1978 waren diese Geräte dann überwiegend als
Autolöscher mit Druckhebelarmatur, ähnlich dem GLORIA PG 2 SPX
ausgebildet. Ab etwa 1980 gab es auch wieder Geräte mit 6 kg Füllmenge,
welche mit einer schweren Druckhebelarmatur ausgerüstet waren und über
einen Schlauch mit einer charakteristischen Düse verfügten. Diese
unterschied sie stets und auf den ersten Blick von teilweise gleich
aussehenden Pulverlöschern (z.B. GLORIA HA 6 V vs. GLORIA PA 6 GD). Die
gängisten Größen waren Löscher mit 2kg, 4kg und 6kg Halon 1211. Obwohl
die Anwendung von Halon 1211 für den Löschenden wesentlich sicherer war
als die von Tetra und Halon 1011, blieb die extreme Umweltgefährlichkeit
bestehen. Halon 1211 hatte eine derart schädliche Wirkung auf die
Ozonschicht, dass es schnell als Ozon-Killer in Verruf kam. Im Jahre
1994 wurden im Zuge der am 01.08.1991 in Kraft
getretenenFCKW-Halon-Verbotsordnung die Herstellung, der Vertrieb sowie die
weitere Instandhaltung von Halon-Feuerlöschern deutschlandweit
verboten. Hierauf verschwanden sie wegen groß angelegter
Einziehungsmaßnahmen fast schlagartig und komplett vom Markt. Auch bei
ebay sind sie nur sehr sehr selten anzutreffen. Die wenigen Exemplare,
die hin und wieder auftauchen sind heiß begehrt und werden
dementsprechend teuer gehandelt. Zum einen sind es wieder Autoliebhaber,
die ihren Mercedes (W124 und W126 - die Vorgänger /8, W123 und W116
hatten stets MINIMAX PU 1 an Bord) oder BMW (E32, W34, E36) wieder
originalgetreu herrichten wollen, andererseits auch viele
Freizeit-Kapitäne, die so einen Feuerlöscher gern auf ihrem Boot hätten.
Aber Vorsicht: In Deutschland sind das Mitführen gefüllter Halonlöscher
und auch deren Verwendung im Ernstfall (!) verboten. Wer damit erwischt
wird, zahlt unter Umständen dicke Strafen.
Fest steht, dass die halogenierten Kohlenwasserstoffe in Form von Tetra, CB und Halon 1211 die besten und wirkungsvollsten Löschmittel gegen reine Flammenbrände der Brandklassen B und C waren. Bis heute konnte kein würdiger Ersatz gefunden werden, welcher auch nur annähernd so effektiv löscht. Die Geschichte hat jedoch gezeigt, dass die halogenierten Kohlenwasserstoffe aufgrund ihrer Giftigkeit und Umweltschädlichkeit kein fester Bestandteil im breit angelegten Sicherheitsdenken werden konnten und die Belange der Anwendersicherheit und des Umweltschutzes am Ende im Vordergrund standen und diese Löscher nach exakt 80 Jahren aufhörten zu existieren.
Freilich: Das Tetra- und CB-Löscher aufgrund ihrer Giftigkeit verboten worden sind, war eine gute und auch richtige Entscheidung. Etwas kontrovers ist jedoch das Verbot der Halon 1211-Feuerlöscher. Es ist zwar wissenschaftlich eindeutig bewiesen worden, dass sie in hohem Maße die Ozonschicht schädigen - das jedoch nur, wenn sie in Betrieb gesetzt werden und das Löschgas in die Atmosphäre gelangt. Allein an dieser Tatsache gemessen wäre es vielleicht sogar möglich gewesen, diese Geräte weiter für den Brandschutz vorzuhalten, da das Halon 1211 im Prinzip erst dann die Ozonschicht schädigt, wenn es den Behälter verlässt. Es entzieht sich jedoch meiner Kenntnis, wie viel davon beim Produktionsprozess daneben geht und was beim Tausch der Füllung mit der Altfüllung passiert. Das Halon 1211 kann so gesehen selbst nicht schlecht werden, doch da es vor allem in Verbindung mit Wasser (Luftfeuchtigkeit) korrosiv wirkt, wurde bei den Feuerlöschern von Zeit zu Zeit eine Behälterinnenkontrolle nötig, wofür sie entleert werden mussten. Ob das Halon einfach abgeblasen oder aufgefangen wurde, weiß ich wie gesagt nicht. Es wird vermutlich aber dennoch eher an solchen Begleitumständen gelegen haben, dass die Halonlöscher verschwanden und nicht an den Löschern selbst. Außerdem wäre das Halon 1211 - da nun auch keine Kühlschränke mehr damit befüllt wurden - vermutlich so teuer geworden, dass die Bereithaltung von Halonlöschern unwirtschaftlich geworden wäre.
