Mittwoch, 7. Februar 2018

Brandschutz im Treppenhaus - gefährliche Anhäufung von Brandlasten

Gerade das Treppenhaus sorgt in vielen Mehrfamilienhäusern immer wieder für Zoff zwischen den einzelnen Parteien und der Streit dreht sich meistens um die Frage, was dort abgestellt werden darf und was nicht. Mieter gegen Mieter, Mieter gegen Vermieter, Vermieter gegen Mieter und der Haussegen hängt gehörig schief.
Fakt ist: So wie hier links auf dem Bild zu sehen, sieht es in den wenigsten Treppenhäusern aus. Aber was darf ich denn nun dort abstellen und wer hat das Recht, mir das Abstellen von Gegenständen zu untersagen?
Grundsätzlich gilt folgendes:
Der Vermieter trägt die Verkehrssicherungspflicht des Gemeinschaftsraums "Treppenhaus" und ist daher berechtigt, Regeln für eine bestimmungsgemäße Nutzung von Treppenhäusern und auch Fluren aufzustellen. Deshalb ist jeder Mieter erst einmal generell an die Hausordnung gebunden! Einfach ignorieren geht nicht und etwaige Streitigkeiten oder Ausnahmen können meistens nur vor Gericht entschieden werden.
Es gibt natürlich schon diverse Gerichtsurteile zu diesem Thema, welche teilweise auch entgegen den Weisungen einer Hausordnung das Abstellen von Kinderwagen und Gehilfen unten im Treppenhaus erlauben, wenn der Mieter zum Beispiel aufgrund eines fehlenden Aufzugs keine Möglichkeit hat, diese in die Wohnung zu befördern.
Das Argument des Platzmangels in der Wohnung selbst gilt allerdings nicht! Heutige Kinderwagen, Rollstühle und Rollatoren sind zusammenklappbar, sodass sie auch in der kleinsten Ecke Platz finden. Das macht zwar ein bisschen Arbeit, doch möglich ist es.

Was nach dem Mietrecht oder etwaigen Hausordnungen im Treppenraum abgestellt werden darf oder nicht, soll uns hier aber nicht weiter interessieren, denn worum es uns hier gesehen soll, sind natürlich die Belange des Brandschutzes sowie eine rasche Evakuierung des Gebäudes im Brandfall.
Das Treppenhaus ist nämlich nicht nur der Weg, über welchen jeder Mieter in seine Wohnung gelangt sondern oft auch der erste und oft auch einzige Flucht- und Rettungsweg!



Bei Neubauten stellt die Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes hohe Anforderungen an die Treppenräume, doch setzt sie hierbei natürlich nur allgemeingültige Richtlinien fest und befasst sich nicht mit Schuhen, Plastikpötten, Kinderwagen oder Rollatoren.
Dass ein Treppenraum jedoch möglichst frei von Brandlasten jeglicher Art zu halten ist, lässt sich aus §15 Absatz 1 LBO leicht ersehen, denn hier heißt es:
"Bauliche Anlagen sind so anzuordnen und zu errichten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung) vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind."
Schuhe, Kinderwagen, Garderoben, Schränkchen und wat nich alle verengen einerseits den Fluchtweg und bieten dem Feuer im Falle eines Brandes noch zusätzliche Nahrung. Zudem schaffen sie eine gefährliche Feuerbrücke im ansonsten nicht brennbaren Treppenhaus und sorgen obendrein noch für eine sehr schnelle Verqualmung des gesamten Gebäudes. Das in vielen Schuhsolen und Rädern von Kinderwagen verwendete Gummi wird beim Vulkanisieren durch Schwefelverbindungen weich und elastisch gemacht, wodurch bei einem Brand schnell große Mengen von tödlich giftigem Schwefeldioxid und Schwefelwasserstoff freigesetzt werden. Auch Kunststoffe, wie sie in Textilien und Stoffen Verwendung finden, entwickeln im Brandfall Stickoxide, Cyane, Furane, verschiedene Chlor- und Schwefelverbindungen sowie einen ganzen Riemen anderer, teils hochgiftiger Verbrennungsprodukte.
So sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass egal welcher im Treppenhaus abgestellte Gegenstand im Brandfall das Leben aller Bewohner des Hauses bedrohen kann. Es sollte somit schon aus Gründen des Selbstschutzes im Interesse eines jeden Mieters liegen, auf die Vermeidung unnötiger Brandlasten sowie auf freie Zugänge zu achten.

