Mittwoch, 2. Januar 2013

FAQ - Ist Leinöl selbstentzündlich?

Das Pflanzenöl aus Leinsamen ist mit einem Flammpunkt von 315 °C und einer Siedetemperatur von 350 °C eher schwer entzündlich, neigt jedoch bei einem hohen Zerstäubungsgrad, also fein verteilt, tatsächlich zur Selbstentzündung bei Raumtemperatur durch Autoxidation.
Neben der Nahrungsmittel- und Kosmetikindustrie findet Leinöl auch im Handwerk als Binde- und Konservierungsmittel (z.B. in Ölfarben) Verwendung und genau hier geht von ihm die größte Gefahr aus.
Bei der Anwendung von Leinöl in Schreinereien, Malerwerkstätten oder im heimischen Hobbykeller wird dieses häufig auf Lappen oder Pinsel aufgetragen, welche nach Abschluss der Arbeiten oftmals achtlos weglegt werden und einige Zeit später urplötzlich Feuer fangen. Besonders gefährlich ist die Verwendung sog. Halböle, welche zu jeweils gleichen Teilen aus Leinöl und Terpentin bestehen. Da Terpentin mit unter 50 °C einen sehr niedrigen Flammpunkt hat, fangen mit Halböl getränkte Lappen oder Pinsel umso schneller Feuer.

Vorsichtsmaßnahmen
Mit Leinöl benetzte bzw. durchtränkte Textilien sind unbedignt auf einer nicht brennbaren Fläche flach zum Trocknen auszulegen oder besser in einem luftdicht schließenden Gefäß (Schraubglas, Metalldose etc.) aufzubewahren. Pinsel gründlich auswaschen oder bis zur nächsten Nutzung in rohes Leinöl hängen.
Am Sichersten ist eine kontrollierte und beaufsichtigte Verbrennung sämtlicher mit Leinöl in Verbindung gekommener Fasern und Textilien.

© C. Müller  



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