Mittwoch, 23. November 2016

Starkregen und Sturzfluten

Extreme Wetterlagen mit sehr starken Niederschlägen treten auch in unseren Breiten in den letzten Jahren immer häufiger auf. Selbst kleine Bachläufe verwandeln sich dann manchmal in reißende Fluten. Mit einem Rückgang solcher Starkregenereignisse ist nicht zu rechnen.
Einsätze bei derartigen Wettersituationen und ihren Folgen sind stets eine besondere Herausforderung für die Hilfsorganisationen. Nicht nur die Wasserfluten selbst, sondern daraus entstehende Schlammlawinen, Erdrutsche oder Verklausungen führen zu immer neuen Gefahrensituationen. Die ständige Änderung der Lage erfordert ein hohes Maß an Improvisationsvermögen und Flexibilität. Um jedoch im Ernstfall klug improvisieren zu können, bedarf es einer ausführlichen Auseinandersetzung mit dem Szenario, und zwar rechtzeitig. Dies gilt insbesondere für die Führungskräfte.
Ralf Beyer stellt Feuerwehren mit seinem Buch Starkregen und Sturzfluten einen komprimierten Leitfaden zur Verfügung, der die Vorbereitung auf Sturzfluten-Einsätze so einfach wie möglich macht.
Der Leser erfährt alles Wesentliche rund um Einsätze bei Sturzfluten, u.a. Besonderheiten bei Lagebeurteilung, Führungsorganisation, Einsatztaktik, Organisation der Einsatzstelle, aber auch Rückzugskriterien, Einsatzmaßnahmen an Gebäuden, Krisenkommunikation mit Betroffenen etc.
Zahlreiche Fotos und schematische Zeichnungen verdeutlichen die jeweilige Einsatzsituation. Wichtige Hinweise sind darüber hinaus grafisch hervorgehoben und bleiben so leichter im Gedächtnis haften.


Ralf Beyer
Starkregen und Sturzfluten
2016, Softcover, 64 Seiten
ecomed SICHERHEIT, ecomed-Storck GmbH
Preis: EUR 19,99
ISBN 978-3-609-69622-5
Direkt zum Produkt:




Pressekontakt

Gerlinde Stanglmeier, Tel. 08191-125-571, Fax 08191-125-526

E-Mail: g.stanglmeier@ecomed-storck.de

www.ecomed-storck.de




Zum Abdruck frei. Bitte senden Sie Ihre Rezensionsbelege an:
ecomed-Storck GmbH
Frau Gerlinde Stanglmeier
Justus-von-Liebig-Str. 1
86899 Landsberg


Mit der Anforderung des Rezensionsexemplars stimmen Sie zu, dass ecomed-Storck GmbH Auszüge und Zitate aus Ihrer Besprechung zu Werbezwecken verwenden kann.




Über den Verlag
ecomed SICHERHEIT ist eine Marke des Unternehmens ecomed-Storck GmbH, das zur Mediengruppe Süddeutscher Verlag GmbH gehört. Vor allem in den Bereichen Gefahrgut und Feuerwehr zählt ecomed SICHERHEIT zu den führenden deutschsprachigen Verlagen. Das vielschichtige Verlagsprogramm orientiert sich am Motto „Wissen schafft Sicherheit“. Sowohl Einsteiger wie auch Experten finden bei ecomed SICHERHEIT für sie maßgeschneiderte Informationen. Im Fokus stehen dabei die spezifischen Gefahren, Tätigkeiten und Informationsbedürfnisse in den Bereichen Arbeitssicherheit, Gefahrgut, Gefahrstoffe/Chemie, Feuerwehr/Brandschutz, Ladungssicherung und betrieblicher Umweltschutz.
Neben einer breiten Palette an Loseblattwerken, Büchern, anschaulichen Wandtafeln und Faltkarten publiziert ecomed SICHERHEIT Schulungsunterlagen und elektronische Profi-Lösungen in Form von eBooks, CD-ROMs, DVDs, eLearning-Programmen, Online-Produkten – bis hin zu maßgefertigten Fachinhalts-Datenbanken.

