Oh man - das ist ein ganz besonderer Artikel für mich, denn im Prinzip ließ sich in den 1980er und frühen 1990er Jahren meine Begierde für Feuerlöscher der Marke GLORIA fast nirgendwo anders besser ausleben, als in einem SB-Zentralmarkt. Viele Generationen unter einem Dach, unterschiedliche Typen und das alles in freier Wildbahn, ein Traum sage ich Euch! Zudem stecken hier sehr viele Erinnerungen an meine Kindheit mit drin, wie Ihr lesen werdet.
Ein SB-Zentralmarkt - kurz "SB" - ist ein Großmarkt, in welchem man sowohl im Food-, als auch im Non-Food-Bereich alles kaufen kann, was das Herz begehrt - vom einzelnen Gegenstand bis zur Anstaltspackung, vom Schnürsenkel bis zum 25 kg-Sack Cornflakes. Sensationell... ich bin ja auch Großpackungsfetischist müsst Ihr wissen und ich habe schon fasziniert vor einem 25 kg-Block Gouda gestanden oder eine Büchse mit 10 kg Cocktailfrüchten bewundert. Die sah genauso aus wie die kleinen 800g-Dosen aus dem Supermarkt, nur in riesengroß! Super, isst aber leider keiner bei uns.
Die Türen öffnen sich seit jeher für Gewerbetreibende und ähnliche Berufsgruppen, sodass der gemeine Otto-Normal- bzw. E10-Verbraucher (höhö - kleiner Scherz meinerseits) da in der Regel gar nicht reinkommt - so wie bei metro oder rullko.
Warum kam ich da rein? Meine Tante hatte damals in den 1980er Jahren die Möglichkeit, hin und wieder für den Paderborner Markt Besucherkarten für meine Eltern zu organisieren, die damals auch noch nicht zum erlauchten Kreise gehörten. Später hatte meine Mama selbst einen Ausweis.
Heute gibt es zahlreiche SB-Zentralmärkte in ganz Deutschland, doch in diesem Artikel soll es ausschließlich um den in Paderborn und Lippstadt gehen. Wie viele SB-Märkte es vor 30-40 Jahren gegeben hat, weiß ich nicht und andere kenne ich auch nicht. Der Richtigkeit halber sei gesagt, dass ich 2002/03 öfter mal als Soldat mit dem Wolf beim Markt Bad Arolsen vorgefahren bin, um dort Sachen für unseren GeZi-Kiosk einzuholen. Ich saß im Geschäftszimmer, kurz GeZi und wir haben da alles Mögliche fürs leibliche Wohl verkauft - Snickers, Mars, Chips, Kaffee und so weiter... naja, was heißt verkauft... das Meiste haben wir selbst gefressen, ich geb´s ja zu - und der Spieß hat immer den ganzen Kaffee weggesoffen. Ach ja - meine Zeit bei der Bundeswehr... da schreib ich auch mal was drüber, versprochen - ihr werdet staunen!
Der SB-Zentralmarkt Paderborn
Vor etwa 30 Jahren waren wir also oft im SB-Paderborn und praktischerweise wohnten meine Großeltern auch in PB, wodurch meine Eltern stets den Plan verfolgten, mich bei Oma und Opa zu lassen, wenn sie in den SB wollten; aber das ging natürlich fast jedes Mal in die Buxe. Ich war wirklich gerne bei Oma und Opa, doch ich wusste auch, was in diesem SB für tolle Feuerlöscher hingen... und Zack! saß ich mit im Auto, damals einem schneeweißen Mercedes-Benz 300 TD Bj. 1978 mit dunkelgrün-karierter Kunstlederausstattung und reichlich Chrom. Junge Junge - DAS war noch ein Auto! Ohne Ende Platz, ohne Firlefanz und nicht kaputt zu kriegen. Zur Sonderausstattung gehörten: Servolenkung, Kassettenradio und rechter Außenspiegel. Ich weiß noch, wie wir damals bei den regelmäßigen Fahrten zwischen Lippstadt und Paderborn ständig in einem der ganzen Käffer kontrolliert worden sind, ob wir auch ja kein billiges Heizöl im Tank hatten. Das ist wirklich wahr! So einen 1978er Mercedes 300-Diesel hörte man bei 80 km/h im vierten Gang wahrscheinlich schon 3 km vorher kommen und da hatte die am Straßenrand lungernde Polizei genug Zeit gehabt, die Kelle zu ziehen um dann eine Probe aus dem Tank zu nehmen. Heizöl war rosa eingefärbt oder sowas und die stets sehr netten Polizisten - das weiß ich noch - konnten auf jeden Fall an der Farbe erkennen, was im Tank war. Gefahren wäre der Benz mit Heizöl, keine Frage, aber meine Eltern hatten natürlich immer den ordnungsgemäß besteuerten Dieselkraftstoff getankt.
Das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen! Kippt doch mal in einen modernen Diesel-PKW Heizöl rein... nein, macht das bloß nicht! Der würde schon beim Anlassen streiken, sämtliche Steuergeräte auskotzen und wäre direkt ein Fall für die Tonne. Der heutige Diesel-Kraftstoff ist auch nur noch ein aufgearbeiteter Mist, womit diverse Autohersteller dann 300 PS aus einem Dieselmotor mit 2 Ltr. Hubraum jucken können... Vor 40 Jahren hatte der nur 54 PS, zog aber auch noch mit 400.000 km auf dem Tacho einen ganzen Hänger voll Findlinge bis zum Nordpol und zurück, ohne irgendwo zu verrecken. Das ist mit den heutigen Dieseln gar nicht mehr zu vergleichen und scheinbar auch gar nicht mehr gewünscht, denn die erreichen in der Regel die 200.000 km-Marke ja nicht mal mehr. Der alte, ehrliche und einfache Langstrecken-Lastesel ist vielfach zum Lifstyle-Objekt verkommen. Das ist so, als ob man mich nach Kampen verfrachtet und mir sagt: "Du wohnst jetzt hier, säufst Schampus anstatt Bier, frisst teuren Fisch anstatt Bratwurst und lässt dich auf das gleiche Niveau herab, wie ungefähr 90% der Typen, die da jedes Jahr zum Urlaub machen kommen." Von wegen... da wär aber was los auf Sylt, das kann ich Euch versprechen... nach drei Wochen käme da keiner mehr! Naja - so ist das; Sylt mit seiner Schickeria ist ebenso wenig meine Welt wie ein Grand-Coupé die Welt des ursprünglichen Diesels ist.
Kommen wir zurück zur eigentlichen Geschichte:
Die Anfahrt zum SB erfolgt über die Steubenstraße - eine der Hauptverkehrsstraßen im Industrie- und Gewerbegebiet "Dören" in Paderborn. Ja nachdem, aus welcher Richtung man kommt, biegt man dann Richtung Friedhof rechts bzw. links in die Straße "Im Dörender Feld" ein. Die erste Einfahrt rechts ist dann die zum SB, geradeaus geht es weiter zum Friedhof "Auf dem Dören", wo 1989 schon mein lieber Opa und 2019 auch meine liebe Oma ihre letzte Ruhe gefunden haben. Da es vom Friedhof her eine Sackgasse ist, kommt man also nur über die Steubenstraße zum SB und diese ist es auch, welche man vom Parkplatz aus sieht. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich damals wie heute die Firma FORBO, die alle möglichen Arten von Fußböden produziert. Wenn man vor 30 Jahren zur richtigen Zeit ankam, dann blies beim Aussteigen aus dem Auto oder auf dem Weg zum Eingang bzw. auf dem Rückweg zum Auto einer der beiden kurzen Edelstahlschornsteine auf dem Flachdach mit lautem Pfeifen eine Dampfwolke ab und Ihr könnt mir glauben: Das erste Mal, als das passiert ist, werde ich nie vergessen... man, was habe ich mir damals vor Schreck die Buxe vollgeschissen - sinnbildlich zum Glück nur, denn sonst wär ja nix mit Feuerlöscher gucken geworden. Danach lauerte und hoffte ich immer drauf, dass ich einen dieser Abblaser mitbekomme, wenn wir da waren. Da wir ja doch hin und wieder da waren und das Abblasen in regelmäßigen Zeitabständen mehrmals am Tag erfolgte, bekam ich dieses Spektakel tatsächlich auch einige Male mit. Toll!
Der SB-Zentralmarkt war ein weißes Gebäude mit einer blaßgrünen Banderole entlang des Flachdaches, in welcher mittig über dem Haupteingang in roter Schreibschrift leicht versetzt die Buchstaben "sb" prangten. Links davon stand "E. FRIEDHOFF", rechts "ZENTRALMARKT". Ein schnurgerader Zebrastreifen führte direkt zum Haupteingang, einer zweiflügeligen, schweren Tür mit Glaseinsätzen und breiten Griffleisten aus Holz.
Wenn man reinkam, war rechts die Pförtnerbude und direkt links hing auf der weiß gestrichenen Wand der erste Pi 6 G in der Endsechziger Version mit Sternboden und verzinktem Löschpistolenbecher. Ja wenn man so nett begrüßt wird, dann mal hereinspaziert! Also Leute, ich kann jetzt wirklich nicht jeden Feuerlöscher aufzählen, denn es waren wahre Massen an Feuerlöschern, dass man nur so über sie stolperte - überwiegend Geräte des Typs Pi 6 G aus den späten 60er Jahren, wie wir hier links sehen.
Der hallenartige Komplex war in verschiedene Brandabschnitte unterteilt, und genau hier fand man auf jeder Seite der Feuerschutztore einen Pi 6 G - oft in zwei Metern Höhe. Der in der Spielzeugabteilung hing allerdings fast auf dem Boden. Keine Ahnung warum das so war, aber ich fands gut, denn an den kam ich immer ganz nah ran zum gucken. Die Spielwarenabteilung war natürlich auch immer ein Highlight - nicht weil ich da immer etwas bekomme hätte, sondern weil es da alles gab, was man sonst nur aus dem Katalog kannte. Ich war damals großer Fan von SIKU-LKW und durfte mir da dann zu Weihnachten oder zum Geburtstag einen Aussuchen - da gab es wirklich alles. Wenn man sonst bei VEDES oder Freizeitparadies schaute, gabs das favorisierte Modell nicht oder nur in grün und im SB standen auf etlichen Regalmetern bis in schwindelnde Höhen alle Farben und Ausführungen parat. Zurück zu den Feuerlöschern.
