Donnerstag, 25. Mai 2017

Gefahrgut-Einsatz 9. Auflage

Die bearbeitete deutsche Fassung des nordamerikanischen „Emergency Response Guidebook“ (ERG), erschienen im Storck Verlag Hamburg, hilft Feuerwehrkräften, Polizei sowie Rettungs- und Hilfsdiensten in den gefährlichsten ersten Minuten nach einem Gefahrgut-Unfall, die optimalen Ersteinsatzmaßnahmen zu treffen, bis ausgebildete Kräfte mit Spezialgerät vor Ort eintreffen.  Das Buch liegt nun in einer komplett überarbeiteten neuen Auflage vor.

Gefahrgut-Ersteinsatz“ zeichnet sich durch einfache, aber gleichzeitig sichere Handhabung aus, denn es führt über die UN-Nummer, den deutschen Stoffnamen, das Gefahrgut-Kennzeichen und  das Gefahrstoff- oder GHS-Symbol ganz schnell zum entsprechenden Merkblatt mit den Gefahren des Produktes, den taktischen Ersteinsatzmaßnahmen sowie Evakuierungsdistanzen und Erste-Hilfe-Informationen. 

Die Hinweise zu den Sicherheitsabständen von Erdgaspipelines liefern ebenso wertvolle Einsatzhinweise wie die Farbkennzeichnung von Gasflaschen und Rohrleitungen.

Außerdem enthalten ist  „MET© – Modell für Effekte mit toxischen Gasen“. Dieses Ausbreitungsschema für toxische Gase in freier Atmosphäre gibt die Giftwirkungen auf Menschen im Freien und in Gebäuden an.  In der weiter verbesserten Version des MET sind für eine Vielzahl von Substanzen verfügbare PAC-2-Toxizitätswerte angegeben. Außerdem wird das Freisetzungsverhalten von ausgetretenen Flüssigkeiten in eine Gaswolke durch die Einbeziehung eines Massenfaktors genauer erfasst.

Das Original wird von Transport Canada sowie dem US-amerikanischen Verkehrsminis­terium herausgegeben. In Kanada, den USA, Mexiko und Argentinien sind seit der ersten Drucklegung rund 14,5 Millionen, im deutschsprachigen Raum bereits mehr als 95.000 Exemplare im Einsatz.

Bei größeren Abnahmemengen bietet der Verlag günstige Mengenstaffelpreise an.


Dr.-Ing. Hans-Dieter Nüßler
Gefahrgut-Ersteinsatz
Handbuch für Gefahrgut-Transport-Unfälle mit „MET© – Modell für Effekte mit toxischen Gasen“
9 Auflage 2017, Softcover mit Spiralbindung,  Storck Verlag Hamburg, ecomed-Storck GmbH
Einzelpreis: EUR 49,99
ISBN 978-3-86897-342-6


Pressekontakt
Gerlinde Stanglmeier, Tel. 08191-125-571, Fax 08191-125-526


Über den Verlag
Der Storck Verlag Hamburg publiziert Praktiker-Bücher und Zeitschriften zu den Themen Gefahrgut, Logistik und Feuerwehr. Das 1956 gegründete Verlagshaus brachte die ersten deutschsprachigen Gefahrgut-Titel heraus und hat in den Gremien für die internationalen Gefahrgut-Regelwerke wichtige Impulse gesetzt.
Heute ist Storck der „Küsten-Standort“ des Unternehmens ecomed-Storck GmbH. Schwerpunkt bei den Gefahrgut-Regelwerken ist der IMDG-Code, der einen internationalen und maritimen Akzent setzt. Dazu kommen Specials wie der „Storck Guide“ für die korrekte Stauung und Trennung von Gefahrgütern auf Seeschiffen, die es sowohl gedruckt wie auch als praktische Software gibt. Adressbücher für die Schifffahrtsbranche runden das Verlagsprogramm ab.
Flaggschiff ist die Fachzeitschrift „gefährliche ladung“. 1990 kam „der gefahrgut-beauftragte“ hinzu – parallel zur gesetzlichen Einführung dieser betrieblichen Funktion. Dazu kommen vielfältige Service- und Sonderhefte, z.B. die „Tankreinigung in Europa“, die Jahr für Jahr in hohen Stückzahlen nachgefragt wird.
Seit 30 Jahren veranstaltet der Storck Verlag Fachkonferenzen und Symposien, insbesondere die „Internationalen Gefahrgut-Tage Hamburg“ – die Leitveranstaltung zur Fortentwicklung des Gefahrgutrechts. Seit 1991 vergibt der Storck Verlag zudem alljährlich den „Deutschen Gefahrgut-Preis“.