Praktische Hilfe für eine korrekte Brandschutzordnung nach DIN 14096

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Unternehmer für alle Arbeitsstätten eine Brandschutzordnung erstellen und stets auf aktuellem Stand halten müssen. In der Regel delegiert der Unternehmer das Erstellen an einen Brandschutzbeauftragten. Eine Brandschutzordnung beinhaltet in kurzen und verständlichen Sätzen die wichtigsten Maßnahmen zur Brandverhütung sowie für den Brandfall.
Die Brandschutzordnung gilt sowohl für Besucher als auch für Mitarbeiter in Gebäuden. Eine Brandschutzordnung kann aus drei verschiedenen Teilen bestehen. Teil A richtet sich an alle Personen, die sich im Gebäude aufhalten. Der Teil besteht in der Regel aus nicht mehr als einer DIN A4-Seite und ist an mehreren Stellen sichtbar ausgehängt. Er enthält die wichtigsten Maßnahmen und Verhaltensregeln für den Brandfall. Teil B richtet sich vor allem an die Mitarbeiter im Gebäude. Der Teil enthält wichtige Regeln zur Verhinderung der Brand- und Rauchausbreitung, zur Freihaltung der Flucht- und Rettungswege, aber auch zum Verhalten im Brandfall. Teil B wird allen Mitarbeitern in schriftlicher Form ausgehändigt. Teil C richtet sich an die Mitarbeiter, die mit Brandschutzaufgaben betraut sind, wie z.B. Brandschutzbeauftragter, Brandschutzhelfer oder Evakuierungshelfer. In diesem Teil sind u. a. die Aufgaben der einzelnen Funktionen beschrieben.
Eine Brandschutzordnung für einen Betrieb oder eine öffentlichen Einrichtung wird immer individuell nach den notwendigen Brandschutzmaßnahmen erstellt, die sich anhand der Nutzung, den Gefahren oder aufgrund von speziellen Personengruppen (z.B. Behinderten) ergeben. Dennoch gibt es Grundsätze, die immer zu beachten sind. Mit dem Erstellen und dem Aushängen der Brandschutzordnung beschäftigt sich die DIN 14096.
Das neue Medienpaket aus dem Verlag ecomed SICHERHEIT, bestehend aus Buch, CD-ROM und Download-Code, leistet jedem für die Erstellung der Brandschutzordnung Verantwortlichen wertvolle Hilfestellung. Eine Musterbrandschutzordnung für ein konkretes Beispielobjekt zeigt, wie eine korrekte Brandschutzordnung ausgearbeitet sein kann. Besonders wertvoll sind die Checklisten, die dabei helfen, alles Nötige zu berücksichtigen. Mustervorlagen liefern ein Grundgerüst und gute Formulierungen. Ein Berechnungstool rechnet aus, wie viele Löscheinheiten für welche Flächen nötig sind.

Klaus Meding
Brandschutzordnung nach DIN 14096
Medienpaket für den professionellen Brandschutz
2016, Hardcover + CD-ROM + Download-Code, 104 Seiten
ecomed SICHERHEIT, ecomed-Storck GmbH
EUR 99,99
ISBN 978-3-609- 69814-4
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Sonntag, 20. November 2016

GLORIA TROCKENLÖSCHER DIN TROCKEN 9 alter Bauart Bj. 1953

Hersteller: H. SCHULTE-FRANKENFELD (GLORIA)
DIN TROCKEN 9
Typ: -
Baujahr: 1953
Bauart: P 9 H - Aufladelöscher mit außenliegender Treibgasflasche
Inhalt: 9 kg BC-Pulver
Treibmittel: 600 g Kohlendioxid
Gewicht des gefüllten Geräts: 14,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1952 - 53


Geschichte:
Mit dem GLORIA DIN TROCKEN 9 Bj. 1953 haben wir hier einen sehr, sehr seltenen Feuerlöscher, welcher nicht nur zu den seltensten Modellen aus dem Hause GLORIA, sondern auch zu einem der seltensten Feuerlöscher überhaupt zählen dürfte.
Der GLORIA DIN TROCKEN 9 ist ein Feuerlöscher alter Bauart, welcher die Pulverdüse in Form eines Trichters noch am Behälterboden besitzt.
Feuerlöscher dieser Größe und Bauart* sind gerade von GLORIA besonders selten, da diese Modelle an sich typische Vorkriegsgeräte nach der 1941 in Kraft getretenen DIN 14032 sind. Die heutige GLORIA GmbH wurde jedoch erst im August 1945 gegründet und ließ diesen Typ Löscher im Jahre 1952 unter der damals erst seit kurzem bestehenden DIN 14406 Teil 1 quasi nochmal neu zu (P1 - 17/52 und P1 - 18/52).

*Übliche Baumustergrößen der Vorkriegszeit sahen nach der DIN 14032 Feuerlöscher mit 4 kg, 5 kg, 7 kg und eben 9 kg vor.

