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Donnerstag, 13. Februar 2020

Patina - Der ehrwürdige Zahn der Zeit

Heute geht es um Patina und der ein oder andere hat diesen Begriff sicherlich schonmal gehört und sich dabei gefragt: Was ist denn das eigentlich? Wenn wir das jetzt mal ganz genau nehmen, bezeichnet der Begriff "Patina" in erster Linie eine durch umweltbedingte Einflüsse entstandene Verwitterungsschicht auf Oberflächen und als das wohl typischste Beispiel kann man wohl ein grünes Kirchendach anführen. Kennt Ihr, oder? Tja - ob Ihr´s glaubt oder nicht: Das Dach ist tatsächlich nicht von vorn herein grün, sondern wird es erst im Laufe der Zeit! Die Kupferplatten, mit denen Kirchendächer oft eingedeckt sind, bilden binnen weniger Jahre unter Einwirkung von Regenwasser, diverser Schadstoffe, Luftsauerstoff und anderen Faktoren diese grünliche Kupfer-Hydroxid-Schicht. Eine gewisse Form der Patina gibt es natürlich nicht nur bei Kirchendächern sondern bei jedem älteren Objekt. Je nach Material und Umwelteinflüssen kann diese jedoch sehr unterschiedlich ausfallen.  
Patina zeigt, dass der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen hat und sie ist es vielfach auch, welche einem alten Stück die nötige Authentizität und nicht zuletzt auch die entsprechende Würde verleiht. Somit ist Patina nicht grundsätzlich als negativ zu bewerten, doch es stellt sich natürlich schon die Frage: Wo liegt die Grenze zum Schrott?

Patina bei einem Feuerlöscher
Bei Feuerlöschern muss man mit steigendem Alter schonmal beide Augen zudrücken, denn sie genießen in der Regel leider nicht den Status eines Kunstobjektes und sie werden nicht gehegt und gepflegt wie Porzellan aus den Häusern Meißen und KPM, Silberwaren von Bruckner & Söhne, kostbare Uhren von Jaeger-LeCoultre oder alte Schinken von großen Malern. Bei ihnen ist auch nicht von einem alltäglichen Gebrauchsgegenstand wie etwa einem Schreibtisch oder einem Auto zu sprechen. Wollte man Feuerlöscher mit etwas aus der Kategorie "Antiquitäten und Kunst" vergleichen, dann wäre tatsächlich der Vergleich mit einem Bild oder auch einer Vase am passendsten. Bilder hängen an der Wand, Vasen stehen rum und werden nicht weiter benutzt.
Echte Kunstwerke und Liebhaberstücke werden natürlich vor schädlichen Einflüssen wie schwankenden Temperaturen, zu hoher und oder zu niedriger Luftfeuchtigkeit, Sonnenlicht, UV-Strahlung sowie auch Schmutzpartikel und Staub aus der Umgebungsluft geschützt. Durch diese Faktoren dunkeln die Farben nach oder bleichen aus, es bilden sich feine Risse auf der Oberfläche und allsonstiges. Die Abbildung links zeigt einen GLORIA KFZ.-SONDERLÖSCHER vom Typ P 6 SG aus dem Jahre 1957 - ein absolut rares Sammlerstück, welcher seit 1957 in einer Garage im Lippstädter Norden hing. Dort habe ich ihn im Oktober 2018 abgeholt.
Der mehrfarbige Aufdruck ist in den 61 Jahren durch Temperaturschwankungen und die Luftfeuchtigkeit teilweise großflächig abgeblättert. Nichts desto trotz: Das ist eine typische Patina für ein Gerät mit dieser Historie und da alle relevanten Details, die diesen Löscher als etwas Besonders kennzeichnen, erhalten sind, ist er auch in diesem Zustand ein begehrtes Sammlerobjekt.

Der Feuerlöscher hier links im Bild ist ein GLORIA Typ KS 1,5 D Bj. 1960 und hing über 50 Jahre in einer Autowerkstatt. Dort war er ähnlichen, jedoch wesentlich stärkeren Einflüssen ausgesetzt. In so eine Werkstatt werden mal nasse Autos reingefahren, da ist es mal richtig kalt und richtig heiß, dazu Bremsstaub, Abgase, Öl- und Lösemitteldämpfe... das setzt natürlich zu. Am deutlichsten zeigt sich das auch hier am stark beanspruchten Aufdruck, welcher damals noch aus Papier war und im Nassklebeverfahren angebracht wurde. Die zerbröseln unter solchen Bedingungen gerne. Auch der dunkle Behälter zeugt davon, welchen Bedingungen er Jahrzehnte lang ausgesetzt war. Aber das ist bei einem Feuerlöscher aus einer Autowerkstatt als Patina zu bewerten, wenngleich in starker Ausprägung. Dieser sehr frühe Typ KS 1,5 D ist allerdings heute so selten, dass er auch in diesem Erhaltungszustand sammelwürdig ist. Schaut Euch allein mal den Handgriff an... der Wahnsinn!

Gebrauchsspuren bei einem Feuerlöscher
Neben der eigentlichen Patina, die ich an diesen zwei Beispielen deutlich gemacht habe, gibt es auch noch das breite Feld der Gebrauchsspuren. Während man einen Rembrandt vorm Streichen vermutlich abnehmen würde, streicht man um einen Feuerlöscher gern mal drum rum und genau DAS sind dann die "Gebrauchsspuren", die ich meine. Gebrauchsspuren resultieren bei Feuerlöschern im Normalfall demnach nicht aus irgend einer Art von Benutzung, sondern sind vielmehr auf Vernachlässigung sowie mangelnde Sorgfalt und Pflege zurückzuführen. Die Palette reicht von versaut und vollgekleckert über verschrammt und verbeult bis hin zu verrostet und fehlenden Teilen. Auch solche Dinge lassen sich bis zu einem gewissen Grad auch als Patina einstufen, wie bei dem links gezeigten GLORIA Typ KS 6 Bj. 1966. Beim Streichen hat er einige Farbkleckse abbekommen und auf die Nuss hat´s auch mal einen gegeben - das Handrad steht leicht schräg. Alles in allem ist das aber nicht schlimm - das sind ganz typische Gebrauchsspuren, welche sich sogar wieder instandsetzen ließen. Doch wo bekommt man so ein Handrad her? Ihr könnt ja mal raten, wer sowas auf Lager hat. Ich habe es aber so gelassen, da es wirklich marginal ist. Und alte Farbkleckse... die muss man dran lassen, sonst versaut man es nur. Der KS 6 ist ein heute selten gewordenes Modell, welches auch mit diesen kleinen Makeln natürlich gern genommen wird - das sind wirklich übliche Gebrauchsspuren, über die man einfach hinwegsehen muss.


Es gibt auch Fälle, wo ein drüber Wegsehen einfach nicht klappt... so wie bei dem links gezeigten GLORIA Typ 806 L von 1958 mit Leichtbauflasche. Der Löscher ist wirklich abgeranzt, man kann es nicht beschönigen und das ist auch nicht mehr wirklich Patina. Rost, tiefe Macken und ein stark ramponierter Aufdruck prägen das Gesamtbild, aber dafür habe ich tatsächlich noch Geld bezahlt, um ihn bei mir aufzunehmen. Allgemeinzustand schlecht, aber alles ist original, sogar das originale Schneerohr ist dran. So ein 806 L ist derartig selten, dass er selbst in diesem Zustand sammelwürdig ist; ob Ihr es glaubt oder nicht.



