Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN Feuerlöscher - 6 kg Kohlendioxid
Typ: KS 6 S
Baujahr: 1984
Bauart: K 6 - Gaslöscher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 121/79
Inhalt: 6 kg Kohlendioxid
Treibmittel: 6 kg Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 60 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 13 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1983-1990
©. Menzel 2018
Freitag, 25. Januar 2019
GLORIA Kohlendioxidlöscher Typ KS 6 S Bj. 1988
Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN Feuerlöscher - 6 kg Kohlendioxid
Typ: KS 6 S
Baujahr: 1988
Bauart: K 6 - Gaslöscher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 121/79
Inhalt: 6 kg Kohlendioxid
Treibmittel: 6 kg Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 60 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 16 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1983-1990
©. Menzel 2018
DIN Feuerlöscher - 6 kg Kohlendioxid
Typ: KS 6 S
Baujahr: 1988
Bauart: K 6 - Gaslöscher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 121/79
Inhalt: 6 kg Kohlendioxid
Treibmittel: 6 kg Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 60 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 16 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1983-1990
©. Menzel 2018
GLORIA Kohlendioxidlöscher Typ KS 6 S Bj. 1981
Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN Feuerlöscher - 6 kg Kohlendioxid
Typ: KS 6 S
Baujahr: 1981
Bauart: K 6 - Gaslöscher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 121/79
Inhalt: 6 kg Kohlendioxid
Treibmittel: 6 kg Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 60 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 13 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1978-1981
©. Menzel 2018
DIN Feuerlöscher - 6 kg Kohlendioxid
Typ: KS 6 S
Baujahr: 1981
Bauart: K 6 - Gaslöscher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 121/79
Inhalt: 6 kg Kohlendioxid
Treibmittel: 6 kg Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 60 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 13 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1978-1981
©. Menzel 2018
GLORIA Kohlendioxidlöscher Typ KS 6 S Bj. 1980
Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN Feuerlöscher - 6 kg Kohlendioxid
Typ: KS 6 S
Baujahr: 1980
Bauart: K 6 - Gaslöscher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 121/79
Inhalt: 6 kg Kohlendioxid
Treibmittel: 6 kg Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 60 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 16 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1978-1983
©. Menzel 2018
DIN Feuerlöscher - 6 kg Kohlendioxid
Typ: KS 6 S
Baujahr: 1980
Bauart: K 6 - Gaslöscher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 121/79
Inhalt: 6 kg Kohlendioxid
Treibmittel: 6 kg Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 60 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 16 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1978-1983
©. Menzel 2018
GLORIA Pulverlöscher Typ P 12 Bj. 1959
Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN TROCKEN 12
Typ: P 12
Baujahr: 1959
Bauart: P 12 H - Aufladelöscher mit außenliegender Treibgasflasche
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 12/56
Inhalt: 12 kg BC-Pulver
Treibmittel: 300 g Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 18 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 20,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1959-1960
©. Menzel 2018
DIN TROCKEN 12
Typ: P 12
Baujahr: 1959
Bauart: P 12 H - Aufladelöscher mit außenliegender Treibgasflasche
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 12/56
Inhalt: 12 kg BC-Pulver
Treibmittel: 300 g Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 18 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 20,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1959-1960
©. Menzel 2018
Mittwoch, 23. Januar 2019
Report aus dem Museum: Der GLORIA P 6 K
Die GLORIA-WERKE hatten neben einigen nicht abstellbaren Aufladelöschern kurzzeitig auch einen nicht abstellbaren Dauerdrucklöscher vom Typ P 6 K im Programm, welchen wir uns in diesem Beitrag einmal genauer anschauen wollen. Ich habe diesen Löscher das erste Mal im Sommer 2003 bei einem Landmaschinenhandel in Wadersloh gesehen. Ich war damals Praktikant und bin losgeschickt worden, um irgendein Ersatzteil oder sowas zu besorgen und da stand er - als Türstopper.