Ich habe immer vermutet, dass es diesen Typen gegeben haben könnte, doch da ich in 30 Jahren noch niemals einen gesehen hatte - weder im Original, noch im Prospekt - war ich mir über die tatsächliche Existenz eines solchen Gerätes doch nicht so ganz einig. Das "muss ja" ging über die Jahre und Jahrzehnte von einem "könnte" zu einem sicheren "vielleicht" über, sodass man irgendwann selbst nicht mehr dran geglaubt hat, ein solches Modell mal irgendwie irgendwo zu finden. 
Doch hier ist nun der leibhaftige Beweis im Original und das ist SENSATIONELL!

Die Beschriftung erscheint ganz im klassischen GLORIA-Stil der frühen 1950er Jahre mit einem rot-weiß umrandeten Aufdruck von blass- bzw. hellgrüner Grundfarbe. Das berühmte GLORIA-Signet mit der Inschrift "Für jeden Brand - GLORIA - Handfeuerlöscher" befindet sich mittig an der Spitze des Aufdrucks. Unter diesem erscheint in übergroßer, weißer, mit schwarzen Schlagschatten versehenen Buchstaben die Bezeichnung "TROCKENLÖSCHER".
Das rechteckige Feld mit abgerundeten Kanten darunter enthält noch nicht die Typenbezeichnung wie bei den Nachfolgermodellen, sondern die Bauartbezeichnung. DIN TROCKEN 9.
Die Bedienungsanleitung wird mit Ausnahme der Überschrift "An der Brandstelle" in schwarz dargestellt, die Herstellerangaben erscheinen hingegeben wieder in weiß. Die bildliche Darstellung des Löschvorgangs ist detailgetreu und zeitgenössisch im Gesamtkonzept integriert.
"GLORIA" war 1952/53 noch keine eingetragene Wortmarke, weswegen in den Herstellerangaben noch "H. SCHULTE-FRANKENFELD - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik" angegeben wird und nicht das allseits bekannte GLORIA-WERK bzw. die GLORIA-WERKE.

Jetzt kommt das, was mein Herz als GLORIA-Fan, -Fanatiker und -Sammler wirklich höher schlagen lässt und mir doch glatt die eine oder andere Freudenträne ins Auge treibt: "GÜTERSLOH i. W."!

Ja, ganz richtig! Der Firmensitz wird nicht mit Wadersloh angegeben, sondern mit Gütersloh!
Die heutige GLORIA GmbH wurde im Augtust 1945 in Gütersloh gegründet und dort ist natürlich auch die ersten Jahre ab 1949 produziert worden. Die Standortverlagerung an den heutigen Hauptsitz in der Diestedder Str. 39 in Wadersloh erfolgte erst 1952.
Dieser Behälter wurde sehr wahrscheinlich noch in den alten Produktionsstätten gefertigt und ist dann mit in die neuen Räumlichkeiten nach Wadersloh umgezogen, von wo aus er dann im Oktober 1953 seinen Weg in die weite Welt (Köln) angetreten hat.
Heute noch GLORIA-Löscher aus Gütersloher Fertigung zu bekommen, ist nahezu unmöglich!



Kommen wir nu zu den technischen Raffinessen dieses Typs. Befeuert wurde der DIN TROCKEN 9 mit der heute unglaublichen Menge von 600 g Kohlendioxid und die Entladung erfolgte nach dem sog. Injektorprinzip - einer Funktionsweise, die sich ganz erheblich von jener der neuzeitlichen Feuerlöscher unterscheidet.
Wie auf dem Bild links zu sehen ist, besitzt das bis zum Behälterboden geführte Blasrohr zahlreiche eingelötete Lanzen, über welche das Kohlendioxid an verschiedenen Stellen in den Löschmittelbehälter geblasen wurde und so für einen langsamen und vor allem gleichmäßigen Druckaufbau sorgte
Die Düse am Pulvertrichter war mit einer lackversiegelten Platzscheibe verschlossen, welche bei erreichtem Betriebsdruck fliegen ging und so das Löschmittel freigab. Den exakten Betriebsdruck weiß ich nicht genau, doch ich vermute, dass er mindestens 10 - 15 bar betragen haben muss und sich dem der heutigen Pulverlöscher annähert.
Die zahlreichen Lanzen am Blasrohr gewährleisteten, dass das Pulver gänzlich aufgelockert wurde, und dass das Druckpolster stets über dem Pulverspiegel lag, sodass ein konstanter Pulverausstoß gewährleistet werden konnte. Um den Betriebsdruck aufrecht zu erhalten, wurde das Kohlendioxid nicht nur beim Aufladen, sondern während des gesamten Löschvorgangs (ca. 25 - 30 sek.) in den Behälter geleitet.
Zum Vergleich: Moderne 9 kg-Pulverlöscher kommen mit lediglich 210 g Kohlendioxid aus. 

