Donnerstag, 20. September 2012

GLORIA Typ KS 6 Bj. 1959

Hersteller: GLORIA-WERKE
KOHLENSÄURE-SCHNEELÖSCHER
Typ: KS 6
Baujahr: 1959
Bauart: K 6 - Gaslöscher
Inhalt: 6 kg Kohlendioxid (Kohlensäure)
Gewicht des gefüllten Geräts: 21 kg

Geschichte
Ein sehr seltenes Exemplar aus dem Hause GLORIA, welches heute fast überhaupt nicht mehr zu bekommen ist. Der Feuerlöscher trägt alle Merkmale der späten 1950er Jahre und verfügt neben dem detailverliebten, in grüngold gehaltenem Schriftbild über ein Drehventil zur Auslösung, welches bei diesem Modell schwarz lackiert ist. Zum charismatischen Erscheinungsbild gehören ebenso der große Handgriff sowie das lange, trichterförmige Schneerohr. Dieses besteht im Griffbereich aus Holz und ansonsten aus mit einer Art Kunststoff beschichteter Pappe.
Ebenfalls typisch für die 1950er und frühen 1960er Jahre ist das Fehlen einer Berstscheibensicherung, wodurch solche Geräte sehr Empfindlich in Bezug auf Temperaturen von über 30 °C sind. Ab einer Temperatur von 31,4 °C geht Kohlendioxid schlagartig von der Flüssiggase in die Gasphase über und da dieses Modell eben noch keine Berstscheibensicherung besitzt, die bei Überdruck abbläst, würde dieser Feuerlöscher irgendwann dicke Backen kriegen und wenn das passiert, dann kann man nur in Deckung gehen. Wenn das knallt, sitzt da ein richtiges Pfund hinter und die Bude ist umgebaut. Deshalb, bei solch alten Geräten liegt die maximale Temperaturgrenze 35 °C, darüber wird's gefährlich. Aus diesem Grunde sind die alten Flaschen ohne Überdrucksicherung auch "nur" mit 190 bar abgedrückt und nicht mit 250 wie die neueren. Der Füllfaktor dieser Feuerlöscher lag dementsprechend niedriger, nämlich bei 0,66 kg / l (bei modernen Geräten beträgt dieser 0,75 kg / l).
Zum Einsatz kamen solche Geräte aufgrund ihres hohen Preises fast ausschließlich in der Industrie und zwar überwiegend dort, wo eine besondere Gefahr durch brennbare Flüssigkeiten bestand. Besonders verbreitet waren sie auch überall dort, wo ein rückstandsfreies und elektrisch nicht leitendes Löschmittel erforderlich war. So wurden sie in großen Zahlen in Kraftzentralen und elektrische Betriebsräumen sowie im Bereich von großen und teuren Maschinen wie z.B. Generatoren und Turbinen installiert.
Der Feuerlöscher war, als ich ihn 2005 bekam, gute 45 Jahre alt und noch gefüllt. Eine Wartung scheint in dieser langen Zeit niemals stattgefunden zu haben und trotzdem hat er nach Betätigen des Handrades einwandfrei funktioniert! Ein seltenes und gut erhaltenes Stück Brandschutzgeschichte.

© C. Müller

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