Ihr seht - da gibt es einen ganzen Riemen, den es zu berücksichtigen gilt. Was ist Patina - was ist zu tolerieren - was ist grenzwertig - was ist Schrott? Eine schwierige Frage, welche in jedem einzelnen Fall erneut abzuwägen und zu prüfen ist. Das kann man aber bis ins letzte Detail nur, wenn man über die nötigen Kenntnisse verfügt. Man muss wissen, was wie alt ist, wie häufig es den entsprechenden Typen gab, was original oder nachgerüstet ist und so weiter und so weiter.
Das sind so Sachen, mit denen sich bestimmt jeder Sammler älterer Gegenstände auseinandersetzen muss, aber gerade in Bezug auf Feuerlöscher gilt uneingeschränkt: Je älter das Gerät ist, desto größer muss die Toleranz sein. Zudem besteht ein Feuerlöscher ja aus verschiedenen Werkstoffen, die alle unterschiedlich altern und im Laufe der Dekaden bis zur Aussonderungsfrist 2004 mit neueren Teilen nachgerüstet wurden. Neue Schläuche, neue Armaturen - da gibt es viele Möglichkeiten. Außerdem kommt es natürlich auch vor, dass mal was im Ar... Eimer ist. Bestimmte Teile kann man austauschen, aber beschädigte Behälter und Aufdrucke lassen sich in der Regel nicht restaurieren. Da muss man dann wieder unter Zugrundelegung von Alter und Typ abwägen: Ist das Patina oder Schrott?

©. Menzel 2020

Sonntag, 4. November 2018

Report aus dem Museum: Auf großer Fahrt nach Leonberg

Wie üblich durchstreifte ich das Internet, um zu schauen, ob es in Sachen "alte GLORIA Feuerlöscher" etwas neues gab. Ich schaue zwar regelmäßig, aber ich habe natürlich nicht immer die Absicht, etwas zu kaufen. Geht ja auch gar nicht, denn man kann ja schließlich nicht jeden Tag einen Feuerlöscher kaufen. Irgendwann ist das Budget dann auch mal ausgeschöpft und wenn man keine Kohle hat, dann kann man auch nix kaufen. So einfach ist das. Deshalb hoffe ich manchmal auch, dass bloß nix interessantes dabei sein würde. Auch an jenem Tage war ich einfach nur neugierig und wollte nur schauen. Nur gucken, nicht anfassen, obwohl ich noch Budget hatte. Tja - aber es kam dann völlig anders, als ich dachte und schon nach nur kurzem Scrollen hatte ich etwas entdeckt, was mich so per se mal noch viel neugieriger machte: "Reste einer Feuerwehrsammlung zu verkaufen" las ich in der Überschrift und auf den gut 15 angefügten Bildern des Inserats waren neben zahlreichen anderen Gegenständen auch immer wieder uralte GLORIA-Geräte zu sehen. Einige waren vollständig abgelichtet, bei anderen konnte man nur erahnen, was es sein könnte. Sämtliche an mich selbst gerichtete Ermahnungen verhallten ungehört in meinem Kopf und wie von selbst begannen meine Finger, eine Nachricht an den Verkäufer zu schreiben. Ich fragte, was alles von GLORIA dabei wäre und bat um ein paar weitere Bilder, wenn es denn welche gäbe. Als ich die Nachricht abgeschickt hatte, konnte ich den Erfolg meiner Anfrage noch nicht einmal erahnen.

Der Verkäufer schrieb mir schon nach kurzer Zeit zurück. Alles müsse weg und er wisse nicht genau, was sich alles in diesem Konvolut verberge, da es sich um die Sammlung seines Vaters handelte. Er wusste aber, dass sich mehr Feuerlöscher von GLORIA darunter befanden, als die Bilder zeigten. Ich habe ihm daraufhin von meinem GLORIA-Museum erzählt und er hat sich am darauf folgenden Wochenende die Mühe gemacht, für mich alles zu sichten und zu fotografieren, wo dieser gewisse Schriftzug mit den sechs Buchstaben draufstand. Hierfür nochmals vielen herzlichen Dank!
Tja, irgendwann hatte er dann alles fertig fotografiert und er schickte mir die Bilder... was ich dort sah... ich dachte wirklich für einen kurzen Moment, dass ich träume und gleich irgendwer ankommt, um mich aus der Falle zu treten. Doch es kam keiner, es machte auch nicht poff und pling und alles war weg sondern es war wahr, es war wirklich wahr, was ich dort sah... ein wahrgewordener Traum!

Ich überlegte fieberhaft, welche der abgebildeten Kostbarkeiten ich nehmen wollte bzw. wie viele von den Löschern ich wohl auf dem Versandweg zu mir bekäme. Es war aussichtslos... das war zu viel und ich war mir sicher, dass der Verkäufer die Klamotten möglichst schnell und ohne großen Verpackungsaufwand loswerden wollte. Auf etwas verzichten... nein, das ging auch nicht!
Ich musste alles haben und das bedeutete einerseits, dass das nicht billig werden würde und andererseits, dass ich natürlich hinfahren musste. Für das, was mir in Aussicht gestellt wurde, war es diesen finanziellen und zeitlichen Aufwand allemal wert! Klar - für irgendeinen Haufen stinkenden Müll wäre ich auch nicht quer durch Deutschland gefahren. Das war wirklich ein Volltreffer für einen Sammler wie mich, für mein GLORIA-Museum und meine Absicht, die Modellgeschichte umfassend darzustellen. Eine einmalige Gelegenheit, die so nie nie nie wiederkommen würde und welche ich einfach nutzen musste!

Der Verkäufer und ich sprachen dieselbe Sprache und wir einigten uns schnell auf einen für beide Seiten fairen Preis. Der Deal zwischen uns war folgender: Ich sollte alles von GLORIA bekommen. Alles! Feuerlöscher, Werbematerial... einfach alles, wo GLORIA draufstand - und zwar nicht nur alles, was auf den Bildern zu sehen war sondern auch das, was im Zuge der weiteren Aufräumerei noch auftauchen würde. Ein echter MEGA-DEAL! Das Zeug sollte allerdings schnell weg - so wie ich vermutet hatte - doch war es ein weiter Weg für mich und ich konnte noch nicht genau einschätzen, wann ich diesen Ritt zeitlich mal schaffen würde. Nach einer Anzahlung hätte ich Dank des entgegenkommenden Verkäufers alles bei ihm bzw. seiner Mutter bis Dezember stehenlassen können, doch wollte ich die Kostbarkeiten ja auch schnell hier haben. Dann tat sich im August ein eigentlich längst schon verplantes Zeitfenster auf und ich konnte meinen Plan zeitnah in die Tat umsetzen.

Am 18.08.2018 war es dann schließlich soweit: Um exakt 05:46 startete ich den Motor unseres bis unters Dach mit leeren Kartons gefüllten Autos und trat die knapp 430 km lange Strecke nach Leonberg an. Für alle, die das jetzt geographisch nicht sofort einordnen können: Leonberg liegt bei Stuttgart in Baden-Württemberg und vom Ruhrgebiet aus erreicht man dieses Ziel am besten über die Autobahnen A1, A45, A5 und die A8. Wenn man Pech hat, kann man da überall richtig dick in der Scheiße landen und sich im Stau die Reifen plattstehen. Das hätte natürlich überhaupt nicht in meinen sehr engen Zeitplan gepasst, denn ich musste wegen eines Anschlusstermins um spätestens 16:00 Uhr wieder zu Hause sein - sonst hätte es Ärger mit der Regierung gegeben.