Ich habe ihn zunächst für einen kaputten P 6 H oder P 6 D/GD gehalten, da es keinen Druckhebel gab. Gut dachte ich, den haben sie hier irgendwie kaputt gekriegt und wollen ihn noch sinnvoll weiterverwenden - warum nicht. Der Löscher war aber trotzdem merkwürdig und je länger ich hinsah, desto mehr kam ich zu dem Schluss, dass da nie ein Druckhebel drangehört hatte! Jetzt war ich doch in erheblichem Maße neugierig und da noch niemand im Raum war, um mich zu bedienen, ging ich mal näher ran. Ich machte einen halben Schritt hinter den Tresen und begutachtete die Armatur. Jetzt war es sicher - der Löscher war nicht kaputt sondern gehörte so! Mehr konnte ich aber nicht recherchieren, denn es kam jemand und wenn der Kunde schon hinterm Tresen steht, kommt das meistens nicht so gut.
Etwas verwirrt gab ich dann meine Bestellung auf und fragte im gleichen Atemzug, ob ich den Löscher da hinten denn wohl haben könnte - ich zeigte dabei unverhohlen in Richtung des Türstopper-Feuerlöschers. Ich erklärte, dass das eine alte Gurke sei, die nicht mehr unbedingt zum Löschen taugt, aber ich genau solche alten Feuerlöscher sammle. Ich garnierte meine Ausführung mit der Aussicht auf eine kleine Summe Bargeld, die ich dafür sofort aus meiner Tasche ziehen würde. Daraus wurde dann aber leider nix, was ich aber irgendwie schon geahnt hatte. Naja fragen kostet nix und wer nicht fragt, hat von vorn herein keine Chance auf Erfolg. Der Verkäufer wird mit Sicherheit gedacht haben "Was war das denn für ein Spinner???", was ich ihm nicht mal übel genommen hätte.
So machte ich mich wieder auf den auf den Weg, aber der neuartige Feuerlöscher ließ mich nicht los - was war das bloß für ein Ding und wie funktionierte der? Dass es ein Dauerdrucklöscher war, hatte ich sofort erkannt, aber dass er nicht abstellbar war, ahnte ich damals noch nicht. Dies war auch der Grund, warum mir das Funktionsprinzip auch noch nicht wirklich einleuchtete.
Eifrig machte ich mich daran, so einen Löscher aufzutreiben, doch es war vollkommen aussichtslos. Es gab ihn einfach nicht und obendrein wusste ich zu dem Zeitpunkt ja nichtmal die Typenbezeichnung. Ganze zehn Jahre hat es im Endeffekt gedauert, bis ich meinen ersten 1968er Typ P 6 K erwerben konnte! Zwischendurch hatte ich mit Hilfe der richtigen Freunde die Typenbezeichnung und auch die Funktionsweise in Erfahrung gebracht - ich sag es ja immer wieder: Gute Freunde und Sammlerkollegen sind unverzichtbar!
Damit auch Ihr versteht, wie der P 6 K funktioniert, habe ich diese faszinierende Konstruktion mal im Detail fotografiert. Das beste ist, dass ich ihn hierfür nicht einmal aufsägen musste... das wärs auch noch.. nene... auf gar keinen Fall! So einen PD kann man wohl mal durchsägen, aber nicht den P 6 K!
Zurück zum Text: Der komplette Armaturkopf besteht aus einem gepressten Stück Kunststoff, welcher über ein Messinggewinde mit dem Behälter verschraubt ist. Im Inneren befindet sich ein Steigrohr, welches vom Behälterboden hinauf führt und in diesem kleinen Nippel endet, den Ihr in der Mitte des Rahmens seht. Der Rahmen ringsherum sollte ihn vor mechanischen Beschädigungen schützen und den Pulverstrahl etwas lenken, aber zur Zielgenauigkeit kommen wir gleich noch.
Der Feuerlöscher wird nach dem Entsichern durch ein ruckartiges Hochziehen des Handgriffs betätigt. Der Griff ist hinten mit einer scharfen Schneide ausgestattet, welche beim Anheben niedergeht und den Plastiknippel wie eine Guillotine den Kopf des Delinquenten einfach abschneidet. Damit ist der unter Druck stehende Behälter geöffnet und das Pulver strömt über das Blasrohr aus. Nicht abstellbar bedeutet tatsächlich nicht abstellbar im Sinne von nicht abstellbar, denn eine Vorrichtung, um das Ganze zu unterbrechen, gibt es nämlich nicht. Einmal aktiviert spuckte er die ganzen 6 kg BC-Pulver aus und man konnte nichts weiter tun, als hilflos dabei zuzuschauen, wie alles um einen herum innerhalb von Sekunden in einer riesigen Pulverwolke verschwand. Verrückt, aber so war das damals!
