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| GLORIA WI 10 EN 1991 |
Hersteller: GLORIA-WERKE DIN-Feuerlöscher Typ: WI 10 EN Baujahr: 1991 Bauart: W 10 H-0 (ohne Frostschutz) Inhalt: 10 l Wasser + 300 g Netzmittel Gewicht des gefüllten Geräts: 15 kg
Geschichte Dieser Wasserlöscher ist der erste der GLORIA-WERKE überhaupt, welcher mit einer Druckhebelarmatur nach Muster des Typs PE ausgestattet wurde. Die Vorgängerserien der 1970er und 80er Jahre bis 1984 wurden nach dem Typ Pi gestaltet, d.h. mit exakt der gleichen weißen Zughebelarmatur ausgestattet. Lediglich der Schlauch entsprang bei diesen Löschern nicht wie beim Pi üblich links unten an der Behälterseite, sondern am Deckel. Warum? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung... vielleicht um eine Verwechlung mit den Pulverlöschern vom Typ Pi auszuschließen. Dies wäre immerhin ein plausibler Erklärungsansatz, da die Siebdruckbilder der früheren Pi- und WI-Typen bis auf die fehlenden Piktogramme für die Brandklassen B und C (Serie 1974-78 zusätzlich noch Brandklasse E) exakt gleich waren - da musste man schon genau hinsehen um das "DIN-NASS" als sicheres Unterscheidungsmerkmal zu erkennen.Das würde auch erklären, warum bei den Wasserlöschern aus dieser Serie als der Löschmittelinhalt in Großbuchstaben und der gleichen Schriftgröße wie das "DIN-Feuerlöscher" aufgedruckt wurde. Bei allen anderen Löschern von Halon bis Pulver sind die Angaben zu Löschmittel und Inhalt normal, d.h. mit großem Anfangsbuchstaben und ansonsten klein geschrieben (10 l WASSER vs. 6 kg ABC-Pulver). Auch die Schriftgröße ist bei den anderen Löschern bei dieser Angabe mindestens eine Nummer kleiner.Die Markierung der Füllhöhe über dem GLORIA-Logo war ebenfalls ausschließlich den Wasserlöschern vorbehalten. Weitere Abgrenzungsmerkmale zum sehr ähnlich aussehnden Typ PE ist der 6-kantige Behälterverschluss, die blaue Düse am Ende des Schlauches sowie der Standring, welchen zu der Zeit nur die Pi-, Pn- und P/PS-Typen vorzuweisen hatten. Auch die Füllmenge von runden 10 Litern war ausschließlich den Wasserlöschern vorbehalten. Diese Serie ist allerdings die letzte mit einer 10-Liter-Füllung. Den 10 Litern Wasser wurden 300 g Netzmittel zugegeben, welches die Oberflächenspannung herabsetzt und wodurch das Wasser tiefer in das Brandgut eindringen kann, um die Glut zu löschen. Zudem erhöht sich durch die Zugabe des Netzmittels auch der Siedepunkt, wodurch das Wasser ein höheres Wärmebindungsvermögen erhält und letztendlich einen schnelleren Löscherfolg erzielt. Frostbeständig ist der Feuerlöscher nicht, d.h. er durfte nur in frostgeschützten Bereichen installiert werden. Wird das Gerät Frost ausgesetzt, kann der Behälter bersten.Auch wenn diese Löscher in recht großen Stückzahlen ausgeliefert wurden, sind diese Geräte irgendwie nur selten anzutreffen und verschwinden nach ihrer Ausmusterung im gegensatz zu anderen Löschern völlig von der bildfläche. Dieser Löscher ist schon schweirig aufzutreiben, die Vorgängerserien gar nicht. Ob GLORIA zwischen 1963 und 1974 überhaupt Wasserlöscher im Programm hatte, weiß ich nicht - zumindest habe ich noch keinen solchen gesehen.Ein schönes und rares Stück Brandschutzgeschichte, danke Fabio!
© C. Müller
Hersteller: GLORIA-WERKE
KOHLENSÄURE-GASLÖSCHER
Typ: KS 1,5 SG
Baujahr: 1977
Bauart: K 1,5 - Gaslöscher
Inhalt: 1,5 kg Kohlendioxid (Kohlensäure)
Gewicht des gefüllten Geräts: 4,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1973 - 1978
Geschichte
Hier haben wir auch etwas ganz seltenes, da dieser Feuerlöscher vom Typ KS 1,5 SG nur in sehr speziellen Bereichen zum Einsatz kam. Im Gegensatz zu seinem "normalen" Kollegen aus gleichem Hause, dem KS 1,5 SB mit Schneebrause, kam dieser Typ Feuerlöscher nur in Industriebereichen zum Einsatz, in denen erhebliche Gefahren von unter Druck ausströmenden, brennbaren Gasen bestanden. Diese Exemplare sind äußerst selten, weil sie nur in kleinen Stückzahlen ausgeliefert wurden und die Kohlensäure-Gaslöscher (SG) besitzen keine Schneebrause wie die Kohlensäure-Schneelöscher (SB) sondern einfach eine Hochdruckdüse. Hierdurch waren sie dazu geeignet, unter hohem Druck ausströmende, brennende Gase, durch kurzes, aber schlagartiges Unterbrechen der Sauerstoffzufuhr abzulöschen.