Zwischendrin fanden sich natürlich auch etliche Feuerlöscher und immer wieder tauchten wirklich alte Schätzchen auf; unter anderem einige 1964er Modelle mit weißer Zughebelarmatur aus Metall ohne ergonomische Griffmulden und angelötetem Löschpistolenköcher, teilweise aber auch noch welche mit goldenem Aufkleber von 1961/62 sowie der direkte Nachfolger mit dem gleich aussehenden, weißen Siebdruck. Ich vermute, dass das Gebäude am Dörener Feld Ende der 1960er Jahre gebaut worden ist und die häufig vertretenen Pi 6 G aus den späten 1960er Jahren zur Erstausstattung des Gebäudes gehörten. Die Altmodelle scheinen noch aus einem vorherigen Ladenlokal zu stammen, die dann in diesen Neubau mitgenommen worden sind. Wo das war und seit wann und so weiter, das weiß ich allerdings nicht. Wenn man ungefähr in der Mitte des Ladens war, kam man irgendwann an zwei blauen Türen vorbei, hinter denen sich sehr wahrscheinlich irgendwelche technischen Einrichtungen befanden. Genau zwischen diesen beiden blauen Feuerschutztüren hingen ein GLORIA Pi 6 G in der 62er Version und darunter ein 63er Modell - in etwa genau so, wie ich es hier links in meiner Fotoecke nachgestellt habe. Sensationell, das sehe ich heute noch genau so vor Augen! Ich bin immer ganz ehrfürchtig stehen geblieben, denn gerade die GLORIA mit den goldenen Aufdrucken waren auch damals nur noch selten anzutreffen. Letztendlich habe ich mich aber nie getraut, da mal näher ranzugehen.
Bei meinem letzten Besuch im SB Paderborn Ende 1994 entdeckte ich in der CD-Abteilung einen mir völlig unbekannten, neuartigen GLORIA Typ PE 6 GA nach der neu eingeführten DIN EN-3. Klar - der Typ PE war mir bekannt, doch so einen in gänzlich neuer Aufmachung hatte ich noch nie zuvor gesehen, Besonders komisch fand ich die Position des Schlauchhalters - der war nicht mehr wie beim Vorgänger nach DIN 14406 am Behälter, sondern befand sich an einem der drei Standfüße. Ansonsten war im SB Paderborn aber noch alles beim Alten. Die CD-Abteilung ist wahrscheinlich 1993 oder 1994 mal ausgebaut worden, wodurch der PE nachgerüstet werden musste.
Der SB-Zentralmarkt Lippstadt
Die Erinnerungen an den SB in meiner Heimatstadt Lippstadt sind nach 30 Jahren weit weniger präsent und ich habe mich gewundert, warum das so ist. So einen Artikel wie diesen schreibe ich natürlich nicht an einem Abend... Ich mache das hier ja in meiner raren Freizeit und ich bin froh, wenn ich des Abends mal ein Stündchen Zeit finde - das dauert Wochen bis so ein Artikel fertig ist. Das ist aber auch gar nicht schlimm, denn je länger so etwas wie dieses hier dauert, umso mehr Erinnerungen kommen zurück und umso genauer wird das Ganze dann letzten Endes. Da ich regelmäßig mit meiner Mama telefoniere, hab ich da mal das Thema SB angesprochen und sie sagte mir, dass wir in dem Lippstädter Markt erst seit ungefähr 1992 zugange waren - ab dem Zeitpunkt, wo sie ihre eigene Einkaufskarte bekommen hatte. Vorher kamen wir da schlicht und ergreifend nicht rein. In dem wirklich alten SB mit grüner Banderole am Dach und so weiter war ich höchstens zwei bis drei Mal und nicht dreißig mal wie in Paderborn und das erklärt natürlich die deutlich dürftigeren Erinnerungen. Dennoch - einen Feuerlöscher werde ich nie vergessen und zwar war das so ein GLORIA Typ P 6 GD, wie wir hier links sehen. Er hatte einen Schlauchhalter, da bin ich mir sicher und dieses Modell gab es erst ab Ende 1976 /Anfang 1977. Der Feuerlöscher hing in der Teppich- oder Stoffabteilung oder sowas. Wenn man in diesen Bereich kam, war man plötzlich umgeben von Rollen und Ballen und so weiter - diese stapelten sich in grünen Regalen bis zur Decke. An einem dieser Regale hing dann auf einmal dieser Feuerlöscher - man rechnete gar nicht damit! Ich glaube, dass er neben einem kleinen Steuerkasten mit diversen Knöpfen und Lämpchen hing - wahrscheinlich war es die Steuerung für den ganzen Klamauk, der die Ballen und Stoffbahnen im Regal rauf und runter fahren konnte. Warum dort ausgerechnet ein für den gewerblichen Bereich eher unüblicher Dauerdrucklöscher hing, kann ich nicht sagen.
Ansonsten erinnere ich mich daran, dass die Feuerlöscher im Lippstädter SB deutlich jünger waren als die im Paderborner Geschäft und vermutlich alle aus der zweiten Hälfte der 1970 Jahre stammten.
Die SB-Märkte werden von der alteingesessenen Lippstädter Firma "Brülle und Schmeltzer" betrieben und diese hat ihre Hauptverwaltung mit Lager direkt neben dem Lippstädter SB. Wenn man die Erwitter Straße längs fuhr, sah man die Rück- des Gebäudes direkt hinter den Bahngleisen der WLE und bis weit in die 1990er Jahre hinein blickte man auf eine Treppe mit diesen typisch geschwungenen 60er-Jahre Geländern und einem leicht nach oben gebogenen Wetterschutzdach aus Beton. Könnte auch aus den späten 1950er Jahren sein das Ganze. Dazu passte die Doppeltür mit zeitgenössischen Türknäufen und der Schriftzug "Brülle und Schmeltzer" darüber. Der direkt angrenzende SB-Markt muss erst später in den 1970er Jahren angebaut worden sein, denn dafür sprechen die Feuerlöscher.
Die Renovierung des Lippstädter SB-Marktes
Es war ein heißer Sommertag, wahrscheinlich 1993, es waren Ferien und irgend einen Nachmittag unter der Woche verkündeten meine Eltern, in den SB zu fahren und fragten, ob ich mitwollte. Klar wollte ich - denn es gab ja tolle Feuerlöscher zu gucken. In freudiger Erwartung stieg ich am Ziel angekommen aus dem Wagen - es war übrigens immer noch der 1978er 300 TD - und stellte fest: Irgendwas war anders... der ganze Markt war anders! Alles weiß, das Logo neu (so wie heute), plötzlich gab es Fenster mit roten Rahmen, kein grün mehr... was war denn hier passiert? Auch der Eingangsbereich war völlig anders - zum Non-Food-Bereich fuhr man nun mit einer Rolltreppe nach oben und daneben war so einer Art Kettenzug, wo man den Einkaufswagen einklinken konnte. Man schorkelte da so ganz gemütlich hoch und steuerte direkt auf den hier links abgebildeten GLORIA Typ Pi 12 G nach DIN EN-3 zu... was war das denn? So ein riesen Eimer und so ein kleiner GLORIA-Schriftzug? Ich verstand die Welt nicht mehr - was sollte das, was war das für ein komischer Eingang, WAS WAR DAS FÜR EIN FEUERLÖSCHER?? Der gehörte doch nicht hierhin. Wo war mein SB mit den tollen Feuerlöschern hin? Nichts desto Trotz fand ich den Pi 12 G interessant, denn so einen hatte ich noch nie gesehen. Wo auch - war ja ganz neu auf dem Markt. Wenn ich daranan denke, dass wir heute eine der letzten Generationen aus dem Jahr 2000 aus Altersgründen ausmustern... du liebe Güte - wo ist die Zeit geblieben?
Erheblich beunruhigt ging ich weiter und erblickte einen völlig neuartigen Markt. Alles weiß und rot, alles modern und da fing ich langsam an zu begreifen... der SB-Markt ist seit meinem letzten Besuch - der zugegebener Maßen dann ja wohl doch schon etwas länger her gewesen sein musste - komplett renoviert worden. Das war natürlich eine Katastrophe, denn bei solchen Renovierungen bleiben meistens auch alle alten Feuerlöscher auf der Strecke und genauso war es auch... alle alten Feuerlöscher waren weg! Ich steuerte dorthin, wo früher die Stoffabteilung war und musste ernüchtert feststellen, dass mit dem GLORIA Typ P 6 GD die ganze Abteilung verschwunden war.
Mit diesem Besuch enden meine Erinnerungen an die Feuerlöscher im SB-Markt. Ich war zwar bis etwa 2010 mehrfach in unregelmäßigen Abständen da gewesen - 2000 sogar zur Inventur - aber ich kann Euch nicht sagen, was für Feuerlöscher in dem Markt hingen. Eins steht allerdings fest: Die um 1993 im SB neu eingebrachten Feuerlöscher sollten heute aus Altergründen auch längst von dort verschwunden sein.
"That´s All Folks" oder wie stehts bei Bugs Bunny immer im Abspann - das war meine Feuerlöschergeschichte zu den SB-Märkten Paderborn und Lippstadt. Eine schöne Zeit, an die ich gerne zurückdenke.
©. Menzel 2020
Freitag, 24. April 2020
Donnerstag, 26. März 2020
Feuerlöscher in Theater, Film und Fernsehen
Egal ob in Hollywood oder im Theaterkeller der örtlichen Grundschule, ob Millionen-Blockbuster oder das Krippenspiel der 2. Klasse: Jeder Film und jedes Stück lebt - natürlich neben der Geschichte und den Darstellern - selbstverständlich auch von Details jedweder Art und scheinbar unwichtigen Kleinigkeiten wie z.B. die etwas unordentlich sortierten Zeitschriften im Wartezimmer eines Arztes. Das spiegelt die Wirklichkeit wider und wir alle erkennen uns in solchen Details. Solche Kleinigkeiten sind es letztlich auch, die künstlich erschaffene Umgebungen zum Leben erwecken und zur Wirklichkeit werden lassen.
Ebenso sind es auch diese kleinen, scheinbar unwichtigen Details, die einem störend ins Auge fallen und im schlimmsten Falle eine ganze, ansonsten perfekte Atmosphäre ruinieren können, wenn sie nicht passen oder fehlen.
Zu solchen unwichtigen Details gehören auch Feuerlöscher, Beschilderungen jeglicher Art und allsonstiges. Sie stehen weder im Film, noch im realen Leben im Vordergrund, doch sie sind da. Der Mensch nimmt solche Dinge unterbewusst wahr und es fällt sehr wohl auf, wenn da irgendetwas nicht passt oder fehlt.
In meiner Eigenschaft als Brandschutztechniker und Brandschutztrainer spreche ich mit sehr vielen Leuten über das Thema Feuerlöscher und es ist wirklich so: Aus dem Augenwinkel weiß jeder, dass da was rotes an der Wand ist und jeder merkt es sofort, wenn es fehlt. Das passiert z.B. immer wieder, wenn ich die Feuerlöscher zum Prüfen rausnehme (ich lasse natürlich an gewissen Stellen Ersatz da) - hinterher kommt immer einer an, der bei der Haustechnik oder Geschäftsführung gemeldet hat, dass da ein Feuerlöscher fehlt. Klar - im Film kommt man oft nicht sofort drauf oder merkt es erst im Nachhinein; doch eines steht fest: Das runde Gesamtbild, dieses Zurücklehnen und vollkommen genießen kann unter Umständen erheblich unter solchen Kleinigkeiten leiden, wenn sie nicht passen.
Vor einiger Zeit haben wir die Serie Homeland geschaut, wirklich spannend und toll gemacht und trotzdem gab es eine Szene, wo mir sofort auffiel, dass was nicht passt.
