Feuerlöschermuseum

Herzlich Willkommen in meinem privaten Feuerlöscher-Museum
Feuerlöscher haben es mir angetan, seitdem ich denken kann - warum weiß ich nicht und ich finde auch nach über 35 Jahren Faszination keine Erklärung dafür. Das steckt wohl einfach irgendwie in mir drin.
Immer schon war ich fasziniert von Feuerlöschern und als ich 5 Jahre alt war, bekam ich meinen ersten Feuerlöscher - natürlich von GLORIA. In meinem Geburtsort Lippstadt sah man quasi nichts anderes als GLORIA und ich bin schon als kleiner Furzknoten immer gern mit einkaufen gefahren, um die schönen Feuerlöscher zu bestaunen, die für mich zu diesem Zeitpunkt noch unmöglich zu bekommen waren. Riesige Pi 12 G aus den Endsechzigern in unserem damaligen real-kauf, 1985 sehr modern anmutende PE 6 G im plaza oder wirklich uralte Schätze mit vielfach noch den goldenen und sogar grünen Abziehbildern aus den 1950er Jahren im sb-Markt E. Friedhoff in der Paderborner Filiale. Richtig richtig klasse und ich erinnere mich immer noch gern an diese Zeiten zurück. Schade, dass es davon keine Fotos gibt. Wer fotografiert auch Feuerlöscher im Supermarkt... ich, aber sonst niemand.

Tja - damals hat man diese Feuerlöscher alle noch in freier Wildbahn gesehen, wie ich immer so schön sage, doch heute sind sie natürlich längst verschwunden. Daher bin ich wirklich sehr froh, viele dieser Modelle besitzen zu dürfen sowie auch immer wieder eine ganze Menge neuer Sachen zu entdecken. Man lernt nie aus, vor allem nicht, Was Feuerlöscher von GLORIA angeht.
GLORIA hatte immer schon eine unglaubliche Typenvielfalt mit zig Änderungen, Neuerungen und so weiter und so fort. Es gibt Typenreihen, die es im Laufe der Dekaden auf 50 - 60 verschiedene Modelle bringen... von einem einzigen Typ... das muss man sich mal vorstellen!

Die Feuerlöscher von GLORIA waren für mich immer schon die schönsten und da ich quasi mit diesen Feuerlöschern aufgewachsen bin, haben diese es mir am meisten angetan. Zudem liegt das Hauptwerk in Wadersloh keine 10 km Luftlinie von meinem Elternhaus entfernt... von da aus ging wohl eine gewisse Strahlung aus oder so... (*Hust*).
Auch habe ich Ende der 1990er Jahre mit meiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau versucht, dort als Schüler einen Ferienjob zu bekommen. Das war natürlich aussichtslos, weil das jeder im Umkreis Lippstadt, Wadersloh, Beckum etc. versucht hat und dementsprechend hat das auch leider nicht geklappt.

Zurück zum Sammeln: Obwohl sich also irgendwie schon immer herauskristallisiert hat, dass für mich die GLORIA die schönsten sind, haben sich über die Jahre dann aber doch etliche Feuerlöscher unterschiedlicher Hersteller zusammengesammelt und mir wurde klar, dass es so nicht weiter gehen kann. Eine Sammlung braucht klare Linien und strenge Vorgaben um sie ordentlich pflegen zu können. Gibt es keine Strukturen, gibt es auch keine Sammlung. Stattdessen verwandelt sich alles irgendwann in einen unübersichtlichen Haufen Müll, in dem auch schöne Exponate untergehen. Es kommt bei einer Sammlung also nicht auf die Masse bzw. die Menge der Exponate an, sondern auf die Struktur und vor allem das Wissen, was sich hinter der Sammlung verbirgt.
Was nützt einem eine Sammlung von... was weiß ich... 2000 Feuerlöschern, von denen ich aber teilweise keine Ahnung habe - in welchem Zusammenhang sie in ihrem Umfeld und der Firmengeschichte stehen. Ein ernsthafter Sammler erkennt, dass man sich nicht alles hinstellen kann und fängt an zu differenzieren. Das muss sein, sonst geht man baden.