Standard-Einsatz-Regeln „Hilfeleistungseinsatz bei Verkehrsunfällen“ in neuer Auflage

Klar formulierte Einsatzregeln sind unerlässlich, um nach einem Verkehrsunfall schnell, effektiv und sicher Hilfe zu leisten. Doch wie geht man taktisch am sinnvollsten vor? Wo setzt man an? Was tun, wenn E-Autos betroffen sind oder Gas mit im Spiel ist? Ohne Standards zu Sicherungsmaßnahmen, Einsatzstellenorganisation und Führungsfragen drohen Fehler, die im schlimmsten Fall der verunglückten Person die Gesundheit oder sogar das Leben kosten – oder auch das der Retter.

Die SER Hilfeleistungseinsatz bei Verkehrsunfällen aus dem Verlag ecomed enthält alle notwendigen Basisinformationen zur Präzisierung bzw. Ausgestaltung örtlicher Standard-Einsatz-Regeln. Dabei erhält der Leser einen guten Überblick über die notwendigen Geräte und Ausrüstung, Einsatzstellenorganisation, Sicherungsmaßnahmen und -standards, Gefahren an der Einsatzstelle sowie Führungsfragen.
In die 4. Auflage
sind Erfahrungen mit der aktuellen Fahrzeugtechnik eingeflossen. Berücksichtigt ist außerdem die Überarbeitung der ab 2012 neu erschienenen Normen zu den Zusatzbeladungssätzen für die Technische Hilfeleistung nach DIN 14800.
Die übersichtliche Struktur des Buches und die Illustration mit zahlreichen Bildern sorgen dafür, dass es dem Nutzer besonders leicht fällt, sich die verschiedensten Informationen genau einzuprägen. Grafisch hervorgehobene Merksätze lockern den Text auf und sorgen zusätzlich für ein besseres Verständnis.


Südmersen / Cimolino / Heck
Hilfeleistungseinsatz bei Verkehrsunfällen
Reihe: Standard-Einsatz-Regeln
2017, Softcover, 92 Seiten, ecomed SICHERHEIT, ecomed-Storck GmbH
Preis: EUR 19,99
ISBN 978-3-609-69817-5
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Gerlinde Stanglmeier, Tel. 08191-125-571, Fax 08191-125-526



Über den Verlag
ecomed SICHERHEIT ist eine Marke des Unternehmens ecomed-Storck GmbH, das zur Mediengruppe Süddeutscher Verlag GmbH gehört. Vor allem in den Bereichen Gefahrgut und Feuerwehr zählt ecomed SICHERHEIT zu den führenden deutschsprachigen Verlagen. Das vielschichtige Verlagsprogramm orientiert sich am Motto „Wissen schafft Sicherheit“. Sowohl Einsteiger wie auch Experten finden bei ecomed SICHERHEIT für sie maßgeschneiderte Informationen. Im Fokus stehen dabei die spezifischen Gefahren, Tätigkeiten und Informationsbedürfnisse in den Bereichen Arbeitssicherheit, Gefahrgut, Gefahrstoffe/Chemie, Feuerwehr/Brandschutz, Ladungssicherung und betrieblicher Umweltschutz.
Neben einer breiten Palette an Loseblattwerken, Büchern, anschaulichen Wandtafeln und Faltkarten publiziert ecomed SICHERHEIT Schulungsunterlagen und elektronische Profi-Lösungen in Form von eBooks, CD-ROMs, DVDs, eLearning-Programmen, Online-Produkten – bis hin zu maßgefertigten Fachinhalts-Datenbanken.


