Posts mit dem Label ABC-Pulver werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label ABC-Pulver werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 10. April 2026

Pulverlöscher in Aktenlagern, Antiquariaten und Archiven

Normalerweise werden Pulverlöscher seit ungefähr 30 Jahren wegen der immensen Löschmittelschäden ganz konsequent aus nahezu allen Innenbereichen verbannt und üblicherweise durch Schaumlöscher ersetzt. Nur dort, wo sie unentbehrlich sind, werden sie weiter vorgehalten. Typische Anwendung finden sie unter anderem in frostgefährdeten Bereichen wie Außenanlagen, Tiefgaragen und Parkhäusern, in Anlagen, wo versteckte, schwer zugängliche Brandherde vorhanden sein können wie in Heizungsanlagen oder KFZ-Werkstätten, in Betrieben, in denen hohe Temperaturen zu erwarten sind, die zu gefährlichen Wechselwirkungen mit nassen Löschmitteln führen können wie Gießereien, Verbrennungsanlagen, Brennöfen und nicht zuletzt auch in Anlagen und Betrieben, wo schnell viel Power gebraucht wird wie etwa Tankstellen, Lackstraßen, Tanklager, Raffinerien und Chemiebetriebe - in Sonderheit solche - wo Chemikalien verarbeitet und gelagert werden, die keinesfalls mit Feuchtigkeit in Verbindung gebracht werden dürfen (u.a. Ammoniunitrat, Karbid, Chlorate und Peroxide).

Das Löschmittel Pulver scheint heutzutage also als reines Sonderlöschmittel für ganz spezielle Anwendungszwecke eingesetzt zu werden und von daher dürfte es in diesem Zusammenhang sehr interessant zu lesen sein, dass Pulverlöscher häufig auch in Aktenlagern, Archiven und Antiquariaten mit verpflichtend aufzubewahrenden Aktenbeständen, zum Teil sehr alten, einzigartigen und unwiederbringlichen Dokumenten und/oder Büchern zum Einsatz kommen. Nicht etwa, weil es die günstigste Lösung ist sondern ganz bewusst und man kann sich durchaus die berechtigte Frage stellen, warum das denn so ist.

Vor einiger Zeit hatte  ich ein sehr angenehmes, aufschlussreiches und informatives Gespräch mit Klaudia Ketz, der Inhaberin des Antiquariates Hans-Jürgen Ketz in Münster. Wir saßen in einem alten Haus an einem alten Tisch auf alten Stühlen und waren umgeben von Unmengen wirklich alter und wahrscheinlich auch wertvoller Bücher. Der Grund meines Besuchs war dieser alte Feuerlöscher von GLORIA, Typ Pn 6 S von 1965, den wir hier links sehen. Die Atmosphäre war toll, das muss ich wirklich sagen und der alte Feuerlöscher hat vom Ambiente sehr gut dort hineingepasst.

Wir unterhielten uns natürlich über den Feuerlöscher, welcher 1965 mit der neuen Ölheizung in das wesentlich ältere Gebäude (ich schätze 1930er Jahre) eingezogen ist und eigentlich im Keller hing und nicht im Antiquariat selbst. Damals sorgte er dem Stand von Wissenschaft und Technik entsprechend für den ausreichenden Schutz der Feuerungsanlage und Frau Ketz fragte, ob der Feuerlöscher denn noch funktionstüchtig wäre - doch das konnte ich nur vereinen. Sie hatte es sich natürlich schon gedacht, dass ein 60 Jahre alter Feuerlöscher keinen Schutz mehr bietet und deshalb hat sie ihn ja auch abgegeben. Ich fügte noch an, dass das enthaltene BC-Pulver schon in den späten 1970er Jahren nicht mehr den Anforderungen der Feuerungsverordnung entsprach und es sich für so etwas wie antiquarische Bücher auch in keinster Weise eignen würde. Im Grundsatz gehören Bücher - egal ob antiquarisch oder neu - ausschließlich der Brandklasse A an, und Brände von Stoffen der Brandklasse A sind mit dem Standard-BC-Löschpulver nicht löschbar.


