Sonntag, 3. Februar 2013

FAQ - Wie alt ist ein Feuerlöscher?

Wenn es um alte Feuerlöscher geht, ist meistens die Rede davon, dass sie ausgesondert werden müssen. Doch woher weiß ich, wie alt mein Feuerlöscher ist und ob er ersetzt werden muss?
Sicherlich, im Wandel der Jahrzehnte haben auch die Feuerlöscher wie so ziemlich alle anderen Gegenstände auch ihr Aussehen geändert, doch um jetzt sagen zu können, wenn der Löscher den und den Siebdruck hat oder der Schlauch so und so angebracht ist, ist er so und so alt... das geht nicht. Dafür sind die Ausführungen sowie auch die Hersteller zu verschieden, als dass das zu einem sinnvollen Ergebnis führen würde... es sei denn, ich würde hier die nächsten zwei Wochen 1000 Seiten schreiben. Kurz und knapp: Der Kenner kann anhand des Aussehens das Alter eines Feuerlöschers bestimmen, der Laie nicht.
Wenn Ihr keine Ahnung von Feuerlöschern habt und wissen wollt, wie alt das gute Stück ist, dann gibt es zwei Möglichkeiten, wie Ihr das Alter bis auf das Jahr genau bestimmen könnt. Die erste und bequemste Möglichkeit ist, wenn auf dem Feuerlöscher ein Aufkleber oder ein aufgedrucktes Feld mit der Bezeichnung "Werks-Endkontrolle" ist. Dort ist das Datum der Werks-Endkontrolle zu ersehen, welches als Herstellungsdatum gilt. Das ganze sieht dann so oder so ähnlich aus:
Werks-Endkontrolle 04.03.1968
Werks-Endkontrolle 03.1982











Diese gezeigte Darstellung bezieht sich nur auf ältere Feuerlöscher der Marke GLORIA. Bei anderen Herstellern können und werden solcherlei Endkontroll-Siegel anders aussehen.
Oft ist es jedoch der Fall, dass die Siegel gar nicht vorhanden, zerstört (abgelöst, verkratzt, unleserlich) oder mit Instandhaltungsnachweisen überklebt worden sind. Dann habt Ihr jedoch trotzdem noch die Möglichkeit, das Alter Eures Feuerlöschers zu bestimmen - allerdings müsst Ihr nun etwas genauer hinsehen. Nehmt Euch mal den unteren Bereich des Behälters vor, denn hier sind bei allen Feuerlöschern mit Aunahme von Kohlendioxidlöschern (hier stehen die Informationen am Flaschenhals) verschiedene Daten zum Gerät eingeschlagen - neben Bauart und Betriebsdruck eben auch das Baujahr. Das sieht dann herstellerübergreifend in etwa so aus:
Prägung Baujahr 1966










Ich habe mich bei dem letzten Bild für einen weißen Sonderlöscher entschieden, da die eingeschlagene Zahl durch die leichte Anrostung und die Schmutzablagerungen besonders gut sichtbar ist.

So jetzt wisst Ihr, wo Ihr suchen müsst, um das genaue Alter Eures Feuerlöschers herauszufinden. Ausgesondert werden müssen je nach Bauart alle Geräte mit Werks-Endkontrollen ab den Jahrgängen 1988 (Auflade- und Gaslöscher; 25 Jahre) und 1993 (Dauerdrucklöscher und sämtliche Feuerlöscher der Marke GLORIA; 20 Jahre).
Ebenfalls ausgesondert gehören Feuerlöscher der Marken AKO, CEAG oder LÖSCHFIX, da diese Firmen die Produktion schon seit Jahrzehnten eingestellt haben.

© C. Müller 


GLORIA Typ PA 12 GD Bj. 1979

GLORIA PA 12 GD
Hersteller: GLORIA-WERKE 
DIN PULVER 12
Typ: PA 12 GD
Baujahr: 1979
Bauart: PG 12 L - Dauerdrucklöscher
Inhalt: 12 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 16 kg

