Mittwoch, 23. November 2016

Kleiner Rechtsratgeber für Einsatzfahrten von Rettungsdienst und Katastrophenschutz

Rettungsdienst und Katastrophenschutz sind bei ihren Einsatzfahrten unter bestimmten Voraussetzungen von der Beachtung der Straßenverkehrsordnung befreit. Dabei geht es um Sonderrechte und das Wegerecht. Die Sonderrechte besagen hauptsächlich, dass die Einsatzfahrer schneller fahren dürfen als sonst erlaubt, dass sie rote Ampeln nicht beachten müssen, dass sie entgegen der Fahrtrichtung fahren dürfen, dass sie links fahren dürfen und dass sie im Halteverbot parken dürfen. Das Wegerecht betrifft die Verwendung von blauem Blinklicht und Einsatzhorn. Andere Verkehrsteilnehmer haben sofort freie Bahn zu schaffen.
Häufig sind sich die Einsatzfahrer aber unsicher, unter welchen Bedingungen sie diese Rechte wahrnehmen dürfen. Hier schafft das neue Büchlein Straßenverkehrsrecht für Rettungsdienst und Katastrophenschutz von Prof. Dr. Gerhard Nadler Klarheit. Außer mit der Klärung, worum es bei Sonderrechten und Wegerechten genau geht, beschäftigt sich der Ratgeber mit Themen wie der alleinigen Benutzung von blauem Blinklicht, dem Kolonnenvorrecht, der Fortsetzung der Einsatzfahrt trotz Unfallbeteiligung. Für Ärzte im Noteinsatz ist ein spezieller Exkurs enthalten. Ein Kapitel beantwortet Frequently Asked Questions (FAQ), z. B. ob Fahrzeuge des Hausnotrufdienstes Sonderrechte und Wegerecht in Anspruch nehmen dürfen oder ob für Angehörige des Katastrophenschutzes mit ihrem Privatfahrzeug die Sonderrechte gelten.
Einsatzfahrer befinden sich ständig in riskanten Gefahrensituationen. Häufig führen diese zu Unfällen mit anderen Verkehrsteilnehmern. Dennoch gibt es bisher keine verpflichtende Aus- und Fortbildung für die Einsatzfahrer. Das letzte Kapitel plädiert im Sinne von mehr Sicherheit bei Einsatzfahren für eine solche systematische praktische Aus- und Fortbildung.

Gerhard Nadler
Straßenverkehrsrecht für Rettungsdienst und Katastrophenschutz
2016, Softcover, 64 Seiten
ecomed SICHERHEIT, ecomed-Storck GmbH
Preis: EUR 8,99
ISBN 978-3-609-69815-1
Direkt zum Produkt:



Pressekontakt

Gerlinde Stanglmeier, Tel. 08191-125-571, Fax 08191-125-526

E-Mail: g.stanglmeier@ecomed-storck.de

www.ecomed-storck.de




Zum Abdruck frei. Bitte senden Sie Ihre Rezensionsbelege an:
ecomed-Storck GmbH
Frau Gerlinde Stanglmeier
Justus-von-Liebig-Str. 1
86899 Landsberg


Mit der Anforderung des Rezensionsexemplars stimmen Sie zu, dass ecomed-Storck GmbH Auszüge und Zitate aus Ihrer Besprechung zu Werbezwecken verwenden kann.