Außer einem kurzen Tankstopp auf dem Rückweg war eine Rast aus Zeitgründen nicht wirklich geplant und ich hatte mich bzw. meine liebe Frau hatte mich für die Reise mit Schnitzelbrötchen, Obst sowie diversen leckeren Getränken bestens ausgerüstet.
Kurz hinter Bad Nauheim musste ich die Fahrt allerdings dann doch unterbrechen. Schuld waren die drei Tassen Kaffee, die ich mir vor der Abfahrt noch schnell reingeschüttet hatte... Naja, immerhin hatte ich die A45 schon hinter mir und lag gut in der Zeit, sodass ich mir doch kurz die Füße vertrat und mir dabei genüsslich eines der Schnitzelbrötchen reinschraubte. Natürlich kleckerte ich und war froh, dass ich Ketchup, Panade und Salat nur von meinem Poloshirt und nicht auch noch vom Autositz kratzen musste.

Der Rest der Fahrt verlief ohne nennenswerte Störungen und ich erreichte mein Ziel um 09:46 - eine Viertelstunde eher, als ich geplant hatte. Naja - ich war wirklich gut durchgekommen und mit unserem PKW unterwegs, sodass ich gerade in Baustellen, von denen es nicht nur auf der A45 mehr als reichlich gibt, nicht auf der rechten Spur rumschleichen musste sondern auch die auf 2,10 m verengte Überholspur zurückgreifen konnte! Außerdem war die Zielstraße derartig eng, dass ich mit dem Crafter da richtig richtig Theater bekommen hätte. Das war mit dem Auto schon verdammt eng und ich war noch nicht mal mit meinem roten Bomber (BMW 525i) unterwegs. Das wäre auch eine sehr schöne Ausfahrt gewesen, aber da hätte ich vermutlich nicht alles reinbekommen. Außerdem wäre der Verbrauch mit durchschnittlich 14 l Super auf 100 km fast doppelt so hoch gewesen und ich hätte trotz 90 l Tank bestimmt einen zweiten Tankstopp machen müssen.

Ich stieg aus, klingelte und wurde von einer sehr netten Dame - der Mutter des Verkäufers - begrüßt, die schon auf mich gewartet hatte. An ihrer Seite war ein winziger, kugeliger und unglaublich süßer Hund, den ich am liebsten mit eingepackt hätte. Der kleine Kerl war allerdings nicht Bestandteil unseres Deals und ich glaube, dass das Frauchen auch sehr traurig gewesen wäre. Nachdem mir der kleine Hund "Grüß Gott" gesagt hatte, trollte er sich zurück in sein Körbchen und ich ging mit ihr zur Garage, wo die Sachen mittlerweile für mich eingelagert worden sind. Das Tor öffnete sich und ich  erblickte die herrlichen Kostbarkeiten, die ich gekauft hatte. Es war alles, was auf den Bildern zu sehen war und der Verkäufer hatte noch einige weitere Geräte in OVP aus den 1970ern dazugestellt... Phantastisch. Jetzt hatte ich allerdings etwas Sorge, ob das denn auch ins Auto passt, doch nachdem ich etwa eine gute Stunde lang alles nach bester Tetris-Manier überall hingezirkelt hatte, stellte ich erfreut fest, dass alles passte, die Türen zugingen und ich nichts zurücklassen musste. Für ein paar Spinnen hatte der Platz sogar auch noch gereicht, wie ich zum Glück erst abends beim Ausladen entdeckt hatte.

Nachdem ich alles eingepackt hatte, bezahlte ich den Rest der vereinbarten Summe und verabschiedete mich. Es war ein wirklich sehr schöner Besuch gewesen und die Dame war sehr froh, dass die alten Sachen nun in gute Hände kamen. Es war nicht einfach nur ein Sammelsurium von irgendwelchen GLORIA-Sachen, die irgendwer irgendwie mal gesammelt hat, sondern bei den Sachen handelte es sich um die Reste des Stuttgarter GLORIA Werkslagers und Verkaufsbüros St. Florian. Das waren alles Sachen, die gezielt von ihrem Mann aufgehoben worden sind und die man sonst nirgendwo mehr bekommt. Neben Feuerlöschern waren auch zahlreiche Werbeartikel dabei - Erfrischungstücher aus dem Jahre 1974, Wandplakate mit Explosionszeichnungen zu diversen Feuerlöschern, Kartenspiele, Feuerzeuge, Streichholzbriefchen, Flaschenöffner, Kugelschreiber, Zettelboxen, Kaffeetassen, Pappaufsteller, Lineale, Fotografien und viele viele sonstige Unterlagen. Das war wirklich ein ganz besonderer Glücksgriff, den ich da getätigt hatte.

Ich setzte mich wieder hinters Lenkrad und ich musste auch wirklich weiter, denn mittlerweile war es 11:00 Uhr durch. Irgendwas war natürlich gesperrt, sodass ich vom Navi ziemlich lange über Land geschickt worden bin - landschaftlich sehr reizvoll und schön anzusehen, aber für mich zum Wohnen wär dieses rauf und runter ja nix ehrlich gesagt. Gut - einer, der auf der Schwäbischen Alb großgeworden ist, kann mit unserem schönen Ruhrpott wahrscheinlich auch nicht allzu viel anfangen. Ich erreichte die nächste Auffahrt zur A8 und fuhr direkt in den Stau... na super! Tanken musste ich auch noch und da ich eh schon stand, quälte ich mich bis zur Tank- und Rastanlage Niefern / Öschelbronn (Enzkreis) durch und machte den Tank erstmal wieder voll. Schließlich lagen noch über 400 km Fahrt vor mir und ich wusste nicht, was noch alles auf mich zukommen würde. Zurück im Stau verputzte ich ein weiteres Schnitzelbrötchen - diesmal tatsächlich ohne zu kleckern - leerte zwei Flaschen leckere Limonade und biss herzhaft in meinen Apfel. Bei diesem einen Bissen blieb es allerdings, denn der Apfel rutschte mir beim Schalten leider in den Fußraum auf der Beifahrerseite - da war natürlich auch alles vollgestopft und nochmal anhalten, um den Apfel da raus zu polken... nein! Keine Zeit! Auch das Radio rauschte und knisterte in einer Tour und begann langsam aber sicher, mir auf den Zünder zu gehen und so langsam war ich es auch leid, ständig den Sender neu einzustellen. Da ich auch ein großer Hörspielfan der Serie "Die drei ???" bin, legte ich eines meiner Lieblingshörspiele auf und alles war gut. Auch der Stau lichtete sich und nun hieß es wieder: Volle Fahrt voraus! Das war auch gut so, denn die Zeit saß mir wirklich im Nacken.

Der Rest der Fahrt verlief sehr sehr gut und ich kam ohne weitere Verzögerungen nach insgesamt knapp 8,5 Stunden Fahrt und 843 gefahrenen Kilometern um 15:20 zu Hause an. Puuuh - pünktlich geschafft! Da wir wie gesagt noch einen weiteren Termin hatten, blieb mir vorerst keine Zeit, die ganzen Kostbarkeiten auszupacken. Das machte ich dann später am Abend und es war wirklich überwältigend, was ich da alles tolles abgesahnt hatte. Mehr als 30 Feuerlöscher und ohne Ende Werbematerial. Der Zustand der Geräte war durchweg gut bis sehr gut - es waren ja auch zahlreiche Sachen in OVP dabei - und ich war überglücklich, dass ich mich nicht davor gescheut hatte, dieses Abenteuer zu bestreiten und das alles so reibungslos von Statten ging. Da hatte ich wirklich Glück und einen fairen Verhandlungspartner gehabt - das ist leider nicht mehr selbstverständlich heute und deshalb möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken.
Mal sehen, welches Abenteuer als nächstes kommt...

