Dienstag, 4. Dezember 2012

Räuchermännchen aus dem Erzgebirge

Traditioneller Räuchermann
Die kleinen aus Holz geschnitzten Räuchermännchen aus dem Erzgebirge sind eine beliebte Weihnachtsdekoration und gehören in vielen Haushalten zum alljährlichen Weihnachtsschmuck (ich habe auch 6 Stück). Im Gegensatz zu vielen anderen Dekorationen stehen diese kleinen Figürchen nicht einfach nur im Regal, sondern tun das, was Weihnachtsschmuck normalerweise besser nicht tun sollte - nämlich rauchen! Ihren großen, O-förmigen Mündern entströmt eine bläuliche Rauchfahne, welche den Raum nicht - wie von einigen Personen gern behauptet wird - mit Kirchenmief sondern dem Duft von Tannen, Weihrauch oder Sandelholz erfüllt.
Damit die Räuchermännchen so schön rauchen können, sind sie von innen hohl und bieten auf einer metallenen Ablagefläche Platz für eine Räucherkerze bzw. einen Räucherkegel.


Original Crottendorfer Räucherkerzen
Die Räucherkerzen bestehen aus dem Harz des Weihrauchbaums, Holzkohle, Kartoffelmehl, Sandelholz und Rotbuchenmehl. Diese Zutaten werden zu einem feuchten Brei vermahlen, in die typischen Kegelformen gepresst und getrocknet. In der Regel werden sie in zwei Größen angeboten: Die großen messen etwa 3 cm, und die kleinen sind rund 1,5 cm groß. Produziert werden sie fast ausschließlich in den drei sächsischen Standorten Neudorf (Huss-Original Neudorfer Räucherkerzen), Crottendorf (Original Crottendorfer Räucherkerzen) und Wildruff-Grund (KNOX). Der einzig nicht sächsische Betrieb, welcher ebenfalls Räucherkerzen und anderes Räucherwerk herstellt, ist die Carl Jäger Räuchermittelfabrik in Höchst im Odenwald (Original Jäger´s Duft-Räucherkerzen). Wenn Ihr also einen Räuchermann zu Hause habt und betreiben wollt, dann verwendet nur die dafür vorgesehenen und gerade genannten Räucherkerzen. Achtet dabei auf die richtige Größe. Die großen Räucherkegel sind für Räuchermänner von etwa 17 - 20 cm gedacht, die kleinen für welche mit einer Größe von ca. 12 cm.
Brandablagerungen im Innenraum
Von Zeit zu Zeit müssen der Innenraum sowie die Metallauflage für die Räucherkerze gereinigt werden. Durch das Abbrennen entstehen Harz- und Duftstoffablagerungen, welche beim Räuchern dem Ganzen einen unangenehmen Geruch verleihen oder im schlimmsten Falle sogar Feuer fangen. Zur Reinigung empfehlen sich warmes Wasser mit etwas Spülmittelzusatz (Prilwasser oder auch original erzgebirglerisch "Fitwasser" genannt) und eine Bürste. Der Rauchkanal, welcher durch den Mund austritt, ist am besten mit einem Pfeifenreiniger zu säubern. Räucherkerzen sowie das Räucherwerk an sich werden während der Benutzung heiß. Betreibt daher Euren Räuchermann stets unter aufsicht und stellt ihn auf eine feuerfeste Unterlage. Betreibt den Räuchermann nicht, wenn die Metallablage für die Räucherkerze fehlt oder durchgeglüht ist. Haltet genügend Abstand zu leicht entflammbaren Materialien und wählt den Standort so, dass der Räuchermann nicht von Kindern oder Haustieren im Spiel heruntergerissen werden kann.

Und nun viel Spaß beim Räuchern!

© C. Müller

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