Genau geht es mir um die 5. Staffel der Serie, welche zu großen Teilen in Deutschland spielt und auch in Deutschland gedreht wurde. Carrie Matthison, Saul Berenson und wie sie alle heißen sind überwiegend in Berlin, doch Saul fliegt irgendwann zurück in die USA und dort gibt es dann einige Szenen, die sich im Hauptquartier der CIA abspielen. Und was sehe ich da, als Saul hastig durch die Gänge rennt? Einen Feuerlöscher der Firma Jockel aus Remscheid!
Ich gehe davon aus, dass es sich bei dem dort gezeigten Feuerlöscher um einen normalen Feuerlöscher des deutschen Filmstudios handelt, in welchem dann wohl auch diese kurzen Sequenzen gedreht wurden. Der hängt wahrscheinlich immer im Flur, weil er da hängen muss und wurde einfach ins Bühnenbild integriert. Auch im Hauptquartier der CIA hängen natürlich Feuerlöscher auf den Fluren und man dachte sich bestimmt: passt schon! Nur sehen US-Feuerlöscher gänzlich anders aus, als unsere und so einem wir mir fällt der Unterschied natürlich direkt auf.
OK - dass es sich um keinen Amerikanischen Feuerlöscher, sondern um ein Gerät der Marke Jockel handelt, ist neben mir wahrscheinlich noch drei anderen Leuten aufgefallen und das war´s - aber: Mir ist es aufgefallen! Es hat mich jetzt auch nicht gestört, ich fand es eher amüsant.
Das sind jetzt natürlich alles Spitzfindigkeiten von einem Fanatiker, der unwillkürlich auf sowas achtet und der das auch im Bruchteil einer Sekunde erkennt - so wie ein anderer vermutlich erkennt, dass irgendwo am Set falsche Kaffeetassen, Türklinken oder sonstwas sind. Meine Frau meinte sogar mal bei einer kurzen Filmszene, in der ich auf 30 m Entfernung einen MINIMAX RU 12 entdeckt, identifiziert und ihr das umgehend mitgeteilt hatte, dass ich ein Autist mit Inselbegabung wäre... *zwinker*
Ich schau auch gerne die alten Tatorte aus den 1970er und 1980er Jahren in der Hoffnung, den Blick auf einen Feuerlöscher zu erhaschen und oft habe ich auch Glück, wie in einem Essener Tatort mit Kommissar Haferkamp aus den 1970er Jahren. Auf dem Screenshot unserer Glotze ist der GLORIA Typ Pi 6 G Baujahr 1973-1975 in dem Gerichtssaal sehr gut zu erkennen, findet Ihr nicht? Griffhöhe von gut 2,00 m ist auch zeitgenössisch - alles authentisch. Ich mache sogar Schreenshots von sowas... unglaublich, aber so bin ich!
Was mir dagegen bei neueren Produktionen auffällt ist, dass dort gar keine Feuerlöscher mehr zu sehen sind - teilweise sieht man sogar leere Halter, so als ob vorhandene Löscher absichtlich abgenommen worden sind. Das stört mich dann schon, denn wenn ich aus beruflicher Sicht einen leeren Halter sehe, dann fehlt da was. Genauso geht es mir in Filmen und Serien.
Schwierig wird es natürlich bei Retroprodukionen, d.h. bei Filmen, die in der Vergangenheit spielen. Wenn man detailgetreu drehen möchte und auf soetwas wie einen Feuerlöscher im Hintergrund Wert legt, muss man natürlich erstmal recherchieren, was für ein Löscher aus welchem Baujahr am besten in die Kulisse passt. Ich habe da schon öfter mal auf Anfrage so ganz unverbindlich einige Ratschläge gegeben, unter anderem bei dem Film "Ballon".
Das war allerdings etwas besonderes und nach den originalen Begebenheiten nicht nachzustellen. Wer den Film gesehen hat weiß, dass in dem Ballon ein Feuerchen ausbricht, welches mit einem Kohlendioxidlöscher gelöscht wird. Da der Löscher nicht einfach nur Deko sein sollte, sondern zum Einsatz kommen musste, konnte man kein zeitgenössisches Gerät nehmen - diese alten DDR-Geräte sind a.) kaum noch aufzutreiben, 2.) nicht betriebssicher und d.) vielfach mit Halon gefüllt - einem heute verbotenen Löschmittel.
Ich schätze, dass im Original damals ein Halonlöscher eingesetzt worden ist, welcher aus der üblichen Bordausstattung des heimischen PKW entliehen wurde. So einen HAL 0,4 oder 0,8 hatte jeder Trabi oder Wartburg an Bord und der Privatmann kam da ohne weiteres ran. Kohlendioxid- oder Kolon-Löscher gab es dagegen nur im industriellen Bereich. Solch alte DDR-Halonlöscher tauchen hin und wieder noch bei eBay auf - vielfach tun die auch noch, doch eine Inbetriebnahme ist verboten und es wäre unverantwortlich, eine solche Giftschleuder in einem Film leerzubraten. Die DDR-Halone waren anders als die der BRD und deutlich giftiger. Nein nein - ich habe die Problematik auf Anfrage geschildert und zu einem Kohlendioxidlöscher geraten, was dann tatsächlich auch so umgesetzt wurde. Dass es sich dabei um ein neuzeitliches Gerät handelt, ist natürlich klar und auch völlig in Ordnung.
©. Menzel 2020
Ebenso sind es auch diese kleinen, scheinbar unwichtigen Details, die einem störend ins Auge fallen und im schlimmsten Falle eine ganze, ansonsten perfekte Atmosphäre ruinieren können, wenn sie nicht passen oder fehlen.
Zu solchen unwichtigen Details gehören auch Feuerlöscher, Beschilderungen jeglicher Art und allsonstiges. Sie stehen weder im Film, noch im realen Leben im Vordergrund, doch sie sind da. Der Mensch nimmt solche Dinge unterbewusst wahr und es fällt sehr wohl auf, wenn da irgendetwas nicht passt oder fehlt.
In meiner Eigenschaft als Brandschutztechniker und Brandschutztrainer spreche ich mit sehr vielen Leuten über das Thema Feuerlöscher und es ist wirklich so: Aus dem Augenwinkel weiß jeder, dass da was rotes an der Wand ist und jeder merkt es sofort, wenn es fehlt. Das passiert z.B. immer wieder, wenn ich die Feuerlöscher zum Prüfen rausnehme (ich lasse natürlich an gewissen Stellen Ersatz da) - hinterher kommt immer einer an, der bei der Haustechnik oder Geschäftsführung gemeldet hat, dass da ein Feuerlöscher fehlt. Klar - im Film kommt man oft nicht sofort drauf oder merkt es erst im Nachhinein; doch eines steht fest: Das runde Gesamtbild, dieses Zurücklehnen und vollkommen genießen kann unter Umständen erheblich unter solchen Kleinigkeiten leiden, wenn sie nicht passen.
Vor einiger Zeit haben wir die Serie Homeland geschaut, wirklich spannend und toll gemacht und trotzdem gab es eine Szene, wo mir sofort auffiel, dass was nicht passt.
Genau geht es mir um die 5. Staffel der Serie, welche zu großen Teilen in Deutschland spielt und auch in Deutschland gedreht wurde. Carrie Matthison, Saul Berenson und wie sie alle heißen sind überwiegend in Berlin, doch Saul fliegt irgendwann zurück in die USA und dort gibt es dann einige Szenen, die sich im Hauptquartier der CIA abspielen. Und was sehe ich da, als Saul hastig durch die Gänge rennt? Einen Feuerlöscher der Firma Jockel aus Remscheid!
Ich gehe davon aus, dass es sich bei dem dort gezeigten Feuerlöscher um einen normalen Feuerlöscher des deutschen Filmstudios handelt, in welchem dann wohl auch diese kurzen Sequenzen gedreht wurden. Der hängt wahrscheinlich immer im Flur, weil er da hängen muss und wurde einfach ins Bühnenbild integriert. Auch im Hauptquartier der CIA hängen natürlich Feuerlöscher auf den Fluren und man dachte sich bestimmt: passt schon! Nur sehen US-Feuerlöscher gänzlich anders aus, als unsere und so einem wir mir fällt der Unterschied natürlich direkt auf.
OK - dass es sich um keinen Amerikanischen Feuerlöscher, sondern um ein Gerät der Marke Jockel handelt, ist neben mir wahrscheinlich noch drei anderen Leuten aufgefallen und das war´s - aber: Mir ist es aufgefallen! Es hat mich jetzt auch nicht gestört, ich fand es eher amüsant.
Das sind jetzt natürlich alles Spitzfindigkeiten von einem Fanatiker, der unwillkürlich auf sowas achtet und der das auch im Bruchteil einer Sekunde erkennt - so wie ein anderer vermutlich erkennt, dass irgendwo am Set falsche Kaffeetassen, Türklinken oder sonstwas sind. Meine Frau meinte sogar mal bei einer kurzen Filmszene, in der ich auf 30 m Entfernung einen MINIMAX RU 12 entdeckt, identifiziert und ihr das umgehend mitgeteilt hatte, dass ich ein Autist mit Inselbegabung wäre... *zwinker*
Ich schau auch gerne die alten Tatorte aus den 1970er und 1980er Jahren in der Hoffnung, den Blick auf einen Feuerlöscher zu erhaschen und oft habe ich auch Glück, wie in einem Essener Tatort mit Kommissar Haferkamp aus den 1970er Jahren. Auf dem Screenshot unserer Glotze ist der GLORIA Typ Pi 6 G Baujahr 1973-1975 in dem Gerichtssaal sehr gut zu erkennen, findet Ihr nicht? Griffhöhe von gut 2,00 m ist auch zeitgenössisch - alles authentisch. Ich mache sogar Schreenshots von sowas... unglaublich, aber so bin ich!
Was mir dagegen bei neueren Produktionen auffällt ist, dass dort gar keine Feuerlöscher mehr zu sehen sind - teilweise sieht man sogar leere Halter, so als ob vorhandene Löscher absichtlich abgenommen worden sind. Das stört mich dann schon, denn wenn ich aus beruflicher Sicht einen leeren Halter sehe, dann fehlt da was. Genauso geht es mir in Filmen und Serien.
Schwierig wird es natürlich bei Retroprodukionen, d.h. bei Filmen, die in der Vergangenheit spielen. Wenn man detailgetreu drehen möchte und auf soetwas wie einen Feuerlöscher im Hintergrund Wert legt, muss man natürlich erstmal recherchieren, was für ein Löscher aus welchem Baujahr am besten in die Kulisse passt. Ich habe da schon öfter mal auf Anfrage so ganz unverbindlich einige Ratschläge gegeben, unter anderem bei dem Film "Ballon".