©. Menzel 2018

Sonntag, 23. März 2014

Vom Sammeln und Horten: So sammelt man richtig


Die Sammelleidenschaft ist ein Hobby, dem viele Menschen nachgehen und die Dinge, die gesammelt werden, sind so verschieden wie die Menschen selbst. Gesammelt wird schlicht, was gefällt und zu den Klassikern der Sammelleidenschaft gehören neben Antiquitäten, Kunst und Oldtimern vor allem Briefmarken, Modelleisenbahnen, Bierdeckel, Modellautos, Schallplatten sowie Actionfiguren.
Doch auch ausgefallenere Dinge finden den Weg in die "Privatmuseen" und so kenne ich zum Beispiel Menschen, die alte Röhrenradios, Synthesizer oder eben so wie ich Feuerlöscher sammeln.
Ich sammle schon seit nunmehr 27 Jahren Feuerlöscher und habe in diesen Jahren auch einiges an Erfahrungen zu diesem Thema gesammelt, welche ich hier einmal zum Besten geben möchte. Vor allem möchte ich Anhand meiner Feuerlöschersammlung verdeutlichen, wie man richtig sammelt und wo der kleine aber bedeutende Unterschied zwischen würdigem Sammeln und wahllosem Horten liegt.

Wie alles begann
Also Feuerlöscher faszinieren mich, so lange ich denken kann und Erzählungen von Verwandten enthüllen, dass ich wohl auch davor schon von Feuerlöschern regelrecht besessen gewesen sein muss. So musste man mich als kleiner Wicht, der noch nicht mal laufen konnte, beim Einkaufen im Wagen sitzend immer zu den im Supermarkt installierten Feuerlöschern (GLORIA Pi 12 G) karren, damit ich diese bewundern konnte und immer wenn bei Bekannten im Partykeller Geburtstag gefeiert wurde, war es für meine Eltern bzw. die Gastgeber verpflichtend, mich mehrmals des Abends zum Feuerlöscher neben dem Heizungskeller (GLORIA P 6 D) zu schleppen, damit ich auch meinen Spaß hatte und schön artig war.
So ging das dann immer weiter und irgendwann, als ich dann selbst laufen konnte, habe ich zielstrebig jeden Feuerlöscher angesteuert, den ich irgendwo entdeckt hatte. Elefanten im Allwetterzoo Münster dabei zuschauen, wie sie in Windeseile eine ganze Schubkarre voll Brot leerfressen? Von wegen - der Feuerlöscher im Plexiglaskasten neben dem Gehege (GLORIA P 6 GD ohne Schlauch) war viel interessanter! Mein Opa ist damals sogar jedes mal, wenn wir zu Besuch waren, extra mit mir bei Wind und Wetter in die Stadt gegangen um bei Karstadt und Kaufhalle (Paderborn) Feuerlöscher zu gucken und noch heute habe ich die Bilder der schönen alten Löscher mit ihren goldenen Etiketten vor Augen.
Irgendwann war es dann nun soweit, dass ich selbst auch einen richtigen, echten Feuerlöscher haben wollte und da hatte ich richtig Glück, dass ein ehemaliger Nachbar bei der Stadt arbeitete und gut mit dem damaligen Stadtbrandmeister befreundet war. Zu meinem 5. Geburtstag bekam ich dann schließlich als tollstes Geschenk von allen einen alten, ausgemusterten und natürlich entleerten Feuerlöscher (GLORIA P 6 SG)  und damit war der Grundstein für die eigene Sammlung gelegt.

Schwierige Beschaffung und der weitere Ausbau der Sammlung
Mit nur einem einzigen Feuerlöscher war es dann natürlich nicht getan und ich wollte weitere Exemplare mein Eigen nennen - doch die Beschaffung war zunächst äußerst schwierig. Da es damals wohl noch keine Aussonderungsfristen von Seiten der Hersteller gab, wurden auch die schon betagteren Geräte weiter in Schuss gehalten und eingesetzt. Ausgesondert wurde nur selten und dann auch nur solche Geräte, welche schon ordentlich gelitten hatten. Die Chancen, bei der Feuerwehr nochmal was abzustauben, waren also ziemlich gering und sonst gab es auch nicht wirklich die Möglichkeit, an Feuerlöscher heranzukommen.
Doch das Blättchen wendete sich, als viele Bekannte ihre alten Ölheizungen durch moderne Gasheizungen ersetzten. Da von Rechtswegen bei einer Gasheizung kein Feuerlöscher mehr vorhanden sein musste und sich meine Begeisterung für Feuerlöscher schon weitläufig herumgesprochen hatte, ließen mir etliche Leute - übrigens sehr zur "Freude" meiner Eltern - ihre alten Feuerlöscher aus dem Heizungskeller zukommen und die Sammlung wuchs beständig um zahlreiche Dauerdruckgeräte aus dem Hause GLORIA - auch der vorhin erwähnte GLORIA P 6 D aus dem Heizungskeller unserer Bekannten, zu welchem ich einst immer hingetragen werden wollte bzw. musste, war dabei.
Ich war damals schon sehr glücklich über meine Sammlung, welche Anfang der 1990er Jahre etwa 20 Feuerlöscher umfasste, aber solche Geräte, wie ich sie immer im Supermarkt bewunderte oder gar ein Kohlensäure-Schneelöscher waren noch nicht darunter und es sollte auch noch lange dauern, bis ich solche Feuerlöscher einmal mein Eigen nennen konnte.
Um 1995 herum besaß ich durch viele weitere nette Leute und meiner Tätigkeit in der Jugendfeuerwehr dann bereits etwa 40 Feuerlöscher und der Platz in meinem Jugendzimmer war hoffnungslos ausgereizt. Das Ende der Sammlung? Aber ganz im Gegenteil!
Neben meinem Zimmer im Elternhaus gab es ein kleines Kabuff, welches eigentlich nur aus einer Dachschräge sowie einer Tür bestand. Nicht gestrichen und mit nacktem Estrich war es vollgepröttelt mit allem möglichen Kram und führte seit dem Bau des Hauses ein eher tristes Leben als Rumpelkammer.
Nach einigem hin und her mit meinen Eltern hatte ich es dann tatsächlich geschafft, diesen kleinen Raum als Feuerlöscherzimmer benutzen zu dürfen und das war eine wirklich feine Sache! Mit einem Freund der Familie machte ich mich dann auch sofort wenige Tage nach meinem "Staatsstreich" daran, den Raum auszumisten und zu renovieren. Wir kauften einen aus heutiger Sicht eher weniger schönen PVC-Bodenbelag, strichen die Wände weiß und bauten an den Wänden, wo es möglich war, ringsherum Regale und schon konnten die Feuerlöscher, die sich bisher in meinem Zimmer gestapelt hatten, in ihr neues Reich ziehen. In den Regalen war sogar noch Platz für einige weitere Geräte - doch das sollte sich bald ändern...

Mit eBay ins Chaos
Irgendwann um die Jahrtausendwende eröffneten sich mit meinem eBay-Account dann ungeahnte Möglichkeiten, welche ich auch voll ausnutzte. Zwar erhielt ich in den Jahren zuvor hier und da auch mal einen Feuerlöscher, doch der richtige Boom setzte erst mit eBay ein. Damals waren die Geräte billig und selbst als Schüler konnte man sich da so manches leisten. Oft waren es nur die Versandkosten, die die Preise in die Höhe trieben.
So wuchs und wuchs die Sammlung mit den Jahren und ich ersteigerte sehr, sehr viele alte Feuerlöscher kreuz und quer durch alle Hersteller. GLORIA, MINIMAX, AKO, BAVARIA, CEAG, TOTAL, WALTHER, IBS, WINTRICH, WERNER, WEBER, VULKAN - alles war dabei und es gab nichts, was es nicht gab.
Der erst vor wenigen Jahren hergerichtete Feuerlöscherraum war natürlich schon wieder viel zu klein - die Regale waren voll und die stetig neu hinzukommenden Feuerlöscher standen bereits wieder alle dicht an dicht auf dem Fußboden.