Über den Verlag
ecomed SICHERHEIT ist eine Marke des Unternehmens ecomed-Storck GmbH, das zur Mediengruppe Süddeutscher Verlag GmbH gehört. Vor allem in den Bereichen Gefahrgut und Feuerwehr zählt ecomed SICHERHEIT zu den führenden deutschsprachigen Verlagen. Das vielschichtige Verlagsprogramm orientiert sich am Motto „Wissen schafft Sicherheit“. Sowohl Einsteiger wie auch Experten finden bei ecomed SICHERHEIT für sie maßgeschneiderte Informationen. Im Fokus stehen dabei die spezifischen Gefahren, Tätigkeiten und Informationsbedürfnisse in den Bereichen Arbeitssicherheit, Gefahrgut, Gefahrstoffe/Chemie, Feuerwehr/Brandschutz, Ladungssicherung und betrieblicher Umweltschutz.
Neben einer breiten Palette an Loseblattwerken, Büchern, anschaulichen Wandtafeln und Faltkarten publiziert ecomed SICHERHEIT Schulungsunterlagen und elektronische Profi-Lösungen in Form von eBooks, CD-ROMs, DVDs, eLearning-Programmen, Online-Produkten – bis hin zu maßgefertigten Fachinhalts-Datenbanken.


Starkregen und Sturzfluten

Extreme Wetterlagen mit sehr starken Niederschlägen treten auch in unseren Breiten in den letzten Jahren immer häufiger auf. Selbst kleine Bachläufe verwandeln sich dann manchmal in reißende Fluten. Mit einem Rückgang solcher Starkregenereignisse ist nicht zu rechnen.
Einsätze bei derartigen Wettersituationen und ihren Folgen sind stets eine besondere Herausforderung für die Hilfsorganisationen. Nicht nur die Wasserfluten selbst, sondern daraus entstehende Schlammlawinen, Erdrutsche oder Verklausungen führen zu immer neuen Gefahrensituationen. Die ständige Änderung der Lage erfordert ein hohes Maß an Improvisationsvermögen und Flexibilität. Um jedoch im Ernstfall klug improvisieren zu können, bedarf es einer ausführlichen Auseinandersetzung mit dem Szenario, und zwar rechtzeitig. Dies gilt insbesondere für die Führungskräfte.
Ralf Beyer stellt Feuerwehren mit seinem Buch Starkregen und Sturzfluten einen komprimierten Leitfaden zur Verfügung, der die Vorbereitung auf Sturzfluten-Einsätze so einfach wie möglich macht.
Der Leser erfährt alles Wesentliche rund um Einsätze bei Sturzfluten, u.a. Besonderheiten bei Lagebeurteilung, Führungsorganisation, Einsatztaktik, Organisation der Einsatzstelle, aber auch Rückzugskriterien, Einsatzmaßnahmen an Gebäuden, Krisenkommunikation mit Betroffenen etc.
Zahlreiche Fotos und schematische Zeichnungen verdeutlichen die jeweilige Einsatzsituation. Wichtige Hinweise sind darüber hinaus grafisch hervorgehoben und bleiben so leichter im Gedächtnis haften.


Ralf Beyer
Starkregen und Sturzfluten
2016, Softcover, 64 Seiten
ecomed SICHERHEIT, ecomed-Storck GmbH
Preis: EUR 19,99
ISBN 978-3-609-69622-5
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Praktische Hilfe für eine korrekte Brandschutzordnung nach DIN 14096