Vermieden werden sollte das Ab- bzw. Bereitstellen von:
  • Schuhen
  • Schuhschränken
  • Getränkekisten
  • Garderoben
  • Schirmständern
  • Abfallbehältern
  • Kinderwagen**
  • Rollatoren**
  • Rollstühlen**
**Nur wenn eine Verbringung in die Wohnung nicht möglich ist und der Fluchtweg nicht verengt wird! Hausordnung beachten! Klärung mit dem Vermieter und den anderen Mietparteien im Vorfeld!

Verboten ist das Abstellen und die Lagerung von:
  • Autoreifen (auch in Kellerräumen)
  • Fahrräder
  • Sperrmüll (auch in Kellerräumen)
  • Gasflaschen (auch in Kellerräumen)
  • brennbaren Flüssigkeiten (auch in Kellerräumen)

Beruflich bin ich öfter mal in Mietshäusern unterwegs und was man da teilweise so vorfindet, ist wirklich schockierend! Im krassesten Fall stapelten sich im Erdgeschoss vor der Hoftür sechs Autoreifen, direkt vor der Treppe standen fünf Kinderwagen und zu Guter letzt war das hölzerne Treppenhaus des Altbaus vom EG bis rauf ins 5. OG mit Teppich bespannt. Zudem hortete jede der acht Mietparteien vor der Wohnungstür gut ein Dutzend Schuhe nach dem Haufenprinzip und der Keller platzte vor Sperrmüll aus allen Nähten. Ein Haus, in dem ICH nicht eine einzige Minute ruhig schlafen könnte! Auch wenn man sich noch so viele Rauchmelder in die Bude hängt... DA kommt keiner mehr raus!
Die auf dem Bild gezeigten Verhältnisse sind jetzt zwar nicht so krass, wie in dem gerade genannten Beispiel, aber so ganz ideal ist die Situation nun auch wieder nicht. Eine Fußmatte hat wohl jeder vor der Tür liegen, das gehört halt dazu und da kann man auch nicht meckern (vorausgesetzt die Fußmatte hat auch nur die Ausmaße einer Matte und nicht die eines Teppichs). Der Kinderwagen gehört aber - wenn man es ganz genau nimmt - IN die Wohnung, da dieses Foto nämlich im 3. OG aufgenommen wurde und der Kinderwagen mit dem Aufzug dorthin gelangt ist. Vielleicht ist es vom Vermieter so genehmigt - muss von Fall zu Fall individuell entschieden werden. Nur im Weg darf er nicht stehen und das war auch hier nicht der Fall.
Die Fahrräder haben da allerdings nichts zu suchen, denn ein einzelner der Reifen reicht im Brandfall aus, das ganze Treppenhaus mit dickem, giftigem Rauch zu füllen. Außerdem kann man über so ein Fahrrad ganz hervorragend stolpern, vor allem, wenn es umkippt (kenne ich aus eigener Erfahrung).

Zusammenfassend lässt sich also sagen:
Grundsätzlich sind Treppenhäuser und Flure in Mehrfamilienhäusern so frei wie möglich von Brandlasten jedweder Art zu halten. Im Idealfall stehen nirgendwo Kinderwagen, Rollatoren oder Schuhe, Schränkchen und so weiter und so fort.
Kinderwagen, Rolatoren und andere Gehhilfen dürfen nur  abgestellt werden, wenn sie nicht in die Wohnung gebracht werden können, wenn sie aus Gründen der Eigentumssicherung nicht am Geländer festgekettet werden und wenn sie nicht im Weg stehen!
Fahrräder, Müllsäcke oder Autoreifen haben im Treppenhaus nichts verloren!
Des Weiteren solltet Ihr darauf achten, dass die Haustür immer geschlossen ist! Gerade in sozialen Brennpunkten kommt es häufig vor, dass durch offenstehende Haustüren Fremde ins Treppenhaus gelangen und mangels Hirn dort abgestellte Dinge anzünden. Hört man immer wieder und deshalb ist Vorsicht geboten.
Apropos Haustür: Darf diese Nachts abgeschlossen werden? Nein, darf sie nicht! Aber das ist ein anderes Thema, zu welchem es gesondert noch etwas zu lesen geben wird.

