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| GLORIA PI 6 1963 |
Hersteller: GLORIADIN TROCKEN 6Typ: Pi 6Baujahr: 1963Bauart: P 6 H - Aufladelöscher mit innenliegender TreibmittelpatroneInhalt: 6 kg BC-PulverGewicht des gefüllten Geräts: 11 kgGeschichte:Hier haben wir ein schönes und rares Stück Brandschutzgeschichte - einen seltenen GLORIA Typ Pi 6. Die Siebdruckgestaltung folgt dem Muster der späten 1950er, ist allerdings nicht mehr als mehrfarbiger Aufkleber, sondern nun als weißer Siebdruck vorhanden. Der Handgriff zeigt bei diesem Modell zu Wand. Das geht auch, doch normalerweise ist der Griff bei allen Pi-Typen aus Gründen der besseren Handhabung nach vorn gerichtet. Dieser alte Feuerlöscher ist deshalb etwas besonderes, da der Typ Pi 6 im Vergleich zum Typ Pi 6 G - dem Allrounder mit Glutbrandfüllung - in verhältnismäßig geringen Stückzahlen auf den Markt kam. Ihre geringere Verbreitung hatte vornehmlich zwei Gründe: Zum Einen war ihr Einsatzbereich nur auf Brände von Stoffen der Brandklassen B und C beschränkt, d.h. für die meisten Bereiche war dieser Löscher gar nicht geeignet, da in einem normalen Umfeld (Einzelhandel, Behörden, viele Industrie- und Gewerbezweige) die größte Gefahr durch Brände von Stoffen der Brandklasse A besteht. Zum anderen war der Pi 6/12 trotz seines beschränkten Einsatzgebiets verhältnismäßig teuer. In einem Werbeprospekt der GLORIA-WERKE aus dem Jahre 1967 liegt der Preis für einen Typ Pi 6 bei 104 DM - viel, viel Geld in damaliger Zeit. Ein Typ Pn 6 S, welcher wesentlich häufiger zu finden ist, bot mit Ausnahme der abstellbaren Löschpistole die gleichen Leistungen für "nur" 90 DM. Somit kann der höhere Preis durchaus als ein Grund für die geringere Verbreitung gesehen werden. Den einzigen Feuerlöscher dieses Typs, den ich persönlich mal gesehen habe, war ein Typ Pi 12 Bj. 1967. Dieser hing in einem Getränkemarkt, wo er völlig Fehl am Platze war. Komisch, dass das keinem aufgefallen ist.Dieses Gerät hier dürfte irgendwo neben einer Heizungsanlage, an Tankstellen, in Lackiereien und ähnlichen Bereichen sein Plätzchen gehabt haben, wo er sogar im Jahre 2004 - also nach 39 Jahren - noch einmal eine gültige Prüfung bekommen hat... eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, da er schon längst hätte ausgesondert werden müssen.
© C. Müller
Die Frage, ob Feuerlöscher giftig sind, bewegt sehr viele Menschen und vielleicht ist die Angst vor einer möglichen Giftigkeit mit ein Grund dafür, dass ein Feuerlöscher noch in so vielen Haushalten fehlt.
Doch ich kann alle Zweifler beruhigen, denn keines der heute in Deutschland verwendeten und zugelassenen Löschmittel ist giftig.
Wasserlöscher enthalten normales Leitungswasser, welchem zur Verringerung der Oberflächenspannung und zur Erhöhung des Siedepunktes Salze hinzugefügt worden sind.
Schaumlöscher enthalten heute ein synthetisches, wasserfilmbildendes Schaummittel (Light Water, AFFF bzw. A3F) auf Basis von perfluorierten Tensiden. Im Gegenssatz zu älteren fluoriereten Schaummitteln enthalten sie kein Perfluoroctansulfonat (PFOS) mehr, sodass sie in toxischer Hinsicht als unbedenklich gelten.