Einsatz von Schaummitteln

Zu wenig Wasser“ – „Probleme beim Schaummittelnachschub“: Diese beiden Feststellungen sind in fast jedem Bericht über größere Brandereignisse zu finden. In solchen Fällen müssen meistens die Kollegen vom Nachbarort zur Unterstützung anrücken. Aber in der heißen Phase eines Einsatzes ist eigentlich keine Zeit zum Improvisieren. Denn es gilt, die Lage schnellstmöglich unter Kontrolle zu bringen. Bestehen kann hier nur, wer auf vorbereitete und festgelegte Verfahren und Ressourcen zurückgreifen kann. Noch dazu stehen Einsätze, bei denen Schaum verwendet wurde, heute vermehrt im Nachhinein gerichtlich auf dem Prüfstand. Insbesondere wegen möglicher Gesundheitsgefährdung und Umweltschäden muss jeder Einsatz von Schaum gut überlegt sein!

Der neue Band „Einsatz von Schaummitteln“ vermittelt anschaulich und direkt die wichtigsten Kenntnisse für den Schaummitteleinsatz: Schaummitteltypen –
Schaummittelbedarfsrechnung – Vermeidung von Gesundheits- und Umweltschäden – Strategische und taktische Auslegung der Schaummittellogistik – Schaum(mittel)förderung an der Einsatzstelle. Das Buch zielt bewusst nur auf zugelassene „echte“ Schaummittel ab. Der Autor warnt ausdrücklich vor Verwendung von „Wundermitteln“ – insbesondere von Löschwasserzusätzen ohne Zulassung, die angeblich „besser“ als Schaum sind, in Wahrheit aber unbrauchbar und hochgefährlich sein können.
Die Führungskräfte kommunaler Feuerwehren vom Gruppenführer an aufwärts sind in den meisten Fällen die Einsatzleiter der ersten Phase – und damit strategisch und organisatorisch am meisten gefordert. Gerade sie werden dieses Buch gerne nutzen, um auf solche Einsätze gut vorbereitet zu sein. Werk- und Flughafenfeuerwehren werden darin ebenfalls Anregungen für ihre Arbeit finden, auch wenn sie das „Schaumgeschäft“ grundsätzlich beherrschen.
Wie alle Bücher der Reihe „Fachwissen Feuerwehr“ ist auch dieses mit zahlreichen Abbildungen illustriert. Grafisch hervorgehobene Merksätze und Hinweise erleichtern das Abspeichern der Informationen. Mit Selbsttestfragen zu den Themen „Toxizität“, „Schaummittelbedarf“ und „Schaummittelversorgung“ kann der Leser sein neu erworbenes bzw. vertieftes Wissen testen. Die Lösungen dazu findet er am Ende des Buches.

De Vries
Einsatz von Schaummitteln
Reihe: Fachwissen Feuerwehr
2017, Softcover, 100 Seiten
ecomed SICHERHEIT, ecomed-Storck GmbH
Einzelpreis: EUR 12,99
ISBN 978-3-609-69628-7

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Über den Verlag
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Neben einer breiten Palette an Loseblattwerken, Büchern, anschaulichen Wandtafeln und Faltkarten publiziert ecomed SICHERHEIT Schulungsunterlagen und elektronische Profi-Lösungen in Form von eBooks, CD-ROMs, DVDs, eLearning-Programmen, Online-Produkten – bis hin zu maßgefertigten Fachinhalts-Datenbanken.


Freitag, 28. April 2017

GLORIA Typ Pn 6 G Bj. 1962

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN TROCKEN 6
Typ: Pn 6 G
Baujahr: 1962
Bauart: PG 6 H - Aufladelöscher mit innenliegender Treibgaspatrone
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 33/59
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Treibmittel: 140 g Kohlendioxid
Betriebsdruck: 15 bar
Gewicht des gefüllten Geräts: 11,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1959 - 1963 (gesamt 1959 - 1989)

Geschichte:
Hier habe ich einen schönen GLORIA Typ Pn 6 G der ersten Serie aus dem Jahre 1962 für Euch. Der mit Schlagknopf und innenliegender Treibgaspatrone ausgestattete Typ Pn war bei seiner Einführung im Jahre 1959 ist der etwas günstigere "kleine Bruder" des Typs Pi mit Halbautomatik-Zughebelarmatur, in Bezug auf Löschkraft und technischer Raffinesse steht er ihm allerdings in Nichts nach. Dass er günstiger ist, liegt einerseits eben an der Schlagknopfarmatur, d.h. man muss diesen Löscher aktiv aufladen und nicht bloß anheben. Zum anderen besteht der Ventilkörper bei allen Pn-Modellen bis Ende der 1970er Jahre aus Kunststoff. Deshalb mahne ich zur Vorsicht, denn die Weichmacher sind längst verduftet, wodurch der einst hochfeste Kunststoff heute beim Aktivieren sehr wahrscheinlich auseinanderfliegt. Löst deshalb heute, im Jahre 2017, niemals einen Pn mit Kunststoff-Ventilkörper aus; und die neueren Modelle aus den 1980er und 1990er Jahren besser auch nicht!