Mit Glanz und GLORIA
Von einer Eskalation zu sprechen, wäre vielleicht ein wenig übertrieben, doch dass die ganze Sammelei im Laufe der Jahre ein wenig aus dem Ruder gelaufen war, lässt sich nicht verleugnen. Durch die anfänglich schwierige Beschaffung nahm ich über die Jahre so ziemlich alles, was ich kriegen konnte und irgendwann dämmerte mir schon die erste Einsicht, dass es so auf Dauer nicht weitergehen konnte. Infolge dieser Überlegung schraubte ich meine Bestrebungen, ständig neue Feuerlöscher ranzuschaffen zurück und erwarb etwa zwischen 2005 und 2011 nur noch wenige ausgesuchte Geräte - meistens von GLORIA.
Der endgültige Sinneswandel kam dann im Frühjahr 2012 durch einen Wassereinbruch. Das Dach über dem Kabuff war undicht und nach einem heftigen Gewitterschauer stand der Feuerlöscherraum unter Wasser. Ich war an dem Wochenende zufällig bei meinen Eltern und in höchstem Maße entsetzt. Um Schäden durch Feuchtigkeit zu verhindern und um nötige Reparaturen am Dach vornehmen zu können, musste der Raum geräumt werden und da erkannte ich zum ersten Mal das Ausmaß meiner unkoordinierten Sammelwut.
Fluchend und schwitzend schleppte ich in sommerlicher Hitze über 200 zum Großteil noch gefüllte und dadurch sauschwere Feuerlöscher zunächst rüber in mein altes Jugendzimmer. Da das Zimmer mittlerweile aber als Gäste- und Fernsehzimmer diente und auch von meinem Bruder zum PS3-zocken genutzt wurde, konnten sie da unmöglich bleiben. Also Dachbodenluke auf und nochmal einen ordentlichen Riemen auf die Orgel geschmissen.
Als ich etwa zur Hälfte fertig war, die schweren Dinger auf den Dachboden zu hieven und bei einer Verschnaufpause auf dem Sofa die noch bevorstehende Arbeit überblickte, hat es plötzlich "Klick!" gemacht. Ich erkannte, dass das, was ich da zusammengetragen hatte keine Sammlung, sondern eher ein wenig konsequentes Sammelsurium aller möglichen Geräte war.
Ich hatte bis dahin zwar schon öfter mal darüber nachgedacht, etwas auszusondern, doch hatte ich es nie übers Herz gebracht, diesen Gedanken in die Tat umzusetzen und tatsächlich was wegzugeben. Jetzt sah es anders aus und ich sah ein, dass man nicht alles Sammeln kann.
Die Entscheidung, was ich behalte und was nicht, war denkbar einfach, da sie mehr oder weniger unbewusst gefallen ist. Wie ich nämlich bei einem erneuten Gang auf den Dachboden feststellte um zu schauen, was ich da alles hingeschleppt hatte, habe ich beinahe schon entzückt festgestellt, dass ich instinktiv nur GLORIA-Feuerlöscher in Sicherheit gebracht hatte. Damit war die Entscheidung gefallen!
Es hängt vermutlich mit der geographischen Nähe zwischen meinem Geburtsort Lippstadt und Wadersloh - dem Produktionsstandort der GLORIA-Werke von 1953 - 2005 - zusammen, dass mir diese Geräte immer schon die liebsten waren und ich quasi mit ihnen aufgewachsen bin. Egal, wo ich auch in meiner Kindheit und Jugend hinging, sei es in die Schule, zum Supermarkt oder sonstwo hin: Überall waren GLORIA-Feuerlöscher. Heute sieht das alles etwas anders aus, aber früher war das noch so. Diese Geräte waren mir seit ewigen Zeiten vertraut und ich fand sie immer schon am schönsten.

Verkleinerung und Aussonderung
Nach meinem Geistesblitz machte ich mich zunächst daran, alles, wo GLORIA draufstand, weiter auf den Dachboden zu bringen und alles andere in die Garage. Seit dem habe ich viele viele Feuerlöscher an befreundete Sammler, an die Feuerwehr Lippstadt sowie auch an das Bergbaumuseum Bochum abgegeben und alles das, was keiner haben wollte, habe ich fachgerecht entsorgt. Von den GLORIA-Löschern habe ich auch einige, die wirklich runter waren, ebenfalls entsorgt, aber Teile wie Schläuche und Armaturen als Ersatz behalten.
Die Löscher, die noch voll sind, entleere ich von Zeit zu Zeit und solche, welche im Laufe der Zeit technisch nachgerüstet worden sind versuche ich, wieder in den originalen Zustand zu versetzen. Meine Sammlung umfasst jetzt zwar auch schon wieder gut 450 GLORIA-Geräte (01.2020 ohne Doppel und Ersatzteilspender) und jetzt lässt sich auch von einer wirklichen Sammlung sprechen. Wenn ich etwas neu hinzunehme, sind es auch nur GLORIA-Feuerlöscher und auch nur solche, die ich wirklich noch nicht habe.

Wie meine eigene Geschichte zeigt, ist eine Sammlung vieler gleichartiger Dinge eben noch lange keine "Sammlung" und ich bin mir ziemlich sicher, dass einige Sammler - egal was sie auch sammeln - schon ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Um eine richtige Sammlung aufzubauen, ist es wichtig, folgende Punkte zu beherzigen:

Spezialisierung
Das A und O einer vernünftigen Sammlung ist eine Beschränkung auf einen gewissen Bereich - durchaus auch innerhalb eines bestimmten Gebiets. Wie sich gezeigt hat, war bei mir das Gebiet "Feuerlöscher" als wirkliche Eingrenzung immer noch zu weitläufig, da es viel zu viele verschiedene Hersteller gibt bzw. gab und jeder auch eine zu große Modellvielfalt im Programm hatte. Wie gesagt: Ich habe zur Zeit etwa 240 GLORIA-Feuerlöscher - und alle sind unterschiedlich! Bevor man also versucht, alles zu sammeln, sollte man sich auf seinen wirkliche Interessenbereich beschränken.
Hilfen zur Einschränkung ergeben sich dabei oft von selbst, indem man sich auf bestimmte Hersteller oder einen gewissen Zeitraum bezieht.
Spezialisiert man sich nicht, hat man früher oder später ein Problem und wenn man erstmal beginnt, alles einfach nur noch zu horten, steht irgendwann alles voll, man kommt an nichts mehr dran und im Endeffekt verwandelt sich die ursprüngliche Sammlung in einen Haufen Schrott.
Ein Blick über den selbst gesetzten Rahmen ist allerdings erlaubt, denn auch ich habe einige schöne Geräte von AKO, CEAG, MINIMAX und TOTAL aufbewahrt. Wichtig ist nur, dass es sich in Grenzen hält!