Neben herkömmlichern Schaum- und Wasserlöschern gibt es noch spezielle Löscher mit wässrigen Lösungen für Fettbrände sowie sog. Meterin-Feuerlöscher, welche ebenfalls eine wässrige, ungiftige Lösung enthalten.
Pulverlöscher enthalten Trockenlöschmittel, welches aus Ammoniumphosphat, Ammoniumsulfat (ABC-Löschpulver; Düngemittel) bzw. aus Natriumhydrogencarbonat, Kaliumsulfat oder Kaliumhydrogencarbonat (BC-Löschpulver; Backpulver) bestehen. Kommen sie mit Schleimhäuten in Verbindung (Augen, Mund), wirken sie reizend, sind aber nicht giftig. In Metallbrandlöschern (Brandklasse D) ist oft reines Natriumchlorid (Speisesalz) enthalten.
Kohlendioxidlöscher enthalten das Gas Kohlendioxid als Löschmittel. Dieses verdrängt den Luftsauerstoff und wirkt erstickend. Lebensgefahr besteht jedoch erst, wenn die Raumluft 8 % Vol. Kohlendioxid enthält - eine Menge, welche mit einem Feuerlöscher in einem Raum von normaler Größe und üblicher Belüftung nicht erreicht werden kann. gefahr besteht allerdings in Form von Verbrennungen und mechanischen Verletzungen durch das mit 50 - 60 bar ausströmende und rund -70 °C kalte Kohlendioxid-Trockeneis-Gemisch.
Diese Angaben beziehen sich nur auf eine sachgemäße Anwendung des jeweiligen Löschmittels. Wer also beim Löschen mit den Substanzen in Kontakt kommt, braucht keine schädlichen Wirkungen zu befürchten. Wer allerdings einen guten Schluck aus dem Schaumlöscher nimmt oder sich eine Prise Löschpulver durch die Nase zieht, der wird zwar auch daran nicht sterben, aber selbstverständlich unangenehme Nebenwirkungen zu spüren bekommen.
Speziell zu Löschpulver findet Ihr in diesem Artikel noch weitere Informationen.
Den Vorfall vom 14.03.2015 habe ich in diesem Artikel noch einmal aufgenommen.
© C. Müller
Ja, das sind sie - mitunter sogar lebensgefährlich! Wenn Ihr irgendwo einen alten Feuerlöscher findet, dann lasst bloß die Finger davon, vor allem dann, wenn Behälter und/oder Armaturen bereits verrostet, beschädigt oder verblichen sind. Nicht daran herumfummeln und auf keinen Fall daran denken, ihn auszulösen! Man sieht ja des Öfteren vermeintlich "lustige Videos" auf bekannten Videoplattformen von Leuten, die sich einen Spaß daraus machen, mit alten Feuerlöschern herumzualbern, die sie irgendwo "gefunden" haben. Wenn sie wüssten, mit welch hohem Druck ein Feuerlöscher arbeitet und wie gefährlich das ist, dann würden sie es sich mit Sicherheit 2 mal überlegen, bei einem alten Pi 6 G die Armatur zu ziehen.
Alte und ausgemusterte Feuerlöscher sollten und dürfen auch auf gar keinen Fall umgebaut und als Druckbehälter für Kompressoren und dergleichen weiterverwendet werden. Da gibt es auch die abenteuerlichsten Sachen im Internet. Lasst solch einen Quatsch, Eurer eigenen Gesundheit zur Liebe!