Schaut man mal in den entsprechenden Abschnitt der Technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A2.2, liest man sehr schnell, dass sich bei Bränden von Stoffen der Brandklasse A anstelle von (ABC)-Pulver ohnehin Wasser- oder Schaumlöscher wesentlich besser eignen würden, da beim Einsatz solcher Geräte die Löschmittelschäden nur auf das Brandobjekt beschränkt bleiben. Soweit so gut, doch genau in diesem Punkt liegt das Problem. Wasser und Schaum zählen zu den nassen Löschmitteln und wenn Bücher nass werden, wird das Papier wellig, es klebt zusammen, schimmelt und was weiß ich und das Buch bzw. die Bücher, welche bei einem Entstehungsbrand  abgelöscht würden, wären danach definitiv und unwiederbringlich ein Fall für die Tonne. Frau Ketz bemerkte hierzu, dass das eigentliche Buch zunächst durch den Einband sehr gut eine gewisse Zeit vor der Einwirkung von Feuer, Hitze und Rauch geschützt ist. Auch an den offenen Kanten liegen die einzelnen Seiten so dicht aufeinander, dass ein Entstehungsbrand auch hier erst einmal nicht mehr Schaden als angesengte Ränder anrichten würde. Hitze und Feuer tun dem eigentlichen Inhalt des Buches in der Entstehungsphase eines Brandes also erst einmal nichts und um das Buch in dieser Phase nicht sprichwörtlich kaputt zu löschen, finden eben die ABC-Pulverlöscher auf diesem Gebiet eine doch breitere Anwendung, als man meint.
Beruflich betreue ich einige Archive mit wirklich alten Beständen und dort hängen auch nur Pulverlöscher. Ich weiß noch, als ich das erste Mal dort hinkam dachte ich auch… Pulverlöscher?? Aber nach etwas analytischem und einfachem Nachdenken erschloss sich mir dann der Grund zur Vorhaltung dieser Geräte. Um es ehrlich zu sagen: Auf der einen Seite wird beim Einsatz eines Pulverlöschers im Brandfall die Verschmutzung großer Teile des Bestandes billigend in Kauf genommen, was auf der anderen Seite jedoch gar nicht verhindert werden kann, wenn einzelne, direkt am Brandgeschehen beteiligte Bücher oder sonstige Dokumente bestmöglich erhalten bleiben sollen. Ebenso wie der Entstehungsbrand kann auch das Löschpulver so einem Buch erst einmal nichts anhaben, solange alles trocken ist bzw. bleibt. Der Löschpulver-Staub kann nämlich einfach abgebürstet, abgeblasen oder abgesaugt werden. Interessant oder? Also, wenn ihr demnächst mal irgendwo Pulverlöscher seht, könnt ihr ja mal darüber nachdenken, ob sie einfach die billigste Lösung für den Betreiber waren oder ob sie nicht doch einen ganz speziellen Zweck erfüllen.

C. Menzel 2026


Dienstag, 10. April 2018

GLORIA Pulverlöscher Typ P 12 D Bj. 1978

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN PULVER 12
Typ: P 12 D
Baujahr: 1978
Bauart: P 12 L - Dauerdrucklöscher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 44/66
Inhalt: 12 kg BC-Pulver
Treibmittel: Stickstoff
Betriebsdruck: ca. 18 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 15 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1976-1978
©. Menzel 2018

Donnerstag, 5. April 2018

GLORIA Pulverlöscher Typ Pi 12 G Bj. 1969

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN PULVER 12
Typ: Pi 12 G
Baujahr: 1969
Bauart: PG 12 H - Aufladelöscher mit innenliegender Treibmittelpatrone
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 34/59
Inhalt: 12 kg ABC-Pulver
Treibmittel: 280 g Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 15-18 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 20,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1967-1971
©. Menzel 2018

Mittwoch, 4. April 2018

GLORIA Pulverlöscher Typ Pi 6 G Bj. 1963

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN TROCKEN 6
Typ: Pi 6 G
Baujahr: 1963
Bauart: PG 6 H - Aufladelöscher mit innenliegender Treibmittelpatrone
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 33/59
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Treibmittel: 150 g Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 15-18 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 12,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1963-1964
©. Menzel 2018

Montag, 2. April 2018

GLORIA Pulverlöscher TYPE Pn 6 G Bj. 1963 weiß

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN TROCKEN 6
Typ: Pn 6 G
Baujahr: 1963
Bauart: PG 6 H - Aufladelöscher mit innenliegender Treibmittelpatrone
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 33/59
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Treibmittel: 150 g Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 15-18 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 11,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1963-64
©. Menzel 2018

Samstag, 16. September 2017

GLORIA Typ PD 6 G Bj. 1980

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN FEUERLÖSCHER
Typ: PD 6 G
Baujahr: 1980
Bauart: PG 6 L - Dauerdrucklöscher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 50/79
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Treibmittel: Stickstoff
Betriebsdruck: ca. 15 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 9,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1979 - 1982


Geschichte:
Hier haben wir einen klassischen GLORIA Typ PD 6 G der allerersten Generation. Typische Merkmale dieser frühen Modelle ist der geteilte Siebdruck durch den mittig verschweißten Behälter sowie die mit einem rutschfesten Gummiüberzug versehene Ventilaramtur.
Der Schlauchanschluss wird nun ab 1979 erstmals über ein Gewinde hergestellt, wodurch der Schlauch nun bei der Instandhaltung einfach abgenommen werden konnte. Die Löschdüse am Ende des Schlauches wechselte ihre Farbe von weiß nach rot und die Schlauchhalterung wurde mit einer stoßfesten Kunststoffummantelung versehen.
Die PD-Reihe ist von der Konstruktion her als direkter Nachfolger der GD-Reihe zu sehen und trat 1979 neben den bereits seit einem Jahr am Markt befindlichen Typ PA.
Seinen Einsatz dürfte er bis auf eine Handvoll Geräte ausschließlich in den Kellern privater Haushalte gefunden haben. Dieser Umstand erklärt, warum er heute noch hin und wieder auftaucht - in einem solch tadellosen Zustand wie dieses Modell hier allerdings nur noch sehr selten.
Ein sehr schönes und in diesem Zustand wirklich selten gewordenes Stück Brandschutzgeschichte aus privaten Haushalten.
Das Foto ist etwas in die Buxe gegangen und wird demnächst durch ein neu aufgenommenes, gerades ersetzt.