Das war allerdings etwas besonderes und nach den originalen Begebenheiten nicht nachzustellen. Wer den Film gesehen hat weiß, dass in dem Ballon ein Feuerchen ausbricht, welches mit einem Kohlendioxidlöscher gelöscht wird. Da der Löscher nicht einfach nur Deko sein sollte, sondern zum Einsatz kommen musste, konnte man kein zeitgenössisches Gerät nehmen - diese alten DDR-Geräte sind a.) kaum noch aufzutreiben, 2.) nicht betriebssicher und d.) vielfach mit Halon gefüllt - einem heute verbotenen Löschmittel.
Ich schätze, dass im Original damals ein Halonlöscher eingesetzt worden ist, welcher aus der üblichen Bordausstattung des heimischen PKW entliehen wurde. So einen HAL 0,4 oder 0,8 hatte jeder Trabi oder Wartburg an Bord und der Privatmann kam da ohne weiteres ran. Kohlendioxid- oder Kolon-Löscher gab es dagegen nur im industriellen Bereich. Solch alte DDR-Halonlöscher tauchen hin und wieder noch bei eBay auf - vielfach tun die auch noch, doch eine Inbetriebnahme ist verboten und es wäre unverantwortlich, eine solche Giftschleuder in einem Film leerzubraten. Die DDR-Halone waren anders als die der BRD und deutlich giftiger. Nein nein - ich habe die Problematik auf Anfrage geschildert und zu einem Kohlendioxidlöscher geraten, was dann tatsächlich auch so umgesetzt wurde. Dass es sich dabei um ein neuzeitliches Gerät handelt, ist natürlich klar und auch völlig in Ordnung.
©. Menzel 2020
Donnerstag, 19. März 2020
GLORIA-Aufdrucke 1949 bis 1992 - der Versuch einer Chronik
In diesem Artikel versuche ich einen chronologischen Überblick über die einzelnen GLORIA-Aufdrucke zu geben und ich bemühe mich bei den einzelnen Ausführungen kurz zu fassen, denn sonst verspreche ich Euch, würden die Erklärungen gar kein Ende nehmen.
Also ich studiere die Gestaltung der Aufdrucke seit nunmehr über 20 Jahren und meine Kenntnisse bzw. Vermutungen hierzu basieren allein auf meinen Beobachtungen. Die Darstellung soll einen grundlegenden Überblick geben und erhebt keinen Anspruch auch Vollständigkeit. Auch wenn mir ein solcher selbst lieb wäre, ist gerade dies bei GLORIA nahezu unmöglich! GLORA hat meines Erachtens auch heute noch die mit Abstand breiteste Produktpalette an Feuerlöschern mit zig unterschiedlichen Typen, welche über die Jahre und Jahrzehnte teilweise nur in Nuancen verändert worden sind. Dies führt beispielsweise allein beim legendären Typ Pi dazu, welcher von 1959 bis etwa 2002 für den deutschen Markt produziert worden ist, dass im Laufe der Dekaden mindestens 18 verschiedene Versionen existieren und die Unterschiede zu den verschiedenen Geräten eher weniger in konstruktiven Neuerungen, als vielmehr in der Gestaltung des Aufdrucks zu finden sind. Hinzu kommen noch zahlreiche Extrawürste, bei welchen sich selbst Kenner wie ich sich zwar immens über die neue Entdeckung freuen, aber irgendwie auch leicht verzweifeln und sich denken "was ist denen denn da wieder in den Kopp gekommen?".
Ich werde die Gestaltung der Aufdrucke anhand verschiedener Gerätetypen darstellen.
GLORIA Aufdruck 1948-1951
Dies ist sehr wahrscheinlich der erste Aufdruck, mit welchem die Feuerlöscher aus dem Hause GLORIA im Nassklebeverfahren beklebt worden sind. Bestätigt wird meine Annahme durch ein Gerät gleichen Typs von 1950, welches ich im Showroom in Wadersloh bewundern durfte.
Merkmale:
Grundfarbe: blassgrün mit weiß, bzw. rot-weißer Schrift. Grundsätzliche Angaben werden mit rot-weißen Großbuchstaben im Fettdruck hervorgehoben.
Der Aufdruck selbst ist zweigeteilt; Angaben zum Feuerlöscher und zur Bedienung finden sich im oberen, das Signet sowie die wichtigsten Herstellerangaben im unteren Bereich. Typen- und Bauartbezeichnungen, jedwede Angaben zur enthaltenen Löschmittelmenge sowie auch eine eindeutige Bezeichnung des Löschmittels fehlen ebenso wie Brandklasseneignung und etwaige Einschränkungen bzw. Warnhinweise. Auch eine bildliche Darstellung ist nicht vorhanden.
Inschrift GLORIA-Signet:
Für jeden Brand - GLORIA - Handfeuerlöscher
Hinweis:
Ich besitze solch einen Löscher auch aus dem Jahre 1951, welcher den gleichen Aufdruck trägt. Ab 1952 änderte sich der Aufdruck, doch wurde beim 4 Ltr. TETRA der alte beibehalten, da alle Tetralöscher über 2 Ltr. Inhalt augenscheinlich nicht von der DIN typgefrüft waren und ohnehin zur Mitte der 1950er Jahre aus Sicherheitsgründen verschwanden. Deshalb hatte man sich sehr wahrscheinlich die Kosten und den Aufwand gespart, einen neuen Aufdruck zu erstellen und hat einfach den alten weiterverwendet. Der gezeigte Feuerlöscher ist leer.
Herstellerangaben:
H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - (21a) Gütersloh i. W.
Modell:
GLORIA 4l-Tetralöscher Bj. 1954.
GLORIA Aufdruck 1952-1953 / 1954-1957
1952 begann GLORIA auch mit der Produktion technisch aufwändigerer Aufladefeuerlöscher und im Zuge dessen änderte sich auch der Aufdruck radikal. Grund meiner Annahme ist die Erstzulassung dieses Typs Feuerlöscher, welche auf das Jahr 1952 datiert ist. Der Aufdruck ist nach wie vor im Nassklebeverfahren aufgebracht worden.
Merkmale:
Grundfarbe: bis 1953 hellgrün, danach dunkelgrün aber sonst identisch bis auf die Herstellerangabe, welche mit wenigen Ausnahmen ab 1954 mit "WADERSLOH i. WESTF." angegeben wurde und nicht mehr mit "GÜTERSLOH i. WESTF." angegeben wurde. Wir finden weiße, schwarze und rote Schriftelemente, Löscherart und Herstellerangaben sind in weißen Großbuchstaben im Fettdruck gehalten. Die Löscherbezeichnung "TROCKENLÖSCHER" verfügt zusätzlich über eine schwarze Schattierung. Erstmals findet die Normung nach DIN (DIN 14406) Einzug in das Schriftbild und wird zusammen mit einer ersten Angabe des Löschmittels sowie der Löschmittelmenge in einem rot abgesetzten Feld dargestellt. Eine Typenbezeichnung gibt es auch hier noch nicht.
Der Aufdruck ist nun einteilig und wesentlich informativer als der der Vorgänger. Neben einer ausführlichen Bedienungsanleitung in Schriftform werden hier auch erstmals bildliche Elemente verwendet. Da 1954 der Umzug auch des Büros in die neu errichtete Fabrik an der heutigen Distedderstr. 39 in Wadersloh erfolgte, wird dieser fortan auch Herstellungsort angegeben.
Inschrift GLORIA-Signet:
Für jeden Brand - GLORIA - Handfeuerlöscher
Herstellerangaben:
1952-1953* H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Gütersloh i. Westf.
1954-1957 H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Wadersloh i. Westf.
*Manche Modelle bis 1955-1956 mit Gütersloher Produktionsstandort.
Modell:
GLORIA 9 kg-Pulver-Aufladelöscher DIN TROCKEN 9 Bj. 1953.
GLORIA Aufdruck 1955-1957
Im Jahre 1955 wurden die ersten Feuerlöscher "neuer Bauart" zugelassen und die technischen Neuerungen mussten natürlich auch im Aufdruck wiedergegeben werden. Mal ganz nebenbei: 1955 erfolgte auch die Zulassung des ersten 12 kg-Feuerlöschers.
Merkmale:
Grundfarbe dunkelgrün mit weißen, schwarzen und roten Schriftelementen. Löscherart und Herstellerangaben in weißen Großbuchstaben im Fettdruck. Die Löscherbezeichnung "TROCKENLÖSCHER" verfügt zusätzlich über eine schwarze Schattierung. Das rote Feld mit Normung nach DIN sowie die Angaben zur Löschmittelart und -menge verschwindet wieder und diese Angaben erscheinen fortan in schwarzem Fettdruck.
Die bildliche Darstellung ist noch detaillierter als beim Vorgänger und man erkennt ganz deutlich: Da steckt viel Liebe drin!
Inschrift GLORIA-Signet:
Für jeden Brand - GLORIA - Handfeuerlöscher
Herstellerangaben:
H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Wadersloh i. W.
Modell:
GLORIA 12 kg-Pulver-Aufladelöscher DIN TROCKEN 12 Bj. 1957.
Hinweis:
In den Jahren 1955 bis 1957 liefen Feuerlöscher alter und neuer Bauart parallel vom Band.
GLORIA Aufdruck 1957/1958
Im Jahre 1957 änderte sich die Gestaltung des Aufdrucks radikal und heraus gekommen ist dabei meiner Meinung nach einer der schönste Aufdrucke, den es jemals gegeben hat. Dieser Druck wurde nur in einem kurzen Zeitraum verwendet und Feuerlöscher mit diesem Aufdruck sind sehr sehr selten und heute an sich nicht mehr zu bekommen!
Merkmale:
Am auffälligsten ist natürlich die Farbe des Hintergrunds. Dieser ist nun nicht mehr dunkelgrün sondern strahlt förmlich in einem warmen gold. Die rot-weiße Umrandung der Vorgänger wurde beibehalten.
Die Angaben zur Normung und Inhalt stehen nun dominant an erster Stelle und ersetzen die vorherige Bezeichnung wie z.B. "TROCKENLÖSCHER".
Das rote Feld ist wieder zurückgekehrt und enthält erstmalig eine Typenangabe, in diesem Falle "TYPE P 6 G". Die Schriftfarben an sich wurden beibehalten.
Auch die bildliche Darstellung ist noch einmal etwas detaillierter geworden und was mir persönlich so gut gefällt ist die Art, wie die Hautfarbe der Person dargestellt wird. Schaut man normal aus der Entfernung auf den Löscher, sieht der Typ eben fleischfarben aus, doch geht man mal ganz nah ran, fällt einem auf, dass gar keine beige Farbe verwendet worden ist. Der Effekt wird durch ganz viele kleine rote Punkte auf weißem Hintergrund erzielt - genial und sehr aufwändig!
Neu ist das gelbe Feld ganz unten im Aufdruck. In diesem farblich deutlich abgesetzten Teil befinden sich sämtliche Angaben zum Feuerlöscher; Bauart, Zulassung, Brandklassen und so weiter.
Inschrift GLORIA-Signet:
Für jeden Brand - GLORIA - Handfeuerlöscher
Herstellerangaben:
H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Wadersloh i. W.
Modell:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 6 G Bj. 1958.