Weitere Informationen speziell zum Halon 1211 findet Ihr in diesem Artikel:
Halon 1211 - vom Wundermittel zum Problemstoff
© C. Müller
Eigentlich bezeichnet man nur die mit Halon 1211 befüllten Feuerlöscher als Halonlöscher. Die mit Tetrachlorkohlenstoff befüllten Feuerlöscher werden in der Regel als Tetralöscher und die mit Bromchlormethan befüllten als CB- oder (fälschlicherweise) Bromid-Löscher bezeichnet.
Das Löschmittel Halon
Es gibt unterschiedliche Gruppen von Halogenkohlenwasserstoffen, von denen für unsere Zwecke lediglich die aliphatischen Halogenkohlenwasserstoffe von Bedeutung sind. Sie lassen sich in Halogenalkane, Halogenalkene und Halogenaromaten einteilen. In Bezug auf ihre Verwendung als Löschmittel sind von diesen drei Untergruppen nur die Halogenalkane von Belang. Bekannte Halogenalkane sind zum Beispiel Chloroform (Narkosemittel), Hexachlorcyclohexan (Insektizid Lindan) sowie eben auch die Löschmittel Tetrachlorkohlenstoff, Bromchlormethan, Bromchlordifluormethan und Bromtrifluormethan. Anhand der Tatsache, dass ein starkes Narkosemittel, ein hochgiftiges Insektizit und die Feuerlöschmittel alle aus der gleichen Stoffgruppe kommen, lässt sich bereits erahnen, dass die Halone selbst sowie auch ihre Anwendung alles andere als gesund war, zumal sie sich durch ihre hohe Stabilität und ihren lipophilen Charakter in der Fettschicht von Mensch und Tier anreichern. Doch dazu später mehr.
Da vor allem das zuletzt verwendete Halon 1211 im hohen Maße die Ozonschicht angreift, sind Bereitstellung, Produktion, Vertrieb und Wartung von Halonlöschern in Deutschland seit dem 1. Januar 1994 verboten. Für teilhalogenierte Fluor-Brom-Kohlenwasserstoffe (HFBKW) war das Ausstiegsdatum der 1. Januar 1996. Seit dem Jahr 2000 dürfen in ganz Europa Halone nur in solchen Anwendungsbereichen verwendet werden, die im Anhang VII der Verordnung (EG) Nr. 2037/2000 bzw. (EG) 1005/2009 als kritische Verwendungszwecke aufgelistet und damit zugelassen sind. Ein Beispiel wäre die zivile und militärische Luftfahrt, wo Halone in stationären Anlagen an den Triebwerken und in Handfeuerlöschern im Inneraum mitgeführt werden. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist damit aber auch spätestens 2040 Schluss.
Löschwirkung der Halone
Die Löschwirkung der Halone beruht auf dem Antikatalytischen Löscheffekt, d.h., die Verbrennungsreaktion wird auf chemischem Wege gestört. Unter Hitzeeinwirkung spalten die Halone freie Radikale ab, welche sich anstelle des zur Verbrennung nötigen Sauerstoffs an das Brandgut anheften und so die Reaktion schlagartig zum Erliegen bringen.
Tetralöscher
Tetrachlorkohlenstoff ist eine farblose, stark lichtbrechende, süßlich riechende, nicht brennbare, hochgiftige Flüssigkeit mit einem Schmelzpunkt von −23 °C und einem Siedepunkt von 76,7 °C. Es ist nicht mit Wasser mischbar, dafür aber sehr gut mit Ethanol, Ether oder Benzin. Da es hervorragend Fette, Öle und Harze löst, kam es früher auch in großen Mengen in chemischen Reinigungen zum Einsatz.
Die Firma MINIMAX hatte im Jahre 1914 in Zusammenarbeit mit den Firmen Hoechst und Junkers einen 2-Liter und ein 6-Liter Löscher erfolgreich testen lassen und daher gilt das Jahr 1914 als Geburtsstunde der Tetralöscher in Deutschland. Unter Druck gesetzt wurden diese frühen Exemplare nach dem gleichen Prinzip wie MINIMAX´ berühmte Spitztüten, indem sie mit einem unten am Löscher angebrachten Schlagknopf auf den Boden gestoßen wurden. Hierbei zerstörte ein Druckstift eine im Behälterinneren befindliche Glastube mit Schwefelsäure und Natron. Das Vermischen der beiden Chemikalien erzeugte dann den nötigen Betriebsdruck. Durch Betätigen des Drehventils konnte das Löschmittel dann ausgestoßen werden.