©. Menzel 2017  


Sonntag, 10. September 2017

GLORIA Typ PD 6 G Bj. 1984

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN FEUERLÖSCHER
Typ: PD 6 G
Baujahr: 1984
Bauart: P 6 L - Dauerdrucklöscher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 50/79
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Treibmittel: Stickstoff
Betriebsdruck: ca. 15 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 9,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1984


Geschichte:
Hier habe ich einen GLORIA Typ PD 6 G aus dem Jahre 1984 für Euch und dieser ist insofern etwas besonderes, als dass er nur maximal ein Jahr lang in dieser Form produziert worden ist. Das 1984 eingeführte Grunddesign präsentiert sich im ganzen wieder etwas runder und legt sämtliche Ecken und Kanten des Vorgängerdesigns ab 1978 wieder ab.
Der Rahmen ist, geschwungen, die Bilder zur Bedienungsanleitung rund und das Einzige, was noch eckig ist, sind die Brandklassen-Piktogramme.
Das Besondere ist nun, dass dieser Typ PD des Jahres 1984 mit nur zwei Bildern bei der Bedienung auskommt und somit die Vorlage des Vorgängermodells eins zu eins übernimmt. Schon ab 1985 stehen an dieser Stelle drei Bilder.

Zum Einsatz kamen Löscher wie dieser hier vornehmlich in Privathaushalten, denn erheblich günstiger als ein Auflader zogen sie anstelle eines Pi´s ins traute Heim und sorgten für den gesetzlich vorgeschriebenen Schutz neben den Öltanks der Heizung.
Als ich klein war, hingen diese Löscher jedoch auch bei uns im Aldi am Mondschein - teilweise gleich zwei oder gar drei hintereinander - toll! Nie werde ich diesen Anblick vergessen!
Ein schönes und seltenes Stück im besten Erhaltungszustand.

©. Menzel 2017 

Mittwoch, 11. Januar 2017

GLORIA Typ P 6 SG Bj. 1966

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN TROCKEN 6
Typ: P 6 SG
Baujahr: 1966
Bauart: P 6 H - Aufladelöscher mit außenliegender Treibmittelflasche
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Treibmittel: 150 g Kohlendioxid
Betriebsdruck: 16 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 12,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1966


Geschichte:
Der Typ P 6 SG ist an sich ein altbekannter Typ, welcher unter dieser Bezeichnung auch durchgehend von 1957 bis 1992 produziert worden ist. Während dieses langen Produktionszeitraums von immerhin 35 Jahren wechselte er natürlich zig mal sein Aussehen und dieses 1966er Modell ist dabei etwas ganz besonderes, da es alte Baumuster mit neuen Elementen kombiniert.
So besitzt der 1966er Typ P 6 SG noch den alten, sogenannten Ringboden, welcher im Prinzip aus dem Behältermantel besteht und über den eigentlichen Behälterboden gezogen wurde. Der Handgriff befindet sich allerdings schon rechts an der Behälterseite und nicht mehr an der Stirn des Deckels. Zudem erhält das 66er Modell wieder eine große Einfüllöffnung wie die ersten DIN TROCKEN 6 S - die kleine, ab 1957 bei diesem Typ eingeführte und üblicherweise verwendete Einfüllöffnung mit Kreuzverschluss war hiermit endgültig abgeschafft. Zum Vergleich könnt Ihr Euch hier einmal das direkte Vorgängermodell von 1965 ansehen.
Der Aufdruck blieb allerdings unverändert und spiegelt die nüchternen, klaren Strukturen der Mittsechziger wider.  

Durch die robuste Ausführung mit starrem Handgriff und außenliegender Druckgasflasche avancierte der P 6 SG zu einem reinen Industrielöscher, da er auch mit dicken Arbeitshandschuhen gut bedient werden konnte. Diese hochwertige Ausführung machte ihn mit 115,00 DM ab Werk (1967) allerdings auch zum teuersten Pulver-Aufladelöscher aus dem Produktprogramm. Daher war er in der Öffentlichkeit, d.h. in Handel, Schulen, Ämtern und dergleichen so gut wie gar nicht anzutreffen - und schon gar nicht in Privathaushalten. Dieser hier stammt lustigerweise aber doch aus einem solchen. Das war wirklich selten, dass sich Privatleute statt eines erheblich günstigeren Dauerdrucklöschers mal einen solchen Feuerlöscher der Extraklasse gegönnt haben.

Ein wirklich herrlicher Löscher in bestem Zustand, welcher einzig und allein daher rührt, dass er gut geschützt in einem Keller hing. Feuerlöscher dieses Typs sehen nach ihrem schweren Dienst in der Industrie bei Weitem nicht so gut aus - zudem dürften sie dort bereits vor 10 - 15 Jahren restlos ausgesondert worden sein.
Hinzu kommt, dass genau diese 1966er Ausführung des P 6 SG aufgrund ihres sehr kurzen Produktionszeitraums von nur etwa einem oder maximal anderthalb Jahren naturgemäß schon sehr rar ist. Es ist also fast schon als Wunder zu bezeichnen, dass ihn in diesem Zustand überhaupt noch gibt.
Vielen Dank an Holger, der mir dieses schöne Stück beschafft und für mich sicher aufbewahrt hat.