Auch das enthaltene Pulver unterscheidet sich wesentlich von den heutigen Löschpulvern.
Während die Löschpulver ab Anfang der 1960er Jahre aus Millionen feinst vermahlenen Partikeln pro Kubikzentimeter wirklich staubartig daherkommen und schon beim bloßen anschauen mülmen, als gäb's kein Morgen, hat das in diesem Gerät noch verwendete Löschpulver die Konsistenz von eher feinkörnigem Salz und bleibt bei Freisetzung völlig ohne Staubentwicklung.

Sowohl der Behälter des großen DIN TROCKEN 9 sowie der des kleineren DIN TROCKEN 6 ist nahtlos geschweißt bzw. gezogen und besitzt als einzige Modellreihe aus dem Hause GLORIA ein im Behälter integriertes Überdruckventil. 
Die Handhabung der Feuerlöscher alter Bauart sowie in Sonderheit die der 9 kg-Modelle war äußerst schwierig. Ein Griff zum festhalten ist nirgends zu finden und man musste diesen Typ Löscher quasi wie ein 12 kg schweres Baby im Arm halten. Ein gezieltes Bekämpfen des Brandherdes war oft erst dann möglich, nachdem die Hälfte des Löschmittels beim Aufdrehen und Zielen verbraten wurde.

Zu finden gewesen sein dürften diese Geräte sowohl in Handel, Industrie und Gewerbe sowie in Privathaushalten - zumeist mit Ölheizung und Vorratstanks jenseits der 10.000 Liter Fassungsvermögen. Meiner persönlichen Einschätzung nach und auch nach der Meinung anderer Experten dürften jedoch gerade die 9 kg-Geräte nur äußerst selten anzutreffen gewesen sein. 

Die Ära der Feuerlöscher alter Bauart endete bei GLORIA spätestens 1958 mit der Einstellung der Produktion des DIN TROCKEN 6. Der DIN TROCKEN 9 verschwand sehr wahrscheinlich schon 1954 mit nahender Einführung der neuen 12 kg-Modelle mit Schlauch.
Ich persönlich vermute jedoch, dass der DIN TROCKEN 9 nur in den Jahren 1952 und 1953 produziert worden ist und ich bezweifle, dass es ein Modell aus Wadersloher Fertigung gibt. Der DIN TROCKEN 9 wurde sozusagen in einer Übergangszeit zugelassen und produziert, in welcher die Baugröße DIN TROCKEN 9 schon langsam in Fortfall geriet. Die produzierten Stückzahlen dürften sich auf nur wenige hundert Geräte belaufen, von denen heute nur noch ein Bruchteil existent sein dürfte.
Ein wirklich sehr schönes und zudem überaus seltenes Stück Brandschutzgeschichte, welches entweder gar nicht mehr oder zumindest in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr zu bekommen sein dürfte.
Dieser Feuerlöscher hing 63 Jahre in einem Kölner Keller und hat die lange Zeit nahezu unbeschadet überstanden - allein das grenzt schon ein Wunder. Dass ich ihn - zwischenzeitlich schon längst verloren geglaubt - dann doch noch nach langem Bangen und Zittern durch einen wirklich tiefen Griff in die Tasche erwerben konnte, grenzt ebenfalls an ein Wunder!

©. Menzel 2016
Überarbeitet ©. Menzel 2017

Sämtliche Texte und Bilder unterliegen dem Urheberrecht und jegliche Verwendung ohne meine ausdrückliche Zustimmung wird hiermit untersagt. Zuwiderhandlungen werden verfolgt!