Aber Vorsicht! Wenn Ihr mal so ein Ding in die Hand bekommen solltet, dann macht Euch auf was gefasst, denn dieser Feuerlöscher hat einen enormen Rückstoß! Das Kohlendioxid wird beim Austritt nicht durch einen Prallteller gebremst und strömt - je nach Umgebungstemperatur - mit 60 bis 100 bar aus; daher müsst Ihr diesen Kameraden hier wirklich gut festhalten, damit er Euch nicht Pfffffiiiuuuuuu... abpfeift. Nicht ganz ungefährlich!
Dieser Löscher aus dem Jahre 1977 ist einer der letzten mit einem Füllgewicht von 1,5 kg, denn die GLORIA-WERKE stellten im Jahre 1977 die Produktion von 1,5 kg-Geräten ein und ersetzten sie durch 2 kg-Geräte. Der Pistolengriff ist bei den Löschern ab den 1970er Jahren nicht mehr aus Metall, sondern aus Kunststoff.
Dieses sehr seltene und gut erhaltene Stück Brandschutzgeschichte stammt von der Hella KGaA Hueck & Co. in Lippstadt (Nordwerk).
©. Menzel 2015
Hersteller: GLORIA-WERKE
KOHLENSÄURE-SCHNEELÖSCHER
Typ: KS 6 S
Baujahr: 1972
Bauart: K 6 - Gaslöscher
Inhalt: 6 kg Kohlendioxid (Kohlensäure)
Gewicht des gefüllten Geräts: 15 kg
Geschichte
Feuerlöscher dieses Typs wurden in großer Zahl an Industrie- und Gewerbebetriebe abgegeben - auch in Schulen fand man sie oft in den Cemieräumen. In Privathaushalten waren sie, genau wie heute, Wegen des hohen Preises und der begrenzten Wirksamkeit gegen haushaltstypische Materialien - selten bis gar nicht zu finden. Dieser Feuerlöscher aus dem Jahre 1972 ist einer der letzten mit dem alten Siebdruckbild aus den 1960ern, auf welchem sogar noch Emblem und Slogan Feuerschutz -GLORIA- Ein Weltbegriff im unteren Teil des Siebdruckbildes zu finden, welche 1972 verschwanden. Das Schneerohr wurde im Laufe der Zeit - vermutlich nach 1992 - einmal ausgetauscht, da Schneerohre aus dieser Zeit noch keinen geriffelten Kunststoffgriff, sondern einen Holzgriff hatten.
Dieser Feuerlöscher stammt aus einem Galvanik-Betrieb und es ist an Rost, Verfärbungen und Ablagerungen deutlich zu erkennen, wie die aggressive, säurehaltige Luft das Gerät angegriffen hat.
Ein sehr schönes Stück, welches heute nur noch ganz vereinzelt zu finden ist.
© C. Müller
Werbeanzeige der MINIMAX AG für die Pulverlöscher-Typen P 12, PD 6, PG 12 und PU 6 um 1965, welche sich an die Betreiber von Ölheizungen richtete. Die Vorderseite der Werbeanzeige zeigt eine sehr große und äußerst detailgetreue Abbildung eines MINIMAX-Pulverlöschers vom Typ PU 6 sowie eine geeignete Anbringung des Feuerlöschers – nämlich vor dem Heizungs- bzw. Ölkeller. Der Hinweis, dass der Gesetzgeber bei der Lagerung von mehr als 1000 Liter Heizöl (Die meisten Tanks fangen erst ab 2000 l an) einen Feuerlöscher fordert, darf natürlich nicht fehlen. Unten der legendäre MINIMAX-Slogan „Feuer breitet sich nicht aus, hast du MINIMAX im Haus“ welcher oft und gerne mit dem angehängten Zusatz „Doch was nützt der ganze Mist, wenn du nicht zu Hause bist“ durch den Kakao gezogen wurde. Heute verwendet MINIMAX diesen Slogan nicht mehr, aber er ist immer noch in ganz Deutschland bekannt.