©. Menzel 2017

Freitag, 9. Dezember 2016

GLORIA Typ PA 6 GD Bj. 1982

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN Feuerlöscher
Typ: PA 6 GD
Baujahr: 1982
Bauart: PG 6 L - Dauerducklöscher
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Treibmittel: 15 bar Stickstoff
Gewicht des gefüllten Geräts: 10,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: ca. 1978 - 1983


Geschichte:
Der GLORIA-Dauerdrucklöscher vom Typ PA 6 GD wurde im Jahre 1978 zugelassen und löste die bis dahin bekannte GD-Reihe ab. Wegen des ähnlichen Erscheinungsbildes meinen viele, dass die PD-Serie der direkte Nachfolger des markanten GD wäre, doch das ist weit gefehlt.
Einerseits wurde der PD erst ein Jahr später - nämlich 1979 - zugelassen und andererseits ist die Fortführung des "GD" in der Typenbezeichnung ein ganz eindeutiger Hinweis.
Für kurze Zeit präsentierte sich das nun gänzlich neu gestaltete Programm der GLORIA-Dauerdrucklöscher in einem einheitlichen Bild, denn allen gemein war die massive Druckhebelarmatur mit schwarzem Griffstück, rotem Druckhebel und gelber Zugsicherung.
Allerdings sah nun auch alles irgendwie gleich aus und um die Pulver-, Wasser- und Halonlonlöscher auf den ersten Blick voneinander unterscheiden zu können, gab es je nach Löschmittel verschiedenfarbige Kunststoffkragen über dem Gewinde.
Die Pulverlöscher (PA 6/12 GD) bekamen einen weißen, die Halonlöscher (HA 2/4/6 V) einen gelben und die Wasserlöscher (W 10 DN/DF) einen blauen Kragen spendiert.

Der PA 6 GD ist ein wirklich hochwertiger und robuster Dauerdrucklöscher - sowas gibt es heute gar nicht mehr. Allein schon die Armatur ist ein Meisterwerk und verleiht dem PA ein perfektes und majestätisches Erscheinungsbild.
Fast der gesamte Behälter ist aus einem Stück gezogen und lediglich Gewinde sowie Boden wurden geschweißt. Die typischen Standnocken, welche die Auflader bereits 1974 bekamen, wurden auch den Dauerdrückern verpasst - allerdings erst um 1980 herum und mit Ausnahme des des HA 2 V.

Feuerlöscher des Typs PA sind ausgesprochen selten. Schon damals hat man kaum welche gesehen und auch ich kann mich nur an einen einzigen erinnern, den ich mal in freier Wildbahn entdeckt habe. Er hing im Jakob-Koenen-Bad in Lippstadt (längst abgerissen) am Aufgang zum Sauna- und Solariumbereich - das wars.
Ich kann mir vorstellen, dass der Typ PA 6 GD relativ teuer war und ab 1979 von dem vermutlich deutlich günstigeren PD überrollt worden ist. Aus diesem Grund wird er in geringeren Stückzahlen verkauft worden sein und von den damals auf den Markt gebrachten Geräten ist heute natürlich nur noch ein Bruchteil existent.

Da zwischen 1978 und 1983 das Löschmittel Pulver das non plus Ultra war, dürfte der PA 6 GD in diesem Erscheinungsbild theoretisch überall zu Hause gewesen sein - vom Schwimmbad über Handel und Gewerbe bis hin zum privaten Keller. Lediglich in der Industrie dürfte er selten bis gar nicht vorgehalten worden sein, da in diesem Bereich der Einsatz von Dauerdrucklöschern ausgesprochen unüblich war.
Für höchste Anforderungen, wie sie gerade die Industrie oft stellt, hätte sich dieser Dauerdrucklöscher jedoch durchaus geeignet, denn auch er war wie die hochwertigen Auflader mit dem guten RC GLORIA GLUTEX PL 3/65 gefüllt.

Ich freue mich außerordentlich, Euch diesen seltenen Feuerlöscher nach langem Suchen und die Hilfe eines Sammlerfreundes endlich präsentieren zu können.  

©. Menzel 2016

Dienstag, 17. Februar 2015

Löschpulver - giftig oder nicht?

Die Frage, ob Feuerlöscher bzw. die in ihnen enthaltenen Löschmittel giftig sind, bewegt scheinbar viele Menschen und das Hauptinteresse gilt dabei vornehmlich den Pulverlöschern. Ob Löschpulver giftig ist, wird im Netz heiß diskutiert und man kann hierzu eine Menge lesen... leider ist da auch wieder - wie es das Internet nun eben so an sich hat - viel Mist, Quatsch und völlig dummes Zeug dabei.
Also, ist Löschpulver giftig? Nein, denn an Löschpulver werden einige grundsätzliche Anforderungen gestellt, wozu neben Löschwirksamkeit, Förderfähigkeit und dergleichen auch die Ungiftigkeit gehört. Wie alle heute verwendeten Löschmittel darf auch das Löschpulver bei sachgemäßer Anwendung nicht gesundheitsschädlich oder gar giftig sein und sowohl das am häufigsten anzutreffenden ABC- sowie auch das selten gewordene BC-Löschpulver genügen diesen Anforderungen voll und ganz.

ABC-Löschpulver bestehen im Wesentlichen aus Ammoniumphosphaten und Ammoniumsulfat - ganz selten sind auch ein paar Krümel Bariumsulfat mit dabei aber von einer Giftigkeit kann nicht gesprochen werden. Die Ausgangsstoffe sind die gleichen wie bei Kunstdünger. Es kann sein, dass beim Löscheinsatz durch Hitzeeinwirkung geringe Mengen Ammoniak abgespalten werden, doch diese liegen weit unter der Toxizitätsgrenze - der Brandrauch ist viel schädlicher.