Weiterführende und genaue Informationen zu diesem Thema findet ihr in folgenden Artikeln:
Gefährliche Zeitbomben: Alte Feuerlöscher
Das Aussondern alter Feuerlöscher
© C. Müller
Ich werde oft gefragt, ob abgelaufene Feuerlöscher noch einsetzbar sind. Leute, die mir diese Frage stellen, haben irgendwo bei sich zu Hause oder im Auto einen Feuerlöscher gefunden, dessen letzte Prüfung schon länger zurückliegt bzw. einen solchen, welcher außer bei der Endabnahme im Werk noch niemals einer fachgerechten Überprüfung unterzogen worden ist.Bei einem Feuerlöscher, dessen nächte Wartung überfällig ist, verhält es sich ähnlich wie mit Lebensmitteln, welche das MHD überschritten haben. Nur weil ein Joghurt 5 Tage abgelaufen ist, muss er noch lange nicht schlecht sein. Das bedeutet, dass auch ein Feuerlöscher, welcher über keine aktuelle Prüfung verfügt, nicht zwangsläufig seinen Dienst versagen muss. Ganz klar ist allerdings, dass ein überfälliger Feuerlöscher keinen 100 %igen Schutz mehr darstellt - selbst wenn der fällige Prüftermin nur um zwei oder drei Jahre überschritten wurde!Bei Feuerlöschern, welche gar fünf, zehn oder zwanzig Jahre keinen Prüfer mehr gesehen haben: Finger weg! Solche Geräte können nichtz nur ihren Dienst versagen, sondern Euch je nach Bauart auch um die Ohren fliegen. Denkt an den Joghurt... einen mehrere Monate abgelaufenen Joghurt würdet Ihr ja auch nicht mehr essen.
Um einen sicheren Schutz zu gewährleisten, sind Feuerlöscher spätestens alle zwei Jahre auf ihre Einsatzbereitschaft zu überprüfen! Wenn von Rechtswegen ein Feuerlöscher vorgeschrieben ist, ist dieser Prüfturnus Pflicht!© C. Müller
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| AKO P 6 i 1962 |
Hersteller: AKODIN TROCKEN 6Typ: P 6 iBaujahr: 1962Bauart: P 6 H - Aufladelöscher mit innenliegender TreibmittelpatroneInhalt: 6 kg BC-PulverGewicht des gefüllten Geräts: 11 kgGeschichte:Hier haben wir ein schönes Stück Brandschutzgeschichte aus dem Jahre 1962 - einen 51 Jahre alten AKO Trockenlöscher vom Typ P 6 i. Typisch für die frühen 1960er ist der aufwändige, mehrfarbige Aufdruck sowie die Markierung der Füllhöhe. Ganz im Originalzustand befindet sich das Gerät nicht mehr, denn wenn man den gezeichneten Löscher auf dem Aufdruck mit dem Originalgerät vergleicht, fällt auf, dass dieser Feuerlöscher ursprünglich nicht über einen Schlauch, sondern lediglich über eine einfache Ausstoßdüse an der Oberseite des Behälters verfügte. Diese wurde jedoch vermutlich in den 1970ern durch einen flexiblen Schlauch mit abstellbarer Löschpistole ersetzt, um ihn auf den neuersten Stand der Technik zu bringen. Solch eine Nachrüstung erfuhren in den 1970er und 1980er Jahren viele Feuerlöscher, welche ursprünglich ohne Schlauch ausgeliefert worden waren oder sich nicht abstellen ließen (weitere Beispiele: GLORIA P 6 oder Pn 6 S).Interessant: Als Hersteller ist die AKO Feuerschutztechnik GmbH Z.N. Berlin Steglitz angegeben. Die Firma AKO ist eigentlich in Opladen ansässig - das Z.N. könnte also für "Zweig- oder Zweitniederlassung" stehen.Aufgrund seiner BC-Pulverfüllung war sein Einsatzbereich beschränkt auf Bereiche, in denen die größte Gefahr durch brennbare Flüssigkeiten oder Gase bestand. Die Geräte mit Glutbrandfüllung vom Typ P 6 Gi fanden einen großen Anwendungsbereich in Handel, Gewerbe und Industrie. Früher war beispielsweise die Kaufhalle in Paderborn mit diesen Löschern ausgestattet. Dieses Gerät hier dürfte an Tankstellen und Heizungsanlagen, in Werkstätten, Lackierereien und sonstigen Industriebetrieben, bei welchen Gefahren durch brennbare Flüssigkeiten und/oder brenngase Gase bestand, seinen Einsatzbereich gefunden haben. Der dunklen Verfärbung nach schätze ich, dass dieser Feuerlöscher Ruß und Abgasen ausgesetzt war.© C. Müller