Nehmt Rücksicht aufeinander, befolgt die Hausordnung und stellt so wenig wie möglich - am besten gar nichts - ins Treppenhaus.
Zum Schluss noch ein kleiner Appell an die Vermieter: Auch wenn (noch) keine Verpflichtung dazu besteht, sollten im Treppenhaus Feuerlöscher der Brandklassen A und B in ausreichender Anzahl bereitgestellt und betriebsbereit gehalten werden (z.B. GLORIA SK 6 STAR (21A/233B) oder SE+ 6 STAR (34A/183B)).

©. Menzel 2018

Mittwoch, 29. November 2017

Das Sprengstoffgesetz und seine Verordnungen zum Thema „Silvester

Heiligabend nähert sich mit großen Schritten und wenn das Christkind erst einmal vor der Tür steht, ist es auch nicht mehr lang hin bis Silvester.
Ich hatte vor einigen Jahren in diesem Artikel schon einmal etwas über zugelassenes sowie illegales Feuerwerk geschrieben sowie auch in diesem und freue mich ganz besonders über Gastbeitrag zu diesem Thema aus der Redaktion des Bußgeldkataloges.

In Deutschland gehört es mittlerweile zu einer Tradition, jedes neue Jahr mit einem großen Feuerwerk zu begrüßen. Daher werden schon viele Tage vor Silvester, dem 31.12 jedes Jahres, eine große Menge an Feuerwerkskörpern, Silvesterknaller und Co, ver- und gekauft. Die meisten Menschen freuen sich darauf, sich an Silvester so richtig auszutoben und vergessen dabei, dass auch an diesem Tag einige Bestimmungen zur Nutzung von Feuerwerkskörpern bestehen. Der folgende Text klärt auf.

Die Sprengstoffverordnung resultiert ursprünglich aus dem Gesetz gegen den verbrecherischen und gemeingefährlichen Gebrauch von Sprengstoffen aus dem Jahre 1883. Die heute Fassung, welche kein Strafgesetz sondern vielmehr ein gewerbliches Gesetz darstellt, findet ihren Ursprung im Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe (Explosivstoffe), welches im Jahr 1969 in Kraft trat. Das Sprengstoffgesetz verfolgt verschiedene Ziele, zu denen unter anderem folgende gehören:

  • Überwachungsfunktion (überwacht den korrekten Gebrauch von Sprengstoffen)
  • Erlaubnisfunktion (regelt die Zulassung von Sprengstoffen & die Berechtigungsbestimmungen bzgl. des Gebrauchs von Explosivstoffen)
  • enthält Bestimmungen und Vorschriften hinsichtlich der Ein-und Ausfuhr von Sprengstoffen sowie eine allgemeingültige Richtlinie zum Umgang mit Feuerwerksraketen, der korrekten Kennzeichnung der Verpackung von Feuerwerk, den gesetzlichen Anforderungen an die Explosivstoffe etc.