Die ersten Tetra-Löscher mit einem Druckluftpolster (Dauerdrucklöscher) wurden ca. 1925 von der Firma WINTRICH entwickelt. Bis Mitte der 1920er Jahre wurden bereits knapp 1 Mio Tetralöscher in Umlauf gebracht, obwohl die außerordentliche Giftigkeit des Löschmittels von vorn herein bekannt war. Auslöser für diesen Boom war die schnell wachsende Motorisierung und die daraus resultierenden, immer häufiger werdenden Benzinbrände. Regelmäßig gingen Werkstätten, Tankstellen sowie natürlich auch Autos in Flammen auf und es gab damals kein besseres und günstigeres Löschmittel als Tetra. Doch so gut diese Löscher auch löschten – sie waren tödlich giftig. Die Wirkung der Tetra-Dämpfe in Reinform auf den Menschen hängt von der Konzentration ab. Niedrige Konzentrationen führen zu Unwohlsein, Schwindel und Sinnesstörungen sowie bei häufigerer Exposition zu Organschäden, welche in der Regel tödlich enden. Hohe Konzentrationen führen dagegen sofort zu Bewusstlosigkeit, Koma und Tod. Bei sachgemäßer Benutzung der Tetralöscher zum Ablöschen eines Brandes entstehen weitere giftige Gase. Unter Hitzeeinwirkung zersetzt sich Tetrachlorkohlenstoff unter anderem zu Phosgen, ein Giftgas, welches im Ersten Weltkrieg traurige Berühmtheit erlangte. Vorbote des Giftgases ist Salzsäuregas, welches einen starken Hustenreiz auslöst. Dieses stark reizende, ätzende und ebenfalls giftige Pyrolysegas zwang den Löschenden zum Verlassen des Brandherdes - meistens vor dem Einatmen einer tödlichen Menge Phosgen. Es gab jedoch viele Todesfälle bei der unsachgemäßen Benutzung der Tetralöscher, z. B. zu Reinigungszwecken oder zur Vernichtung von Ungeziefer. Auch sonst ist Tetrachlorkohlenstoff hochgradig umweltschädigend und wirkt tödlich auf alle Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen). Zudem steht es seit längerer Zeit unter dem Verdacht, krebserregend zu sein. Von der krebserregenden Wirkung wusste man damals noch nicht, von der Giftigkeit aber wie gesagt schon. Der erste Schritt zur Sicherheit erfolgte 1923 durch einen sogenannten “Tetra-Ausschuss”. Dieser legte fest, dass die Maximalgröße der Tetralöscher auf immer noch unglaubliche 6 Liter Inhalt pro Gerät beschränkt bleiben muss – eine Giftmenge, mit der man zig Menschen hätte töten können. Die gängisten Größen der Tetra-Löscher waren fortan Geräte mit 0,5 l, 0,8 l, 1 l, 2 l, 4 l und 6 l Inhalt. Das Aussehen der Tetralöscher hat sich bis zu ihrem endgültigen Verbot im Jahre 1964* nur wenig verändert. Nach der Einführung des Druckluftpolsters 1925 verschwand in den 1930er Jahren lediglich der Schlagknopf an der Unterseite. Da die Tetralöscher seit nunmehr 50 Jahren vom Markt verschwunden sind, sind sie sehr rar geworden. In der Öffentlichkeit sieht man sie gar nicht mehr, aber dafür vereinzelt in Auktionshäusern (eBay) oder bei der Entrümpelung alter Gebäude. Gewarnt seien an dieser Stelle alle diejenigen, die einen Tetralöscher zu Dekozwecken erwerben möchten! Vor allem bei ebay sieht man immer wieder Anbieter, die gefüllte Geräte verkaufen – meistens nichts wissend über den gefährlichen Inhalt. Hin und wieder liest man auch “Ich hab den Löscher entleert…” oder “Ich habe den Löscher ausprobiert und er geht noch…”. Ein Albtraum! Aufgrund der Giftigkeit des Tetras ist in jedem Falle davon abzuraten, einen solchen Löscher im gefüllten Zustand zu erwerben! Wer einen solchen Löscher verkauft macht sich übrigens strafbar, da der Handel bzw. das Inverkehrbringen von Tetrachlorkohlenstoff verboten ist! Tauchen solche Geräte bei Entrümpelungen oder in alten Gebäuden auf, sind sie in der Regel noch gefüllt und sollten daher nur mit größter Vorsicht behandelt und schon gar nicht ausprobiert werden! Wenn sie als Dekoration dienen sollen, dann müssen sie in jedem Falle fachgerecht entleert werden. Wenn nicht, müssen sie als Sondermüll entsorgt werden, was unter Umständen eine Gebühr kostet (pauschal pro Liter oder pro Gerät).
*Hersteller wie z.B. TOTAL haben die Produktion von Tetralöschern bereits 1957 eingestellt.
Bromchlormethanlöscher
Die CB-Löscher verschwanden in der ersten Hälfte der 1970er Jahre ebenfalls aufgrund ihrer Giftigkeit und Umweltschädlichkeit vom Markt. Heutzutage tauchen die CB-Löscher aus westdeutscher Produktion (GLORIA, MINIMAX, BAVARIA etc.) nur als kleine Vergaserbrand-Löscher mit 0,2l Inhalt auf. Dies lässt die Vermutung zu, dass es sie in gar keinen anderen Größen mehr gegeben hat - ob aus Umweltschutzgründen oder anderen Umständen bleibt dabei Spekulation. Wenn jemand mit so einem Objekt liebäugelt, z.B. zur originalgetreuen Ausstattung seines Oldtimers (bei vielen VW gehörten die Löscher zur Ausstattungund), der sei auch hier vor gefüllten Geräten gewarnt. CB ist nicht so giftig wie Tetra, aber es reicht dennoch für ernste Gesundheits- und Umweltschäden. Gefüllte Geräte fachgerecht entleeren lassen und nicht ausprobieren. Das Mitführen solcher gefüllten Löscher in Fahrzeugen ist übrigens auch verboten und kostet Strafe.