Sein markantes Alleinstellungsmerkmal ist natürlich der klappbare Bügelgriff. Bei diesem 62er Modell besteht der Griffbügel schon aus Metall und ist in einem schlichtem grau lackiert. Ich besitze noch eine Version des Pn Bj. 1961 mit noch gelbem Kunststoff-Bügelgriff.
Typisch für die GLORIA-Geräte der frühen 1960er Jahre ist der gold-grün grundierte, mehrfarbige Aufdruck mit seiner unglaublichen Detailverliebtheit, welcher natürlich auch auf diesem Feuerlöscher zu finden ist.
Obwohl der Typ Pn günstiger war, als der Pi, ist er dennoch deutlich seltener vertreten gewesen. Ich persönlich kenne den Pn größtenteils aus städtischen Gebäuden und interessanter Weise Parkhäusern.
In freier Wildbahn habe ich genau so einen herrlichen Pn wie diesen hier nur ein einziges Mal gesehen und zwar in der Stadtwaldschule in Lippstadt zum Ende der 1980er Jahre. Er hing in einem Flur genau zwischen einem zeitgenössischen Wandmosaik  und dem Notausgang. Top - den Anblick werde ich nie vergessen und was habe ich mir damals gewünscht, solch eine schönen Feuerlöscher mal zu besitzen. Heute habe ich ihn, in schönem Zustand und ich freue mich sehr darüber, diesen herrlichen Pn der ersten Serie mit Euch teilen zu können.

©. Menzel 2017


Sonntag, 12. Februar 2017

GLORIA Typ KS 1,5 D Bj. 1960

Hersteller: GLORIA-WERKE
KOHLENSÄURE-SCHNEELÖSCHER
Typ: KS 1,5 D
Baujahr: 1960
Bauart: CO2 1,5 H - Sonderlöscher; Kohlendioxid als Schnee austretend
Inhalt: 1,5 kg Kohlendioxid
Treibmittel: 1,5 kg Kohlendioxid (gleichzeitig Löschmittel)
Betriebsdruck: 60 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 5,3 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1959 - 1963


Geschichte:
Zu einem der wohl urtümlichsten Geräte aus dem Hause GLORIA dürfte wohl dieser frühe Typ KS 1,5 D aus dem Jahre 1960 gehören. Starkes Gerät, oder?
Was sofort auffällt, ist, dass der Feuerlöscher nicht in rot, sondern in Hammerschlag-silber lackiert ist. Damals war das durchaus üblich und ich wage an dieser Stelle sogar die Behauptung aufzustellen, dass bei GLORIA bis etwa 1962/63 alle kleinen 1,5 kg Kohlensäurelöscher in Hammerschlag bzw. grau lackiert worden sind. Warum, weiß ich allerdings (noch) nicht.

Ab 1962/63 gab es den KS 1,5 D ausschließlich mit einem schwenkbaren Schneerohr, dem sogenannten "Swivel-Horn", doch die ersten Modelle konnten auch mit einer einfachen Schneebrause geordert werden.
Zum Festhalten gab es noch nicht den berühmten Pistolengriff am Flaschenhals  sondern lediglich einen einfachen Henkel. Da an Hochdruck-Gasflaschen nichts angeschweißt werden darf, wurde der Henkel auf ein Spannband gesetzt, welches glühend über den Behälter gezogen wurde. Beim Abkühlen hat sich das Material wieder so weit zusammengezogen, dass das Spannband bombenfest am Behälter sitzt. TOP!
Der Aufdruck spiegelt mit seinem goldgrünen Grund, den geschwungenen Formen und der unglaublichen Detailverliebtheit die typischen Elemente der frühen 1960er Jahre wieder. Wie man sieht, idt im Andruck ein Modell mit Swivel-Horn dargestellt - da hat sich keiner vertan und den verkehrten Aufkleber genommen, sondern es gab nur einen, welcher für beide Varianten gleichermaßen benutzt worden ist.