GLORIA Aufdruck 1958-1962
Dieser ganz klassische Aufdruck wurde ebenfalls im Jahre 1958 eingeführt und er zierte bis 1962 Millionen von Feuerlöschern, von welchen ich in meiner Kindheit und Jugend bis hin zum Erwachsenenalter auch einige Exemplare noch in freier Wildbahn bewundern konnte (z.B. Stadtwaldschule Lippstadt, Reifen Tiemann Lieppstadt, SB Zentralmarkt Paderborn).
Merkmale:
Ja, jetzt sieht man sofort von weitem schon, von wem dieser schöne Feuerlöscher ist, denn das GLORIA steht nun in riesigen Buchstaben ganz oben im Aufdruck. Der GLORIA-Schriftzug ist zweifarbig, schattiert und folgt in seiner Gestaltung dem Bogen des Aufklebers.
Auch das "DIN TROCKEN 12" ist jetzt zweifarbig in rot-weiß und hebt sich durch diese auffällige Gestaltung deutlich ab.
Das Feld mit der Typenangabe ist nun nicht mehr rot, sondern mit einem weißen Hintergrund versehen.
Inschrift GLORIA-Signet:
Sicherer Brandschutz durch: - GLORIA - Feuerlöscher
Herstellerangaben:
1957-1959 H. SCHULTE-FRANKENFELD -Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Wadersloh i. W.
1960 GLORIA-WERK - H. Schulte-Frankenfeld KG - Wadersloh i. W.
1961-1962 GLORIA-WERKE - H. Schulte-Frankenfeld KG - Wadersloh i. W.
Modell:
GLORIA 12 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 12 Bj. 1959.
GLORIA Aufdruck 1962-1963
Diesen interessanten Aufdruck gab es an sich nur im Jahre 1963 und nur ganz wenige Exemplare stammen schon aus Ende 1962. Da sie nur etwas mehr als 1 Jahr lang produziert worden sind, sind solche Geräte heute - 56 Jahre nach Produktionsende - extrem selten und kaum noch aufzutreiben.
Merkmale:
Vom Muster her gleicht dieser Aufdruck dem des Vorgängers der Jahre 1959-1962, doch: wo ist die Farbe hin? 1963 wurde bei GLORIA erstmalig das Siebdruckverfahren angewendet, um die Bedienungsanleitung sowie alle relevanten Informationen zum Gerät auf den Feuerlöscher zu bringen. Diesem Schritt fielen allerdings sämtliche Farben der im Nassklebeverfahren aufgebrachten Aufkleber zum Opfer, wodurch das wohlbekannte Erscheinungsbild sehr nüchtern wirkt. Die alten Formen und die Schlichtheit des rein weißen Siebdrucks scheinen nicht recht miteinander zu harmonieren, worin der Grund zu sehen sein dürfte, weshalb dieser Druck nur gut ein Jahr lang verwendet worden ist. Ich finde ihn sehr schön!
Inschrift GLORIA-Signet:
Sicherer Brandschutz - GLORIA - Feuerlöscher
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - Wadersloh i. Westf.
Modell:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 6 Bj. 1963.
GLORIA Aufdruck 1964-1971
Die nüchterne, sachliche Schlichtheit der 1960er Jahre hielt auch Einzug in die Wadersloher Werkshallen der GLORIA-WERKE und der Siebdruck änderte sich von seinem Erscheinungsbild her wieder radikal.
Merkmale:
Die ehemals runden und geschwungenen Formen von Rahmen und Schrift sind einem rechteckigen Design gewichen, welches vom Rahmen über die Bildelemente und Schrift bis hin zum GLORIA-Signet einheitlich Verwendung findet. Die Schrift ist durchgehend weiß, lediglich der Markenname GLORIA erscheint in übergroßen, roten Buchstaben.
Die Bebilderung ist klar umrahmt und die gesamte Gestaltung wirkt sehr aufgeräumt, wodurch der Aufdruck sehr gut und vor allem auch sehr schnell gelesen werden kann.
Facelift 1969/70
1969 gab es eine kleine Modifikation des Siebdrucks beim Verkaufsschlager Pi.
Die alte Sicherungslasche zum Abreißen wurde Ende 1968 gegen die bis zuletzt verwendete Abzugs-Bügellasche ersetzt. Die Handhabung dieser Sicherung war etwas anders und das musste natürlich auch im Siebdruck Niederschlag finden. Im gleichen Zuge wurde das Anheben des Löschers in "3D" dargestellt, wie ich es immer sage. Vergleicht die beiden Bilder und Ihr wisst was ich meine. Die Nummerierung wurde auch vereinheitlicht und die Zahlenfelder stehen bei beiden Bildchen unten. Doch die Änderung der bildlichen Darstellung betrifft, so wie ich das gesehen habe, nur den Typ Pi, da bei diesem als einzigem die Sicherungslasche verändert worden ist. Die Typen PS, Pn, PD, KS und CB blieben hier unverändert.
Anfang 1970 wurde die alte Bezeichnung "DIN TROCKEN" bei allen Pulverlöschern in "DIN PULVER" geändert. Weiterhin verschwand das "E" in der Typenbezeichnung, wodurch sich diese von "TYPE" zu "TYP" änderte. Die Gesamtdarstellung ist meine ich auch etwas kleiner geworden.
Zudem gab es unter dem eigentlichen Siebdruck eine Vielzahl variierender Zusatzfelder, auf welche an dieser Stelle nicht im Detail eingegangen werden kann.
Inschrift GLORIA-Signet:
Feuerschutz - GLORIA - Ein Weltbegriff
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - Wadersloh i. W.
Modelle:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ Pi 6 G Bj. 1964.
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ Pi 6 S Bj. 1970.
GLORIA Aufdruck 1972-1973
Ab Mitte 1972 gab es dann eine signifikante Veränderung im Siebdruck - das berühmte GLORIA-Signet ist bei einigen Modellen verschwunden und hinterlässt eine doch deutlich sichtbare Lücke in der linken unteren Ecke! Es wirkt beinahe so, als ob es ganz plötzlich hat verschwinden müssen, sodass nicht einmal Zeit blieb, die Herstellerangaben neu zu positionieren. Es sieht irgendwie abgeschnitten aus und warum es wirklich verschwunden ist, kann ich bis heute auch nicht genau sagen.
Weiterhin wurde der GLORIA-Schriftzug oben abgesetzt und ist nun nicht mehr in den Rahmen des gesamten Siebdrucks integriert. Zudem ist die Bezeichnung "DIN" nun oben und unten von einem Balken eingerahmt.
Wenn wir jetzt ausnahmsweise auch mal unter den eigentlichen Siebdruck schauen, sehen wir erstmalig das bis heute in ähnlicher Form bestehende Feld "WERKS-ENDKONTROLLE", auf welchem Monat und Baujahr vermerkt sind. Zudem hatten die Prüfdienste nun endlich eine genaue Anweisung, wo sie den Instandhaltungsnachweis aufkleben konnten. Das war ja vorher wie Kraut und Rüben; mal oben, mal unten, an der Seite oder MITTEN DRAUF!
Inschrift GLORIA-Signet:
- ENTFÄLLT größtenteils ab 1972 -
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - 4724 Wadersloh i. W.
Gezeigtes Modell:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 6 SG Bj. 1973.
GLORIA Aufdruck 1973-1974
Im Jahre 1974 gab es die nächste, ganz radikale Veränderung des Siebdrucks und er präsentiert sich erstmals in einem ganz anderen Bild. Die gesamte Darstellung wurde inhaltlich getrennt und in einzelne Blöcke aufgeteilt. So verfügt nun jeder Schritt der Bedienung eine detaillierte Bebilderung und einen eindeutig zugeordneten Text - jeweils unter dem jeweiligen Bild. Ganz neu sind die Piktogramme für die Brandklassen! Während sich der Nutzer die Brandklassen vorher mühsam aus dem Kleingedruckten heraussuchen musste, konnte er diese Eignung nun auf einen Blick erkennen. Die Piktogramme waren allerdings noch nicht genormt, sodass es im Vergleich zu anderen Herstellern Abweichungen geben konnte.
Ganz besonders gelungen finde die Darstellung der Brandklasse E und ich bin mir ziemlich sicher zu wissen, woher diese Interpretation kommt. Abgebildet ist ein Niederspannungs-Freileitungsmast mit vier Leitungen, welche an hakenförmigen Isolatoren am Mast befestigt sind. Diese hölzernen Masten gab es früher häufig in den ländlichen Gegenden und auch ich kenne sie noch aus unserem Dorf - nur 13 km von Wadersloh entfernt. Naja - auf alten Aufnahmen der GLORIA-WERKE habe ich gesehen, dass genau vor der Hauptverwaltung des Werkes eine solche Stromtrasse entlangführte... wisst Ihr also Bescheid. Ein kurzer Blick aus dem Fenster genügte, um das mit Abstand schönste Piktogramm für die Brandklasse zu entwerfen, die es jemals gegeben hat! Der Hinweis, dass nur bis Spannungen von 1000 V* gelöscht werden durfte, verbirgt sich ganz klein im Piktogramm für die Brandklasse E.
Das Siebdruckbild ist insgesamt auch etwas kleiner geworden und die Typenbezeichnung ist aus dem eigentlichen Druck in den nun wesentlich größeren Zwischenraum zwischen dem Markennamen GLORIA und dem Aufdruck gewandert. Das Wort "Typ" steht nun nicht mehr in Großdruck und ganz links, während die Typenbezeichnung ganz rechts steht.
*Kohlensäure-Gas- und Schneelöscher weisen eine Spannung von 110000 Volt aus und geben einen Sicherheitsabstand von 3 m an. Schaum- und Wasserlöscher durften nur bei Anlagen bis 250 Volt eingesetzt werden.
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - 4724 Wadersloh / W.
Gezeigtes Modell:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ Pi 12 G Bj. 1973.
GLORIA Aufdruck 1975-1976
Im Großen und Ganzen wurde der Siebdruck im Jahre 1975 nur ein wenig modifiziert. Die gesamte Bedienungsanleitung in Bild und Schrift bildet nun eine Einheit, indem alles in einem großen, zusammenhängenden weißen Feld untergebracht ist. Die einzelnen Elemente wirken durch diese Maßnahme nicht mehr so verloren, sondern bilden eine untrennbare Einheit. Um das ganze allerdings möglich zu machen, musste die Farbgebung in diesem Bereich einmal umgedreht werden - das was beim Vorgänger von 1974 weiß war, ist jetzt rot und andersrum. Das fällt einem sonst gar nicht auf doch vergleicht die Bilder und Ihr seht, dass ich Recht habe - obwohl es zwei gänzlich verschiedene Typen sind. Mit einbezogen wurde das "DIN PULVER", welches nun neben dem GLORIA-Schriftzug auch in roten Buchstaben steht.
Das Feld mit der WERKS-ENDKONTROLLE ist nun auch eingerahmt und mit einigen weiteren Hinweisen versehen - z.B. mit dem, dass man Feuerlöscher niemals probeweise betätigen sollte. Könnte heute ruhig auch noch draufstehen...