     

Mittwoch, 9. November 2016

GLORIA Typ P 12 GD Bj. 1976

Hersteller: GLORIA-WERKE 
DIN PULVER 12
Typ: P 12 GD
Baujahr: 1976
Bauart: PG 12 L - Dauerdrucklöscher mit 16 bar Stickstoffpolster
Inhalt: 12 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 17,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: ca. 1975-76





Geschichte:
Hier haben wir einen herrlichen P 12 GD aus dem Jahre 1975 mit einem ganz besonderen und wirklich seltenem Ausstattungsmerkmal - einem Manometer!
Schaut man sich den zeitgenössischen Siebdruck der Serie D bzw. GD der 1960er und 1970er an, so wird man feststellen, dass auf den Bildchen der Bedienungsanleitung bei den Modellen von 1966 bis 1972 generell ein Feuerlöscher mit Manometer dargestellt wird und bei denen ab 1973 nur noch beim 12er. Die 6 kg-Geräte ab 1973/74 scheinen wie die Nachfolger der 80er Jahre nicht mit Manometer angeboten worden zu sein, das dieses weder im Siebdruck, noch in der Realität mal aufgetaucht ist.

Tatsächlich sah es so aus, dass höchstens 5 von 100 Geräten, welche mit Manometer im Siebdruck dargestellt wurden, auch wirklich eines besaßen.
Das hat jetzt weniger mit Verarscherei zu tun, als vielmehr mit den damaligen Kundenwünschen! Man konnte nämlich einen solchen Dauerdrücker wahlweise mit, oder auch ohne Manometer ordern - genauso wie heute (Abkürzung m. M. - mit Manometer).
Dauerdrucklöscher mit Manometer waren etwas teuerer als welche ohne und da ein Feuerlöscher für die meisten Leute eh nur ein aufgezwungener Posten auf der Rechnung war, wurde halt meistens drauf gepfiffen - weil eben ein paar Mark günstiger.
Für einen Hersteller war es natürlich in keinster Weise kalkulierbar, wie viele Leute nun welchen Typ mit oder ohne Manometer haben wollen könnten und deshalb wurde es bis 1972/73 generell draufgedruckt und von 1973/74 bis 1978 nur noch bei den 12ern.
Das Manometer konnte dann den Bestellungen entsprechend anstelle der Sechskantmutter einfach raufgeschraubt werden.

Das Modell mit Manometer wurde damals zumeist nur von solchen Leuten gewünscht, welche einen gewissen Grad an Selbstkontrolle über den Zustand des Löschers haben wollten, sprich:
sie wollten jederzeit selbst gucken können, ob der Löscher noch Druck hat. Eine nur bedingt feine Sache, denn solche Manometer können auch klemmen oder festgegammelt sein und dementsprechend lügen.
Ich hatte bei einem Löscher das Manometer mal abgedreht und es zeigte grün - obwohl es neben dem Löscher auf dem Tisch lag. Ähnliches habe ich ich bei einem Fettbrand-Dauerdrucklöscher erlebt... der Löscher war komplett leergebraten, aber hey - das Manometer voll im grünen Bereich!
Deshalb: Obacht! Meistens funktionieren die Manometer wie sie sollen, doch eben nicht immer und sie ersetzten keinesfalls die Arbeit eines Sachkundigen.

Auch sonst ist dieses 1975er Schwergewicht ein echtes Prachtexemplar. Die charismatische Armatur mit kurzem Druckhebel sieht auf der dicken 12 kg-Variante gleich nochmal so gut aus, da der extra lang gezogene und nach unten abgebogene Tragegriff die gleiche Linie wie der Behälterdeckel beschreibt und bündig mit diesem endet. Seht es Euch mal an - toll!
Auch der Aufdruck spiegelt die 1970er Jahre in allen Facetten wider. Der Behälter besteht aus zwei nahtlos gezogenen Teilen, welche mittig ringsherum miteinander verschweißt wurden - ebenfalls typisch für die GLORIA-Dauerdrucklöscher der 1970er Jahre.

Anzutreffen waren die P 12 GD fast ausschließlich in Privathaushalten mit 10.000 l Heizöltank im Keller. Im öffentlichen Leben, Gewerbe und Industrie waren sie kaum anzutreffen.

Ein schönes und heute seltenes Exemplar, welches ich Euch hier sehr gerne und voller Besitzerstolz präsentiere.
Danke Peter, dass Du auch diesen vermeintlich nicht sonderlich tollen Dauerdrücker gerettet und in meine Hände gegeben hast.

©. Menzel 2016

Dienstag, 25. Oktober 2016

GLORIA Typ P 6 SG Bj. 1965

Hersteller: GLORIA-WERKE 
DIN TROCKEN 6
Typ: P 6 SG
Baujahr: 1965
Bauart: PG 6 H - Aufladelöscher mit außenliegender Druckgasflasche
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 12,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: ca. 1964-66




Geschichte:
Auch wenn man es auf den ersten Blick gar nicht vermutet, ist gerade diese Serie des Typs P ganz besonders selten. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich genau dieses Modell vor 12 Jahren einmal bei eBay gefunden, leider nicht bekommen und seitdem nie wieder gesehen habe. Weder zum Kauf, noch auf dem Schrott und in freier Wildbahn schon gar nicht.