BC-Löschpulver bestehen aus Natriumhydrogencarbonat (Natron) und Kaliumhydrogencarbonat bzw. Kaliumsulfat. Natriumhydrogencarbonat wird von der Lebensmittelindustrie z.B. in Backpulvern verwendet - ist also völlig ungiftig und gleiches gilt für die Kaliumverbindungen.

D-Pulver, auch Metallbrandpulver genannt, besteht überwiegend aus Natriumchlorid (Salz) und Kaliumchlorid sowie teilweise auch aus Bortrioxid. Hiervon sollte tatsächlich nur so wenig wie möglich inhaliert werden, weil das Einatmen größerer Mengen den Natrium- und Kaliumhaushalt in unserem Körper durcheinanderbringen kann, was unter Umständen einige unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringt - giftig ist jedoch auch dieses nicht.

Pulverlöscher machen eine Riesensauerei und vor allem in geschlossenen Räumen ist das Einatmen des Pulvers unvermeidbar, denn wenige Sekunden nach dem Auslösen des Löschers ist die Bude weiß und man sieht die Hand vor Augen nicht. Wenn man sich in dem Pulvernebel befindet, kann es zu leichten Reizungen der Schleimhäute und Augen kommen, mehr aber auch nicht. Viele fürchten auch eine Staublunge, doch die Pulverteilchen sind trotz ihrer feinen Vermahlung von 4 Mio. Teilchen pro cm3 nicht lungengängig.
Der Einsatz von Löschpulver ist also völlig unbedenklich und die Mengen, welche bei einem Löscheinsatz inhaliert werden oder mit den Schleimhäuten in Kontakt kommen, wirken sich nicht schädlich aus.

Oft lese ich auch von besorgten Ladenbesitzern und Büromitarbeitern, deren Räume durch Vandalen, die einen Pulverlöscher abgeschossen haben oder eben nach einem Löscheinsatz versaut sind. Viele wollen hier gleich den ABC-Trupp der Feuerwehr anrücken und den ganzen Laden desinfizieren lassen, aber das wäre völlig übertrieben. Das Pulver könnt Ihr selbst beseitigen und zwar ohne Vollschutzanzug. Ich rate Euch allerdings, schnell mit den Reinigungsarbeiten zu beginnen, den durch die Luftfeuchtigkeit backt das Pulver zusammen und wird hart wie Beton - das bekommt Ihr nicht mehr weg! Alles gründlichst mit einem HEPA-13-Staubsauger absaugen und feucht nachwischen. Elektrogeräte müssen jedoch meistens in die Tonne - nicht weil sie vergiftet sind sondern weil das Löschpulver sie zerstört hat. Durch Lüftungsschlitze gelangt es in Computer, Fernseher und so weiter und legt sich dort auf die Platinen; kaputt. Löschmittel sollen zwar nicht schädlich sein, doch wenn sich Löschpulver auf Metallteile legt und mit der Luftfeuchtigkeit verbindet, kann man beim Rosten zuschauen.

Auch durch Löschpulver kontaminierte Kleidung ist kein Fall für den Sondermüll. Gut, zum Verkauf gedachte Textilien sind meistens nicht zu retten, da sie durchsetzt sind mit Pulver und für einen Verkauf erst gewaschen werden müssten - macht keiner, also weg damit. Giftig sind sie aber nicht. Wenn Ihr Löschpulver auf den Klamotten habt, ist das kein Problem - auskloppen, ab in die Waschmaschine und fertig.

Löschpulver ist also nicht giftig und Gesundheitsgefahren bestehen durch das Einatmen oder den Kontakt nicht. Wenn Ihr dauernd große Mengen einatmet oder ständig in Pulverwolken herumlauft, dann mag das anders sein - ist bei Mehl oder Holzstaub aber genauso.

P.S. Am besten könnt Ihr dem Löschpulver entkommen, wenn Ihr in Euren Räumen erst gar keine Pulverlöscher vorhaltet! In Büros und normalen Ladenlokalen empfehlen sich Schaumlöscher, da diese für die dort vorhandenen Brandgefahren (Brände von Stoffen der Brandklassen A und B) völlig ausreichen und beim Einsatz nicht so eine Sauerei anrichten. Auch Chaoten, die Euren Laden versauen wollen, werden enttäuscht sein, wenn trotz vollem Arbeitseinsatz nur ein paar Schaumflecken zu sehen sind.

©. Menzel 2015

Mittwoch, 3. Dezember 2014

GLORIA Typ PE 6 GA Bj. 1990

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN Feuerlöscher
Typ: PE 6 GA
Baujahr: 1990
Bauart: PG 6 H - Aufladelöscher mit innenliegender Treibgaspatrone
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 11,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: ca. 1986 - 1992




Geschichte:
Hier haben wir einen Feuerlöscher aus der Typenserie PE und so auf den ersten Blick sieht er erstmal aus, wie ein handelsüblicher Feuerlöscher. In Wirklichkeit ist dieser Typ PE 6 GA aus dem Jahre 1990 jedoch etwas ganz besonders seltenes - "warum denn dieses?", werden viele sich jetzt fragen.
Nun, das Besondere an diesem Feuerlöscher ist nicht nur seine Armatur, sondern der gesamte Typ an sich!
Diese Armatur wurde ab Ende der 1970er Jahre eigentlich nur für die Dauerdrucklöscher vom Typ PA 6/12 GD und W 10 DF sowie für die Halonlöscher HA 2 V, HA 4 V und HA 6 V verwendet. Auch bei den Schaumlöschern der Si-Serie wurde diese Armatur von 1995 bis etwa 2010 verbaut. Der Einsatz dieser Armatur bei einem Aufladelöscher ist sowohl mir, wie auch anderen Experten aus meinem Gremium völlig neu!