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Unternehmer für alle Arbeitsstätten eine Brandschutzordnung erstellen und stets auf aktuellem Stand halten müssen. In der Regel delegiert der Unternehmer das Erstellen an einen Brandschutzbeauftragten. Eine Brandschutzordnung beinhaltet in kurzen und verständlichen Sätzen die wichtigsten Maßnahmen zur Brandverhütung sowie für den Brandfall.
Die Brandschutzordnung gilt sowohl für Besucher als auch für Mitarbeiter in Gebäuden. Eine Brandschutzordnung kann aus drei verschiedenen Teilen bestehen. Teil A richtet sich an alle Personen, die sich im Gebäude aufhalten. Der Teil besteht in der Regel aus nicht mehr als einer DIN A4-Seite und ist an mehreren Stellen sichtbar ausgehängt. Er enthält die wichtigsten Maßnahmen und Verhaltensregeln für den Brandfall. Teil B richtet sich vor allem an die Mitarbeiter im Gebäude. Der Teil enthält wichtige Regeln zur Verhinderung der Brand- und Rauchausbreitung, zur Freihaltung der Flucht- und Rettungswege, aber auch zum Verhalten im Brandfall. Teil B wird allen Mitarbeitern in schriftlicher Form ausgehändigt. Teil C richtet sich an die Mitarbeiter, die mit Brandschutzaufgaben betraut sind, wie z.B. Brandschutzbeauftragter, Brandschutzhelfer oder Evakuierungshelfer. In diesem Teil sind u. a. die Aufgaben der einzelnen Funktionen beschrieben.
Eine Brandschutzordnung für einen Betrieb oder eine öffentlichen Einrichtung wird immer individuell nach den notwendigen Brandschutzmaßnahmen erstellt, die sich anhand der Nutzung, den Gefahren oder aufgrund von speziellen Personengruppen (z.B. Behinderten) ergeben. Dennoch gibt es Grundsätze, die immer zu beachten sind. Mit dem Erstellen und dem Aushängen der Brandschutzordnung beschäftigt sich die DIN 14096.
Das neue Medienpaket aus dem Verlag ecomed SICHERHEIT, bestehend aus Buch, CD-ROM und Download-Code, leistet jedem für die Erstellung der Brandschutzordnung Verantwortlichen wertvolle Hilfestellung. Eine Musterbrandschutzordnung für ein konkretes Beispielobjekt zeigt, wie eine korrekte Brandschutzordnung ausgearbeitet sein kann. Besonders wertvoll sind die Checklisten, die dabei helfen, alles Nötige zu berücksichtigen. Mustervorlagen liefern ein Grundgerüst und gute Formulierungen. Ein Berechnungstool rechnet aus, wie viele Löscheinheiten für welche Flächen nötig sind.

Klaus Meding
Brandschutzordnung nach DIN 14096
Medienpaket für den professionellen Brandschutz
2016, Hardcover + CD-ROM + Download-Code, 104 Seiten
ecomed SICHERHEIT, ecomed-Storck GmbH
EUR 99,99
ISBN 978-3-609- 69814-4
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Sonntag, 20. November 2016

GLORIA TROCKENLÖSCHER DIN TROCKEN 9 alter Bauart Bj. 1953

Hersteller: H. SCHULTE-FRANKENFELD (GLORIA)
DIN TROCKEN 9
Typ: -
Baujahr: 1953
Bauart: P 9 H - Aufladelöscher mit außenliegender Treibgasflasche
Inhalt: 9 kg BC-Pulver
Treibmittel: 600 g Kohlendioxid
Gewicht des gefüllten Geräts: 14,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1952 - 53


Geschichte:
Mit dem GLORIA DIN TROCKEN 9 Bj. 1953 haben wir hier einen sehr, sehr seltenen Feuerlöscher, welcher nicht nur zu den seltensten Modellen aus dem Hause GLORIA, sondern auch zu einem der seltensten Feuerlöscher überhaupt zählen dürfte.
Der GLORIA DIN TROCKEN 9 ist ein Feuerlöscher alter Bauart, welcher die Pulverdüse in Form eines Trichters noch am Behälterboden besitzt.
Feuerlöscher dieser Größe und Bauart* sind gerade von GLORIA besonders selten, da diese Modelle an sich typische Vorkriegsgeräte nach der 1941 in Kraft getretenen DIN 14032 sind. Die heutige GLORIA GmbH wurde jedoch erst im August 1945 gegründet und ließ diesen Typ Löscher im Jahre 1952 unter der damals erst seit kurzem bestehenden DIN 14406 Teil 1 quasi nochmal neu zu (P1 - 17/52 und P1 - 18/52).

*Übliche Baumustergrößen der Vorkriegszeit sahen nach der DIN 14032 Feuerlöscher mit 4 kg, 5 kg, 7 kg und eben 9 kg vor.