Es hört sich beinahe schon etwas weit hergeholt an, aber es ist wahr:Sonst ungefährliche Materialien wie z.B. Blütenpollen, Mehl oder feine Sägespäne können plötzlich zu hochbrisanten Explosivstoffen werden! Doch wie ist das möglich?Staub ist dann explosionsfähig, wenn es sich um Stäube brennbarer, organischer (Kohle, Mehl, Blütenpollen, Holz, Kaffee, Kakao) oder auch einiger anorganischer Materialien (Aluminium, Eisen, Magnesium, Stahl) handelt, welcher fein verteilt in der Luft vorliegen. Nähert sich dieses Staub-Luftgemisch einer Zündquelle wie einer offenen Flamme, kommt es aufgrund der großen Oberfläche zu einem schlagartigen Durchzünden des ganzen Gemischs - es explodiert. Je feiner die Staubpartikel sind, desto heftiger fällt die Explosion aus und umso schwächer muss die Zündquelle sein - manchmal reicht schon ein Funken.Deutschlands schwerste Staubexplosion ereignete sich am 06.Februar 1979 in der Bremer Rolandmühle. Ein an sich relativ harmloser Kabelbrand hatte in einem Nebengebäude eine kleine Staubexplosion ausgelöst, welche sich in Form von mehreren weiteren kleinen Explosionen über die Förderbrücke in den Silo fortpflanzte und dort schließlich eine verheerende Mehlstaubexplosion verursacht, bei der 14 Menschen den Tod fanden und weite Teile der Mühle zerstört wurden.
In staubigen Bereichen ist daher penibelst auf Ordnung und Sauberkeit zu achten, sodass sich größere Staubablagerungen gar nicht erst ansammeln. Beim Löschen von Bränden in solchen Bereichen ist mit größter Vorsicht vorzugehen. Der Löschmittelstrahl muss sanft und weich eingesetzt werden, sodass er keinen am Boden oder woanders befindlichen Staub aufwirbelt.
© C. Müller
Das Pflanzenöl aus Leinsamen ist mit einem Flammpunkt von 315 °C und einer Siedetemperatur von 350 °C eher schwer entzündlich, neigt jedoch bei einem hohen Zerstäubungsgrad, also fein verteilt, tatsächlich zur Selbstentzündung bei Raumtemperatur durch Autoxidation.Neben der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie findet Leinöl auch im Handwerk als Binde- und Konservierungsmittel (z.B. in Ölfarben) Verwendung und genau hier geht von ihm die größte Gefahr aus.Bei der Anwendung von Leinöl in Schreinereien, Malerwerkstätten oder im heimischen Hobbykeller wird dieses häufig auf Lappen oder Pinsel aufgetragen, welche nach Abschluss der Arbeiten oftmals achtlos weglegt werden und einige Zeit später urplötzlich Feuer fangen. Besonders gefährlich ist die Verwendung sog. Halböle, welche zu jeweils gleichen Teilen aus Leinöl und Terpentin bestehen. Da Terpentin mit unter 50 °C einen sehr niedrigen Flammpunkt hat, fangen mit Halböl getränkte Lappen oder Pinsel umso schneller Feuer.
VorsichtsmaßnahmenMit Leinöl benetzte bzw. durchtränkte Textilien sind unbedignt auf einer nicht brennbaren Fläche flach zum Trocknen auszulegen oder besser in einem luftdicht schließenden Gefäß (Schraubglas, Metalldose etc.) aufzubewahren. Pinsel gründlich auswaschen oder bis zur nächsten Nutzung in rohes Leinöl hängen.Am Sichersten ist eine kontrollierte und beaufsichtigte Verbrennung sämtlicher mit Leinöl in Verbindung gekommener Fasern und Textilien.© C. Müller