Die Serie PE ist nicht neu und die Typen PE 6 G sowie PE 12 G sind zwischen 1984 und 1995 millionenfach verkauft worden. Hier links auf dem Bild sehen wir einen solchen "handelsüblichen" Typ PE 6 G aus dem Jahre 1987 und es fällt auf, dass dieser mit einer einfachen Druckhebelarmartur, der sog. Schnabelarmatur ausgerüstet ist. Das Funktionsprinzip beider Armaturen ist gleich, denn durch ein erstes Niederdrücken des Druckhebels wird die im Löschmittelbehälter befindliche Treibgaspatrone angestochen. Wird der Hebel erneut heruntergedrückt, stößt der Feuerlöscher das Pulver aus. Dieses Prinzip wird schon seit den 1950er Jahren bei Minimax verwendet und 1984 hatten die Glorianer dann auch die Idee, diese Einhandbedienung für Aufladelöscher einzuführen. Der Typ PE 6 G wurde 1984 erstmals zugelassen und bis etwa 1994 in dieser Form gebaut - geändert wurden lediglich der Siebdruck (ab 1992 nach DIN EN 3) sowie im gleichen Zuge auch die Standnocken. Ab 1995 wurde der PE 6/12 G durch den PEP 6/12 GA abgelöst, welcher sich vom "guten alten PE" nur durch seinen Standring aus Kunststoff, der Ventilarmatur aus Messing und einer rot-schwarzen Schnabelarmatur unterschied.


Als ich den PE 6 GA das erste mal auf einem Foto versteckt hinter anderen Feuerlöschern sah, meinte ich zunächst, dass es sich dabei um einen PA 6 GD handelt, also einen einfachen Dauerdrucklöscher. Doch dann fiel mir auf, dass dieser Feuerlöscher ja anstelle eines weißen Kragens am Flaschenhals (wurde zur Abgrenzung zu den Halonlöschern verwendet, welche einen gelben Kragen hatten) einen vernickelten Ventilkörper mit Überwurfmutter besitzt. Da war mir klar, dass es sich um einen Auflader handelt. Nach dieser Entdeckung wollte ich diesen Feuerlöscher natürlich unbedingt haben und das hat auch dank meiner Freunde aus der Brandschutzbranche problemlos geklappt.
Tja, dass es sich nicht um einen Umbau handelt, wird durch das Siebdruckbild eindeutig bezeugt, denn dieses spiegelt in den Piktogrammen zur Bedienung auch die massive Druckhebelarmatur wider und ich dachte, dass er dann wohl irgendwie eine andere Pulversorte drin haben müsste. Aber auch hier: Fehlanzeige! Sowohl der 1984 zugelassene Typ PE 6 G, als auch der 1986 zugelassene PE 6 GA sind mit GLORIA-Glutex (PL-3/65) gefüllt!
Wenn man sich den 1993 erschienen und nach der EN3 zugelassenen PE 6 GA anschaut, dann müsste der Feuerlöscher dem "GA" nach zu urteilen eigentlich mit dem gelben PL 17/87 "ADEX" gefüllt sein... ist er aber nicht - geht auch gar nicht, denn wie soll ein 1986 zugelassener Löscher ein erst 1987 entwickelten Pulver enthalten? Das macht mich echt ganz bekloppt und sowas, das gibts auch nur bei GLORIA! Ihr seht schon... eine wirkliche Erklärung habe ich nicht! Wahnsinn!

Tja, also bei diesem Feuerlöscher vom Typ PE 6 GA handelt es sich meines Erachtens nach um eine seltene Sonderform des Typs PE 6 G, welcher im Zeitraum von 1986 bis 1990 produziert worden ist - vielleicht auch bis 1992. Da ich die herkömmlichen PE 6 G selbst an jeder Ecke gesehen habe, aber diesen hier noch niemals zuvor, lässt vermuten, dass er in wesentlich geringerer Stückzahl gebaut und ausgeliefert worden ist. Daher bin ich ganz besonders stolz, Euch dieses tolle und seltene Stück in Bestzustand hier präsentieren zu können. Ob es den wohl auch 12er gab?