Ich habe immer vermutet, dass es diesen Typen gegeben haben könnte, doch da ich in 30 Jahren noch niemals einen gesehen hatte - weder im Original, noch im Prospekt - war ich mir über die tatsächliche Existenz eines solchen Gerätes doch nicht so ganz einig. Das "muss ja" ging über die Jahre und Jahrzehnte von einem "könnte" zu einem sicheren "vielleicht" über, sodass man irgendwann selbst nicht mehr dran geglaubt hat, ein solches Modell mal irgendwie irgendwo zu finden. 
Doch hier ist nun der leibhaftige Beweis im Original und das ist SENSATIONELL!

Die Beschriftung erscheint ganz im klassischen GLORIA-Stil der frühen 1950er Jahre mit einem rot-weiß umrandeten Aufdruck von blass- bzw. hellgrüner Grundfarbe. Das berühmte GLORIA-Signet mit der Inschrift "Für jeden Brand - GLORIA - Handfeuerlöscher" befindet sich mittig an der Spitze des Aufdrucks. Unter diesem erscheint in übergroßer, weißer, mit schwarzen Schlagschatten versehenen Buchstaben die Bezeichnung "TROCKENLÖSCHER".
Das rechteckige Feld mit abgerundeten Kanten darunter enthält noch nicht die Typenbezeichnung wie bei den Nachfolgermodellen, sondern die Bauartbezeichnung. DIN TROCKEN 9.
Die Bedienungsanleitung wird mit Ausnahme der Überschrift "An der Brandstelle" in schwarz dargestellt, die Herstellerangaben erscheinen hingegeben wieder in weiß. Die bildliche Darstellung des Löschvorgangs ist detailgetreu und zeitgenössisch im Gesamtkonzept integriert.
"GLORIA" war 1952/53 noch keine eingetragene Wortmarke, weswegen in den Herstellerangaben noch "H. SCHULTE-FRANKENFELD - Spezialfabrik für Feuerlöschtechnik" angegeben wird und nicht das allseits bekannte GLORIA-WERK bzw. die GLORIA-WERKE.

Jetzt kommt das, was mein Herz als GLORIA-Fan, -Fanatiker und -Sammler wirklich höher schlagen lässt und mir doch glatt die eine oder andere Freudenträne ins Auge treibt: "GÜTERSLOH i. W."!

Ja, ganz richtig! Der Firmensitz wird nicht mit Wadersloh angegeben, sondern mit Gütersloh!
Die heutige GLORIA GmbH wurde im Augtust 1945 in Gütersloh gegründet und dort ist natürlich auch die ersten Jahre ab 1949 produziert worden. Die Standortverlagerung an den heutigen Hauptsitz in der Diestedder Str. 39 in Wadersloh erfolgte erst 1952.
Dieser Behälter wurde sehr wahrscheinlich noch in den alten Produktionsstätten gefertigt und ist dann mit in die neuen Räumlichkeiten nach Wadersloh umgezogen, von wo aus er dann im Oktober 1953 seinen Weg in die weite Welt (Köln) angetreten hat.
Heute noch GLORIA-Löscher aus Gütersloher Fertigung zu bekommen, ist nahezu unmöglich!