Der Aufdruck ist zwar großflächig abgebröckelt und der Behälter weist eine dunkle Verfärbung auf, doch hey: Dieser Feuerlöscher ist 57 Jahre alt und hing diese lange Zeit in einer Autowerkstatt. Er war über ein halbes Jahrhundert Abgasen, Fett, Treibstoffen, Staub und Schmutz ausgesetzt und man sieht es ihm an, dass er es nicht leicht gehabt hat. Der abgeblätterte Aufdruck sowie die dunklen Verfärbungen zeugen von seinem harten leben und verleihen ihm würde - deshalb lasse ich auch alles so wie es ist.
Ein sehr schöner und seltener Feuerlöscher mit reichlich Patina.

©. Menzel 2017

Mittwoch, 11. Januar 2017

GLORIA Typ P 6 SG Bj. 1966

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN TROCKEN 6
Typ: P 6 SG
Baujahr: 1966
Bauart: P 6 H - Aufladelöscher mit außenliegender Treibmittelflasche
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Treibmittel: 150 g Kohlendioxid
Betriebsdruck: 16 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 12,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1966


Geschichte:
Der Typ P 6 SG ist an sich ein altbekannter Typ, welcher unter dieser Bezeichnung auch durchgehend von 1957 bis 1992 produziert worden ist. Während dieses langen Produktionszeitraums von immerhin 35 Jahren wechselte er natürlich zig mal sein Aussehen und dieses 1966er Modell ist dabei etwas ganz besonderes, da es alte Baumuster mit neuen Elementen kombiniert.
So besitzt der 1966er Typ P 6 SG noch den alten, sogenannten Ringboden, welcher im Prinzip aus dem Behältermantel besteht und über den eigentlichen Behälterboden gezogen wurde. Der Handgriff befindet sich allerdings schon rechts an der Behälterseite und nicht mehr an der Stirn des Deckels. Zudem erhält das 66er Modell wieder eine große Einfüllöffnung wie die ersten DIN TROCKEN 6 S - die kleine, ab 1957 bei diesem Typ eingeführte und üblicherweise verwendete Einfüllöffnung mit Kreuzverschluss war hiermit endgültig abgeschafft. Zum Vergleich könnt Ihr Euch hier einmal das direkte Vorgängermodell von 1965 ansehen.
Der Aufdruck blieb allerdings unverändert und spiegelt die nüchternen, klaren Strukturen der Mittsechziger wider.  

Durch die robuste Ausführung mit starrem Handgriff und außenliegender Druckgasflasche avancierte der P 6 SG zu einem reinen Industrielöscher, da er auch mit dicken Arbeitshandschuhen gut bedient werden konnte. Diese hochwertige Ausführung machte ihn mit 115,00 DM ab Werk (1967) allerdings auch zum teuersten Pulver-Aufladelöscher aus dem Produktprogramm. Daher war er in der Öffentlichkeit, d.h. in Handel, Schulen, Ämtern und dergleichen so gut wie gar nicht anzutreffen - und schon gar nicht in Privathaushalten. Dieser hier stammt lustigerweise aber doch aus einem solchen. Das war wirklich selten, dass sich Privatleute statt eines erheblich günstigeren Dauerdrucklöschers mal einen solchen Feuerlöscher der Extraklasse gegönnt haben.

Ein wirklich herrlicher Löscher in bestem Zustand, welcher einzig und allein daher rührt, dass er gut geschützt in einem Keller hing. Feuerlöscher dieses Typs sehen nach ihrem schweren Dienst in der Industrie bei Weitem nicht so gut aus - zudem dürften sie dort bereits vor 10 - 15 Jahren restlos ausgesondert worden sein.
Hinzu kommt, dass genau diese 1966er Ausführung des P 6 SG aufgrund ihres sehr kurzen Produktionszeitraums von nur etwa einem oder maximal anderthalb Jahren naturgemäß schon sehr rar ist. Es ist also fast schon als Wunder zu bezeichnen, dass ihn in diesem Zustand überhaupt noch gibt.
Vielen Dank an Holger, der mir dieses schöne Stück beschafft und für mich sicher aufbewahrt hat.