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - 4724 Wadersloh / W.
Modelle:
GLORIA 12 kg-Pulver-Dauerdrucklöscher Typ P 12 D Bj. 1975.
GLORIA Aufdruck 1977-1978
Die nächste Überarbeitung erfolgte 1976 und fiel ebenfalls nur eher klein aus, doch brachte sie eine entscheidenden Verbesserung für den Nutzer. Die enge Zuordnung von Bild und Text wurde etwas gelöst und erschien nun wieder in ähnlicher Form wie bei den Modellen der späten 1960er Jahre. Der ganz breite weiße Rahmen verschwand und allein die Bilder wurden hierdurch nun zu einer Einheit zusammengefasst - mit der DIN-Bezeichnung. Diese wurden durchnummeriert von 1- 3 und der zugehörige Text dazu ebenfalls. Dieser erscheint nun jedoch nicht mehr jedem Bild einzeln zugeordnet, sondern untereinander aufgereiht. Der entscheidende Vorteil für den Nutzer: Die Schrift wurde viel größer und die Informationen waren hierdurch und durch die geänderte Anordnung viel schneller abrufbar.
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - 4724 Wadersloh / W.
Modelle:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 12 D Bj. 1978.
GLORIA Aufdruck 1978-1982
1978 wurde der Aufdruck wieder überarbeitet und am auffälligsten ist zunächst, dass der GLORIA-Schriftzug im Vergleich zu den Vorgängermodellen verschwindend klein geworden und nun als eine Art Intarsie in den Balken integriert ist. Bei den frühen Dauerdruckmodellen ist er nicht abgesetzt.
Ganz neu im Schriftbild ist das Wort "Feuerlöscher" sowie die eindeutige Löschmittelbezeichnung. Aus dem "DIN PULVER" ist "DIN Feuerlöscher" geworden und das "PULVER" wird nun auch genau aufgedröselt - in diesem Falle eben "ABC-Pulver". Die neuerliche, genaue Bezeichnung trifft neben dem Pulver auch auf die Löschmittel Halon und Kohlendioxid* zu; bei den Wasser- und Schaumlöschern, welche es in dieser Zeit ohnehin kaum gab, blieb es bei den einfachen Bezeichnungen "WASSER" und SCHAUM".
Die Struktur der Bedienungsanleitung blieb weitgehend gleich, doch ist die Bebilderung etwas grober geworden.
Der Hinweis "Löscher nach jeder Betätigung, auch bei nur teilweiser Entleerung neu füllen!" steht jetzt mit im eigentlichen Siebdruck und gesellt sich nicht mehr in das Feld der Werks-Endkontrolle. Ebenfalls neu hinzu kommt der Hinweis, dass bei Bränden von elektrischen Anlagen bis 1000 V ein Mindestabstand von 1 - 3 m einzuhalten ist.
Radikal verändert worden sind die Piktogramme für die Brandklassen. Das geschah allerdings herstellerübergreifend, da diese mit den neuen Richtlinien ab 1978 nun einheitlich aussehen sollten.
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld GmbH & Co. - 4724 Wadersloh
Modelle:
GLORIA 6 kg-Pulver-Dauerdrucklöscher Typ PD 6 G Bj. 1980.
GLORIA Aufdruck 1983-1992
1983 änderte der Aufdruck ein letztes Mal unter der DIN 14406 1-3 sein Gesicht. Der GLORIA-Schriftzug ist im Vergleich zu den Vorgängermodellen wieder kleiner geworden und nun in einen ringsherum verlaufenden, abgerundeten Rahmen eingebettet, in welchem sich alle Angaben befinden. Die Typenbezeichnung rückt wieder in die Mitte und die bildliche Darstellung der Bedienungsanleitung besteht nun aus runden, wieder deutlich detaillierteren Elementen.
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld GmbH & Co. - 4724 Wadersloh
Modelle:
GLORIA 6 kg-Pulver-Dauerdrucklöscher Typ PD 6 G Bj. 1984.
©. Menzel 2020
Also ich studiere die Gestaltung der Aufdrucke seit nunmehr über 20 Jahren und meine Kenntnisse bzw. Vermutungen hierzu basieren allein auf meinen Beobachtungen. Die Darstellung soll einen grundlegenden Überblick geben und erhebt keinen Anspruch auch Vollständigkeit. Auch wenn mir ein solcher selbst lieb wäre, ist gerade dies bei GLORIA nahezu unmöglich! GLORA hat meines Erachtens auch heute noch die mit Abstand breiteste Produktpalette an Feuerlöschern mit zig unterschiedlichen Typen, welche über die Jahre und Jahrzehnte teilweise nur in Nuancen verändert worden sind. Dies führt beispielsweise allein beim legendären Typ Pi dazu, welcher von 1959 bis etwa 2002 für den deutschen Markt produziert worden ist, dass im Laufe der Dekaden mindestens 18 verschiedene Versionen existieren und die Unterschiede zu den verschiedenen Geräten eher weniger in konstruktiven Neuerungen, als vielmehr in der Gestaltung des Aufdrucks zu finden sind. Hinzu kommen noch zahlreiche Extrawürste, bei welchen sich selbst Kenner wie ich sich zwar immens über die neue Entdeckung freuen, aber irgendwie auch leicht verzweifeln und sich denken "was ist denen denn da wieder in den Kopp gekommen?".
Ich werde die Gestaltung der Aufdrucke anhand verschiedener Gerätetypen darstellen.
GLORIA Aufdruck 1948-1951
Merkmale:
Grundfarbe: blassgrün mit weiß, bzw. rot-weißer Schrift. Grundsätzliche Angaben werden mit rot-weißen Großbuchstaben im Fettdruck hervorgehoben.
Der Aufdruck selbst ist zweigeteilt; Angaben zum Feuerlöscher und zur Bedienung finden sich im oberen, das Signet sowie die wichtigsten Herstellerangaben im unteren Bereich. Typen- und Bauartbezeichnungen, jedwede Angaben zur enthaltenen Löschmittelmenge sowie auch eine eindeutige Bezeichnung des Löschmittels fehlen ebenso wie Brandklasseneignung und etwaige Einschränkungen bzw. Warnhinweise. Auch eine bildliche Darstellung ist nicht vorhanden.
Inschrift GLORIA-Signet:
Für jeden Brand - GLORIA - Handfeuerlöscher
Hinweis:
Ich besitze solch einen Löscher auch aus dem Jahre 1951, welcher den gleichen Aufdruck trägt. Ab 1952 änderte sich der Aufdruck, doch wurde beim 4 Ltr. TETRA der alte beibehalten, da alle Tetralöscher über 2 Ltr. Inhalt augenscheinlich nicht von der DIN typgefrüft waren und ohnehin zur Mitte der 1950er Jahre aus Sicherheitsgründen verschwanden. Deshalb hatte man sich sehr wahrscheinlich die Kosten und den Aufwand gespart, einen neuen Aufdruck zu erstellen und hat einfach den alten weiterverwendet. Der gezeigte Feuerlöscher ist leer.
Herstellerangaben:
H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - (21a) Gütersloh i. W.
Modell:
GLORIA 4l-Tetralöscher Bj. 1954.
GLORIA Aufdruck 1952-1953 / 1954-1957
Merkmale:
Grundfarbe: bis 1953 hellgrün, danach dunkelgrün aber sonst identisch bis auf die Herstellerangabe, welche mit wenigen Ausnahmen ab 1954 mit "WADERSLOH i. WESTF." angegeben wurde und nicht mehr mit "GÜTERSLOH i. WESTF." angegeben wurde. Wir finden weiße, schwarze und rote Schriftelemente, Löscherart und Herstellerangaben sind in weißen Großbuchstaben im Fettdruck gehalten. Die Löscherbezeichnung "TROCKENLÖSCHER" verfügt zusätzlich über eine schwarze Schattierung. Erstmals findet die Normung nach DIN (DIN 14406) Einzug in das Schriftbild und wird zusammen mit einer ersten Angabe des Löschmittels sowie der Löschmittelmenge in einem rot abgesetzten Feld dargestellt. Eine Typenbezeichnung gibt es auch hier noch nicht.
Der Aufdruck ist nun einteilig und wesentlich informativer als der der Vorgänger. Neben einer ausführlichen Bedienungsanleitung in Schriftform werden hier auch erstmals bildliche Elemente verwendet. Da 1954 der Umzug auch des Büros in die neu errichtete Fabrik an der heutigen Distedderstr. 39 in Wadersloh erfolgte, wird dieser fortan auch Herstellungsort angegeben.
Inschrift GLORIA-Signet:
Für jeden Brand - GLORIA - Handfeuerlöscher
Herstellerangaben:
1952-1953* H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Gütersloh i. Westf.
1954-1957 H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Wadersloh i. Westf.
*Manche Modelle bis 1955-1956 mit Gütersloher Produktionsstandort.
Modell:
GLORIA 9 kg-Pulver-Aufladelöscher DIN TROCKEN 9 Bj. 1953.
GLORIA Aufdruck 1955-1957
Merkmale:
Grundfarbe dunkelgrün mit weißen, schwarzen und roten Schriftelementen. Löscherart und Herstellerangaben in weißen Großbuchstaben im Fettdruck. Die Löscherbezeichnung "TROCKENLÖSCHER" verfügt zusätzlich über eine schwarze Schattierung. Das rote Feld mit Normung nach DIN sowie die Angaben zur Löschmittelart und -menge verschwindet wieder und diese Angaben erscheinen fortan in schwarzem Fettdruck.
Die bildliche Darstellung ist noch detaillierter als beim Vorgänger und man erkennt ganz deutlich: Da steckt viel Liebe drin!
Inschrift GLORIA-Signet:
Für jeden Brand - GLORIA - Handfeuerlöscher
Herstellerangaben:
H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Wadersloh i. W.
Modell:
GLORIA 12 kg-Pulver-Aufladelöscher DIN TROCKEN 12 Bj. 1957.
Hinweis:
In den Jahren 1955 bis 1957 liefen Feuerlöscher alter und neuer Bauart parallel vom Band.
GLORIA Aufdruck 1957/1958
Merkmale:
Am auffälligsten ist natürlich die Farbe des Hintergrunds. Dieser ist nun nicht mehr dunkelgrün sondern strahlt förmlich in einem warmen gold. Die rot-weiße Umrandung der Vorgänger wurde beibehalten.
Die Angaben zur Normung und Inhalt stehen nun dominant an erster Stelle und ersetzen die vorherige Bezeichnung wie z.B. "TROCKENLÖSCHER".
Das rote Feld ist wieder zurückgekehrt und enthält erstmalig eine Typenangabe, in diesem Falle "TYPE P 6 G". Die Schriftfarben an sich wurden beibehalten.
Auch die bildliche Darstellung ist noch einmal etwas detaillierter geworden und was mir persönlich so gut gefällt ist die Art, wie die Hautfarbe der Person dargestellt wird. Schaut man normal aus der Entfernung auf den Löscher, sieht der Typ eben fleischfarben aus, doch geht man mal ganz nah ran, fällt einem auf, dass gar keine beige Farbe verwendet worden ist. Der Effekt wird durch ganz viele kleine rote Punkte auf weißem Hintergrund erzielt - genial und sehr aufwändig!