Dauerdrucklöscher mit 6 kg Inhalt kamen erst in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre auf und waren ein wahrer Segen für alle Ölheizungsbesitzer. Die Feuerungsverordnungen* der einzelnen Bundesländer schrieben mittlerweile ab einer Menge von 5.000 l Heizöl einen 6 kg-Feuerlöscher** vor und so ein Dauerdrücker war um einiges günstiger, als die bis dahin ausschließlich verfügbaren Aufladelöscher. Zwar hat es mit dem P 6, dem Pn 6 S oder dem Pi 6 S etwas preisgünstigere, ebenfalls nicht abstellbare Geräte vornehmlich für diesen Zweck gegeben, mit dem Preis eines Dauerdrucklöschers konnten sie aber dennoch nicht mithalten - gute 30 bis 40 DM lagen dazwischen.
Von den abstellbaren Typen P 6 D/GD sowie dem P 6 H sind an Privatleute mit Ölheizung Unmengen verkauft worden, wogegen die Verkaufszahlen des P 6 K deutlich geringer gewesen sein müssen, denn sonst wäre er nicht so selten. Überdies scheint es ihn auch nur in den Jahren 1967 und 1968 gegeben zu haben. Etwa Mitte 1967 erfolgte die Zulassung und 1969 taucht er schon in keinem Prospekt mehr auf und ich schätze, dass dies einfach mit der schwierigen Handhabung zu begründen ist.
Hier links seht ihr die aufgedruckte Bedienungsanleitung, nach welcher man 1. die Düse auf den Brandherd richten, 2. den Griff hochreißen und 3. das Feuer von vorn beginnend löschen sollte. Ich habe mittlerweile schon viel Erfahrung im Umgang mit Feuerlöschern und ich schätze, dass diese Vorgehensweise von jemandem, der noch nie einen Feuerlöscher in der Hand hatte, niemals umzusetzen war. Den Griff hochzuklappen, erfordert schon Kraft, denn der Plastiknippel, der hierdurch abgeschnitten wird, besteht logischerweise aus recht dickem Kunststoff; immerhin muss er dem permanent anstehenden Druck von mindestens 15 bar standhalten.
Beim ruckartigen Hochdrücken verreißt man den Löscher schon automatisch und wenn der dann auf einmal loslegt, erschreckt man sich mit großer Wahrscheinlichkeit im ersten Moment etwas, denn der ist recht laut. Dabei verreißt man den Löscher wieder etwas weiter. Der erste, richtig wirkungsvolle Schuss geht schonmal daneben und ein nachträgliches Korrigieren ist sehr wahrscheinlich gar nicht richtig möglich, da man sich mittlerweile inmitten einer dichten Pulverwolke befindet, die einem Sicht, Atem und dadurch sämtliche Orientierung nimmt.
Kurz und klein: Die ganze Bude war vollgepulvert, aber das Feuer unter Umständen gar nicht gelöscht; obwohl: bei einem derartigen Schrotflinteneffekt, wo wirklich die ganze Raumluft durchsetzt wurde mit Pulver, konnte bestimmt in einigen Fällen eine löschwirksame Menge durch den Sog des Feuers zum Brandherd gelangen und diesen löschen, obwohl man gar nicht getroffen hatte. Ist natürlich abhängig von der Größe des Brandherdes usw. und prinzipiell nur so ein Gedanke, aber möglich wäre es. Löschpulver ist echt verblüffend.
Naja - die Handhabung war also nicht ganz ohne und ich vermute, dass der P 6 K aufgrund dessen recht schnell wieder eingestampft wurde. Heute ist er relativ schwierig zu bekommen und es hat noch weitere 5 Jahre gedauert, bis ich auch ein 1967er Modell bekam - makellos und in bestem Zustand. Hing 52 Jahre gut geschützt und nie berührt in einem Keller. Als ich ihn bekam habe ich sofort den Betriebsdruck kontrolliert - volle 15 bar waren noch drauf.