Richtig interessant ist die Rückseite. Aus der Aufführung der verschiedenen Gerätetypen kann man schließen, dass es jeweils ein 6 kg- und ein 12 kg-Feuerlöscher mit ABC-Pulver (Multi-Troxin) und BC-Pulver (Novo-Troxin) gegeben hat. Die untereinander variierenden Typenbezeichnungen verwirren allerdings etwas. Warum MINIMAX die Glutbrandlöscher nicht einheitlich PU 6 und PU 12 bezeichnet hat (anstatt PU 6 und PG 12), weiß ich auch nicht. Ich besitze in meiner Sammlung ebenfalls einen PU 6, einen PD 6 und einen PG 12 und ich habe schon gerätselt, wo der Unterschied zwischen dem PU 6 und dem PG 12 liegen soll – von der Löschmittelmenge mal abgesehen. Was jedoch ganz sagenhaft ist, das ist der Preis! Die Spanne reicht von 104 DM (PD 6) bis zu 170 DM (PG 12) für einen Feuerlöscher zu Zeiten, in denen der Stundenlohn eines durchschnittlichen Arbeiters bei 2,60 DM lag und eine Mercedes-Benz S-Klasse in der Basisausstattung (280 S Baureihe W108) 17.000 DM kostete… das war schon verdammt teuer! Aber: MINIMAX rechtfertigt diesen hohen Preis mit höchster Qualität und entscheidenden Vorzügen gegenüber anderen Feuerlöschern, wie etwa Ein-Griff-Bedienung, rationeller Pulvereinsatz, große Zielsicherheit und eine geschützte Unterbringung der Treibmittelpatrone im Inneren des Löschmittelbehälters. Andere Hersteller wie GLORIA hatten Mitte der 1960er Jahre mit dem Typ Pi 6 G zwar auch einen Feuerlöscher mit innenliegender Treibmittelpatrone im Programm, aber was um 1965 herum tatsächlich neu und revolutionär war, das war die nur von der Firma MINIMAX verwendete Einhandbedienung bei den Aufladelöschern, welche auch heute noch in nahezu unveränderter Form eingesetzt wird. Tragegriff, Auflade-, und Auslöseeinrichtung waren in einer Armatur vereint. Dadurch entfiel das umständliche Aufdrehen der außenliegendnen CO2-Patrone sowie die (bei abstellbaren Aufladelöschern) obligatorische Löschpistole. Der Einsatz des Feuerlöschers wurde, so denke ich, dadurch tatsächlich erheblich erleichtert und vereinfacht. Sehr interessant sind auch die behördlichen Bestimmungen und Erlasse der einzelnen Bundesländer, welche ab 1959/60 Feuerlöscheinrichtungen bei einer Lagerung von mehr als 1000 Liter Heizöl fordern (siehe Auszug aus dem Erlass des Bayrischen Staatsministeriums des Innern).
Bengalisches Licht bzw. bengalisches Feuer - auch einfach nur als Bengalo bezeichnet - kommt normalerweise bei Feuerwerken oder in der Schifffahrt als Seenot-Rettungssignal zum Einsatz. Häufig finden diese pyrotechnischen Sätze in Form von Handfackeln jedoch auch Einlass in Fußballstadien und sorgen dort für ein erhebliches Gefährdungspotential, von dem ihre Besitzer oftmals überhaupt nichts wissen.Bengalos enthalten im Brandsatz Magnesiumpulver, wodurch sie mit Temperaturen von bis zu 2500 °C verbrennen. Bei diesen Temperaturen schmilzt Metall und auch schon die bloße Nähe zu einer brennenden Fackel kann zu schweren Verbrennungen führen. Was jedoch noch viel gefährlicher, als die bloße Hitzeentwicklung ist: Sie sind unlöschbar und brennen solange, bis sie völlig ausgebrannt sind. Sand, Wasser, Löschpulver... egal was, nichts kann die Flammen stoppen.