Halonlöscher
Fest steht, dass die halogenierten Kohlenwasserstoffe in Form von Tetra, CB und Halon 1211 die besten und wirkungsvollsten Löschmittel gegen reine Flammenbrände der Brandklassen B und C waren. Bis heute konnte kein würdiger Ersatz gefunden werden, welcher auch nur annähernd so effektiv löscht. Die Geschichte hat jedoch gezeigt, dass die halogenierten Kohlenwasserstoffe aufgrund ihrer Giftigkeit und Umweltschädlichkeit kein fester Bestandteil im breit angelegten Sicherheitsdenken werden konnten und die Belange der Anwendersicherheit und des Umweltschutzes am Ende im Vordergrund standen und diese Löscher nach exakt 80 Jahren aufhörten zu existieren.
Freilich: Das Tetra- und CB-Löscher aufgrund ihrer Giftigkeit verboten worden sind, war eine gute und auch richtige Entscheidung. Etwas kontrovers ist jedoch das Verbot der Halon 1211-Feuerlöscher. Es ist zwar wissenschaftlich eindeutig bewiesen worden, dass sie in hohem Maße die Ozonschicht schädigen - das jedoch nur, wenn sie in Betrieb gesetzt werden und das Löschgas in die Atmosphäre gelangt. Allein an dieser Tatsache gemessen wäre es vielleicht sogar möglich gewesen, diese Geräte weiter für den Brandschutz vorzuhalten, da das Halon 1211 im Prinzip erst dann die Ozonschicht schädigt, wenn es den Behälter verlässt. Es entzieht sich jedoch meiner Kenntnis, wie viel davon beim Produktionsprozess daneben geht und was beim Tausch der Füllung mit der Altfüllung passiert. Das Halon 1211 kann so gesehen selbst nicht schlecht werden, doch da es vor allem in Verbindung mit Wasser (Luftfeuchtigkeit) korrosiv wirkt, wurde bei den Feuerlöschern von Zeit zu Zeit eine Behälterinnenkontrolle nötig, wofür sie entleert werden mussten. Ob das Halon einfach abgeblasen oder aufgefangen wurde, weiß ich wie gesagt nicht. Es wird vermutlich aber dennoch eher an solchen Begleitumständen gelegen haben, dass die Halonlöscher verschwanden und nicht an den Löschern selbst. Außerdem wäre das Halon 1211 - da nun auch keine Kühlschränke mehr damit befüllt wurden - vermutlich so teuer geworden, dass die Bereithaltung von Halonlöschern unwirtschaftlich geworden wäre.
Weitere Informationen speziell zum Halon 1211 findet Ihr in diesem Artikel:
Halon 1211 - vom Wundermittel zum Problemstoff
© C. Müller
Donnerstag, 26. Dezember 2013
GLORIA TETRA-LÖSCHER Typ 1/2 Ltr. Bj. 1952
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| GLORIA 1/2 Ltr. - 1952 |
(H. SCHULTE-FRANKENFELD - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik)
TETRA-LÖSCHER
Typ: 1/2 Ltr.
Baujahr: 1952
Bauart: T 1/2 L
Inhalt: 0,5 l Tetrachlorkohlenstoff
Gewicht des gefüllten Geräts: ca. 3 kg
Geschichte
Was ich Euch hier präsentiere ist ein echtes Sahnestück aus den frühen Jahren der Firma GLORIA! Man sieht auf den ersten Blick schon, dass der Erhaltungszustand nicht mehr ganz so gut ist, aber der Aufdruck ist noch gut lesbar und außerdem ist dieser Löscher heute derartig selten, dass man da einfach zulangen muss, wenn man so einen in die Finger bekommt. Es ist zwar nicht mehr so gut zu erkennen, aber in den Herstellerangaben ist der Produktionsort noch mit "GÜTERSLOH i. W." angegeben und das hat absoluten Seltenheitswert. Die Firma GLORIA wurde 1945 in Gütersloh gegründet und verlagerte den Produktionsstandort 1952 nach Wadersloh. Die Angabe des Produktionsstandortes mit "Gütersloh" belegt, dass es sich hier um eines der ersten Geräte handelt, welche von GLORIA überhaupt produziert worden sind.
Dass es sich generell um eines der Erstgeräte nach 1945 handelt, ist auch daran zu erkennen, dass weder irgendeine DIN-Klassifizierung, noch eine wirkliche Typenbezeichnung und noch irgendwelche Angaben zu den Brandklassen im Aufdruck zu finden sind.