© PhoenixFeuerschutz 2014

Donnerstag, 14. August 2014

CEAG Typ PG 12 Bj. 1960

Hersteller: CEAG (Concordia Elektrizitäts-AG)
DIN TROCKEN 12
Typ: PG 12
Baujahr: 1960
Bauart: PG 12 H - Aufladelöscher mit außenliegender Treibmittelflasche
Inhalt: 12 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 19 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1959 - 1965

Geschichte:
Hier haben wir ein sehr schönes Stück aus dem Hause CEAG, einen großen 12er vom Typ PG 12 aus dem Jahre 1960. Die Concordia Elektrizitäts-Aktiengesellschaft aus Dortmund, kurz CEAG, existiert heute nur noch teilweise und gehört zur US-Amerikanischen EATON-Gruppe. Die Produktion beschränkt sich dabei hauptsächlich auf Notlichsysteme. Früher jedoch war das Unternehmen auch auf dem Brandschutzsektor tätig und hat hier sogar Pionierarbeit geleistet, denn 1934 entwickelte die CEAG erstmals einen tragbaren und kompakten Hand-Luftschaumlöscher für den Bergbau. Auch in der Folgezeit, also in den 1940er, 50er und 60er Jahren waren CEAG-Feuerlöscher nicht nur im Bergbau, sondern auch im normalen Leben Übertage weit verbreitet. Ich habe als Schüler in der Oberstufe meine Sommerferien mal damit verbracht, in einer Lippstädter Reifenbude tausende Winterreifen zu wuchten - Knochenjob kann ich Euch sagen, aber ich erinnere mich trotz der Strapazen daran, dass auf der Firma neben dem großen 3000 l Druckluftkessel von Booge ein CEAG-Feuerlöscher hing.
Dieser Feuerlöscher hier ist mit tatsächlich 19 kg Gesamtgewicht ein besonders schwerer Eimer und ich hatte Angst, dass beim Fototermin mein selbstgebastelter mobiler Feuerlöscherhalter in sich zusammenknickt. Hat aber alles gut gehalten! Markantestes Merkmal der CEAG-Löscher aus den 1960er Jahren ist neben dem leicht eiförmigen Aufdruck der rote Schlauch, welcher bei diesem Gerät mitsamt massiver Löschpistole aus Guss noch erhalten ist. Zudem waren alle CEAG-Pulverlöscher zu dieser Zeit wie die Typen P 6 / P 12 von TOTAL mit einem anklappbaren Handgriff ausgerüstet. Eine weitere CEAG-typische Eigenheit ist der große, weithin sichtbare Aufdruck "Glutbrandlöscher" unter dem eigentlichen Siebdruck. So war dieser Löscher sofort als ABC-Löscher zu erkennen.
Eingesetzt wurden Feuerlöscher dieses Typs vornehmlich in Gewerbe und Industrie, da sie zum einen sehr sperrig und schwer waren und andererseits mit Ihrer seitlichen Druckgasflasche auch gut mit groben Malocherhänden und dicken Arbeitshandschuen zu bedienen waren.
Ein sehr schönes Stück in Originalzustand, was heute sehr selten geworden und nur noch schwer zu bekommen ist.

© C. Müller

Mittwoch, 9. Juli 2014

GLORIA Typ Pn 12 G Bj. 1977

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN PULVER 12
Typ: Pn 12 G
Baujahr: 1977
Bauart: PG 12 H  - Aufladelöscher mit innenliegender Treibmittelpatrone
Inhalt: 12 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 17 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1975 - 1980


Geschichte:

Hier haben wir einen Feuerlöscher, welcher vom grundsätzlichen Funktionsprinzip und den Leistungen her dem zeitgleich produzierten Typ Pi gleich war, aber dennoch tauchten diese Feuerlöscher vom Typ Pn weitaus weniger auf, als der Typ Pi. Woran es liegt - ich weiß es nicht genau. Damals waren die Schlagknöpfe noch etwas kleiner, als die bei heutigen Modellen und da konnte man schonmal gut abschmieren beim Draufhauen... hab ich einmal gemacht - sowas merkt man sich, da man danach eine XL-Hand hat...
Aber ob das der Grund gewesen ist... glaub ich eigentlich nicht; so würde ja nur jemand dieses Modell ausschließen, der auch schonmal daneben gehauen hat.
Sei es drum, dieser GLORIA Typ Pn 12 G zählte zu den leistungsstärksten Löschern seiner Zeit und trägt in diesem klassischen Design alle Merkmale der 1970er Jahre. Die noch nicht genormten Piktogramme für die Brandklassen - hier A, B, C und E - sowie die getrennt voneinander aufgeführten Piktogramme zur Bedienung stehen ebenso dafür, wie die in den 1970ern neu eingeführten Standnocken und die Löschpistolenhalterung aus Kunststoff. Wirklich neu im Vergleich zu seinem Vorgänger der Jahre 1973/74 ist der Ventilkörper. Dieser besteht ab 1975 ebenfalls aus Metall und nicht mehr aus Kunststoff. Das ist auch gut so, denn die Kunststoffventilkörper waren anfällig gegen Witterungseinflüsse und konnten im Extremfall bei Aufladung reißen. Also, wenn Ihr mal solch einen Feuerlöscher mit Kunststoff-Ventilarmatur findet - Finger weg! Wenn Ihr den auslösen wollt, könnten Euch Ventilkörper und Überwurfmutter abpfeifen - und dann ist was los...
Interessant ist für ein Modell aus den 1970ern die Rückkehr zur alten Sicherungsschelle. Ich besitze ein ähnliches Modell aus dem Jahre 1968 mit Sternboden, bei welchem die in den 1950er und frühen 1960er Jahren verwendete Sicherungsschelle aus Metall erstmals durch eine Zuglasche aus Kunststoff ersetzt worden ist. Auch das 1974er Modell aus meiner Sammlung hat die für diese Zeit eigentlich übliche Kunstoffsicherung. Allerdings gammelten diese Kunststofflaschen durch UV-Strahlen wortwörtlich oft restlos weg, sodass der Löscher im Ernstfall nicht zu entsichern gewesen wäre und hierin liegt wohl vermutlich der Grund, weshalb bei den Modellen der Serien von 1975 bis 1983 wieder zur Metallschelle mit Zugring zurückgekehrt worden ist. Die letzte Serie des Typ Pn von 1984 bis 1992 hatte dann wieder eine Zugsicherung aus Kunststoff.
Ein schönes Stück, welches sich in einem bemerkenswert guten Zustand befindet. Wie gesagt, er war auch gut in der Öffentlichkeit vertreten, aber längst nicht so häufig wie der Typ Pi. Ich kenne dieses Modell - wenn ich mal überlege eigentlich nur aus Parkhäusern.
Naja - jetzt ist er hier und alle können ihn wieder bewundern.