Meine Struktur heißt GLORIA und mein Ziel ist es, die Modell- und Firmengeschichte anhand von originalen Dokumenten und Exponaten von 1945 bis in die Gegenwart möglichst umfassend und vollständig darzustellen. Neben mittlerweile gut 400 Feuerlöschern (Doppel und Ersatzteilspender sind nicht mit einbezogen - mit diesen sind es wohl eher ca. 550 - 600 Exemplare + einige Fremdhersteller) umfasst die Sammlung zahlreiche Dokumente zur Instandhaltung, Werbe- und Anschauungsmaterialen verschiedener Jahrzehnte und auch seltene Firmen- und Jubiläumsschriften sowie viele Fotografien.
Gerade solche Dokumente geben wichtige Aufschlüsse und helfen einem dabei, gewisse Zusammenhänge zu erkennen und Rätsel zu entschlüsseln. Unverzichtbar ist natürlich auch die Zusammenarbeit mit Freunden und Sammlerkollegen und ich bin sehr glücklich über meine Kontakte und Freundschaften. Man hilft sich, man tauscht, man fachsimpelt - einfach schön.

Gegründet wurde das Privatmuseum in einer Ecke meines Jugendzimmers, in welcher ich in vier Reihen etwa 16 Feuerlöscher angeordnet hatte. Das ganze war natürlich mit rot-weißem Flatterband abgesperrt und einem Schild "Betreten für Unbefugte verboten" versehen - genial! Schade, dass ich davon kein Foto habe... ihr würdet Euch kaputtlachen...
Nach verschiedenen Stationen des Wachstums und mehrfachen örtlichen Veränderungen ist es nun dort angekommen, wo es richtig zur Geltung kommen kann und wo ich den Platz habe, um alles so herzurichten, wie ich es schon immer gerne gehabt hätte. Klar - wenn man noch mehr Platz hätte, dann könnte man noch mehr ausstellen, aber das wäre dann schon wieder zu viel des Guten. Das ist ja auch gerade das Spannende... die für das Gesamtziel wichtigen Geräte herauszusuchen, ja erstmal herauszufinden, welche das denn sind und warum und diese dann zu präsentieren. Deswegen ist es ja auch so wichtig, dass man sich Grenzen setzt, denn ohne eine Eingrenzung wird es nie ein Gesamtziel geben, welches man dann präsentieren kann.
Ich habe zwar schon unzählige Arbeitsstunden investiert, aber ganz fertig ist es noch nicht. Hier und da wird man bestimmt immer mal wieder was umgestalten, aber in seinen Grundzügen ist es fertig.

Neben den gut 400 Handfeuerlöschern besitze ich mittlerweile auch drei fahrbare Geräte - 2x 50 kg Pulver und ein fahrbares Kohlensäure-Schnee-Löschgerät vom Typ KS 2x6 - und auf diese Geräte bin ich ganz besonders stolz, da vorher einfach nie Platz dafür war.
Warum? Nun, die fahrbaren Geräte sind jetzt natürlich nicht gerade klein und leicht - klar, denn sonst würde man sie ja wohl kaum auf Rollen setzen. Weil die Abmessungen eben riesig sind und auch ein Leergewicht von teilweise noch fast 50 kg nicht zu unterschätzen ist, möchte ich es auch bei diesen dreien belassen. Ein viertes, welches ich zwischendurch auch mal hatte, wäre zu viel. Es würde zwar irgendwie noch irgendwo hin passen, aber es wäre einfach zu viel. Jede Ausstellung leidet darunter, wenn alles überladen und einfach nur vollgestopft ist. Das ist nicht schön und auch nicht erstrebenswert.