GLORIA baute in der Anfangszeit überwiegend nur kleine Handfeuerlöscher mit einer einfachen Technik ganz nach Art dieses Modells. Am Behälterboden befindet sich eine eine 24er Mutter, über welche das Gerät geöffnet und mit Löschmittel gefüllt werden konnte. Nach dem Einfüllen des flüssigen Tetrachlorkohlenstoffs wurde die Mutter festgezogen, das Drehventil bis zum Anschlag geöffnet und der Feuerlöscher über die Auslassdüse unter Druck gesetzt, welcher zu dieser Zeit meine ich nicht mehr als 10 bar betragen hat. Es könnte sogar sein, dass der Behälter zum Schutz vor Korrosion von Innen noch mit Blei ausgeschlagen ist - zumindest würde sich so das doch recht hohe Gesamtgewicht des leeren Behälters von rund 2,5 kg erklären.
Eingesetzt wurden Feuerlöscher dieser Art allein aufgrund ihrer handlichen Größe und der geringen Löschmittelmenge vornehmlich in Kraftfahrzeugen und Garagen. Doch auch wenn der Löscher klein und niedlich wirkt - das Löschmittel hatte es in sich! Tetrachlorkohlenstoff ist hochgiftig und führte bei Löscheinsätzen und unsachgemäßem Umgang zu Reinigungszwecken oder zur Insektenvernichtung regelmäßig zu schweren Vergiftungen, welche nicht selten - wenn auch erst Wochen später - tödlich endeten. Aufgrund seiner außerordentlichen Giftigkeit wurde Tetrachlorkohlenstoff bei GLORIA letztmalig 1960 als Löschmittel verwendet und 1964 schließlich Deutschlandweit als Feuerlöschmittel verboten.
© C. Müller
Mittwoch, 19. September 2012
NEURUPPIN TETRA 1 Autolöscher Bj. 1959
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| NEURUPPIN TETRA 1 Autolöscher 1959 |
Tetra 1 Autolöscher
Bauart: T1 LfS
Baujahr: 1959
Bauart: Dauerdrucklöscher mit Druckluftpolster (T 1 L)
Inhalt: 1 l Tetrachlorkohlenstoff
Gewicht des gefüllten Geräts: ca. 4 kg
Geschichte
Ein schönes Stück DDR-Geschichte. Was diesen Löscher besonders macht, ist der schwarz-goldene Aufdruck, denn eigentlich wurde diese Version gegen Ende der 1950er Jahre durch den bekannten gelb-schwarzen ersetzt. Feuerlöscher dieses Typs kamen, wie es die Bezeichnung schon sagt, hauptsächlich an Bord von Fahrzeugen zum Einsatz. Sie waren leicht, handlich und mit einem der besten Löschmittel gegen Benzinbrände gefüllt. Mit einem Druck von 15 ATÜ konnten sie das Emixol (veredelte Form von Tetrachlorkohlenstoff) zudem 5-7 Meter weit verspritzen, weswegen brennende Fahrzeuge aus einem sicheren Abstand abgelöscht werden konnten.
Ein sehr seltener Feuerlöscher in erstklassigem Zustand, welcher heute - außer in Sammlerhand - nicht mehr zu finden sein dürfte.
© Text: C. Müller
© Bild und Informationen Andreas
Mittwoch, 15. August 2012
GLORIA DIN TETRA 2 Bj. 1957
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| GLORIA DIN TETRA 2 1957 |
TETRA-LÖSCHER
DIN TETRA 2
Baujahr: 1957
Bauart: T 2 L - Dauerdrucklöscher mit Druckluftpolster
Inhalt: 2 kg Tetrachlorkohlenstoff (CCL4, Halon 1400)
Gewicht des gefüllten Geräts: 4 kg
Geschichte
Tetralöscher gehörten zu den ersten Geräten, welche bei GLORIA produziert wurden, da sie von der Bauart her zu den einfachsten Feuerlöschern zählten. Für dieses simple, aber wirkungsvolle Gerät brauchte es nicht mehr als einen Behälter aus Stahlblech - von innen vermutlich verzinkt oder mit einer Bleilegierung versehen -, einem einfachen Drehventil mit Federmechanismus sowie zwei Litern Tetrachlorcholenstoff und fertig war der Tetralöscher. Tetralöscher fanden bis fast zum Ende der 1950er Jahre immer noch einen großen Absatz, da ihre schnelle, fast schlagartige Löschwirkung bei Flüssigkeitsbränden noch aus Vorkriegszeiten bekannt war, ihr rückstandsloses Löschen bei Bränden in elektrischen Anlagen geschätzt wurde und es einfach noch kein wirkungsvolleres Löschmittel in diesem Bereich gab. Kohlendioxid (damals Kohlensäure-Schneelöscher genannt) erzielten auch gute Resultate und löschten ebenfalls rückstandsfrei, doch waren sie um einiges teurer. 1955 wurde zwar das ABC-Pulver entwickelt und das herkömmliche BC-Pulver machte auch weitere Fortschritte, doch so wirkungsvoll wie Tetra waren auch sie nicht.