Wie schon erwähnt, gehört es in Deutschland zur Tradition, an Silvester ein großes Feuerwerk zu zünden. Heutzutage gibt es jedoch eine Vielzahl von Feuerwerkskörpern und Silvesterknallern, die frei im Handel zugänglich sind. Dabei bestehen auch an Silvester verschiedene Bestimmung zur Nutzung dieser. Diese sollen maßgeblich zur Sicherheit der Bevölkerung und der Umwelt beitragen. Einige gesetzliche Bestimmungen sind im Rahmen der Sprengstoffverordnung von besonderer Wichtigkeit, so z.B. folgende:

  •  Aufwendige und Pyrotechnik oder Feuerwerke dürfen nur von fachkundigen und ausgebildeten Pyrotechnikern gezündet werden. Zuvor bedarf es einer Erlaubnis entsprechender Behörden, welche die Zuverlässigkeit und die Sachkundigkeit des Betreffenden prüfen.
  • Zu Silvester, also in der Nacht vom 31.12 zum 01.01 des Folgejahres dürfen auch Privatpersonen Feuerwerke und andere Pyrotechnik zünden. Hierbei spielt jedoch die zulässige Art und Klasse der Feuerwerkskörper, welche in der ersten Verordnung des Sprengstoffgesetzes vorgegeben ist, eine wichtige Rolle.
  • Außerhalb von Silvester, also im Verlaufe des Jahres, dürfen Privatpersonen kein Feuerwerk zünden. Möchten sie dies im Rahmen eines Geburtstages oder einer Hochzeit doch tun, bedarf es der Genehmigung und Erlaubnis einer zuständigen Behörde. Diese legt fest an welchen Ort und in welchem Zeitraum das Feuerwerk gezündet werden darf. Das Zünden eines Feuerwerkes ohne Erlaubnis ist illegal und wird laut Bußgeldkatalog bzw. Bußgeldtabelle mit einer Geldstrafe geahndet.
  • Auch an Silvester herrscht an verschiedenen Orten ein generelles Zündverbot. Feuerwerkskörper und andere Pyrotechnik darf nicht in der Nähe von Kirchen, Alten- oder Kinderheimen sowie Krankenhäusern gezündet werden.


Wer gegen diese oder andere Auflagen des Sprengstoffgesetzes zwischen dem 02.01 und 30.12 eines jeden Jahres verstößt, begeht laut Bußgeldkatalog eine Umweltschutzordnungswidrigkeit und wird mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bestraft. Strafbar macht sich auch, wer ohne Erlaubnis mit explosivgefährlichen Stoffen handelt, diese verwendet oder an nicht berechtigte Personen weitergibt oder zur Benutzung überlasst. Eines dieser Vergehen kann neben einer Geldstrafe auch eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen.


Weitere Informationen zum Thema „Sprengstoffgesetz“ finden Sie hier. Zudem bietet das kostenlose Ratgeberportal www.bussgeldkatalog.net viele weitere Informationen, eBooks und Ratgeber zu Themen, wie Verkehrsrecht, Punktesystem und Bußgeldbescheid.

© Bußgeldkatalog 2017 

Freitag, 15. September 2017

GLORIA Typ PD 6 G Bj. 1980

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN FEUERLÖSCHER
Typ: PD 6 G
Baujahr: 1980
Bauart: PG 6 L - Dauerdrucklöscher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 50/79
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Treibmittel: Stickstoff
Betriebsdruck: ca. 15 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 9,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1979 - 1982


Geschichte:
Hier haben wir einen klassischen GLORIA Typ PD 6 G der allerersten Generation. Typische Merkmale dieser frühen Modelle ist der geteilte Siebdruck durch den mittig verschweißten Behälter sowie die mit einem rutschfesten Gummiüberzug versehene Ventilaramtur.
Der Schlauchanschluss wird nun ab 1979 erstmals über ein Gewinde hergestellt, wodurch der Schlauch nun bei der Instandhaltung einfach abgenommen werden konnte. Die Löschdüse am Ende des Schlauches wechselte ihre Farbe von weiß nach rot und die Schlauchhalterung wurde mit einer stoßfesten Kunststoffummantelung versehen.
Die PD-Reihe ist von der Konstruktion her als direkter Nachfolger der GD-Reihe zu sehen und trat 1979 neben den bereits seit einem Jahr am Markt befindlichen Typ PA.
Seinen Einsatz dürfte er bis auf eine Handvoll Geräte ausschließlich in den Kellern privater Haushalte gefunden haben. Dieser Umstand erklärt, warum er heute noch hin und wieder auftaucht - in einem solch tadellosen Zustand wie dieses Modell hier allerdings nur noch sehr selten.
Ein sehr schönes und in diesem Zustand wirklich selten gewordenes Stück Brandschutzgeschichte aus privaten Haushalten.
Das Foto ist etwas in die Buxe gegangen und wird demnächst durch ein neu aufgenommenes, gerades ersetzt.