Kommen wir nu zu den technischen Raffinessen dieses Typs. Befeuert wurde der DIN TROCKEN 9 mit der heute unglaublichen Menge von 600 g Kohlendioxid und die Entladung erfolgte nach dem sog. Injektorprinzip - einer Funktionsweise, die sich ganz erheblich von jener der neuzeitlichen Feuerlöscher unterscheidet.
Wie auf dem Bild links zu sehen ist, besitzt das bis zum Behälterboden geführte Blasrohr zahlreiche eingelötete Lanzen, über welche das Kohlendioxid an verschiedenen Stellen in den Löschmittelbehälter geblasen wurde und so für einen langsamen und vor allem gleichmäßigen Druckaufbau sorgte
Die Düse am Pulvertrichter war mit einer lackversiegelten Platzscheibe verschlossen, welche bei erreichtem Betriebsdruck fliegen ging und so das Löschmittel freigab. Den exakten Betriebsdruck weiß ich nicht genau, doch ich vermute, dass er mindestens 10 - 15 bar betragen haben muss und sich dem der heutigen Pulverlöscher annähert.
Die zahlreichen Lanzen am Blasrohr gewährleisteten, dass das Pulver gänzlich aufgelockert wurde, und dass das Druckpolster stets über dem Pulverspiegel lag, sodass ein konstanter Pulverausstoß gewährleistet werden konnte. Um den Betriebsdruck aufrecht zu erhalten, wurde das Kohlendioxid nicht nur beim Aufladen, sondern während des gesamten Löschvorgangs (ca. 25 - 30 sek.) in den Behälter geleitet.
Zum Vergleich: Moderne 9 kg-Pulverlöscher kommen mit lediglich 210 g Kohlendioxid aus. 

Auch das enthaltene Pulver unterscheidet sich wesentlich von den heutigen Löschpulvern.
Während die Löschpulver ab Anfang der 1960er Jahre aus Millionen feinst vermahlenen Partikeln pro Kubikzentimeter wirklich staubartig daherkommen und schon beim bloßen anschauen mülmen, als gäb's kein Morgen, hat das in diesem Gerät noch verwendete Löschpulver die Konsistenz von eher feinkörnigem Salz und bleibt bei Freisetzung völlig ohne Staubentwicklung.

Sowohl der Behälter des großen DIN TROCKEN 9 sowie der des kleineren DIN TROCKEN 6 ist nahtlos geschweißt bzw. gezogen und besitzt als einzige Modellreihe aus dem Hause GLORIA ein im Behälter integriertes Überdruckventil. 
Die Handhabung der Feuerlöscher alter Bauart sowie in Sonderheit die der 9 kg-Modelle war äußerst schwierig. Ein Griff zum festhalten ist nirgends zu finden und man musste diesen Typ Löscher quasi wie ein 12 kg schweres Baby im Arm halten. Ein gezieltes Bekämpfen des Brandherdes war oft erst dann möglich, nachdem die Hälfte des Löschmittels beim Aufdrehen und Zielen verbraten wurde.

Zu finden gewesen sein dürften diese Geräte sowohl in Handel, Industrie und Gewerbe sowie in Privathaushalten - zumeist mit Ölheizung und Vorratstanks jenseits der 10.000 Liter Fassungsvermögen. Meiner persönlichen Einschätzung nach und auch nach der Meinung anderer Experten dürften jedoch gerade die 9 kg-Geräte nur äußerst selten anzutreffen gewesen sein. 

Die Ära der Feuerlöscher alter Bauart endete bei GLORIA spätestens 1958 mit der Einstellung der Produktion des DIN TROCKEN 6. Der DIN TROCKEN 9 verschwand sehr wahrscheinlich schon 1954 mit nahender Einführung der neuen 12 kg-Modelle mit Schlauch.
Ich persönlich vermute jedoch, dass der DIN TROCKEN 9 nur in den Jahren 1952 und 1953 produziert worden ist und ich bezweifle, dass es ein Modell aus Wadersloher Fertigung gibt. Der DIN TROCKEN 9 wurde sozusagen in einer Übergangszeit zugelassen und produziert, in welcher die Baugröße DIN TROCKEN 9 schon langsam in Fortfall geriet. Die produzierten Stückzahlen dürften sich auf nur wenige hundert Geräte belaufen, von denen heute nur noch ein Bruchteil existent sein dürfte.
Ein wirklich sehr schönes und zudem überaus seltenes Stück Brandschutzgeschichte, welches entweder gar nicht mehr oder zumindest in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr zu bekommen sein dürfte.
Dieser Feuerlöscher hing 63 Jahre in einem Kölner Keller und hat die lange Zeit nahezu unbeschadet überstanden - allein das grenzt schon ein Wunder. Dass ich ihn - zwischenzeitlich schon längst verloren geglaubt - dann doch noch nach langem Bangen und Zittern durch einen wirklich tiefen Griff in die Tasche erwerben konnte, grenzt ebenfalls an ein Wunder!