Dass Tetrachlorkohlenstoff hochgiftig ist, interessierte dabei noch nicht wirklich jemanden. Die Giftigkeit war von Anfang an bekannt, doch man beschränkte sich in der Nachkriegszeit bis etwa 1957 darauf, vor einer Verwendung in engen, schlecht belüfteten Räumen zu warnen (siehe grüne Banderole oben am Behälter). Später folgte der Hinweis, dass Teralöscher nur im Freien verwendet werden dürfen - dies wird so gegen Ende der 1950er Jahre oder 1960 gewesen sein. Zu diesem Zeitpunkt hatten einige Hersteller wie z.B TOTAL die Tetralöscher bereits aus der Produktion genommen. Wartung und Service liefen aber weiter, bis diese Löscher wegen ihrer auußerordentlichen Giftigkeit, die aufgrund unsachgemäßer Benutzung immer wieder zu Todesfällen führte, 1964 schließlich ganz verboten wurden. Bei GLORIA muss die Produktion der Tetralöscher bis ca 190/61 gedauert haben, da auch Exemplare mit goldenem Aufdruck existieren, allerdings nur mit kleinem GLORIA-Signet wie dieses Modell von 1957.
Dieser seltene Tetralöscher aus dem Hause GLORIA trägt den ersten grünen Aufdruck und verfügt wie die 2-Liter-Modelle anderer Hersteller über einen Handgriff. Eingesetzt wurden diese Löscher in Garagen, auf Fahrzeugen, an Tankstellen, in Lackierereien und Technikzentralen - eben überall dort, wo eine besondere Gefährdung durch brennbare Flüssigkeiten bestand und ein rückstandsloses, elektrisch nicht leitendes Löschmittel benötigt wurde. Da 1964 alle Tetralöscher in kurzer Zeit und restlos aus dem Verkehr gezogen wurden, grenzt es beinahe an ein Wunder, solch ein seltenes Modell der ersten Serie zu finden. Ich vermute, dass es sich um ein "vergessenes Modell" handelt, welches jahrzentzelang irgendwo unberührt hing, bis es beim entrümpeln gefunden wurde. Der Erhaltungszustand ist bis auf ein paar Lackabplatzer und ein rostiges Handrad hervorragend.
© C. Müller
Sonntag, 10. Juni 2012
Halonlöscher
Eigentlich nennt man nur die mit Halon 1211 befüllten Feuerlöscher Halonlöscher. Die mit Tetrachlorkohlenstoff befüllten Feuerlöscher werden in der Regel als Tetralöscher und die mit Bromchlormethan befüllten als CB- oder Bromid-Löscher bezeichnet.
Das Löschmittel Halon
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| Halon 1211 |
Es gibt unterschiedliche Gruppen von Halogenkohlenwasserstoffen, von denen für unsere Zwecke lediglich die aliphatischen Halogenkohlenwasserstoffe von Bedeutung sind. Sie lassen sich in Halogenalkane, Halogenalkene und Halogenaromaten einteilen. In Bezug auf ihre Verwendung als Löschmittel sind von diesen drei Untergruppen nur die Halogenalkane von Belang. Bekannte Halogenalkane sind zum Beispiel Chloroform (Narkosemittel), Hexachlorcyclohexan (Insektizid Lindan) sowie eben auch die Löschmittel Tetrachlorkohlenstoff, Bromchlormethan, Bromchlordifluormethan und Bromtrifluormethan. Anhand der Tatsache, dass ein starkes Narkosemittel, ein hochgiftiges Insektizit und die Feuerlöschmittel alle aus der gleichen Stoffgruppe kommen, lässt sich bereits erahnen, dass die Halone selbst sowie auch ihre Anwendung alles andere als gesund war, zumal sie sich durch ihre hohe Stabilität und ihren lipophilen Charakter in der Fettschicht von Mensch und Tier anreichern. Doch dazu später mehr.
Da vor allem das zuletzt verwendete Halon 1211 im hohen Maße die Ozonschicht angreift, sind Bereitstellung, Produktion, Vertrieb und Wartung von Halonlöschern in Deutschland seit dem 1. Januar 1994 verboten. Für teilhalogenierte Fluor-Brom-Kohlenwasserstoffe (HFBKW) war das Ausstiegsdatum der 1. Januar 1996. Seit dem Jahr 2000 dürfen in ganz Europa Halone nur in solchen Anwendungsbereichen verwendet werden, die im Anhang VII der Verordnung (EG) Nr. 2037/2000 als kritische Verwendungszwecke aufgelistet und damit zugelassen sind. Ein Beispiel wäre die zivile und militärische Luftfahrt, wo Halone in stationären Anlagen an den Triebwerken und in Handfeuerlöschern im Inneraum mitgeführt werden.
Löschwirkung der Halone
Die Löschwirkung der Halone beruht auf dem Antikatalytischen Löscheffekt, d.h., die Verbrennungsreaktion wird auf chemischem Wege gestört. Unter Hitzeeinwirkung spalten die Halone freie Radikale ab, welche sich anstelle des zur Verbrennung nötigen Sauerstoffs an das Brandgut anheften und so die Reaktion schlagartig zum Erliegen bringen.