Wer Feuerlöscher sammelt bzw. ein kleines Privatmuseum betreibt, kommt natürlich ohne eine professionell ausgestattete Werkstatt nicht über die Runden. Das ist schlichtweg unmöglich.
Gerade alte Feuerlöscher können gefährlich werden und deshalb ist es zwingend notwendig, dass sie entleert und drucklos gemacht werden. Am Rande sei bemerkt, dass man neben den nötigen Werkzeugen auch die entsprechende Sachkunde besitzen muss, um mit den Geräten gefahrlos umzugehen. Nur wenn jetzt einer meint, er sammelt seit 10 Jahren Feuerlöscher und er kennt sich jetzt deshalb umfassend damit aus, ist das eine gewaltige Fehleinschätzung. Gerade alte Geräte können tückisch werden - auch manche alte Löschmittel haben es in sich - und deshalb muss man ganz besonders auf der Hut sein.

Neben einer Spannvorrichtung und dem üblichen Werkzeug wie Schraubenschlüssel, Splinttreiber und so weiter braucht man natürlich auch diverse Spezialschlüssel, um die Feuerlöscher fachgerecht öffnen zu können. Manche gehen da auch mit einem Hammer oder ungeeignetem Werkzeug dran, aber dazu möchte ich jetzt mehr nicht sagen... muss ich wohl auch nicht. Dann ist meiner Meinung nach auch ein Kompressor unerlässlich und zum sauberen entfernen des Löschpulvers braucht man auch eine Saugmaschine. Man kann die Pulverlöscher auch einfach auskippen, aber dabei saut man eben alles ein. Besser ist daher also eine Maschine.
Die Löschmittel gelten samt und sonders als Sondermüll und dürfen daher weder in den Büschen oder im Klo landen sondern müssen fachgerecht entsorgt werden. Ich habe mal von jemandem gehört, dass ein anderer jemand der Meinung ist, dass ein alter Feuerlöscher nur dann seinen Wert behält, wenn das Löschmittel mit aufbewahrt wird... das ist natürlich völliger Quatsch! Das alte Zeug interessiert niemanden und ich kenne auch niemanden meiner Sammlerfreunde, die sich ein extra Sondermüll-Lager anlegen. Es ist natürlich immer gut zu wissen, was für ein Löschmittel enthalten war und woraus sich dieses zusammensetzt, aber die alte Jauche aufzubewahren ist völlig unsinnig. Ich stell mir auch tonnenweise Löschpulver hin... Alte Löschmittel gehören in geeignete Behälter und dann zum Entsorget - fertig!

Neben den Feuerlöschern habe ich mittlerweile auch kistenweise alte Schilder - überwiegend zum Thema Brandschutz und Sicherheit - zusammengetragen, welche ich irgendwann einmal in das Museum integrieren möchte. Ganz aktuell bin ich aber schon wieder etwas am umbauen, da ich letztens eine Vielzahl neuer schöner alter GLORIA-Feuerlöscher aufgetrieben habe, welche nun erst einmal ihren Platz finden müssen.
Weiterhin finden sich bei mir mittlerweile schon zwei originale Grubentelefone aus den 1950er Jahren sowie diverse Signalgeber - überwiegend Signalhupen der bekannten Hersteller Funke + Huster, Fernsig, Siemens, Beko sowie auch rare und zugegebener Maßen riesige Exemplare der Mix & Genest AG.

Das werde ich nach und nach auch alles hier ausstellen, doch bis endlich mal alles so ist, wie es soll, werden wohl noch unzählige Arbeitsstunden aufzuwenden sein. "Einen nach dem anderen isst der Bauer seine Klöse" würde unser Senior jetzt sagen und Recht hat er. Irgendwann einmal werdet Ihr das ganze schräge Zeug in voller Pracht bewundern können und es lohnt sich wirklich, hin und wieder mal hier vorbeizuschauen, denn es tut sich beinahe täglich etwas.
So, jetzt habe ich aber genug gequasselt. Wer von meiner Laberei noch nicht genug hat und weitergehende Informationen zu meiner Sammelleidenschaft lesen möchte, kann sich gerne noch den Artikel Vom Sammeln und Horten durchlesen.
Bei Fragen etc. könnt Ihr mir auch gerne eine E-Mail schreiben. Das mit dem Antworten dauert zwar manchmal ein wenig, aber vergessen habe ich bisher noch keinen (hoffe ich zumindest).

Viel Spaß beim Stöbern





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