Neu ist das gelbe Feld ganz unten im Aufdruck. In diesem farblich deutlich abgesetzten Teil befinden sich sämtliche Angaben zum Feuerlöscher; Bauart, Zulassung, Brandklassen und so weiter.
Inschrift GLORIA-Signet:
Für jeden Brand - GLORIA - Handfeuerlöscher
Herstellerangaben:
H. Schulte-Frankenfeld - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Wadersloh i. W.
Modell:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 6 G Bj. 1958.
GLORIA Aufdruck 1958-1962
Merkmale:
Ja, jetzt sieht man sofort von weitem schon, von wem dieser schöne Feuerlöscher ist, denn das GLORIA steht nun in riesigen Buchstaben ganz oben im Aufdruck. Der GLORIA-Schriftzug ist zweifarbig, schattiert und folgt in seiner Gestaltung dem Bogen des Aufklebers.
Auch das "DIN TROCKEN 12" ist jetzt zweifarbig in rot-weiß und hebt sich durch diese auffällige Gestaltung deutlich ab.
Das Feld mit der Typenangabe ist nun nicht mehr rot, sondern mit einem weißen Hintergrund versehen.
Inschrift GLORIA-Signet:
Sicherer Brandschutz durch: - GLORIA - Feuerlöscher
Herstellerangaben:
1957-1959 H. SCHULTE-FRANKENFELD -Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik - Wadersloh i. W.
1960 GLORIA-WERK - H. Schulte-Frankenfeld KG - Wadersloh i. W.
1961-1962 GLORIA-WERKE - H. Schulte-Frankenfeld KG - Wadersloh i. W.
Modell:
GLORIA 12 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 12 Bj. 1959.
GLORIA Aufdruck 1962-1963
Merkmale:
Vom Muster her gleicht dieser Aufdruck dem des Vorgängers der Jahre 1959-1962, doch: wo ist die Farbe hin? 1963 wurde bei GLORIA erstmalig das Siebdruckverfahren angewendet, um die Bedienungsanleitung sowie alle relevanten Informationen zum Gerät auf den Feuerlöscher zu bringen. Diesem Schritt fielen allerdings sämtliche Farben der im Nassklebeverfahren aufgebrachten Aufkleber zum Opfer, wodurch das wohlbekannte Erscheinungsbild sehr nüchtern wirkt. Die alten Formen und die Schlichtheit des rein weißen Siebdrucks scheinen nicht recht miteinander zu harmonieren, worin der Grund zu sehen sein dürfte, weshalb dieser Druck nur gut ein Jahr lang verwendet worden ist. Ich finde ihn sehr schön!
Inschrift GLORIA-Signet:
Sicherer Brandschutz - GLORIA - Feuerlöscher
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - Wadersloh i. Westf.
Modell:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 6 Bj. 1963.
GLORIA Aufdruck 1964-1971
Merkmale:
Die ehemals runden und geschwungenen Formen von Rahmen und Schrift sind einem rechteckigen Design gewichen, welches vom Rahmen über die Bildelemente und Schrift bis hin zum GLORIA-Signet einheitlich Verwendung findet. Die Schrift ist durchgehend weiß, lediglich der Markenname GLORIA erscheint in übergroßen, roten Buchstaben.
Die Bebilderung ist klar umrahmt und die gesamte Gestaltung wirkt sehr aufgeräumt, wodurch der Aufdruck sehr gut und vor allem auch sehr schnell gelesen werden kann.
Facelift 1969/70
Die alte Sicherungslasche zum Abreißen wurde Ende 1968 gegen die bis zuletzt verwendete Abzugs-Bügellasche ersetzt. Die Handhabung dieser Sicherung war etwas anders und das musste natürlich auch im Siebdruck Niederschlag finden. Im gleichen Zuge wurde das Anheben des Löschers in "3D" dargestellt, wie ich es immer sage. Vergleicht die beiden Bilder und Ihr wisst was ich meine. Die Nummerierung wurde auch vereinheitlicht und die Zahlenfelder stehen bei beiden Bildchen unten. Doch die Änderung der bildlichen Darstellung betrifft, so wie ich das gesehen habe, nur den Typ Pi, da bei diesem als einzigem die Sicherungslasche verändert worden ist. Die Typen PS, Pn, PD, KS und CB blieben hier unverändert.
Zudem gab es unter dem eigentlichen Siebdruck eine Vielzahl variierender Zusatzfelder, auf welche an dieser Stelle nicht im Detail eingegangen werden kann.
Inschrift GLORIA-Signet:
Feuerschutz - GLORIA - Ein Weltbegriff
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - Wadersloh i. W.
Modelle:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ Pi 6 G Bj. 1964.
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ Pi 6 S Bj. 1970.
GLORIA Aufdruck 1972-1973
Weiterhin wurde der GLORIA-Schriftzug oben abgesetzt und ist nun nicht mehr in den Rahmen des gesamten Siebdrucks integriert. Zudem ist die Bezeichnung "DIN" nun oben und unten von einem Balken eingerahmt.
Wenn wir jetzt ausnahmsweise auch mal unter den eigentlichen Siebdruck schauen, sehen wir erstmalig das bis heute in ähnlicher Form bestehende Feld "WERKS-ENDKONTROLLE", auf welchem Monat und Baujahr vermerkt sind. Zudem hatten die Prüfdienste nun endlich eine genaue Anweisung, wo sie den Instandhaltungsnachweis aufkleben konnten. Das war ja vorher wie Kraut und Rüben; mal oben, mal unten, an der Seite oder MITTEN DRAUF!
Inschrift GLORIA-Signet:
- ENTFÄLLT größtenteils ab 1972 -
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - 4724 Wadersloh i. W.
Gezeigtes Modell:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 6 SG Bj. 1973.
GLORIA Aufdruck 1973-1974
Ganz besonders gelungen finde die Darstellung der Brandklasse E und ich bin mir ziemlich sicher zu wissen, woher diese Interpretation kommt. Abgebildet ist ein Niederspannungs-Freileitungsmast mit vier Leitungen, welche an hakenförmigen Isolatoren am Mast befestigt sind. Diese hölzernen Masten gab es früher häufig in den ländlichen Gegenden und auch ich kenne sie noch aus unserem Dorf - nur 13 km von Wadersloh entfernt. Naja - auf alten Aufnahmen der GLORIA-WERKE habe ich gesehen, dass genau vor der Hauptverwaltung des Werkes eine solche Stromtrasse entlangführte... wisst Ihr also Bescheid. Ein kurzer Blick aus dem Fenster genügte, um das mit Abstand schönste Piktogramm für die Brandklasse zu entwerfen, die es jemals gegeben hat! Der Hinweis, dass nur bis Spannungen von 1000 V* gelöscht werden durfte, verbirgt sich ganz klein im Piktogramm für die Brandklasse E.
Das Siebdruckbild ist insgesamt auch etwas kleiner geworden und die Typenbezeichnung ist aus dem eigentlichen Druck in den nun wesentlich größeren Zwischenraum zwischen dem Markennamen GLORIA und dem Aufdruck gewandert. Das Wort "Typ" steht nun nicht mehr in Großdruck und ganz links, während die Typenbezeichnung ganz rechts steht.
*Kohlensäure-Gas- und Schneelöscher weisen eine Spannung von 110000 Volt aus und geben einen Sicherheitsabstand von 3 m an. Schaum- und Wasserlöscher durften nur bei Anlagen bis 250 Volt eingesetzt werden.
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - 4724 Wadersloh / W.
Gezeigtes Modell:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ Pi 12 G Bj. 1973.
GLORIA Aufdruck 1975-1976
Das Feld mit der WERKS-ENDKONTROLLE ist nun auch eingerahmt und mit einigen weiteren Hinweisen versehen - z.B. mit dem, dass man Feuerlöscher niemals probeweise betätigen sollte. Könnte heute ruhig auch noch draufstehen...
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - 4724 Wadersloh / W.
Modelle:
GLORIA 12 kg-Pulver-Dauerdrucklöscher Typ P 12 D Bj. 1975.
GLORIA Aufdruck 1977-1978
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld KG - 4724 Wadersloh / W.
Modelle:
GLORIA 6 kg-Pulver-Aufladelöscher Typ P 12 D Bj. 1978.
GLORIA Aufdruck 1978-1982
Ganz neu im Schriftbild ist das Wort "Feuerlöscher" sowie die eindeutige Löschmittelbezeichnung. Aus dem "DIN PULVER" ist "DIN Feuerlöscher" geworden und das "PULVER" wird nun auch genau aufgedröselt - in diesem Falle eben "ABC-Pulver". Die neuerliche, genaue Bezeichnung trifft neben dem Pulver auch auf die Löschmittel Halon und Kohlendioxid* zu; bei den Wasser- und Schaumlöschern, welche es in dieser Zeit ohnehin kaum gab, blieb es bei den einfachen Bezeichnungen "WASSER" und SCHAUM".
Die Struktur der Bedienungsanleitung blieb weitgehend gleich, doch ist die Bebilderung etwas grober geworden.
Der Hinweis "Löscher nach jeder Betätigung, auch bei nur teilweiser Entleerung neu füllen!" steht jetzt mit im eigentlichen Siebdruck und gesellt sich nicht mehr in das Feld der Werks-Endkontrolle. Ebenfalls neu hinzu kommt der Hinweis, dass bei Bränden von elektrischen Anlagen bis 1000 V ein Mindestabstand von 1 - 3 m einzuhalten ist.
Radikal verändert worden sind die Piktogramme für die Brandklassen. Das geschah allerdings herstellerübergreifend, da diese mit den neuen Richtlinien ab 1978 nun einheitlich aussehen sollten.
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld GmbH & Co. - 4724 Wadersloh
Modelle:
GLORIA 6 kg-Pulver-Dauerdrucklöscher Typ PD 6 G Bj. 1980.
GLORIA Aufdruck 1983-1992
Herstellerangaben:
GLORIA-WERKE H. Schulte-Frankenfeld GmbH & Co. - 4724 Wadersloh
Modelle:
GLORIA 6 kg-Pulver-Dauerdrucklöscher Typ PD 6 G Bj. 1984.
©. Menzel 2020
Dienstag, 17. März 2020
Die private Vorsorge in Krisenzeiten
Ganz Deutschland befindet sich durch das CORONA-Virus seit dem 13. März 2020 in einem bis Dato nie dagewesenem Ausnahmezustand. Die Schulpflicht wurde aufgehoben, Schulen, Kitas, kulturelle Einrichtungen, Sportstätten, Bars und Kneipen sind geschlossen, die Bundesliga setzt aus - kurz: Das öffentliche und wirtschaftliche Leben steht weitgehend still - Shutdown! Um die Ausbreitung des Virus wirksam zu verlangsamen, wird es durch die Unvernunft diverser Personen sicherlich noch zu einer Ausgangssperre kommen aber auch so ist es eine völlig neue Situation und man kann zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht genau einschätzen, welche weitere Maßnahmen noch getroffen werden könnten und wie lange dieser Zustand letztendlich bestehen bleibt. In solchen Situationen ist es natürlich ratsam, Vorsorge zu treffen für den Fall, dass irgendetwas einmal nicht sofort zur Verfügung steht.