©. Menzel 2016
Überarbeitet ©. Menzel 2017

Sämtliche Texte und Bilder unterliegen dem Urheberrecht und jegliche Verwendung ohne meine ausdrückliche Zustimmung wird hiermit untersagt. Zuwiderhandlungen werden verfolgt!




     

Mittwoch, 9. November 2016

GLORIA Typ P 12 GD Bj. 1976

Hersteller: GLORIA-WERKE 
DIN PULVER 12
Typ: P 12 GD
Baujahr: 1976
Bauart: PG 12 L - Dauerdrucklöscher mit 16 bar Stickstoffpolster
Inhalt: 12 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 17,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: ca. 1975-76





Geschichte:
Hier haben wir einen herrlichen P 12 GD aus dem Jahre 1975 mit einem ganz besonderen und wirklich seltenem Ausstattungsmerkmal - einem Manometer!
Schaut man sich den zeitgenössischen Siebdruck der Serie D bzw. GD der 1960er und 1970er an, so wird man feststellen, dass auf den Bildchen der Bedienungsanleitung bei den Modellen von 1966 bis 1972 generell ein Feuerlöscher mit Manometer dargestellt wird und bei denen ab 1973 nur noch beim 12er. Die 6 kg-Geräte ab 1973/74 scheinen wie die Nachfolger der 80er Jahre nicht mit Manometer angeboten worden zu sein, das dieses weder im Siebdruck, noch in der Realität mal aufgetaucht ist.

Tatsächlich sah es so aus, dass höchstens 5 von 100 Geräten, welche mit Manometer im Siebdruck dargestellt wurden, auch wirklich eines besaßen.
Das hat jetzt weniger mit Verarscherei zu tun, als vielmehr mit den damaligen Kundenwünschen! Man konnte nämlich einen solchen Dauerdrücker wahlweise mit, oder auch ohne Manometer ordern - genauso wie heute (Abkürzung m. M. - mit Manometer).
Dauerdrucklöscher mit Manometer waren etwas teuerer als welche ohne und da ein Feuerlöscher für die meisten Leute eh nur ein aufgezwungener Posten auf der Rechnung war, wurde halt meistens drauf gepfiffen - weil eben ein paar Mark günstiger.
Für einen Hersteller war es natürlich in keinster Weise kalkulierbar, wie viele Leute nun welchen Typ mit oder ohne Manometer haben wollen könnten und deshalb wurde es bis 1972/73 generell draufgedruckt und von 1973/74 bis 1978 nur noch bei den 12ern.
Das Manometer konnte dann den Bestellungen entsprechend anstelle der Sechskantmutter einfach raufgeschraubt werden.

Das Modell mit Manometer wurde damals zumeist nur von solchen Leuten gewünscht, welche einen gewissen Grad an Selbstkontrolle über den Zustand des Löschers haben wollten, sprich:
sie wollten jederzeit selbst gucken können, ob der Löscher noch Druck hat. Eine nur bedingt feine Sache, denn solche Manometer können auch klemmen oder festgegammelt sein und dementsprechend lügen.
Ich hatte bei einem Löscher das Manometer mal abgedreht und es zeigte grün - obwohl es neben dem Löscher auf dem Tisch lag. Ähnliches habe ich ich bei einem Fettbrand-Dauerdrucklöscher erlebt... der Löscher war komplett leergebraten, aber hey - das Manometer voll im grünen Bereich!
Deshalb: Obacht! Meistens funktionieren die Manometer wie sie sollen, doch eben nicht immer und sie ersetzten keinesfalls die Arbeit eines Sachkundigen.