©. Menzel 2017  


Samstag, 9. September 2017

GLORIA Typ Si 10 LW Bj. 1991

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN FEUERLÖSCHER
Typ: Si 10 LW
Baujahr: 1991
Bauart: S 10 H-0 - Aufladelöscher mit innenliegender Treibgaspatrone, nicht frostsicher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 14/83
Inhalt: 10 l Schaum (9,3 l Wasser + 0,7 l LW-100)
Treibmittel: 75 g Kohlendioxid
Betriebsdruck: ca. 8 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 16,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1983-1992

Geschichte:
In den 30 Jahren, die ich mich nun schon mit den GLORIA-Feuerlöschern beschäftige, habe ich wohl mal gehört, dass es einen Typ Si 10 LW gegeben haben soll, doch gesehen hatte ich bis dato noch nie einen. Hier ist er nun; in echt, live und in Farbe: Ein später Si 10 LW aus dem Jahre 1991. Sensationell!
Nachdem Schaumlöscher in den 1960er Jahren bei GLORIA und auch anderswo gänzlich vom Markt verschwanden, wurde 1973 ein neuartiger Schaumlöscher vom Typ Wi 10 LW vorgestellt. Neu war vor allem der als "Light Water" bezeichnete Schaumbildner, welcher damals als völlig unbedenklich galt, heute aber als schädlich eingestuft wird (PFOS). Der Typ Wi 10 LW ist auch so eine Legende, welche ich immer noch fieberhaft suche; vor allem die frühe Version mit Edelstahlbehälter!
Naja, kommen wir mal zu unserem Si 10 LW zurück. Der Behälter ist zwar nicht aus Edelstahl, doch für damalige Verhältnisse mit einer sehr aufwändigen Innenbeschichtung versehen. Das Light Water war auch nicht billig und da dieser Löscher ganze 700 ml davon enthält (der EN3-Nachfolger SKK 9 LW kam mit weniger als einem Drittel aus), war er dementsprechend teuer... sogar sündhaft teuer! Zudem war das ABC-Pulver in den 1980er und auch den frühen 1990er Jahren immer noch die erste Wahl - von Schaumlöschern hielt man noch nicht so viel.

Sein hoher Preis und die Skepsis gegenüber dem Schaum machten ihn von Natur aus schon sehr selten - ich habe wie gesagt nie einen in freier Wildbahn erwischen können und auch Jahrzehnte später halten sich die wenigen erhalten gebliebenen Geräte im Verborgenen.
Sein Einsatzgebiet lässt sich aufgrund seiner Seltenheit nicht klar definieren, doch geeignet hätte er sich sowohl für Supermärkte, Schulen, Ämter, Büros sowie auch Industrie und Gewerbe. Besonders Flüssigkeitsbrände der Brandklasse B konnten mit dem filmbildenden LW-100-Gemisch hervorragend gelöscht werden und dieser Löscher machte Schaum, Unmengen an Schaum - Schaum ohne Ende! Seht Euch nur mal das Schaumrohr an - toll!

Da er von Hause aus schon sehr selten war und viele Geräte vom aggressiven LW-100-Mix durchgefressen worden und auf dem Schrott gelandet sind, ist der Si 10 LW gerade heute natürlich ganz besonders selten und ich bin sehr stolz, Euch dieses toll erhaltene Modell hier präsentieren zu können!