Ihr fragt Euch jetzt bestimmt, was an dem 67er anders ist als an dem 68er... es ist die Sicherung, sonst nichts.
Ich hoffe, Ihr fandet die Geschichte Interessant und wenn Ihr mal so einen P 6 K bei Euch finden solltet: seid vorsichtig damit! Die sind so dicht und gut gebaut, dass sie auh nach 50 Jahren noch Druck haben können und was passiert, wenn man da aus Jux mit rumspielt, könnt Ihr in diesem Youtube-Video mal sehen... Eine Katastrophe, ehrlich! Der Schaden ist bestimmt immens!
* Seit 2003 ist ein Feuerlöscher bei Ölheizungen nach der Feuerungsverordnung nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Aus Versicherungsgründen und des Selbstschutzes im Falle eines Defekts solltet Ihr jedoch weiterhin einen Feuerlöscher vorhalten. Ruhig weiter einen Pulverlöscher, denn der ist im Falle eines Brandes in der Heizung das richtige Werkzeug. Für die Wohnbereiche empfehle ich allerdings dringend Schaum!
** Spätestens ab 1977 musste ein ABC-Pulverlöscher vorgehalten werden. Damit waren die einfachen BC-Geräte nicht mehr ausreichend und hierin ist bestimmt auch ihr starker Rückgang zum Ende der 1970er Jahre zu sehen.
©. Menzel 2018
Ich habe ihn zunächst für einen kaputten P 6 H oder P 6 D/GD gehalten, da es keinen Druckhebel gab. Gut dachte ich, den haben sie hier irgendwie kaputt gekriegt und wollen ihn noch sinnvoll weiterverwenden - warum nicht. Der Löscher war aber trotzdem merkwürdig und je länger ich hinsah, desto mehr kam ich zu dem Schluss, dass da nie ein Druckhebel drangehört hatte! Jetzt war ich doch in erheblichem Maße neugierig und da noch niemand im Raum war, um mich zu bedienen, ging ich mal näher ran. Ich machte einen halben Schritt hinter den Tresen und begutachtete die Armatur. Jetzt war es sicher - der Löscher war nicht kaputt sondern gehörte so! Mehr konnte ich aber nicht recherchieren, denn es kam jemand und wenn der Kunde schon hinterm Tresen steht, kommt das meistens nicht so gut.
Etwas verwirrt gab ich dann meine Bestellung auf und fragte im gleichen Atemzug, ob ich den Löscher da hinten denn wohl haben könnte - ich zeigte dabei unverhohlen in Richtung des Türstopper-Feuerlöschers. Ich erklärte, dass das eine alte Gurke sei, die nicht mehr unbedingt zum Löschen taugt, aber ich genau solche alten Feuerlöscher sammle. Ich garnierte meine Ausführung mit der Aussicht auf eine kleine Summe Bargeld, die ich dafür sofort aus meiner Tasche ziehen würde. Daraus wurde dann aber leider nix, was ich aber irgendwie schon geahnt hatte. Naja fragen kostet nix und wer nicht fragt, hat von vorn herein keine Chance auf Erfolg. Der Verkäufer wird mit Sicherheit gedacht haben "Was war das denn für ein Spinner???", was ich ihm nicht mal übel genommen hätte.
Eifrig machte ich mich daran, so einen Löscher aufzutreiben, doch es war vollkommen aussichtslos. Es gab ihn einfach nicht und obendrein wusste ich zu dem Zeitpunkt ja nichtmal die Typenbezeichnung. Ganze zehn Jahre hat es im Endeffekt gedauert, bis ich meinen ersten 1968er Typ P 6 K erwerben konnte! Zwischendurch hatte ich mit Hilfe der richtigen Freunde die Typenbezeichnung und auch die Funktionsweise in Erfahrung gebracht - ich sag es ja immer wieder: Gute Freunde und Sammlerkollegen sind unverzichtbar!
Damit auch Ihr versteht, wie der P 6 K funktioniert, habe ich diese faszinierende Konstruktion mal im Detail fotografiert. Das beste ist, dass ich ihn hierfür nicht einmal aufsägen musste... das wärs auch noch.. nene... auf gar keinen Fall! So einen PD kann man wohl mal durchsägen, aber nicht den P 6 K!