Tetralöscher
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| GLORIA Tetralöscher |
Tetrachlorkohlenstoff ist eine farblose, stark lichtbrechende, süßlich riechende, nicht brennbare, hochgiftige Flüssigkeit mit einem Schmelzpunkt von −23 °C und einem Siedepunkt von 76,7 °C. Es ist nicht mit Wasser mischbar, dafür aber sehr gut mit Ethanol, Ether oder Benzin. Da es hervorragend Fette, Öle und Harze löst, kam es früher auch in großen Mengen in chemischen Reinigungen zum Einsatz.
Die Firma MINIMAX hatte im Jahre 1914 in Zusammenarbeit mit den Firmen Hoechst und Junkers einen 2-Liter und ein 6-Liter Löscher erfolgreich testen lassen und daher gilt das Jahr 1914 als Geburtsstunde der Tetralöscher in Deutschland. Unter Druck gesetzt wurden diese frühen Exemplare nach dem gleichen Prinzip wie MINIMAX´ berühmte Spitztüten, indem sie mit einem unten am Löscher angebrachten Schlagknopf auf den Boden gestoßen wurden. Hierbei zerstörte ein Druckstift eine im Behälterinneren befindliche Glastube mit Schwefelsäure und Natron. Das Vermischen der beiden Chemikalien erzeugte dann den nötigen Betriebsdruck. Durch Betätigen des Drehventils konnte das Löschmittel dann ausgestoßen werden.
Die ersten Tetra-Löscher mit einem Druckluftpolster (Dauerdrucklöscher) wurden ca. 1925 von der Firma WINTRICH entwickelt. Bis Mitte der 1920er Jahre wurden bereits knapp 1 Mio Tetralöscher in Umlauf gebracht, obwohl die außerordentliche Giftigkeit des Löschmittels von vorn herein bekannt war. Auslöser für diesen Boom war die schnell wachsende Motorisierung und die daraus resultierenden, immer häufiger werdenden Benzinbrände. Regelmäßig gingen Werkstätten, Tankstellen sowie natürlich auch Autos in Flammen auf und es gab damals kein besseres und günstigeres Löschmittel als Tetra. Doch so gut diese Löscher auch löschten – sie waren tödlich giftig. Die Wirkung der Tetra-Dämpfe in Reinform auf den Menschen hängt von der Konzentration ab. Niedrige Konzentrationen führen zu Unwohlsein, Schwindel und Sinnesstörungen sowie bei häufigerer Exposition zu Organschäden, welche in der Regel tödlich enden. Hohe Konzentrationen führen dagegen sofort zu Bewusstlosigkeit, Koma und Tod. Bei sachgemäßer Benutzung der Tetralöscher zum Ablöschen eines Brandes entstehen weitere giftige Gase. Unter Hitzeeinwirkung zersetzt sich Tetrachlorkohlenstoff unter anderem zu Phosgen, ein Giftgas, welches im Ersten Weltkrieg traurige Berühmtheit erlangte. Vorbote des Giftgases ist Salzsäuregas, welches einen starken Hustenreiz auslöst. Dieses stark reizende, ätzende und ebenfalls giftige Pyrolysegas zwang den Löschenden zum Verlassen des Brandherdes - meistens vor dem Einatmen einer tödlichen Menge Phosgen. Es gab jedoch viele Todesfälle bei der unsachgemäßen Benutzung der Tetralöscher, z. B. zu Reinigungszwecken oder zur Vernichtung von Ungeziefer. Auch sonst ist Tetrachlorkohlenstoff hochgradig umweltschädigend und wirkt tödlich auf alle Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen). Zudem steht es seit längerer Zeit unter dem Verdacht, krebserregend zu sein. Von der krebserregenden Wirkung wusste man damals noch nicht, von der Giftigkeit aber wie gesagt schon. Der erste Schritt zur Sicherheit erfolgte 1923 durch einen sogenannten “Tetra-Ausschuss”. Dieser legte fest, dass die Maximalgröße der Tetralöscher auf immer noch unglaubliche 6 Liter Inhalt pro Gerät beschränkt bleiben muss – eine Giftmenge, mit der man zig Menschen hätte töten können. Die gängisten Größen der Tetra-Löscher waren fortan Geräte mit 0,5l, 0,8l, 1l, 2l, 4l und 6l Inhalt. Das Aussehen der Tetralöscher hat sich bis zu ihrem endgültigen Verbot im Jahre 1964* nur wenig verändert. Nach der Einführung des Druckluftpolsters 1925 verschwand lediglich der Schlagknopf an der Unterseite. Da die Tetralöscher seit nunmehr 50 Jahren vom Markt verschwunden sind, sind sie sehr rar geworden. In der Öffentlichkeit sieht man sie gar nicht mehr, aber dafür vereinzelt in Auktionshäusern (ebay) oder bei der Entrümpelung alter Gebäude. Gewarnt seien an dieser Stelle alle diejenigen, die einen Tetralöscher zu Dekozwecken erwerben möchten! Vor allem bei ebay sieht man immer wieder Anbieter, die gefüllte Geräte verkaufen – meistens nichts wissend über den gefährlichen Inhalt. Hin und wieder liest man auch “Ich hab den Löscher entleert…” oder “Ich habe den Löscher ausprobiert und er geht noch…”. Ein Albtraum! Aufgrund der Giftigkeit des Tetras ist in jedem Falle davon abzuraten, einen solchen Löscher im gefüllten Zustand zu erwerben! Wer einen solchen Löscher kauft oder verkauft macht sich übrigens auch strafbar, da der Handel bzw. das Inverkehrbringen von Tetrachlorkohlenstoff verboten ist! Tauchen solche Geräte bei Entrümpelungen oder in alten Gebäuden auf, sind sie in der Regel noch gefüllt und sollten daher nur mit größter Vorsicht behandelt und schon gar nicht ausprobiert werden! Wenn sie als Dekoration dienen sollen, dann müssen sie in jedem Falle fachgerecht entleert werden. Wenn nicht, müssen sie als Sondermüll entsorgt werden, was unter Umständen eine Gebühr kostet (pauschal pro Liter oder pro Gerät).