Geschichte
Dieser Feuerlöscher ist einer der Ersten nach der neuen Norm, welche 1978 festgesetzt worden ist und die wesentlichsten Änderungen lassen sich im Siebdruck finden. Alte Normbezeichnungen wie "DIN PULVER" und dergleichen werden Einheitlich durch "DIN Feuerlöscher" ersetzt. Angaben zu Füllmenge und Löschmittelart befinden sich nun unter der DIN-Bezeichnung, wie auf dem Bild zu sehen ist. Eine weitere wesentliche Neuerung ist der Fortfall der Brandklasse E. Die neue Norm setzte Fest, dass alle Löschmittel bei geeignetem Sicherheitsabstand dazu in der Lage sind, ohne Gefahren für den Löschenden Brände in elektrischen Niederspannungsanlagen bis 1000 V abzulöschen. Eine separate Aufführung dieser Brandklasse war nun nicht mehr erforderlich. Auch sind nun die Piktogramme für die Brandklassen herstellerübergreifend vereinheitlicht worden. Auch verfügen nun die Dauerdrucklöscher erstmals über eine Schlauchhalterung aus Kunststoff, welche bei den Aufladelöschern schon 1973/74 eingeführt worden sind.

Auffällig speziell an diesem Typ ist die Druckhebelarmatur, welche in dieser Form sonst ausschließlich bei GLORIA-Halonlöschern verwendet wurde. Der „weiße Kragen“ unterhalb der Armatur zeigt jedoch sofort, dass es sich um einen Pulverlöscher handelt. Bei Halonlöschern ist der Kragen gelb. Ein schönes und heute recht seltenes Sammlerstück.
Dieser Typ Feuerlöscher kam sowohl in der Industrie und im Gewerbe, als auch im Handel sowie in öffentlichen Einrichtungen zum Einsatz. Solch ein Gerät befand sich beispielsweise lange Zeit, wenn auch als 6 kg-Version, im Jakob-Koehnen-Bad in Lippstadt.
Ein schönes und heute seltenes Sammlerstück, welches nicht mehr einfach zu bekommen ist.

© C. Müller 

Samstag, 2. Februar 2013

GLORIA Typ P 12 GD Bj. 1973

Hersteller: GLORIA-WERKE 
DIN PULVER 12
Typ: P 12 GD
Baujahr: 1973
Bauart: PG 12 L - Dauerdrucklöscher
Inhalt: 12 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 17 kg

Geschichte
Was bei dem Typ P 12 D noch eher als Ausnahme gesehen werden kann, war es spätestens nach Einführung des Typs GD - dem ersten Dauerdrucklöscher mit Glutbrandfüllung - bei GLORIA selbstverständlich, dass nun auch alle Dauerdrucklöscher sowohl mit 6 kg, als auch mit 12 kg Füllung angeboten wurden. Interessant ist, dass der Schlauch nicht an die Behältergröße angepasst wurde - es ist der gleiche wie bei den 6 kg Geräten welcher im Verhältnis zu dem doch schon riesenhaften Behälter eher ziemlich klein und verloren wirkt. Typisch für die 1973er Modelle ist der noch aus den 1960ern stammende dreifache Siebdruck mit abgesetztem GLORIA-Schriftzug sowie dem fehlenden Signet "Feurschutz GLORIA - ein Weltbegriff" und den drei Haltelaschen. 
Auch die großen Dauerdrucklöscher mit 12 kg wurden in der ersten Hälfte der 1970er Jahre noch überwiegend in Privathaushalten mit Heizöltanks ab 5000 l installiert und nur ganz vereinzelt im Einzelhandel oder Gewerbe. Die nachfolgende Serie ab 1975/76 fand hingegen sowohl in der 6 kg- als auch in der 12 kg-Ausführung schon häufiger Verbreitung in Handel und Gewerbe. Als Beispiele fallen mir spontan der ehemalige Zoo-Markt GERKE in Lippstadt (P 12 GD) sowie der SB-Zentralmarkt E. Friedhoff, ebenfalls der in Lippstadt (P 6 GD mit Schlauch, hing irgendwo bei den Stoffen), vor dem Umbau 1992/93 ein.
Dieses Gerät habe ich in Herford neben dem Heizungskeller entdeckt und es befindet sich, bis auf ein paar Farbspritzer, in Bestzustand. Ein sehr schönes und heute seltenes Stück.