Zurück zum Text: Der komplette Armaturkopf besteht aus einem gepressten Stück Kunststoff, welcher über ein Messinggewinde mit dem Behälter verschraubt ist. Im Inneren befindet sich ein Steigrohr, welches vom Behälterboden hinauf führt und in diesem kleinen Nippel endet, den Ihr in der Mitte des Rahmens seht. Der Rahmen ringsherum sollte ihn vor mechanischen Beschädigungen schützen und den Pulverstrahl etwas lenken, aber zur Zielgenauigkeit kommen wir gleich noch.
Der Feuerlöscher wird nach dem Entsichern durch ein ruckartiges Hochziehen des Handgriffs betätigt. Der Griff ist hinten mit einer scharfen Schneide ausgestattet, welche beim Anheben niedergeht und den Plastiknippel wie eine Guillotine den Kopf des Delinquenten einfach abschneidet. Damit ist der unter Druck stehende Behälter geöffnet und das Pulver strömt über das Blasrohr aus. Nicht abstellbar bedeutet tatsächlich nicht abstellbar im Sinne von nicht abstellbar, denn eine Vorrichtung, um das Ganze zu unterbrechen, gibt es nämlich nicht. Einmal aktiviert spuckte er die ganzen 6 kg BC-Pulver aus und man konnte nichts weiter tun, als hilflos dabei zuzuschauen, wie alles um einen herum innerhalb von Sekunden in einer riesigen Pulverwolke verschwand. Verrückt, aber so war das damals!
Dauerdrucklöscher mit 6 kg Inhalt kamen erst in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre auf und waren ein wahrer Segen für alle Ölheizungsbesitzer. Die Feuerungsverordnungen* der einzelnen Bundesländer schrieben mittlerweile ab einer Menge von 5.000 l Heizöl einen 6 kg-Feuerlöscher** vor und so ein Dauerdrücker war um einiges günstiger, als die bis dahin ausschließlich verfügbaren Aufladelöscher. Zwar hat es mit dem P 6, dem Pn 6 S oder dem Pi 6 S etwas preisgünstigere, ebenfalls nicht abstellbare Geräte vornehmlich für diesen Zweck gegeben, mit dem Preis eines Dauerdrucklöschers konnten sie aber dennoch nicht mithalten - gute 30 bis 40 DM lagen dazwischen.Von den abstellbaren Typen P 6 D/GD sowie dem P 6 H sind an Privatleute mit Ölheizung Unmengen verkauft worden, wogegen die Verkaufszahlen des P 6 K deutlich geringer gewesen sein müssen, denn sonst wäre er nicht so selten. Überdies scheint es ihn auch nur in den Jahren 1967 und 1968 gegeben zu haben. Etwa Mitte 1967 erfolgte die Zulassung und 1969 taucht er schon in keinem Prospekt mehr auf und ich schätze, dass dies einfach mit der schwierigen Handhabung zu begründen ist.
Hier links seht ihr die aufgedruckte Bedienungsanleitung, nach welcher man 1. die Düse auf den Brandherd richten, 2. den Griff hochreißen und 3. das Feuer von vorn beginnend löschen sollte. Ich habe mittlerweile schon viel Erfahrung im Umgang mit Feuerlöschern und ich schätze, dass diese Vorgehensweise von jemandem, der noch nie einen Feuerlöscher in der Hand hatte, niemals umzusetzen war. Den Griff hochzuklappen, erfordert schon Kraft, denn der Plastiknippel, der hierdurch abgeschnitten wird, besteht logischerweise aus recht dickem Kunststoff; immerhin muss er dem permanent anstehenden Druck von mindestens 15 bar standhalten.Beim ruckartigen Hochdrücken verreißt man den Löscher schon automatisch und wenn der dann auf einmal loslegt, erschreckt man sich mit großer Wahrscheinlichkeit im ersten Moment etwas, denn der ist recht laut. Dabei verreißt man den Löscher wieder etwas weiter. Der erste, richtig wirkungsvolle Schuss geht schonmal daneben und ein nachträgliches Korrigieren ist sehr wahrscheinlich gar nicht richtig möglich, da man sich mittlerweile inmitten einer dichten Pulverwolke befindet, die einem Sicht, Atem und dadurch sämtliche Orientierung nimmt.