Auch sonst ist dieses 1975er Schwergewicht ein echtes Prachtexemplar. Die charismatische Armatur mit kurzem Druckhebel sieht auf der dicken 12 kg-Variante gleich nochmal so gut aus, da der extra lang gezogene und nach unten abgebogene Tragegriff die gleiche Linie wie der Behälterdeckel beschreibt und bündig mit diesem endet. Seht es Euch mal an - toll!
Auch der Aufdruck spiegelt die 1970er Jahre in allen Facetten wider. Der Behälter besteht aus zwei nahtlos gezogenen Teilen, welche mittig ringsherum miteinander verschweißt wurden - ebenfalls typisch für die GLORIA-Dauerdrucklöscher der 1970er Jahre.

Anzutreffen waren die P 12 GD fast ausschließlich in Privathaushalten mit 10.000 l Heizöltank im Keller. Im öffentlichen Leben, Gewerbe und Industrie waren sie kaum anzutreffen.

Ein schönes und heute seltenes Exemplar, welches ich Euch hier sehr gerne und voller Besitzerstolz präsentiere.
Danke Peter, dass Du auch diesen vermeintlich nicht sonderlich tollen Dauerdrücker gerettet und in meine Hände gegeben hast.

©. Menzel 2016

Dienstag, 25. Oktober 2016

GLORIA Typ P 6 SG Bj. 1965

Hersteller: GLORIA-WERKE 
DIN TROCKEN 6
Typ: P 6 SG
Baujahr: 1965
Bauart: PG 6 H - Aufladelöscher mit außenliegender Druckgasflasche
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 12,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: ca. 1964-66




Geschichte:
Auch wenn man es auf den ersten Blick gar nicht vermutet, ist gerade diese Serie des Typs P ganz besonders selten. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass ich genau dieses Modell vor 12 Jahren einmal bei eBay gefunden, leider nicht bekommen und seitdem nie wieder gesehen habe. Weder zum Kauf, noch auf dem Schrott und in freier Wildbahn schon gar nicht.

Schon interessant, da solche Außenflaschen-Feuerlöscher Mitte der 1960er Jahre sehr weit verbreitet waren. Die altbekannten Total P 6 waren überall zu finden und auch GLORIA hat zumindest die Vorgänger dieses Modells in sehr großen Stückzahlen an den Mann gebracht. Vor allem die alten Modelle mit buntem Aufdruck tauchen wesentlich häufiger auf, als dieser hier.
Warum gerade dieser Typ extrem selten zu sein scheint, kann ich mir dadurch erklären, dass er zum Einen in dieser Ausführung nur 2 Jahre lang gebaut worden ist und zum Anderen von seinem wesentlich kompakteren, komfortableren und auch etwas günstigeren Kollegen Pi endgültig überrollt worden zu sein scheint.
So ein P 6 kommt durch die Schlauchführung und die seitlichen Anbauten recht sperrig daher, sodass sich scheinbar auch in seinem vorherrschenden Revier - der Industrie und dem Gewerbe - vielfach für den doch wesentlich kompakteren Pi entschieden worden ist. Zudem war der Typ Pi im Schnitt gut 2,00 DM günstiger als der Typ P.

Von ihrem Vorgänger unterscheidet sich diese Serie eigentlich nur durch den Siebdruck. Die geschwungenen Linien, welche 1963 eins zu eins in den weißen Siebdruck überführt worden sind, wichen ab 1964 nüchternen und eckigen Formen, welche ganz im Geiste der Mittsechziger stehen.
Schlauchanschluss und Tragegriff sind nach wie vor auf dem Behälterdeckel und die Löschpistolenhalterung findet ihren Platz wie gehabt vorne am Schutzkorb der Druckgasflasche - auch die kleine Einfüllöffnung mit Kreuz ist unverändert übernommen worden.

Ein wirklich schönes und auch seltenes Stück aus Wadersloh, welches ich nun auch endlich mein Eigen nennen kann.


©. Menzel 2016