Originalität und Zustand
Den Charakter und den "Wert" einer Sammlung macht nicht die Anzahl, sondern in erster Linie der Zustand der Gegenstände aus. Eine Sammlung weniger, aber originaler Dinge ist immer besser, als viele zusammengepfuschte oder schrottreife Dinge.
Mir ist es bei meinen Feuerlöschern immens wichtig, dass der Aufdruck lesbar ist und alle Anbauteile wie Druckflaschen, Schläuche und Armaturen original sind. Das Alter der meisten Geräte, die ich in meiner Sammlung habe, liegt zwischen 30 und 60 Jahren und da Feuerlöscher im Laufe ihres Einsatzes leider nur wenig beachtet werden, sehen sie nach dieser langen Zeit - wenn es sie denn überhaupt noch gibt, oft beklagenswert aus. Sie sind verschrammt, vollgekleckert, überklebt, mit nicht zeitgemäßen Teilen ausgestattet oder sonst irgendwie versaut.
Wenn mich dann ein Feuerlöscher interessiert und in schlechtem Zustand ist, überlege ich zunächst, ob ich die Mängel ausbessern kann. Wenn ja, dann kaufe ich ihn und wenn es ein hoffnungsloser Fall ist, dann lasse ich es. Ich habe auch schon bei vielen Feuerlöschern Schläuche und Düsen ausgetauscht, und teilweise sogar aus mehreren schrottreifen Geräten wieder ein schönes bzw. originalgetreues zusammengebastelt. Kleine Lackschäden toleriere ich allerdings, da ein bisschen Patina bei solch alten Geräten einfach mit dazu gehört.

Vorher informieren und nicht über Wert bezahlen
Vor allem zum Beginn einer Sammlerkarriere kann es passieren, dass man von so manchem Anbieter nach Strich und Faden beschissen wird. Da werden Dinge als original verkauft und wenn man sich dann damit beschäftigt und hinterher mal genauer hinschaut, stellt sich so manches Sammlerstück als zusammengepfuschter Schrott heraus, der keinen Pfifferling wert ist.
Mir ist so etwas zum Glück noch nicht passiert, da ich bei den GLORIA-Löschern jede Schraube kenne - ich weiß wo was hingehört und wie es auszusehen hat, um als ein Original zu gelten. Auch bei vielen anderen Geräten weiß ich, wann sie original sind und wann nicht.
Bevor man also etwas kauft, sollte man sich das Objekt der Begierde erstmal genau anschauen um zu wissen, ob es auch sein Geld wert ist.
Wo wir grad beim Geld sind: Man sollte niemals etwas über Wert bezahlen, auch wenn man es noch so gerne haben möchte. Bei vielen alten Dingen - auch bei Feuerlöschern - ist es so, dass der Besitzer, der es verkaufen möchte denkt: "Das ist antik und somit teuer!"
Mir wurden schon Feuerlöscher zu derartigen Mondpreisen angeboten, dass ich gar nicht wusste, ob ich lachen, weinen oder eine Betrugsanzeige stellen soll. Neeene, also bei offensichtlich falschen Preisvorstellungen besser lächeln und dankend ablehnen. Preislich liegen die alten Feuerlöscher ziemlich günstig und sind oft schon für Beträge zwischen 10 und 30 Euro zu haben. Wirklich teuer sind nur alte Autofeuerlöscher, da diese bei Oldtimersammlern heiß begehrt sind und bestimmte MINIMAX-Spitztüten. Die kosten dann je nach Baujahr, Erhaltungszustand und Zubehör schon mal bis zu 500 Euro. Do auch hier ist Vorsicht geboten, denn viele Verkäufer haben gar keine Ahnung, wie eine Spitzüte aus einer bestimmten Epoche gestaltet ist. Erst letztens wurde bei eBay eine angebliche Spitztüte von vor dem Krieg für 200 Euro angeboten - und was wars? Eine Spitztüte aus den 1950ern und somit nicht mehr als 60 Euro wert. Als Sammler muss man immer auf der Hut sein, um nicht über den Tisch gezogen zu werden.

So - soviel zu meiner Geschichte. Ich hoffe, dass ich denen, die eine Sammlung aufbauen wollen ein wenig helfen konnte und die anderen, die auch schon jahrelang einer gewissen Sammelleidenschaft frönen ein wenig unterhalten konnte. vielleicht ist es Euch ja ähnlich ergangen.
In diesem Sinne - weiter so!

© C. Müller
©. Menzel 2020

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Vom Sammeln und Horten: So sammelt man richtig


Die Sammelleidenschaft ist ein Hobby, dem viele Menschen nachgehen und die Dinge, die gesammelt werden, sind so verschieden wie die Menschen selbst. Gesammelt wird schlicht, was gefällt und zu den Klassikern der Sammelleidenschaft gehören neben Antiquitäten, Kunst und Oldtimern vor allem Briefmarken, Modelleisenbahnen, Bierdeckel, Modellautos, Schallplatten sowie Actionfiguren.
Doch auch ausgefallenere Dinge finden den Weg in die "Privatmuseen" und so kenne ich zum Beispiel Menschen, die alte Röhrenradios, Synthesizer oder eben so wie ich Feuerlöscher sammeln.
Ich sammle schon seit nunmehr 27 Jahren Feuerlöscher und habe in diesen Jahren auch einiges an Erfahrungen zu diesem Thema gesammelt, welche ich hier einmal zum Besten geben möchte. Vor allem möchte ich Anhand meiner Feuerlöschersammlung verdeutlichen, wie man richtig sammelt und wo der kleine aber bedeutende Unterschied zwischen würdigem Sammeln und wahllosem Horten liegt.

Wie alles begann
Also Feuerlöscher faszinieren mich, so lange ich denken kann und Erzählungen von Verwandten enthüllen, dass ich wohl auch davor schon von Feuerlöschern regelrecht besessen gewesen sein muss. So musste man mich als kleiner Wicht, der noch nicht mal laufen konnte, beim Einkaufen im Wagen sitzend immer zu den im Supermarkt installierten Feuerlöschern (GLORIA Pi 12 G) karren, damit ich diese bewundern konnte und immer wenn bei Bekannten im Partykeller Geburtstag gefeiert wurde, war es für meine Eltern bzw. die Gastgeber verpflichtend, mich mehrmals des Abends zum Feuerlöscher neben dem Heizungskeller (GLORIA P 6 D) zu schleppen, damit ich auch meinen Spaß hatte und schön artig war.
So ging das dann immer weiter und irgendwann, als ich dann selbst laufen konnte, habe ich zielstrebig jeden Feuerlöscher angesteuert, den ich irgendwo entdeckt hatte. Elefanten im Allwetterzoo Münster dabei zuschauen, wie sie in Windeseile eine ganze Schubkarre voll Brot leerfressen? Von wegen - der Feuerlöscher im Plexiglaskasten neben dem Gehege (GLORIA P 6 GD ohne Schlauch) war viel interessanter! Mein Opa ist damals sogar jedes mal, wenn wir zu Besuch waren, extra mit mir bei Wind und Wetter in die Stadt gegangen um bei Karstadt und Kaufhalle (Paderborn) Feuerlöscher zu gucken und noch heute habe ich die Bilder der schönen alten Löscher mit ihren goldenen Etiketten vor Augen.
Irgendwann war es dann nun soweit, dass ich selbst auch einen richtigen, echten Feuerlöscher haben wollte und da hatte ich richtig Glück, dass ein ehemaliger Nachbar bei der Stadt arbeitete und gut mit dem damaligen Stadtbrandmeister befreundet war. Zu meinem 5. Geburtstag bekam ich dann schließlich als tollstes Geschenk von allen einen alten, ausgemusterten und natürlich entleerten Feuerlöscher (GLORIA P 6 SG)  und damit war der Grundstein für die eigene Sammlung gelegt.