Kurz und klein: Die ganze Bude war vollgepulvert, aber das Feuer unter Umständen gar nicht gelöscht; obwohl: bei einem derartigen Schrotflinteneffekt, wo wirklich die ganze Raumluft durchsetzt wurde mit Pulver, konnte bestimmt in einigen Fällen eine löschwirksame Menge durch den Sog des Feuers zum Brandherd gelangen und diesen löschen, obwohl man gar nicht getroffen hatte. Ist natürlich abhängig von der Größe des Brandherdes usw. und prinzipiell nur so ein Gedanke, aber möglich wäre es. Löschpulver ist echt verblüffend.
Naja - die Handhabung war also nicht ganz ohne und ich vermute, dass der P 6 K aufgrund dessen recht schnell wieder eingestampft wurde. Heute ist er relativ schwierig zu bekommen und es hat noch weitere 5 Jahre gedauert, bis ich auch ein 1967er Modell bekam - makellos und in bestem Zustand. Hing 52 Jahre gut geschützt und nie berührt in einem Keller. Als ich ihn bekam habe ich sofort den Betriebsdruck kontrolliert - volle 15 bar waren noch drauf.
Ihr fragt Euch jetzt bestimmt, was an dem 67er anders ist als an dem 68er... es ist die Sicherung, sonst nichts.
Ich hoffe, Ihr fandet die Geschichte Interessant und wenn Ihr mal so einen P 6 K bei Euch finden solltet: seid vorsichtig damit! Die sind so dicht und gut gebaut, dass sie auh nach 50 Jahren noch Druck haben können und was passiert, wenn man da aus Jux mit rumspielt, könnt Ihr in diesem Youtube-Video mal sehen... Eine Katastrophe, ehrlich! Der Schaden ist bestimmt immens!
* Seit 2003 ist ein Feuerlöscher bei Ölheizungen nach der Feuerungsverordnung nicht mehr zwingend vorgeschrieben. Aus Versicherungsgründen und des Selbstschutzes im Falle eines Defekts solltet Ihr jedoch weiterhin einen Feuerlöscher vorhalten. Ruhig weiter einen Pulverlöscher, denn der ist im Falle eines Brandes in der Heizung das richtige Werkzeug. Für die Wohnbereiche empfehle ich allerdings dringend Schaum!
** Spätestens ab 1977 musste ein ABC-Pulverlöscher vorgehalten werden. Damit waren die einfachen BC-Geräte nicht mehr ausreichend und hierin ist bestimmt auch ihr starker Rückgang zum Ende der 1970er Jahre zu sehen.
©. Menzel 2018
Mittwoch, 16. Januar 2019
Report aus dem Museum: "Light-Water®" und der GLORIA Wi 10 LW
Mitte der 1970er Jahre brachten die GLORIA-WERKE mit dem Typ Wi 10 LW einen Schaumlöscher auf den Markt, der mit einem völlig neuartigen und äußerst effektiven AFFF-Schaummittel (A3F, Aqueous Film Forming Foam, zu Deutsch "wasserfimbildendes Schaummittel") namens "Light-Water®"*arbeitete. Im Gegensatz zu den bis dahin verwendeten synthetischen MB-Schaummitteln und denen auf Proteinbasis besaß das "Light-Water®" die Fähigkeit, auf der Oberfläche von brennbaren Flüssigkeiten - vor allem bei Kraftstoffen auf Erdölbasis - einen dünnen, schwimm- und widerstandsfähigen sowie gasdichten "Wasserfilm" zu bilden, welcher gleich für einen doppelt erstickenden Löscheffekt sorgte. So wurde zum Einen die Sauerstoffzufuhr abgeschnitten und zum Anderen ein weiteres Aufsteigen brennbarer Dämpfe unterbunden. Hierdurch war der Löscheffekt auch bei noch heißen Flüssigkeiten oberhalb der Zündtemperatur nachhaltig und die Gefahr einer Rückzündung bei geschlossener Filmdecke ausgeschlossen. Das "Light-Water®" fand überwiegend in Tanklöschfahrzeugen und stationären Anlagen dort Anwendung, wo große Mengen Treibstoff in Brand geraten konnten. Zu den Haupteinsatzorten zählten daher Flughäfen, Raffinerien, Tanklager, Häfen, Hydrierwerke und Betriebe der Petrochemie.In Handfeuerlöschern vom Typ Wi 10 LW wurde das "Light-Water®" ab 1975 eingesetzt. So wie alle anderen Nasslöscher wurde auch der Wi 10 LW ungefüllt geliefert, d.h. Füllung und Endmontage erfolgten durch den Kundendienst vor Ort. Gemäß der jedem Gerät beiliegenden Füllanleitung wurden 9,3 l lauwarmes Wasser und 0,7 l "Light-Water®"-Konzentrat in den Edelstahlbehälter gefüllt und durch gleichmäßiges rühren vermischt. Danach wurde der Feuerlöscher zusammengesetzt und war alsdann einsatzbereit.