© C. Müller 

GLORIA Typ P 12 D Bj. 1970

GLORIA P 12 D 1970
Hersteller: GLORIA-WERKE 
DIN PULVER 12
Typ: P 12 D
Baujahr: 1970
Bauart: PG 12 L - Dauerdrucklöscher
Inhalt: 12 kg BC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 17 kg

Geschichte
Ich bin mir nicht ganz sicher, doch ich meine, dass es von den frühen Dauerdrucklöschern der GLORIA-WERKE lediglich den Typ P 6 D auch mit einer Füllung von 12 kg Pulver - dementsprechend als Typ P 12 D - gegeben hat. Dass es den Typ K mit 12 kg Pulver gegeben hat, halte ich für ausgeschlossen und über einen Typ P 12 H ist mir nichts bekannt.
Man sieht hier sehr schön, dass dieser Feuerlöscher bis auf den doppelt so großen Behälter baugleich mit seinem kleinen Bruder, dem P 6 D ist. Auch dieses Gerät wurde überwiegend in privaten Haushalten zum Schutz der Ölheizung montiert - allerdings nur bei solchen, deren Tanks mehr als 5000 Liter Heizöl fassten.
Ein sehr schönes und heute nahezu nicht mehr auffindbares Stück in tollem Zustand.

© C. Müller 

GLORIA Typ P 6 GD Bj. 1973 (alte Ausführung)

GLORIA P 6 GD 1973
Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN PULVER 6
Typ: P 6 GD
Baujahr: 1973
Bauart: PG 6 L - Dauerdrucklöscher
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 10 kg

Geschichte
Dieser Feuerlöscher aus dem Jahre 1973 trägt mit den drei Siebdruckbildern und den drei Haltelaschen noch alle Merkmale der 1960er Jahre, doch ist dieses Gerät aus dem März 1973 eines der letzten, welches noch mit dem alten Siebdruck versehen worden ist. Wer genau hinschaut, dem fällt auf, dass die Haltelaschen breiter geworden sind.
Dieses Modell wurde mit einem Schlauch ausgestattet, was bei den Dauerdrucklöschern aus dem Hause GLORIA bis 1978 optional erfolgte, d.h. ein Schlauch war im Gegensatz zu den 12 kg Geräten bei den kleinen 6ern nicht serienmäßig, sondern sozusagen Sonderausstattung.
Ein schönes und selten gewordenes Gerät in bestem Sammlerzustand.

© C. Müller 

Donnerstag, 31. Januar 2013

GLORIA P 6 GD Bj 1976

Hersteller: GLORIA  
DIN PULVER 6  
Typ: P 6 GD  
Baujahr: 1976 
Bauart: P 6 L - Dauerdrucklöscher  
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 10 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1974 - 1976

Geschichte: 
Dieser Typ Feuerlöscher wurde in großer Zahl an Privathaushalte mit Ölheizung abgegeben und hier haben wir die "Basisversion" ohne Schlauch. Die Druckhebelarmatur wurde im Vergleich zu seinem Vorgänger leicht verändert. Der untere Tragegriff wurde etwas verlängert und am Ende leicht nach unten abgebogen. Dadurch liegt der Löscher besser in der Hand. Der kürzere obere Druckhebel blieb unverändert. Auch das Siebdruckbild ist nun größer und der Schriftzug GLORIA ist deutlich vom Rest des Schriftbildes abgesetzt. Dieser Löscher hat nun, wie alle anderen auch, nur noch ein großes Siebdruckbild auf der Vorderseite und nur eine Aufhängelasche an der Rückseite (der Vorgänger hatte jeweils drei). Diese Serie ist die letzte, die optional ohne Schlauch ausgeliefert wurde und ebenfalls die letzte mit kürzerem Druckhebel.

Dieser Feuerlöscher ist in den 1970er Jahren in wahren Massen ausgeliefert worden - meine Großtante hatte auch so einen - werden jedoch schon langsam selten. Zugelassen sind sie schon seit 2004 nicht mehr und so verschwinden sie langsam von der Bildfläche.
Ein schönes Stück, welches auf eine gewisse, unnachahmliche Art und Weise die 1970er Jahre widerspiegelt und in dieser Ausführung und in dem erstklassigen Erhaltungszustand schwer zu finden ist.

© C. Müller  

Mittwoch, 30. Januar 2013

GLORIA Typ P 6 K Bj. 1968

Hersteller: GLORIA 
DIN PULVER 6 
Typ: P 6 K
Baujahr: 1968
Bauart: P 6 L - Dauerdrucklöscher 
Inhalt: 6 kg BC-Pulver 
Gewicht des gefüllten Geräts: 10 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1966 - 1968

 



Geschichte: 
Endlich - endlich habe ich ihn und ich präsentiere Euch jetzt hier voller Stolz nicht nur einen seltenen, sondern wohlmöglich auch den seltsamsten Feuerlöscher aus der GLORIA-Produktpalette: Der Typ P 6 K!