Schwierige Beschaffung und der weitere Ausbau der Sammlung
Mit nur einem einzigen Feuerlöscher war es dann natürlich nicht getan und ich wollte weitere Exemplare mein Eigen nennen - doch die Beschaffung war zunächst äußerst schwierig. Da es damals wohl noch keine Aussonderungsfristen von Seiten der Hersteller gab, wurden auch die schon betagteren Geräte weiter in Schuss gehalten und eingesetzt. Ausgesondert wurde nur selten und dann auch nur solche Geräte, welche schon ordentlich gelitten hatten. Die Chancen, bei der Feuerwehr nochmal was abzustauben, waren also ziemlich gering und sonst gab es auch nicht wirklich die Möglichkeit, an Feuerlöscher heranzukommen.
Doch das Blättchen wendete sich, als viele Bekannte ihre alten Ölheizungen durch moderne Gasheizungen ersetzten. Da von Rechtswegen bei einer Gasheizung kein Feuerlöscher mehr vorhanden sein musste und sich meine Begeisterung für Feuerlöscher schon weitläufig herumgesprochen hatte, ließen mir etliche Leute - übrigens sehr zur "Freude" meiner Eltern - ihre alten Feuerlöscher aus dem Heizungskeller zukommen und die Sammlung wuchs beständig um zahlreiche Dauerdruckgeräte aus dem Hause GLORIA - auch der vorhin erwähnte GLORIA P 6 D aus dem Heizungskeller unserer Bekannten, zu welchem ich einst immer hingetragen werden wollte bzw. musste, war dabei.
Ich war damals schon sehr glücklich über meine Sammlung, welche Anfang der 1990er Jahre etwa 20 Feuerlöscher umfasste, aber solche Geräte, wie ich sie immer im Supermarkt bewunderte oder gar ein Kohlensäure-Schneelöscher waren noch nicht darunter und es sollte auch noch lange dauern, bis ich solche Feuerlöscher einmal mein Eigen nennen konnte.
Um 1995 herum besaß ich durch viele weitere nette Leute und meiner Tätigkeit in der Jugendfeuerwehr dann bereits etwa 40 Feuerlöscher und der Platz in meinem Jugendzimmer war hoffnungslos ausgereizt. Das Ende der Sammlung? Aber ganz im Gegenteil!
Neben meinem Zimmer im Elternhaus gab es ein kleines Kabuff, welches eigentlich nur aus einer Dachschräge sowie einer Tür bestand. Nicht gestrichen und mit nacktem Estrich war es vollgepröttelt mit allem möglichen Kram und führte seit dem Bau des Hauses ein eher tristes Leben als Rumpelkammer.
Nach einigem hin und her mit meinen Eltern hatte ich es dann tatsächlich geschafft, diesen kleinen Raum als Feuerlöscherzimmer benutzen zu dürfen und das war eine wirklich feine Sache! Mit einem Freund der Familie machte ich mich dann auch sofort wenige Tage nach meinem "Staatsstreich" daran, den Raum auszumisten und zu renovieren. Wir kauften einen aus heutiger Sicht eher weniger schönen PVC-Bodenbelag, strichen die Wände weiß und bauten an den Wänden, wo es möglich war, ringsherum Regale und schon konnten die Feuerlöscher, die sich bisher in meinem Zimmer gestapelt hatten, in ihr neues Reich ziehen. In den Regalen war sogar noch Platz für einige weitere Geräte - doch das sollte sich bald ändern...

Mit eBay ins Chaos
Irgendwann um die Jahrtausendwende eröffneten sich mit meinem eBay-Account dann ungeahnte Möglichkeiten, welche ich auch voll ausnutzte. Zwar erhielt ich in den Jahren zuvor hier und da auch mal einen Feuerlöscher, doch der richtige Boom setzte erst mit eBay ein. Damals waren die Geräte billig und selbst als Schüler konnte man sich da so manches leisten. Oft waren es nur die Versandkosten, die die Preise in die Höhe trieben.
So wuchs und wuchs die Sammlung mit den Jahren und ich ersteigerte sehr, sehr viele alte Feuerlöscher kreuz und quer durch alle Hersteller. GLORIA, MINIMAX, AKO, BAVARIA, CEAG, TOTAL, WALTER, IBS, WINTRICH, WERNER, WEBER, VULKAN - alles war dabei und es gab nichts, was es nicht gab.
Der erst vor wenigen Jahren hergerichtete Feuerlöscherraum war natürlich schon wieder viel zu klein - die Regale waren voll und die stetig neu hinzukommenden Feuerlöscher standen bereits wieder alle dicht an dicht auf dem Fußboden.

Mit Glanz und GLORIA
Von einer Eskalation zu sprechen, wäre vielleicht ein wenig übertrieben, doch dass die ganze Sammelei im Laufe der Jahre ein wenig aus dem Ruder gelaufen war, lässt sich nicht verleugnen. Durch die anfänglich schwierige Beschaffung nahm ich über die Jahre so ziemlich alles, was ich kriegen konnte und irgendwann dämmerte mir schon die erste Einsicht, dass es so auf Dauer nicht weitergehen konnte. Infolge dieser Überlegung schraubte ich meine Bestrebungen, ständig neue Feuerlöscher ranzuschaffen zurück und erwarb etwa zwischen 2005 und 2011 nur noch wenige ausgesuchte Geräte - meistens von GLORIA.
Der endgültige Sinneswandel kam dann im Frühjahr 2012 durch einen Wassereinbruch. Das Dach über dem Kabuff war undicht und nach einem heftigen Gewitterschauer stand der Feuerlöscherraum unter Wasser. Ich war an dem Wochenende zufällig bei meinen Eltern und in höchstem Maße entsetzt. Um Schäden durch Feuchtigkeit zu verhindern und um nötige Reparaturen am Dach vornehmen zu können, musste der Raum geräumt werden und da erkannte ich zum ersten Mal das Ausmaß meiner unkoordinierten Sammelwut.
Fluchend und schwitzend schleppte ich in sommerlicher Hitze über 200 zum Großteil noch gefüllte und dadurch sauschwere Feuerlöscher zunächst rüber in mein altes Jugendzimmer. Da das Zimmer mittlerweile aber als Gäste- und Fernsehzimmer diente und auch von meinem Bruder zum PS3-zocken genutzt wurde, konnten sie da unmöglich bleiben. Also Dachbodenluke auf und nochmal einen ordentlichen Riemen auf die Orgel geschmissen.
Als ich etwa zur Hälfte fertig war, die schweren Dinger auf den Dachboden zu hieven und bei einer Verschnaufpause auf dem Sofa die noch bevorstehende Arbeit überblickte, hat es plötzlich "Klick!" gemacht. Ich erkannte, dass das, was ich da zusammengetragen hatte keine Sammlung, sondern eher ein wenig konsequentes Sammelsurium aller möglichen Geräte war.
Ich hatte bis dahin zwar schon öfter mal darüber nachgedacht, etwas auszusondern, doch hatte ich es nie übers Herz gebracht, diesen Gedanken in die Tat umzusetzen und tatsächlich was wegzugeben. Jetzt sah es anders aus und ich sah ein, dass man nicht alles Sammeln kann.
Die Entscheidung, was ich behalte und was nicht, war denkbar einfach, da sie mehr oder weniger unbewusst gefallen ist. Wie ich nämlich bei einem erneuten Gang auf den Dachboden feststellte um zu schauen, was ich da alles hingeschleppt hatte, habe ich beinahe schon entzückt festgestellt, dass ich instinktiv nur GLORIA-Feuerlöscher in Sicherheit gebracht hatte. Damit war die Entscheidung gefallen!
Es hängt vermutlich mit der geographischen Nähe zwischen meinem Geburtsort Lippstadt und Wadersloh - dem Produktionsstandort der GLORIA-Werke von 1952 - 2005 - zusammen, dass mir diese Geräte immer schon die liebsten waren und ich quasi mit ihnen aufgewachsen bin. Egal, wo ich auch in meiner Kindheit und Jugend hinging, sei es in die Schule, zum Supermarkt oder sonstwo hin: Überall waren GLORIA-Feuerlöscher. Heute sieht das alles etwas anders aus, aber früher war das noch so. Diese Geräte waren mir seit ewigen Zeiten vertraut und ich fand sie immer schon am schönsten.