Schon interessant, da solche Außenflaschen-Feuerlöscher Mitte der 1960er Jahre sehr weit verbreitet waren. Die altbekannten Total P 6 waren überall zu finden und auch GLORIA hat zumindest die Vorgänger dieses Modells in sehr großen Stückzahlen an den Mann gebracht. Vor allem die alten Modelle mit buntem Aufdruck tauchen wesentlich häufiger auf, als dieser hier.
Warum gerade dieser Typ extrem selten zu sein scheint, kann ich mir dadurch erklären, dass er zum Einen in dieser Ausführung nur 2 Jahre lang gebaut worden ist und zum Anderen von seinem wesentlich kompakteren, komfortableren und auch etwas günstigeren Kollegen Pi endgültig überrollt worden zu sein scheint.
So ein P 6 kommt durch die Schlauchführung und die seitlichen Anbauten recht sperrig daher, sodass sich scheinbar auch in seinem vorherrschenden Revier - der Industrie und dem Gewerbe - vielfach für den doch wesentlich kompakteren Pi entschieden worden ist. Zudem war der Typ Pi im Schnitt gut 2,00 DM günstiger als der Typ P.

Von ihrem Vorgänger unterscheidet sich diese Serie eigentlich nur durch den Siebdruck. Die geschwungenen Linien, welche 1963 eins zu eins in den weißen Siebdruck überführt worden sind, wichen ab 1964 nüchternen und eckigen Formen, welche ganz im Geiste der Mittsechziger stehen.
Schlauchanschluss und Tragegriff sind nach wie vor auf dem Behälterdeckel und die Löschpistolenhalterung findet ihren Platz wie gehabt vorne am Schutzkorb der Druckgasflasche - auch die kleine Einfüllöffnung mit Kreuz ist unverändert übernommen worden.

Ein wirklich schönes und auch seltenes Stück aus Wadersloh, welches ich nun auch endlich mein Eigen nennen kann.


©. Menzel 2016

Montag, 13. Juni 2016

GLORIA Typ Pi 6 G Bj. 1964 (erste Version der Neuzeit)

Hersteller: GLORIA-WERKE 
DIN TROCKEN 6
Typ: Pi 6 G
Baujahr: 1964
Bauart: PG 6 H - Aufladelöscher mit innenliegender Treibmittelpatrone
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 11,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1964




Geschichte:
Diese mittlerweile nun vierte Serie des Typs Pi weist technisch keine Veränderungen zu den Vorgängermodellen auf, optisch jedoch schon.
Der geschwungene Aufdruck wich klaren, eckigen und im Vergleich zu den früheren Modellen fast schon minimalistisch-nüchternen Strukturen, wodurch er ganz im Zeitgeist der aufkommenden Hälfte der 1960er Jahre steht.
Die Armatur bestand in diesem Modelljahr zunächst noch weiterhin aus einem nicht ergonomisch geformtem Handgriff aus Metall, jedoch mit dem Unterschied, dass die ursprüngliche Splintsicherung mit Zugöse durch eine Abreißlasche aus Kunststoff an der Rückseite ersetzt worden ist. Fixiert wurde das Ganze mit einem Plexiglasstift, was jedoch einige Unannehmlichkeiten mit sich brachte.
Die Kunstofflaschen sowie auch die Plexiglasstifte waren sehr anfällig gegen Sonneneinstrahlung. Der Kunststoff zersetzte sich im Laufe der Jahre und zerbröselte einem schon beim bloßen Anfassen in der Hand. Auch der Plexiglasstift, welcher die Zughebelarmatur blockierte wurde durch die UV-Strahlung sehr spröde und es konnte passieren, dass man solch einen Pi beim einfachen Tragen aktivieren und unterDruck setzen konnte. Das ist natürlich gerade dann sehr gefährlich, wenn der Löscher schon über 60 Jahre auf dem Buckel hat. Wenn Ihr einen solchen Löscher im Keller findet, tragt ihn sicherheitshalber niemals nur am weißen Handgriff!