Der Typ P 6 K ist einer der ersten großen Dauerdrucklöscher aus dem Hause GLORIA. Auch dieses Modell trägt mit dem kleinen, dreiteiligen Siebdruck sowie den drei Haltelaschen die typischen Merkmale der frühen GLORIA-Dauerdrucklöscher, welche bis etwa 1973/74 erhalten blieben. Das kurioseste an diesem Gerät ist jedoch, dass er im Gegensatz zu allen anderen bekannten Dauerdrucklöschern - inklusive des 1966 zugelassenen P 6 D - nicht mit einer Druckhebelarmatur, sondern mit einem Zughebel ausgestattet wurde, welcher zugleich - bei intaktem Sicherungsstift - als Tragegriff fungiert. Einen 6 kg-Dauerdrucklöscher mit Zughebelmechanismus hat es wie gesagt von keinem anderen Hersteller gegeben und so ein Gerät wurde auch von GLORIA niemals wieder produziert. Warum diese Art der Auslösung gewählt wurde, weiß ich nicht genau, doch vielleicht wurde hier versucht, die bewährte Technik vom erfolgreichen Typ Pi auf einen Dauerdrucklöscher zu übertragen - dieses System ähnelt zudem auch dem Auflademechanismus des MINIMAX Typ RU, doch den gab es 1968 meines Wissens noch nicht. 
Da der Löscher über keinen Schlauch verfügt und durch die eckige Düse auch nicht mit einem solchen nachgerüstet werden kann, dürfte die zielgerichtete Dosierung des Löschmittelstrahls schwierig gewesen sein - zumal beim Löschen, wenn der Löscher abstellbar ist, wovon ich mal ausgehe, der Hebel die ganze Zeit nach oben gedrückt werden muss. Die gesamte Handhabung war so mit ziemlicher Sicherheit recht unkomfortabel, weswegen er schon nach nur kurzer Produktionszeit (ich schätze mal, dass der P 6 K nur 1967/68 gebaut wurde) durch den P 6 H mit Druckhebelarmatur ersetzt wurde.
Durch die einfache Ausführung und die BC-Pulverfüllung war er erheblich günstiger in der Anschaffung, als ein vergleichbarer Aufladelöscher des Typs Pn 6 bzw. Pn 6 S, wodurch er sich - wie sein Nachfolger P 6 H und auch der Vorgänger P 6 D - hervorragend für den Schutz von Ölheizungen in Privathaushalten eignete. Da dieses Modell wie schon erwähnt vermutlich nur kurze Zeit produziert wurde, ist er dementsprechend auch längst nicht so verbreitet. Zwar waren die Typen P 6 H und die P 6 D auch nicht so massenhaft verbreitet wie der P 6 GD in den 1970er Jahren, doch tauchen sie hin und wieder mal auf - der P 6 K hingegen taucht gar nicht mehr auf. Auch wurde zumindest der P 6 D noch nach 1968 gebaut (die Modelle, die ich habe, sind Bj. 1969 und 1971) - die Produktion des P 6 K muss jedoch im Jahre 1968 eingestellt worden sein.

Den ersten P 6 K entdeckte ich 2003 in einem Landmaschinenhandel (direkt gegenüber der alten GLORIA-WERKE an der Diestedder Straße.). Als ich ihn dort alsTürstopper sah, hielt ich beim ersten flüchtigen Blick für einen kaputten P 6 H, bei dem der Druckhebel fehlt. Doch dann schaute ich genauer hin und erkannte, dass der Löscher gar nicht kaputt war, sondern tatsächlich so gehörte. Ich hatte damals schon den P 6 H und auch den P 6 D auch und wusste nicht, dass es auch noch so ein Modell gibt. Ich fragte natürlich sofort, ob ich den haben könnte - doch leider leider war er dort als Türstopper unentbehrlich...
Seit ich diesen Löscher gesehen hatte, habe ich nach so einem Modell gesucht - das einzige, was ich fand war in der Online-Galerie von Brandschutz-Passin zu bewundern, doch dass ich den nicht haben konnte, war mir klar. So suchte ich und suchte ich, fand aber keinen - weder bei ebay noch sonstwo. Letztens fand ich jedoch nach 10 Jahren einen und konnte so die Sammlung der frühen GLORIA-Dauerdrucklöscher komplettieren. An dieser Stelle möchte ich mich noch mal ganz herlich bei dem edlen Spender bedanken, welcher mir diesen Feuerlöscher verschafft hat.

DANKE KAY!

Ein immer schon selten gewesenes Stück in gutem Zustand, welches heute kaum noch aufzutreiben ist.

© C. Müller