Sonntag, 23. März 2014

Piktogramme der Brandklassen 1973 - 2005 (GLORIA)

Um brennbaren Stoffen ein geeignetes Löschmittel zuweisen zu können, werden diese in Brandklassen unterteilt und die aktuell gültige DIN EN 2 unterscheidet zwischen den Brandklassen A (feste Stoffe), B (flüssige Stoffe), C (Gase), D (Metalle) und F (Speisefett).
Im Gegensatz zum Feuerlöscher selbst ist die eindeutige Kennzeichnung der Brandklassen in Form von Piktogrammen jedoch eine recht neue Erscheinung, denn es solche Piktogramme gibt es erst seit etwa 1973. Vor Einführung der Piktogramme für die Brandklassen verschwanden die Angaben zur Eignung im Kleingedruckten oder sie tauchten nur auf einem separaten Aufkleber auf, welcher oft seitlich oder an der Rückseite des Geräts befestigt war.

Menschen, die sich so wie ich sehr gut mit Feuerlöschern auskennen, brauchen keine Angabe der Brandklassen um zu wissen, für welche Brände das Gerät geeignet ist, doch da davon ausgegangen werden muss, dass ein Feuerlöscher in gut 99 % der Fälle von einem Laien bedient wird, der nicht die geringste Ahnung von solch einem Gerät hat, muss die Eignung des Löschers auf den ersten Blick erkennbar und auch von weitem schon deutlich sichtbar sein.

Nicht genormte Piktogramme 1973 - 1978
Als die Piktogramme für die Brandklassen im Jahre 1973 eingeführt worden sind, war die Gestaltung dieser scheinbar allein den Herstellern überlassen, d.h. jeder Hersteller von Feuerlöschgeräten konnte die Piktogramme für die Brandklassen so gestalten, wie er wollte. Einige Gemeinsamkeiten in der Darstellung waren zwar durchaus vorhanden, doch unterschieden sich die Piktogramme von GLORIA zum Beispiel deutlich von denen aus den Häusern MINIMAX oder WINTRICH.
Da ich mich auf Geräte von GLORIA spezialisiert habe, werden als Beispiel für die nicht genormten Piktogramme für die Brandklassen A, B, C und E natürlich die Darstellungen der GLORIA-WERKE benutzt, welche ich von einem noch nicht verklebten Etikett aus den 1970ern eingescannt habe. Wegen ihrer Seltenheit und aufgrund der Tatsache, dass Metallbrandlöscher in Anlehnung an die DIN 14406 als Sonderlöscher gelten (und weil ich kein Piktogramm dafür zur Hand habe), wird die Brandklasse D, welche zur Kennzeichnung von Bränden von Metallen verwendet wird, außen vorgelassen.
By the Way: Gab es die Brandklasse D überhaupt schon? Mir ist zumindest nichts darüber bekannt...

Brandklasse A

Da die Brandklasse A Bränden von Feststoffen zugeordnet ist, werden im Piktogramm brennende Holzscheite gezeigt, welche in hellen Flammen stehen. Links unten ist zur Kennzeichnung recht klein ein "A" abgedruckt.










Brandklasse B
Brandklasse B bezieht sich auf Brände von flüssigen oder flüssig werdenden Stoffen und das Piktogramm hierfür ist besonders eindrucksvoll durch zwei liegende oder rollende Fässer dargestellt, welche brennbare Flüssigkeiten enthalten. Auch hier unten links: Ein kleines "B".








Brandklasse C
Die Brandklasse C ist für Brände von Gasen bestimmt und das Piktogramm ist dementsprechend gestaltet. Die GLORIA-WERKE verwenden hier einen klassischen Gasbrenner, wie er z.B. auch heute noch in Gasherden zu finden ist. Unten links: Das "C".