Diese Form der Abzugsicherung wurde dann fünf Jahre später durch eine Bügelvorichtung mit Abzuglasche und Keil ersetzt - von 1969 ab Werk und bei allen Vorgängermodellen falls nötig bei der nächsten Instandhaltung. Dieses Modell hier trägt noch die erste, originale Abzuglasche und sie ist auch noch in einem erstaunlich gutem Zustand!
Typische Einsatzorte waren nach wie vor Handel, Gewerbe, Industrie, öffentliche Einrichtungen sowie auch zahlreiche private Haushalte.

Ich möchte noch kurz auf den weißen Aufkleber über den Siebdruck zu sprechen kommen. Dies ist ein Instandhaltungsnachweis vom 25. März 1968 des Kundendienstes Fritz Seiffert aus Störmede/Lippstadt.

Sensationell! Dieser Löscher kommt direkt aus meiner alten Heimat und auch das Örtchenr Störmede gehörte 1968 noch zum Altkreis Lippstadt. Im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform wurden die Kreise Lippstadt und Soest am 01. Januar 1975 zum neuen Kreis Soest vereinigt und  als Folge hieraus wurde auch das vormals zu Lippstadt gehörende Amt Strömende aufgelöst.
Die heute knapp 2500 Einwohner zählende Gemeinde gehörte fortan zur Stadt Geseke und ich kenne Instandhaltungsnachweise des Kundendienstes Norbert Seiffert aus Geseke, aber den Fritz aus Lippstadt habe ich noch niemals zuvor gesehen. Toll - ein durch und durch echtes sowie seltenes Stück Heimatgeschichte! Dieser Löscher wurde in dieser Form nur ein Jahr lang gebaut, denn spätestens 1965 kam der neue, ergonomisch geformte Handgriff aus Kunststoff.

©. Menzel 2016

Donnerstag, 9. Juni 2016

GLORIA Typ WSi 10 N Bj. 1977

Hersteller: GLORIA-WERKE 
DIN WASSER 10
Typ: WSi 10 N
Baujahr: 1977
Bauart: W 10 H - Aufladelöscher mit innenliegender Treibmittelpatrone
Inhalt: 10 l Wasser + Netzmittel
Gewicht des gefüllten Geräts: 17,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1973 - 1983



Geschichte

Ich sammle nun schon seit fast 30 Jahren Feuerlöscher und ich dachte, dass ich zumindest die Feuerlöscher aus dem Hause GLORIA alle kenne. Falsch, denn bei diesem Typ WSi 10 N von 1979 bin ich zugegebenermaßen wieder einmal eines Besseren belehrt worden, denn weder ich, noch andere Fachleute wussten von der Existenz dieses Typs. Nachdem ich mich durch Aussonderungslisten gewühlt habe, habe ich den Typ WSi tatsächlich entdeckt, aber dass niemand, den ich kenne, so einen mal ausgeliefert oder ausgesondert oder überhaupt mal gesehen hat, spricht dafür, dass es sich hierbei um ein ganz besonders seltenes Exemplar handeln muss. Auch in keinem Produktkatalog taucht dieses Ding auf!

Wasserlöscher waren in den 1960er und 70er Jahren ohnehin sehr selten, da sie ab Ende der 1950er Jahre von den Pulverlöschern fast vollständig vom Markt verdrängt worden sind. GLORIA hat zwischen 1963 und 1973 gar keine Wasserlöscher im Programm gehabt und die erste Zulassung erfolgte wieder im Jahre 1973. Hier wurden unter der Zulassungsnummer P1 - 17/73 die Typen Wi 10 N / Wi 10 F und WSi 10 N / WSi 10 F* auf den Markt gebracht.
*Wenn es den WSi 10 F denn überhaupt gegeben hat.

Da das Löschmittel Pulver aber auch in den 1970er Jahren noch das Nonplusultra und nach dem damaligen Stand der Technik das Modernste war, was die Löschmitteltechnik zu bieten hatte, waren die Wasserlöscher wenig gefragt und dementsprechend selten. Darüber, dass nach einem Löscheinsatz mit einem Pulverlöscher die ganze Bude versaut war, hat noch keiner nachgedacht und von daher wurden bevorzugt überall Pulverlöscher hingehängt.
Denkt mal 25 Jahre zurück und schreitet gedanklich nochmal durch den Supermarkt - überall Pulverlöscher (bei uns im real,- waren es bis 2004 herrliche GLORIA Pi 12 G der Baujahre 1969-75). Wenn Ihr heute durch den Supermarkt latscht, achtet mal drauf, denn nun hängen dort überwiegend Schaum- und Wasserlöscher! Sie reichen mit einer Abdeckung der Brandklassen A und B vollkommen aus und richten nicht so eine Sauerei an, wie ein Pulverlöscher.
Löscht man nämlich hinten in Gang 8 die Wursttheke mit einem Pulverlöscher, könnt Ihr vorne in Gang 2 die gesamte Elektroabteilung in den Container schmeißen. Jaja - Pulver ist schon eine unglaubliche Sauerei, aber wie gesagt: das sah man damals noch nicht so.