Die Mischung von Wasser und Konzentrat erfolgte wahrscheinlich erst deshalb beim Kunden, da das Löschmittel im gebrauchsfertigen Zustand seine Wirkung schon nach nur 2-3 Jahren verlor. Es musste daher auch bei jeder Instandhaltung spätestens alle 2 Jahre gewechselt werden.
Das Konzentrat an sich ist unter Sauerstoffabschluss scheinbar ewig haltbar. GLORIA gab für das jedem Wi 10 LW beiliegende Gebinde eine Lagerfähigkeit von maximal 8 Jahren an, doch das Konzentrat in der Flasche hier links im Bild ist schon 40 Jahre alt und noch völlig klar. Sensationell! Unter Einwirkung von Sauerstoff wechselte die Farbe des Konzentrats nach etwa 10 Jahren in ein tiefes braun und das Zeug sah dann aus wie Bratensoße. Hab ich in alten Kartuschen aus den ersten SKK-Geräten schon gesehen, die 10 Jahre und älter waren. In Mischung mit Wasser kippte das Ganze aber wesentlich schneller und das einst klare Gemisch verwandelte sich zu einer milchig-trüben Brühe, deren Bestandteile nach und nach ausfällten und sich am Boden ablagerten. Habe ich auch schon bei SKK-Geräten gesehen, bei denen die Kartusche nach dem Wiederbefüllen nicht dicht war und das LW100 schon vorzeitig in das Wasser gelaufen ist.Die Wi 10 LW habe ich in meiner Karriere als Sachkundiger und Prüfer natürlich nicht mehr zu Gesicht bekommen, dafür sind sie schon viel zu alt, doch kenne ich das umgekippte Fertiggemisch noch vom S 2 LW, der anfangs eine Mischung aus LW100 und Wasser enthielt. Das "Light-Water®" wird seit etwa 2004 nicht mehr in Feuerlöschern eingesetzt.
Der GLORIA Wi 10 LW ist ein wirklich einzigartiger Feuerlöscher, den viele gerne hätten, aber den es einfach nicht mehr gibt. Der Wi 10 LW war naturgemäß schon sehr selten und wurde als ein spezieller Sonderlöscher ohnehin schon in wesentlich geringeren Stückzahlen ausgegeben, als z.B. der Dauerläufer vom Typ Pi. Zudem kostete er exorbitant viel Geld! Wer 1975 solch ein Schmuckstück erwerben wollte, musste knapp 310,00 DM plus MwSt. auf den Tisch des Hauses legen, das weiß ich aus einem alten Werbeprospekt. Das war natürlich Mitte der 1970er Jahre schon ein ganz schön Häufchen Kies und in etwa das Dreifache der Summe, die ein vergleichbarer, wenn nicht sogar leistungsstärkerer Pulverlöscher gekostet hat. Der hohe Preis kam zu einem gewissen Teil bestimmt auch durch den Löschmittelbehälter zustande, denn der war nicht wie üblich aus Stahlblech sondern aus Edelstahl. Man war sich wohl nicht so ganz sicher, ob beschichtetes oder feuerverzinktes Stahlblech dauerhaft halten würde und um hier kein Risiko einzugehen, nahm man eben gleich rostfreien Edelstahl.