Verkleinerung und Aussonderung
Nach meinem Geistesblitz machte ich mich zunächst daran, alles, wo GLORIA draufstand, weiter auf den Dachboden zu bringen und alles andere in die Garage. Seit dem habe ich viele viele Feuerlöscher an befreundete Sammler, an die Feuerwehr Lippstadt sowie auch an das Bergbaumuseum Bochum abgegeben und alles das, was keiner haben wollte, habe ich fachgerecht entsorgt. Von den GLORIA-Löschern habe ich auch einige, die wirklich runter waren, ebenfalls entsorgt, aber Teile wie Schläuche und Armaturen als Ersatz behalten.
Die Löscher, die noch voll sind, entleere ich von Zeit zu Zeit und solche, welche im Laufe der Zeit technisch nachgerüstet worden sind versuche ich, wieder in den originalen Zustand zu versetzen. Meine Sammlung umfasst jetzt nur noch gut 100 Geräte und jetzt lässt sich auch von einer wirklichen Sammlung sprechen. Wenn ich etwas neu hinzunehme, sind es auch nur GLORIA-Feuerlöscher und auch nur solche, die ich wirklich noch nicht habe.

Wie meine eigene Geschichte zeigt, ist eine Sammlung vieler gleichartiger Dinge eben noch lange keine "Sammlung" und ich bin mir ziemlich sicher, dass einige Sammler - egal was sie auch sammeln - schon ähnliche Erfahrungen gemacht haben.
Um eine richtige Sammlung aufzubauen, ist es wichtig, folgende Punkte zu beherzigen:

Spezialisierung
Das A und O einer vernünftigen Sammlung ist eine Beschränkung auf einen gewissen Bereich - durchaus auch innerhalb eines bestimmten Gebiets. Wie sich gezeigt hat, war bei mir das Gebiet "Feuerlöscher" als wirkliche Eingrenzung immer noch zu weitläufig, da es viel zu viele verschiedene Hersteller gibt bzw. gab und jeder auch eine zu große Modellvielfalt im Programm hatte. Wie gesagt: Ich habe zur Zeit etwa 100 GLORIA-Feuerlöscher - und alle sind unterschiedlich! Bevor man also versucht, alles zu sammeln, sollte man sich auf seinen wirkliche Interessenbereich beschränken.
Hilfen zur Einschränkung ergeben sich dabei oft von selbst, indem man sich auf bestimmte Hersteller oder einen gewissen Zeitraum bezieht.
Spezialisiert man sich nicht, hat man früher oder später ein Problem und wenn man erstmal beginnt, alles einfach nur noch zu horten, steht irgendwann alles voll, man kommt an nichts mehr dran und im Endeffekt verwandelt sich die ursprüngliche Sammlung in einen Haufen Schrott.
Ein Blick über den selbst gesetzten Rahmen ist allerdings erlaubt, denn auch ich habe einige schöne Geräte von MINIMAX und TOTAL aufbewahrt. Wichtig ist nur, dass es sich in Grenzen hält!

Originalität und Zustand
Den Charakter und den "Wert" einer Sammlung macht nicht die Anzahl, sondern in erster Linie der Zustand der Gegenstände aus. Eine Sammlung weniger, aber originaler Dinge ist immer besser, als viele zusammengepfuschte oder schrottreife Dinge.
Mir ist es bei meinen Feuerlöschern immens wichtig, dass der Aufdruck lesbar ist und alle Anbauteile wie Druckflaschen, Schläuche und Armaturen original sind. Das Alter der meisten Geräte, die ich in meiner Sammlung habe, liegt zwischen 30 und 60 Jahren und da Feuerlöscher im Laufe ihres Einsatzes leider nur wenig beachtet werden, sehen sie nach dieser langen Zeit - wenn es sie denn überhaupt noch gibt, oft beklagenswert aus. Sie sind verschrammt, vollgekleckert, überklebt, mit nicht zeitgemäßen Teilen ausgestattet oder sonst irgendwie versaut.
Wenn mich dann ein Feuerlöscher interessiert und in schlechtem Zustand ist, überlege ich zunächst, ob ich die Mängel ausbessern kann. Wenn ja, dann kaufe ich ihn und wenn es ein hoffnungsloser Fall ist, dann lasse ich es. Ich habe auch schon bei vielen Feuerlöschern Schläuche und Düsen ausgetauscht, und teilweise sogar aus mehreren schrottreifen Geräten wieder ein schönes bzw. originalgetreues zusammengebastelt. Kleine Lackschäden toleriere ich allerdings, da ein bisschen Patina bei solch alten Geräten einfach mit dazu gehört.

Vorher informieren und nicht über Wert bezahlen
Vor allem zum Beginn einer Sammlerkarriere kann es passieren, dass man von so manchem Anbieter nach Strich und Faden beschissen wird. Da werden Dinge als original verkauft und wenn man sich dann damit beschäftigt und hinterher mal genauer hinschaut, stellt sich so manches Sammlerstück als zusammengepfuschter Schrott heraus, der keinen Pfifferling wert ist.
Mir ist so etwas zum Glück noch nicht passiert, da ich bei den GLORIA-Löschern jede Schraube kenne - ich weiß wo was hingehört und wie es auszusehen hat, um als ein Original zu gelten. Auch bei vielen anderen Geräten weiß ich, wann sie original sind und wann nicht.
Bevor man also etwas kauft, sollte man sich das Objekt der Begierde erstmal genau anschauen um zu wissen, ob es auch sein Geld wert ist.
Wo wir grad beim Geld sind: Man sollte niemals etwas über Wert bezahlen, auch wenn man es noch so gerne haben möchte. Bei vielen alten Dingen - auch bei Feuerlöschern - ist es so, dass der Besitzer, der es verkaufen möchte denkt: "Das ist antik und somit teuer!"
Mir wurden schon Feuerlöscher zu derartigen Mondpreisen angeboten, dass ich gar nicht wusste, ob ich lachen, weinen oder eine Betrugsanzeige stellen soll. Neeene, also bei offensichtlich falschen Preisvorstellungen besser lächeln und dankend ablehnen. Preislich liegen die alten Feuerlöscher ziemlich günstig und sind oft schon für Beträge zwischen 10 und 30 Euro zu haben. Wirklich teuer sind nur alte Autofeuerlöscher, da diese bei Oldtimersammlern heiß begehrt sind und bestimmte MINIMAX-Spitztüten. Die kosten dann je nach Baujahr, Erhaltungszustand und Zubehör schon mal bis zu 500 Euro. Do auch hier ist Vorsicht geboten, denn viele Verkäufer haben gar keine Ahnung, wie eine Spitzüte aus einer bestimmten Epoche gestaltet ist. Erst letztens wurde bei eBay eine angebliche Spitztüte von vor dem Krieg für 200 Euro angeboten - und was wars? Eine Spitztüte aus den 1950ern und somit nicht mehr als 60 Euro wert. Als Sammler muss man immer auf der Hut sein, um nicht über den Tisch gezogen zu werden.

So - soviel zu meiner Geschichte. Ich hoffe, dass ich denen, die eine Sammlung aufbauen wollen ein wenig helfen konnte und die anderen, die auch schon jahrelang einer gewissen Sammelleidenschaft frönen ein wenig unterhalten konnte. vielleicht ist es Euch ja ähnlich ergangen.
In diesem Sinne - weiter so!

© C. Müller