© C. Müller

Montag, 2. Juni 2014

GLORIA Typ P 6 G Bj. 1958

GLORIA Typ P 6 G Bj. 1959
Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN TROCKEN 6
Typ: P 6 G
Baujahr: 1958
Bauart: PG 6 H - Aufladelöscher mit innenliegender Treibmittelpatrone
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 11 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1958

Geschichte:
Das, was ich Euch hier präsentiere, ist eigentlich an Einzigartigkeit und Seltenheit nicht zu übertreffen! Ich sammle schon seit nunmehr 27 Jahren und ich habe in dieser Zeit - so wie ich es heute auch noch tue - immer ein Auge auf jeden Feuerlöscher geworfen; in jedem Laden und natürlich bei den einschlägig bekannten Adressen im Internet. Ich habe schon viele, viele wirklich sehr viele Feuerlöscher gesehen, aber dieses Model bisher nur ein einziges Mal und glücklicherweise konnte ich ihn auch direkt erwerben: Der erste offizielle Typ P 6 G aus dem Hause GLORIA!
Dieser Feuerlöscher ist etwas ganz besonderes, da er quasi eine Zwischen- bzw. Mischform zwischen seinem Vorgänger TROCKEN 6 S und den Nachfolgemodellen ab 1959 ist. Alte Elemente werden mit neuen kombiniert und dies fällt ganz besonders deutlich beim Aufdruck auf. Die Wortmarke GLORIA befindet sich noch wie bei seinem Vorgänger in Form des kleinen Signets oben mittig im Aufdruck. Die Herstellerangaben lauten - ebenfalls noch wie beim Vorgängermodell:

H. SCHULTE-FRANKENFELD Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik WADERSLOH i. W.

Neu ist hingegen die Bezeichnung dieser Art Feuerlöscher, denn diese wurde von TROCKENLÖSCHER in DIN TROCKEN 6 geändert und erstmals befindet sich darunter an bekannter Stelle - allerdings noch rot hinterlegt - die ebenfalls neu eingeführte Typenbezeichnung P 6 G. Auch ist der Aufdruck jetzt nicht mehr grün, sondern schon gold wie der der Nachfolgemodelle.
Auch auf technischer Seite werden bei diesem Modell alte und neue Elemente miteinander kombiniert. Alt ist der seitlich am Behälter befindliche Handgriff und die Position der Einfüllöffnung. Die sitzt nämlich noch nicht mittig auf dem Deckel, sondern noch leicht rechts versetzt. Neu ist hier hingegen der Verschlussdeckel, welcher nicht mehr mit einem solchen großen Rand versehen ist, wie der der Vorgängermodelle. Dadurch fällt die leicht versetzte Einfüllöffnung auch nicht so auf.

Dieser Feuerlöscher befindet sich in einem erstklassigen Zustand, da er auf dem Speicher einer Schule im Einsatz war. Sehr gut, denn so hat über die vielen Jahre keiner der Schüler Gelegenheit gehabt, ihn mit Fußballstickern zu verzieren oder ihn sonst irgendwie mit schmierigen fingern und Stiften zu verunstalten. Allerdings wurde er im Laufe der Jahre bei turnusmäßigen Wartungen - die letzte war 1990 - mit neuen Teilen versehen. Als ich ihn bekam, hatte er einen modernen Schlauch mit weißer Löschpistole und eine rote Druckflasche aus den 1970ern. So habe ich in meinem Ersatzteillager geschaut und die neu angebrachten Teile durch zeitgenössische ersetzt. Der Schlauch scheint allerdings - der Länge nach zu urteilen - ursprünglich von einem 12 kg-Modell zu sein; sprich: er ist etwas zu lang. Da ich jedoch einen P 12 G Bj. 1960 besitze, welcher mit einem zu kurzen Schlauch eines 6 kg-Löschers ausgestattet ist, werde ich die Schläuche demnächst einfach tauschen.
Aufgrund seiner ABC-Pulverfüllung konnte dieser Löscher im Prinzip überall eingesetzt werden, doch da er nur im Jahre 1958 in dieser Form gebaut worden ist, ist er extrem selten und ich bin mir sicher, dass solch ein Löscher innerhalb der nächsten Jahrzehnte nicht noch einmal auftaucht. Wenn überhaupt noch einmal so einer auftaucht!
Deshalb bin ich sehr stolz, Euch dieses wirklich außergewöhnliche und seltene Stück Brandschutzgeschichte aus dem Hause GLORIA hier in meinem Museum präsentieren zu können.

© C. Müller