Der andere Wasserlöscher GLORIA Typ Wi 10 N nach dem Muster des Typs Pi war zwar auch schweineselten und ich hab so einen auch nur einmal live gesehen - wieder bei uns im real,- in der CD-Abteilung. Sonst habe ich so ein Modell auch noch niemals gesehen, aber - von dem Typ Wi wusste ich, dass es ihn gab.
Der Typ WSi 10 war mir bis zu dem Zeitpunkt, als ich ihn als sehr schöne Überraschung bekommen habe, völlig unbekannt und ich staunte wirklich nicht schlecht, als ich die ersten Bilder gesehen habe - ich traute meinen Augen nicht und es war schon fast zu schön, um wahr zu sein!

Dieser Typ WSi 10 besitzt die gleiche Armatur wie der sehr weit verbreitete Pulverlöscher vom Typ Pn, welche aus einem klappbaren Griffbügel und einem Schlagknopf besteht. Eine Verwechslungsgefahr mit dem sehr ähnlichen Pulvermodell des Typs Pn ist aber dennoch ausgeschlossen, da der Schlauch nicht wie bei diesem am unteren Teil des Behälters entspringt und über ein außenliegendes Steigrohr an der Geräterückseite entlang geführt wird. Der Schlauch entspringt am Behälterdeckel wie bei den alten Typen P der 1950er und 60er Jahre - eine Eigenheit, welche auch der GLORIA Typ Wi 10 aufweist. Warum das jetzt so gemacht worden ist, weiß ich nicht genau, aber die Vermutung liegt nahe, dass es sich dabei um ein eindeutiges Unterscheidungsmerkmal zum Pulverlöscher handelt, um Verwechselungen und Unfälle auszuschließen. So sollte z.B. sichergestellt werden, dass niemand einen Wasserlöscher bei Bränden in elektrischen Anlagen einsetzt und die Vollstrahldüse aus kurzer Entfernung in den Schaltschrank hält.
Eine Zulassung zum Löschen von Bränden in elektrischen Anlagen hat der Löscher nämlich nicht wirklich, da kein Piktogramm für die damals noch bestehende Brandklasse E vorhanden ist. Diese wies die Benutzung bei Bränden in elektrischen Niederspannungsanlagen bis 1000 V als ungefährlich aus. Ganz ungeeignet schien er den Verantwortlichen jedoch auch nicht zu sein, da er mit dem Hinweis


"NICHT FÜR ELEKTRISCHE ANLAGEN MIT EINER SPANNUNG VON ÜBER 250 VOLT GEGEN ERDE"


versehen worden ist. Ein brennender Fernseher oder eine vor sich hinschröggelnde Steckdose konnte mit diesem Feuerlöscher also abgelöscht werden. Ein Hinweis auf den einzuhaltenden Mindestabstand - welcher bei Wasserlöschern mit Vollstrahl 3 m beträgt - ist hingegen nicht angegeben.
Eingesetzt wurden Löscher dieser Art vornehmlich in Schreinereien, Warenlagern mit brennenden Feststoffen, Mühlen, Verwaltung, Schulen, Kindergärten, Supermärkten und Krankenhäusern.
Der Typ WSi 10 N konnte allerdings nur in frostgeschützten Bereichen eingesetzt werden, denn der Zusatz "N" in der Typenbezeichnung steht für "Nicht frostsicher". Ich habe mal einen Wasserlöscher gesehen, welcher durch Frosteinwirkung völlig aus dem Leim gegangen ist - unglaublich, welche Kraft Eis hat.
Aber wie gesagt: Wegen des Allrounders ABC-Pulver waren Wasserlöscher nur selten anzutreffen und dieser Typ WSi 10 N ist ein ganz besonders seltenes Exemplar! Es war ein Riesenglück, dass ich dieses Modell bekommen habe und ich bin mir sicher: Noch einen davon auftreiben zu können dürfte fast unmöglich ein. TOP!

©. Menzel 2016