©. Menzel 2017 

GLORIA Typ PD 6 G Bj. 1984

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN FEUERLÖSCHER
Typ: PD 6 G
Baujahr: 1984
Bauart: P 6 L - Dauerdrucklöscher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 50/79
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Treibmittel: Stickstoff
Betriebsdruck: ca. 15 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 9,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1984


Geschichte:
Hier habe ich einen GLORIA Typ PD 6 G aus dem Jahre 1984 für Euch und dieser ist insofern etwas besonderes, als dass er nur maximal ein Jahr lang in dieser Form produziert worden ist. Das 1984 eingeführte Grunddesign präsentiert sich im ganzen wieder etwas runder und legt sämtliche Ecken und Kanten des Vorgängerdesigns ab 1978 wieder ab.
Der Rahmen ist, geschwungen, die Bilder zur Bedienungsanleitung rund und das Einzige, was noch eckig ist, sind die Brandklassen-Piktogramme.
Das Besondere ist nun, dass dieser Typ PD des Jahres 1984 mit nur zwei Bildern bei der Bedienung auskommt und somit die Vorlage des Vorgängermodells eins zu eins übernimmt. Schon ab 1985 stehen an dieser Stelle drei Bilder.

Zum Einsatz kamen Löscher wie dieser hier vornehmlich in Privathaushalten, denn erheblich günstiger als ein Auflader zogen sie anstelle eines Pi´s ins traute Heim und sorgten für den gesetzlich vorgeschriebenen Schutz neben den Öltanks der Heizung.
Als ich klein war, hingen diese Löscher jedoch auch bei uns im Aldi am Mondschein - teilweise gleich zwei oder gar drei hintereinander - toll! Nie werde ich diesen Anblick vergessen!
Ein schönes und seltenes Stück im besten Erhaltungszustand.

©. Menzel 2017 

Mittwoch, 6. September 2017

Brandmeldeanlagen

Brandmeldeanlagen: Technik und Einsatzgrundsätze
Jede Alarmierung durch eine automatische Brandmeldeanlage ist vom Personal in der Leitstelle sowie von den ausrückenden Einsatzkräften unbedingt ernst zu nehmen, unabhängig von der Zahl vorausgegangener Fehlalarme. Schließlich werden Brandmeldeanlagen nur dort installiert, wo eine erhöhte Gefahr für Personen oder Sachwerte besteht.
Um im Einsatz richtig agieren zu können, sind natürlich spezielle Kenntnisse der Einsatzkräfte nötig. Das Buch Brandmeldeanlagen liefert alle Informationen, die für Einsätze mit Brandmeldeanlagen wichtig sind.
Zunächst sind der technische Aufbau und die Funktion von Brandmeldeanlagen, Brandmelderzentrale und Brandmeldern beschrieben.
Danach erfährt der Leser alles Wesentliche rund um die speziellen Einrichtungen für die Feuerwehr wie z. B. das Feuerwehr-Schlüsseldepot, das Feuerwehr-Anzeigetableau oder die Feuerwehr-Laufkarten.
Zuletzt ist dargestellt, wie die Einsatzkräfte nach der Auslösung des Alarms korrekt vorgehen und welche Einsatzmaßnahmen am und im betroffenen Objekt sie treffen müssen. Hierzu gehören unter anderem das Auslesen der Informationen der Brandmelderzentrale und die Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft.
Wie alle Bände der Reihe „Fachwissen Feuerwehr“ ist auch dieses mit zahlreichen Abbildungen illustriert. Grafisch hervorgehobene Merksätze und Hinweise erleichtern das Abspeichern der Informationen. Mit Selbsttestfragen zu jedem Thema kann der Leser sein Wissen testen. Die Lösungen dazu findet er am Ende des Buches.