Am wichtigsten scheint dabei das Klopapier zu sein... schnell nochmal ohne Rüksicht auf die anderen 20 Packungen kaufen. Klar - wer vorhat, wochenlang Nudeln, Mehl und Konserven zu fressen, der wird sicherlich mehr Rollen verscheißen als jemand, der sich sinnvolle Nahrungsmittelvorräte anlegt. Sowas Beklopptes! Ehrlich, dass man drei bis vier Geschäfte anfahren muss, um seine ganz normalen Besorgungen zu machen - und dann trotzdem kein Klopapier und geriebenen Gouda bekommt! Da kann ich mich echt drüber ärgern!
So - zurück zum Thema: Was Ihr an Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs braucht, das wisst Ihr natürlich selbst am besten. Wenn man sich die Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe so durchliest, sollte man neben Fressalien (und Bier!) individuelle Medikamente, Schmerztabletten, Fiebersaft Verbandmaterial und dergleichen, Pampers, Tierfutter sowie sonstige, auf die Mitglieder der Familie abgestimmte Dinge auf Halde haben. Weiterhin wird dazu geraten, Batterien, Taschenlampen, Kerzen, sowie autarke Kochgelegenheiten wie Camping-Gaskocher vorzuhalten.
Auch das Thema Brandschutz steht auf der Liste mit folgenden Punkten:
Punkt 3 ist völliger Schrott, der in keiner Lebenslage zu empfehlen und gebrauchen ist und Punkt 5 hilft in der Regel auch nur präventiv an heißen und trockenen Sommertagen. Bei entsprechender Witterung sollte man sich ohnehin zweimal überlegen, ob man im Garten den Holzkohlegrill anschmeißt oder nicht. In jedem Falle sollte man dann passendes Equipment zur Hand haben, was sich am effektivsten durch den Gartenschlauch erweitern lässt. Und eine Einstellspritze gehört auch zum Luftschutz... das gibt es doch schon lange nicht mehr sowas.
Das, was Ihr braucht, ist ein wirksamer Feuerlöscher - vorzugsweise 6 l Schaum - und natürlich die gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder. Damit seid Ihr sowohl in Krisenzeiten, sowie auch im normalen Alltag bestens ausgerüstet.
Ansonsten: Wascht Eure Hände und vermeidet jeglichen unnötigen sozialen Kontakt.
Bleibt gesund
Euer Chris
©. Menzel 17.03.2020
Am wichtigsten scheint dabei das Klopapier zu sein... schnell nochmal ohne Rüksicht auf die anderen 20 Packungen kaufen. Klar - wer vorhat, wochenlang Nudeln, Mehl und Konserven zu fressen, der wird sicherlich mehr Rollen verscheißen als jemand, der sich sinnvolle Nahrungsmittelvorräte anlegt. Sowas Beklopptes! Ehrlich, dass man drei bis vier Geschäfte anfahren muss, um seine ganz normalen Besorgungen zu machen - und dann trotzdem kein Klopapier und geriebenen Gouda bekommt! Da kann ich mich echt drüber ärgern!
So - zurück zum Thema: Was Ihr an Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs braucht, das wisst Ihr natürlich selbst am besten. Wenn man sich die Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe so durchliest, sollte man neben Fressalien (und Bier!) individuelle Medikamente, Schmerztabletten, Fiebersaft Verbandmaterial und dergleichen, Pampers, Tierfutter sowie sonstige, auf die Mitglieder der Familie abgestimmte Dinge auf Halde haben. Weiterhin wird dazu geraten, Batterien, Taschenlampen, Kerzen, sowie autarke Kochgelegenheiten wie Camping-Gaskocher vorzuhalten.
Auch das Thema Brandschutz steht auf der Liste mit folgenden Punkten:
- Keller und Dachboden entrümpeln
- Feuerlöscher
- Löschspray
- Rauchmelder
- Garten- oder Autowaschschlauch
- Behälter für Löschwasser
- Wassereimer
- Kübelspritze oder Einstellspritze
Punkt 3 ist völliger Schrott, der in keiner Lebenslage zu empfehlen und gebrauchen ist und Punkt 5 hilft in der Regel auch nur präventiv an heißen und trockenen Sommertagen. Bei entsprechender Witterung sollte man sich ohnehin zweimal überlegen, ob man im Garten den Holzkohlegrill anschmeißt oder nicht. In jedem Falle sollte man dann passendes Equipment zur Hand haben, was sich am effektivsten durch den Gartenschlauch erweitern lässt. Und eine Einstellspritze gehört auch zum Luftschutz... das gibt es doch schon lange nicht mehr sowas.
Das, was Ihr braucht, ist ein wirksamer Feuerlöscher - vorzugsweise 6 l Schaum - und natürlich die gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder. Damit seid Ihr sowohl in Krisenzeiten, sowie auch im normalen Alltag bestens ausgerüstet.
Ansonsten: Wascht Eure Hände und vermeidet jeglichen unnötigen sozialen Kontakt.
Bleibt gesund
Euer Chris
©. Menzel 17.03.2020
Sonntag, 8. März 2020
Bereitstellung und Einsatz von Kohlendioxidlöschern in geschlossenen Räumen
Heute sprechen wir über die Bereithaltung und den Einsatz von Kohlendioxidlöschern in geschlossenen Räumen und fragen uns zunächst: Wo finden wir denn solche Geräte?
Kohlendioxidlöscher sind im Prinzip reine Sondergeräte und dienen, da sie rückstandsfrei löschen, vornehmlich dem Schutz empfindlicher, teurer und unentbehrlicher Technik. Ganz oben auf der Liste der Anwendungsbereiche stehen heutzutage Serverräume, Elektroverteilungen, Computeranlagen teure Maschinen, Labore und dergleichen. Kohlendioxidlöscher erzeugen eine Gaswolke, welche den Sauerstoff verdrängt und das Feuer erstickt. Dabei wird pro Kilogramm Kohlendioxid ein Volumen von 509 Litern Gas freigesetzt und genau das kann für den Löschenden gefährlich werden.
Früher war das völlig egal, da die Raumgröße wenn überhaupt nach Kubikmetern berechnet wurde - totaler Bockmist bei einem Gas wie Kohlendioxid, welches schwerer ist als Luft und den Raum von unten füllt. Was spielt es da für eine Rolle, wie hoch der Raum ist? Naja, das hat die DGUV vor nunmehr gut drei Jahren auch so festgestellt und kurzerhand die Vorschriften zum Schutz des Anwenders geändert. Ob da in den letzen Jahren schon öfter mal einer umgekippt ist beim Löschen oder ob einfach nur mal die alten Vorschriften auf den Prüfstand gestellt worden sind, kann ich nicht sagen. Ich habe zumindest noch nicht gehört, dass jemand bei der Benutzung eines Kohlendioxidlöschers erstickt ist, doch passieren kann das in zu kleinen Räumen tatsächlich.
Ab einer Konzentration von 8 % Vol. in der Atemluft wirkt Kohlendioxid tödlich und diese sind in kleinen Räumen insbesondere beim Löscheinsatz mit einem KS 5 schnell erreicht. Zur Erinnerung: ein solcher setzt 2.545 Liter Kohlendioxidgas frei und das reicht, um einen kleineren Raum zu fluten. Blöd, wenn man da selbst noch mit drin steht... Um eine Gefährdung des Benutzers auszuschließen, muss seit Anfang 2017 pro freigesetztem kg Kohlendioxid eine freie Grundfläche abzüglich Schränken und sonstigen Einbauten von mindestens 5,5 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass ein 2 kg-Kohlendioxidlöscher nur in Räumen von mindestens 11 Quadratmetern freier Grundfläche vorgehalten werden darf und ein 5 kg-Kohlendioxidlöscher nur in solchen mit einer freien Fläche von 27,5 Quadratmetern.
Sind die Räume kleiner, muss der Feuerlöscher vor dem Raum hängen und ein Löschangriff darf nur von außen durch den Türspalt erfolgen.
Quelle: DGUV
©. Menzel 2020
Kohlendioxidlöscher sind im Prinzip reine Sondergeräte und dienen, da sie rückstandsfrei löschen, vornehmlich dem Schutz empfindlicher, teurer und unentbehrlicher Technik. Ganz oben auf der Liste der Anwendungsbereiche stehen heutzutage Serverräume, Elektroverteilungen, Computeranlagen teure Maschinen, Labore und dergleichen. Kohlendioxidlöscher erzeugen eine Gaswolke, welche den Sauerstoff verdrängt und das Feuer erstickt. Dabei wird pro Kilogramm Kohlendioxid ein Volumen von 509 Litern Gas freigesetzt und genau das kann für den Löschenden gefährlich werden.
Früher war das völlig egal, da die Raumgröße wenn überhaupt nach Kubikmetern berechnet wurde - totaler Bockmist bei einem Gas wie Kohlendioxid, welches schwerer ist als Luft und den Raum von unten füllt. Was spielt es da für eine Rolle, wie hoch der Raum ist? Naja, das hat die DGUV vor nunmehr gut drei Jahren auch so festgestellt und kurzerhand die Vorschriften zum Schutz des Anwenders geändert. Ob da in den letzen Jahren schon öfter mal einer umgekippt ist beim Löschen oder ob einfach nur mal die alten Vorschriften auf den Prüfstand gestellt worden sind, kann ich nicht sagen. Ich habe zumindest noch nicht gehört, dass jemand bei der Benutzung eines Kohlendioxidlöschers erstickt ist, doch passieren kann das in zu kleinen Räumen tatsächlich.
Ab einer Konzentration von 8 % Vol. in der Atemluft wirkt Kohlendioxid tödlich und diese sind in kleinen Räumen insbesondere beim Löscheinsatz mit einem KS 5 schnell erreicht. Zur Erinnerung: ein solcher setzt 2.545 Liter Kohlendioxidgas frei und das reicht, um einen kleineren Raum zu fluten. Blöd, wenn man da selbst noch mit drin steht... Um eine Gefährdung des Benutzers auszuschließen, muss seit Anfang 2017 pro freigesetztem kg Kohlendioxid eine freie Grundfläche abzüglich Schränken und sonstigen Einbauten von mindestens 5,5 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass ein 2 kg-Kohlendioxidlöscher nur in Räumen von mindestens 11 Quadratmetern freier Grundfläche vorgehalten werden darf und ein 5 kg-Kohlendioxidlöscher nur in solchen mit einer freien Fläche von 27,5 Quadratmetern.
Sind die Räume kleiner, muss der Feuerlöscher vor dem Raum hängen und ein Löschangriff darf nur von außen durch den Türspalt erfolgen.
Quelle: DGUV
©. Menzel 2020
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