Brandklasse E
Hier kommt mein persönliches Lieblingspiktogramm - die Brandklasse E, welche für Brände in elektrischen Anlagen steht. Die GLORIA-WERKE bedienten sich zur Darstellung einer Freileitung sowie dem typischen, im Elektrobereich verwendeten Blitz. Die GLORIA-WERKE sind hier besonders detailgetreu vorgegangen, denn es wurde in Bezug auf die Greilietung eine Niedervoltleitung abgebildet, wie es sie mit Holzpfahl und kleinen Keramikisolatoren auf dem Lande auch heute noch gibt. Sehr eindrucksvoll! Auch hier steht links unten klein ein "E". Die Brandklasse E wurde im Jahre 1978 ersatzlos gestrichen.



Genormte Piktogramme 1978 - 2005
Im Jahre 1978 erfolgte eine herstellerübergreifende Normung der Piktogramme für die Brandklassen A, B und C. Der Grund hierfür ist einfach: Da wie eingangs schon erwähnt worden ist, werden Feuerlöscher in den meisten Fällen von Laien bedient und für diese war es durch die Piktogramme für die Brandklassen zwar schon einfacher, den passenden Löscher für den jeweiligen Brand zu finden, doch war es aufgrund der uneinheitlichen Darstellung noch nicht optimal.
Die folgenden Piktogramme stammen ebenfalls von einem noch nicht aufgeklebten GLORIA-Etikett, doch unterscheiden sie sich aufgrund der Normung nicht mehr von denen anderer Hersteller. Wegen ihrer Seltenheit wurde auch hier wieder auf das Piktogramm der Brandklasse D verzichtet.

Brandklasse A
Die Brände von Feststoffen betreffende Brandklasse A wird, wie es die GLORIA-WERKE schon 1973 getan haben, in Form von brennenden Holzscheiten dargestellt. Allerdings sind es nun im Vergleich zum alten GLORIA-Piktogramm weniger Holzscheite und auch die Flammen wurden auf drei reduziert. Am Auffälligsten ist allerdings der übergroße Buchstabe "A", welcher sich unübersehbar oben rechts in der Ecke befindet.






Brandklasse B
Auch im Falle der Brandklasse B für Brände von flüssigen und flüssig werdenden Stoffen wurde größentechnisch etwas zurückgerudert, denn anstelle von zwei großen 160 l-Fässern, welche im Brandfalle zugegebener Maßen mit einem Feuerlöscher nicht hätten gelöscht werden können, wird nun ein einfacher Benzinkanister dargestellt. Neu hinzugekommen sind hier im Vergleich zum Vorgänger auch drei Flammen. Auch hier: Ein übergroßes "B" oben rechts.






Brandklasse C
Das Piktogramm der Brandklasse C für Brände von Gasen folgt weitgehend der alten Darstellung aus dem Hause GLORIA von 1973. Der haushaltsübliche Gasbrenner ist geblieben, doch ist er nicht mehr so detailgetreu und mehr stilisiert - sieht ein bisschen aus wie eine in Vollbrand stehende Pfeife. Auch hier befindet sich oben rechts übergroß der Buchstabe "C".







Da die Brandklasse E für Brände in elektrischen Anlagen bis 1000 V im Zuge der Normierung und gesetzlicher Vorgaben ersatzlos gestrichen worden ist, gibt es hier in Deutschland auch kein Piktogramm mehr. In Ländern wie der Schweiz zum Beispiel wurde die Brandklasse E beibehalten und das Piktogramm hierfür beschränkt sich lediglich auf ein großes "E" mit dem typischen Blitz.

2005 bis heute
Im Jahre 2005 erfolgte eine Überarbeitung der Piktogramme. Sie blieben überwiegend gleich, doch wurden sie weiter stilisiert und auch die Linienführung ist nun dünner. Einzelne Hersteller dürfen wohl von der einheitlichen Norm abweichen, da z.B. Hersteller wie MINIMAX bei den ganz neuen Geräten der PU-Serie ein eigenes Design verwendet.

© C. Müller   

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