Also Leute, diese Dinger sind gefährlich, haben nichts mit Fußball zu tun und gehören schon gar nicht in Fußballstadien, wo sich auf engem Raum tausende Fans drängeln, die einfach nur in Ruhe Fußball gucken wollen. Lasst den Mist zu Hause oder kauft ihn besser erst gar nicht!© C. Müller
Hersteller: GLORIA-WERKE
KOHLENSÄURE-SCHNEELÖSCHER
Typ: KS 1,5 SB
Baujahr: 1966
Bauart: K 1,5 - Gaslöscher
Inhalt: 1,5 kg Kohlendioxid (Kohlensäure)
Gewicht des gefüllten Geräts: 5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1964 - 1972
Geschichte
Hier präsentiere ich Euch einen Feuerlöscher, welcher früher millionenfach verkauft wurde und heute nur noch sehr sehr selten ist - den GLORIA Typ KS 1,5 SB. Mit praktischem Pistolengriff aus Aluminium wurde eine kinderleichte Einhandbedienung ermöglicht und durch die neuartige, kurze Schneebrause konnte das Löschmittel mit einem Schwenk direkt auf den Brandherd aufgetragen werden. In der Schneebrause ist vor der Austrittsöffnung ein Prallteller angebracht, welcher das ausströmende Kohlendioxid abbremst und seitlich an die Innewände der Brause leitet. Im Jahre 1966 war dieser Feuerlöscher auf dem neuesten Stand der Technik und kam in allen Bereichen der Industrie, in Laboratorien sowie in Chemie- sowie Physikräumen von Schulen zum Einsatz. Ich kann mich auch noch daran erinnern, dass bei uns in der Schule auch diese Feuerlöscher zu finden waren.
Ein schönes Stück, welches heute aufgrund seines alters längst verschwunden ist. Solltet Ihr einen solchen Feuerlöscher haben und ihn entleeren wollen, kann ich Euch nur dazu raten, dies einem Fachmann zu überlassen. Der Zugbügel an der Pistolengriffarmatur arbeitet mit einem filigranen Federmechanismus, an welchem die Jahre nicht spurlos vorübergegangen sind. Die Federn sind nicht wie der Rest der Armatur aus Aluminium, sondern aus einfachem Stahl und dieser wird mit Sicherheit (ich hatte noch keinen diesen Alters, wo es nicht so war) durch Witterungseinflüsse in irgend einer Art und Weise angegammelt sein. Wenn Ihr den Abzug durchdrückt, dann pfeift das Kohlendioxid meistens auch direkt über dem Bügel raus - und das ist richtig kalt! Bei einer Temperatur von -58 °C reicht schon ein kurzer Strahl und Ihr habt ne dicke Brandblase auf dem Finger. Lasst es also besser und spielt nicht damit herum.
© C. Müller
Hersteller: GLORIA-WERKE
KOHLENSÄURE-SCHNEELÖSCHER
Typ: KS 1,5 S
Baujahr: 1959
Bauart: Sonderlöscher CO2 1,5 h - Gaslöscher (K 1,5)
Inhalt: 1,5 kg Kohlendioxid (Kohlensäure)
Gewicht des gefüllten Geräts: 5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1955 - 1964
Geschichte
Was ich Euch hier präsentiere ist etwas ganz einmaliges und dieser Feuerlöscher gehört zu einem der ersten Kohlendioxidlöschern aus dem Hause GLORIA. Mit seinem Pistolengriff und dem schwenkbaren Schneerohr gehörte dieser Feuerlöscher im Jahre 1959 zu den modernsten seiner Art und diese Bauweise wurde - zumindest bei den GLORIA-WERKEN - mit dem Typ KS 1,5 SD noch bis Anfang der 1970er Jahre beibehalten - allerdings mit leicht veränderter Armatur. Anstelle des praktischen Pistolengriffs mit Zugbügel verfügte der Typ KS 1,5 D über einen Pistolengriff mit oben aufliegendem Handrad, welches zwingenderweise eine Zweihandbedienung erfordert.

Sehr interessant ist die Tatsache, dass dieses Modell von 1959 noch nicht als Feuerlöscher nach DIN 14406 (Zulassung P1...), sondern als Sonderlöscher (Zulassung P2...) auf den Markt kam. Sensationell! Die Normung dieser und auch der 6 kg-Geräte erfolgte vermutlich sogar erst im Jahre 1964. Gefährlich, aber ebenfalls üblich für Kohlensäure-Schneelöscher aus den 1950ern: die fehlende Berstscheibensicherung, welche bei einem gefährlichen Anstieg des Drucks im Behälter den Inhalt gefahrlos abbläst. Wird dieser Feuerlöscher (gefüllt) über eine Temperatur von 35 °C erwärmt, kriegt er schnell dicke Backen und WUMM! - dann ist die Bude umgebaut.
Sehr schön ist der goldgrüne Aufdruck und sehr auffällig ist bei allen 1,5 kg-Geräten aus dieser Zeit ist die fehlende rote Lackierung. Seinen Einsatzort hatte dieses Gerät in der Industrie, in Elektrozentralen oder auch in den Chemie- und Physikräumen einer Schule.
Ein sehr seltenes Exemplar aus dem Hause GLORIA, welches heute nicht mehr zu bekommen ist.
© C. Müller