©. Menzel 2017

Montag, 2. Januar 2017

GLORIA Typ Wi 10 N Bj. 1984

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN WASSER 10
Typ: Wi 10 N
Baujahr: 1984
Bauart: W 10 H-0 - Wasserlöscher ohne Frostschutz
Inhalt: 10 l Wasser + 300 g Netzmittel
Treibmittel: 75 g Kohlendioxid
Betriebsdruck: 8 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 15,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1983 - 1984


Geschichte:
Der hier vorgestellte GLORIA Typ Wi 10 N aus dem Jahre 1984 ist ein äußerst rares Modell und auch ich als GLORIA-Experte habe bis vor einigen Wochen nicht gedacht, dass es den Typ in dieser Erscheinungsform überhaupt gegeben hat.
Der Typ Wi 10 N wurde erstmals 1973 zugelassen und bereicherte die GLORIA-Produktpalette nach gut 10-jähriger Abstinenz wieder um einen Wasserlöscher.
Das grundsätzliche Baumuster entspricht dem des Typs Pi 12, dennoch weist er in Bezug auf die Schlauchführung ein markantes Unterscheidungsmerkmal auf. Der Schlauch entspringt nicht wie beim Pi 12 an einem kurzen, außenliegenden Steigrohr rechts unten am Behälter, sondern oben am Behälterdeckel.
Ich habe schon bei den Vorgängern lange gesessen und gegrübelt, warum das denn so ist. Von technischer Seite her wäre es nämlich überhaupt kein Problem gewesen, den Schlauch über einen kurzen Steigrohrstutzen außen am Behälter entlang zu führen. Aufgrund dieser Tatsache komme ich wieder zu dem Schluss, dass es vielmehr nur ein reines Unterscheidungsmerkmal zum Pi sein soll.
Wenn wir aber mal ehrlich sind, ohne jemandem zu Nahe treten zu wollen: Gut 95% der Menschen latschen mitunter 30 mal am Tag an ein und dem selben Feuerlöscher vorbei und wissen nicht einmal, dass er da hängt, geschweige denn, wie er genau aussieht - das ist einfach so; und ein Sachkundiger müsste an diversen anderen Stellen diesen Wasserlöscher vom Typ Wi von einem fast gleich aussehenden Pulverlöscher des Typs Pi zielsicher unterscheiden können.
Deswegen scheint mir die Argumentation des Unterscheidungsmerkmals selbst nicht so ganz schlüssig, aber eine andere Antwort habe ich im Augenblick nicht.

Dieses 84er Modell ist weiterhin noch mit den altbekannten Standnocken ausgerüstet und dürfte in dieser Form zu einem der letzten so ausgerüsteten Modelle gehören, da bereits im selben Jahr - zumindest bei den Pulvermodellen vom Typ Pi und Pn - auf den schwarzen Kunststoff-Fußring mit integrierter Schlauchhalterung umgerüstet wurde.
Jetzt stellt sich mir zumindest hier an dieser Stelle die Frage, ob es nicht überhaupt einer der letzten Wi 10 N sein könnte. Der Typ Wi 10 N existierte parallel zum Typ Wi 10 EN mit Druckhebelarmatur und letzterer konnte sich auch bis über das Jahr 2000 hinweg behaupten. Darüber hinaus habe ich einen Wi 10 N nach dem Muster des Typs Pi mit Kunststoff-Fußring noch nicht gesehen.

Ihr seht, einige Fragen zu diesem Typ bleiben noch offen, welche auch ich momentan nicht unfallfrei beantworten kann, doch eines ist ganz klar: Der 1984er Typ Wi 10 N gehört zu einem der seltensten Modelle aus dem Hause GLORIA.
Wasserlöscher wurden in den 1980er Jahren nur sehr selten vorgehalten, da in diesen Zeiten die Präsenz des Allrounders "Pulverlöscher" noch übermächtig war. Die Wasserlöscher erkämpften sich seit 1973 Schritt für Schritt und Zentimeter um Zentimeter ihre Berechtigung am Markt wieder, doch Mitte der 1980er Jahre gehörten sie noch definitiv zu den Außenseitern. Auch ich habe solch ein Modell in dieser Ausführung noch niemals in freier Wildbahn gesehen - und das will schon was heißen.
Ich bin sehr stolz, dieses wirklich außergewöhnliche Modell mit Hilfe meines Sammlerfreundes Samuel heute mein Eigen nennen zu können.

©. Menzel 2017