Das wirklich teure war aber dann doch das "Light-Water®" und wie wir schon gelesen haben, musste dies auch noch alle zwei Jahre gewechselt werden. So gesellten sich zu dem exorbitanten Anschaffungspreis auch noch hohe Unterhaltskosten, wodurch der Wi 10 LW wirtschaftlich gesehen eine totale Katastrophe war. Daraus kann man ableiten: Wer den Wi 10 LW nicht unbedingt brauchte, der kaufte ihn auch nicht. Zudem waren Schaumlöscher in den 1970er Jahren kaum bekannt und ein regelrechtes Nischenprodukt.
Tja - wer schaffte sich nun solch einen Wi 10 LW an? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht. Ich kann keine hieb- und stichfesten Angaben darüber geben, wo solch ein Löscher auf jeden Fall immer eingesetzt wurde. Es müssen auf jeden Fall Bereiche gewesen sein, in denen brennbare Stoffe der Brandklassen A und B vorkamen, aber wo ein Kohlensäurelöscher nicht ausgereicht hätte. UND: Es durfte im Falle eines Löscheinsatzes auf gar keinen Fall zu irgendeiner gebäudeübergreifenden Sauerei kommen, denn sonst hätte man ja auch auf Pulver zurückgreifen können.
Man denkt jetzt vielleicht an Krankenhäuser und Apotheken, aber genau da wäre er fach eingesetzt gewesen. Die Hauptgefahr in medizinischen Laboren geht von brennbaren Alkoholen aus und genau das hat sich mit dem herkömmlichen AFFF nicht vertragen. Alkohol löste den Schaumfilm auf und der Löscheffekt war gleich null. Hierfür gibt es spezielle APS-Schaumlöscher, doch dass so etwas im Wi 10 LW eingesetzt worden ist, ist mir nicht bekannt. Ich habe auch schon viele original Ausstattungsplänen von Krankenhäusern aus den 1970er Jahren gesehen und dort stand schwarz auf weiß, dass samt und sonders K6 und K1,5 vorgehalten wurden.
Von einem Kollegen weiß ich allerdings, dass vor gut 40 Jahren solche Modelle in einem Chemiewerk angeschafft worden sind, die er selbst Instand gehalten vor etwa knapp 20 Jahren auch ausgesondert hat. Da haben wir es. Ein Chemielabor
Ich hatte mich über die Jahre schon fast damit abgefunden, so einen Wi 10 LW niemals mein Eigen nennen zu können, doch das Schicksal meinte es sehr gut mit mir, denn das Blättchen wendete sich mit meiner Fahrt nach Leonberg. Hier erstand ich die letzten Restbestände des ehemaligen Stuttgarter GLORIA Verkaufsbüros und Werkslagers St. Florian und neben allerlei anderer Kostbarkeiten war eben auch der Wi 10 LW dabei; und das in OVP - ungefüllt und noch nie montiert! Neben dem Edelstahlbehälter enthielt der Karton den Schlauch, eine Blei-Platzscheibe, einen Wandhalter, die Füllanleitung und die eben schon gesehene 0,7 l Schaum-Konzentrat-Flasche. Das war wirklich etwas ganz besonderes, denn man muss sich mal folgendes vorstellen: So einen Wi 10 LW gibt es einfach nicht mehr, der liegt auch nicht mehr irgendwo im Keller und als Sammler würde man sich wahrscheinlich auch mit einem abgerockten Modell zufrieden geben. Aber selbst das gibt es nicht mehr. Die wenigen, die es wirklich auf dem Markt gab, sind längst schon verschrottet worden. Ich sammle seit nun etwa 30 Jahren und noch niemals habe ich einen solchen Wi 10 LW gesehen, weder irgendwo in freier Wildbahn noch irgendwo anders. Dass man dann in heutiger Zeit ein 40 Jahre altes, nagelneues Gerät in OVP bekommt und einem die große Ehre zuteil weit, dieses auch als erster nach 40 Jahren zusammenzubauen - ungefüllt natürlich - dass glaubt einem doch kein Mensch. Es ist wirklich nicht zu fassen aber tatsächlich wahr.Und alle die, die jetzt denken: "Mensch, das kann der doch nicht aus dem Karton nehmen und zusammenbauen... das muss OVP bleiben!" kann ich beruhigen, denn ich habe noch einen. OVP im original zugetackerten Karton. Der bleibt auch so, wie er ist.
*"Light-Water®" ist der Markenname des Herstellers 3M.
©. Menzel 2018
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