*Hersteller wie z.B. TOTAL haben die Produktion von Tetralöschern bereits 1957 eingestellt.
Bromchlormethanlöscher
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| GLORIA CB-Löscher |
Die CB-Löscher verschwanden in der ersten Hälfte der 1970er Jahre ebenfalls aufgrund ihrer Giftigkeit und Umweltschädlichkeit vom Markt. Heutzutage tauchen die CB-Löscher aus westdeutscher Produktion (GLORIA, MINIMAX, BAVARIA etc.) nur als kleine Vergaserbrand-Löscher mit 0,2l Inhalt auf. Dies lässt die Vermutung zu, dass es sie in gar keinen anderen Größen mehr gegeben hat - ob aus Umweltschutzgründen oder anderen Umständen bleibt dabei Spekulation. Wenn jemand mit so einem Objekt liebäugelt, z.B. zur originalgetreuen Ausstattung seines Oldtimers (bei vielen VW gehörten die Löscher zur Ausstattungund), der sei auch hier vor gefüllten Geräten gewarnt. CB ist nicht so giftig wie Tetra, aber es reicht dennoch für ernste Gesundheits- und Umweltschäden. Gefüllte Geräte fachgerecht entleeren lassen und nicht ausprobieren. Das Mitführen solcher gefüllten Löscher in Fahrzeugen ist übrigens auch verboten und kostet Strafe.
Halonlöscher
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| GLORIA Halonlöscher |
Fest steht, dass die halogenierten Kohlenwasserstoffe in Form von Tetra, CB und Halon 1211 die besten und wirkungsvollsten Löschmittel gegen reine Flammenbrände der Brandklassen B und C waren. Bis heute konnte kein würdiger Ersatz gefunden werden, welcher auch nur annähernd so effektiv löscht. Die Geschichte hat jedoch gezeigt, dass die halogenierten Kohlenwasserstoffe aufgrund ihrer Giftigkeit und Umweltschädlichkeit kein fester Bestandteil im breit angelegten Sicherheitsdenken werden konnten und die Belange der Anwendersicherheit und des Umweltschutzes am Ende im Vordergrund standen und diese Löscher nach exakt 80 Jahren aufhörten zu existieren.
Freilich: Das Tetra- und CB-Löscher aufgrund ihrer Giftigkeit verboten worden sind, war eine gute und auch richtige Entscheidung. Etwas kontrovers ist jedoch das Verbot der Halon 1211-Feuerlöscher. Es ist zwar wissenschaftlich eindeutig bewiesen worden, dass sie in hohem Maße die Ozonschicht schädigen - das jedoch nur, wenn sie in Betrieb gesetzt werden und das Löschgas in die Atmosphäre gelangt. Allein an dieser Tatsache gemessen wäre es vielleicht sogar möglich gewesen, diese Geräte weiter für den Brandschutz vorzuhalten, da das Halon 1211 im Prinzip erst dann die Ozonschicht schädigt, wenn es den Behälter verlässt. Es entzieht sich jedoch meiner Kenntnis, wie viel davon beim Produktionsprozess daneben geht und was beim Tausch der Füllung mit der Altfüllung passiert. Das Halon 1211 kann so gesehen selbst nicht schlecht werden, doch da es vor allem in Verbindung mit Wasser (Luftfeuchtigkeit) korrosiv wirkt, wurde bei den Feuerlöschern von Zeit zu Zeit eine Behälterinnenkontrolle nötig, wofür sie entleert werden mussten. Ob das Halon einfach abgeblasen oder aufgefangen wurde, weiß ich wie gesagt nicht. Es wird vermutlich aber dennoch eher an solchen Begleitumständen gelegen haben, dass die Halonlöscher verschwanden und nicht an den Löschern selbst. Außerdem wäre das Halon 1211 - da nun auch keine Kühlschränke mehr damit befüllt wurden - vermutlich so teuer geworden, dass die Bereithaltung von Halonlöschern unwirtschaftlich geworden wäre.
Weitere Informationen speziell zum Halon 1211 findet Ihr in diesem Artikel:
Halon 1211 - vom Wundermittel zum Problemstoff
© C. Müller
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