Hans Kemper
Brandmeldeanlagen
Technik und Einsatzgrundsätze
Reihe: Fachwissen Feuerwehr
2017, Softcover, 88 Seiten
ecomed SICHERHEIT, ecomed-Storck GmbH
Einzelpreis: EUR 12,99
ISBN 978-3-609-69654-6
Direkt zum Produkt:

Donnerstag, 24. August 2017

GLORIA Typ PD 6 Bj. 1981

Hersteller: GLORIA-WERKE
DIN FEUERLÖSCHER
Typ: PD 6
Baujahr: 1981
Bauart: P 6 L - Dauerdrucklöscher
Zulassungs-Kennzeichen: P1 - 52/79
Inhalt: 6 kg BC-Pulver
Treibmittel: Stickstoff
Betriebsdruck: ca. 15 bar bei 20 °C
Gewicht des gefüllten Geräts: 9,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: 1979 - 1982


Geschichte:
Hier haben wir aber mal wirklich etwas ganz Besonderes - einen GLORIA Typ PD 6 von 1981. Jaha, das habt Ihr schon richtig gelesen... es ist kein PD 6 G mit ABC-Pulverfüllung sondern tatsächlich der einfache PD 6 mit BC-Pulver in der Ausführung von 1979-82. Sensationell!
Der PD 6 G war millionenfach verbreitet und taucht auch heute noch hier und da mal auf, aber den PD 6 sehe ich in dieser Ausführung seit über 30 Jahren das erste Mal - wie kann das sein?
Ich vermute, dass es mit einer Änderung der Bestimmungen zum Schutz von Ölheizungen zu tun hat.

Seit ihrer Einführung zur Mitte der 1960er Jahre wanderten die einfach konstruierten und günstigen Dauerdrucklöscher in die Keller der Privathäuser. Werbeanzeigen von GLORIA und MINIMAX aus den späten 1960er Jahren konnte ich entnehmen, dass zum Schutz von Ölheizungen ABC- und BC-Pulverlöscher gleichermaßen beworben wurden und aus dieser Zeit sind auch heute noch deutlich mehr BC-Löscher anzutreffen, als solche mit ABC-Pulver - schlicht, weil sie günstiger waren.
In den 1970er Jahren änderte sich das Verhältnis drastisch: Die BC-Pulverlöscher verloren zur Mitte hin zunehmend an Bedeutung und verschwanden bis Ende der 1970er Jahre fast völlig in der Versenkung.
Ursächlich hierfür könnte eine Neufassung der Feuerungsverordnung gewesen sein, denn in einem Auszug der FeuVO von 1977 heißt es, dass bei Lagerung von Heizöl Feuerlöscher anzubringen sind, welche die Brandklassen A, B und C abdecken. DAS könnte das recht plötzliche Verschwinden der BC-Dauerdrucklöscher schlüssig erklären, oder was meint Ihr?

Ich hatte angenommen, dass die Ära der BC-Dauerdrucklöscher bei GLORIA bereits 1978 mit der Einführung der PA-Reihe zu Ende gegangen wäre, aber hier lag ich dann wohl etwas daneben. Wirklich sensationell, zumal der PD 6 wieder eine vernickelte Druckhebelarmatur besitzt... diese hat es seit 1973 nicht mehr gegeben.

Tja - was ich mich jetzt frage ist: Wo hatte dieser PD 6 seinen Einsatzbereich? Ölheizungen fallen raus, da die Brandklasse A nicht abgedeckt wird. Private Garagen eher auch nicht, da Reifenbrände mit einem solchen Löscher nicht einzudämmen waren.
Ich kann mir nur vorstellen, dass er in kleinen Betrieben zu finden gewesen sein könnte, wo es eben hauptsächlich Gefahren durch brennbare Flüssigkeiten und brennbare Gase gegeben hat. Große Industriebetriebe waren hier allerdings bestimmt nicht darunter, da diese immer schon auf die langlebigeren Aufladelöscher gesetzt haben.

Ein Feuerlöscher, welcher nur ein Nischendasein geführt haben dürfte, was ihn in diesem unverschämt guten Zustand heute extrem selten macht. Zudem denke ich, dass es die wirklich letzte Ausführung überhaupt ist. Seinen Nachfolger ab 1983 hat es meines Wissens nicht mehr in der BC-Variante als einfachen PD 6 gegeben.
Vielen Dank an meinen Sammlerkollegen Samuel, welcher mir dieses tolle Stück mitgebracht hat.

©. Menzel 2017