Mittwoch, 9. November 2016

GLORIA Typ P 12 GD Bj. 1976

Hersteller: GLORIA-WERKE 
DIN PULVER 12
Typ: P 12 GD
Baujahr: 1976
Bauart: PG 12 L - Dauerdrucklöscher mit 16 bar Stickstoffpolster
Inhalt: 12 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 17,0 kg
Bauzeit nach diesem Muster: ca. 1975-76





Geschichte:
Hier haben wir einen herrlichen P 12 GD aus dem Jahre 1975 mit einem ganz besonderen und wirklich seltenem Ausstattungsmerkmal - einem Manometer!
Schaut man sich den zeitgenössischen Siebdruck der Serie D bzw. GD der 1960er und 1970er an, so wird man feststellen, dass auf den Bildchen der Bedienungsanleitung bei den Modellen von 1966 bis 1972 generell ein Feuerlöscher mit Manometer dargestellt wird und bei denen ab 1973 nur noch beim 12er. Die 6 kg-Geräte ab 1973/74 scheinen wie die Nachfolger der 80er Jahre nicht mit Manometer angeboten worden zu sein, das dieses weder im Siebdruck, noch in der Realität mal aufgetaucht ist.

Tatsächlich sah es so aus, dass höchstens 5 von 100 Geräten, welche mit Manometer im Siebdruck dargestellt wurden, auch wirklich eines besaßen.
Das hat jetzt weniger mit Verarscherei zu tun, als vielmehr mit den damaligen Kundenwünschen! Man konnte nämlich einen solchen Dauerdrücker wahlweise mit, oder auch ohne Manometer ordern - genauso wie heute (Abkürzung m. M. - mit Manometer).
Dauerdrucklöscher mit Manometer waren etwas teuerer als welche ohne und da ein Feuerlöscher für die meisten Leute eh nur ein aufgezwungener Posten auf der Rechnung war, wurde halt meistens drauf gepfiffen - weil eben ein paar Mark günstiger.
Für einen Hersteller war es natürlich in keinster Weise kalkulierbar, wie viele Leute nun welchen Typ mit oder ohne Manometer haben wollen könnten und deshalb wurde es bis 1972/73 generell draufgedruckt und von 1973/74 bis 1978 nur noch bei den 12ern.
Das Manometer konnte dann den Bestellungen entsprechend anstelle der Sechskantmutter einfach raufgeschraubt werden.

Das Modell mit Manometer wurde damals zumeist nur von solchen Leuten gewünscht, welche einen gewissen Grad an Selbstkontrolle über den Zustand des Löschers haben wollten, sprich:
sie wollten jederzeit selbst gucken können, ob der Löscher noch Druck hat. Eine nur bedingt feine Sache, denn solche Manometer können auch klemmen oder festgegammelt sein und dementsprechend lügen.
Ich hatte bei einem Löscher das Manometer mal abgedreht und es zeigte grün - obwohl es neben dem Löscher auf dem Tisch lag. Ähnliches habe ich ich bei einem Fettbrand-Dauerdrucklöscher erlebt... der Löscher war komplett leergebraten, aber hey - das Manometer voll im grünen Bereich!
Deshalb: Obacht! Meistens funktionieren die Manometer wie sie sollen, doch eben nicht immer und sie ersetzten keinesfalls die Arbeit eines Sachkundigen.

Auch sonst ist dieses 1975er Schwergewicht ein echtes Prachtexemplar. Die charismatische Armatur mit kurzem Druckhebel sieht auf der dicken 12 kg-Variante gleich nochmal so gut aus, da der extra lang gezogene und nach unten abgebogene Tragegriff die gleiche Linie wie der Behälterdeckel beschreibt und bündig mit diesem endet. Seht es Euch mal an - toll!
Auch der Aufdruck spiegelt die 1970er Jahre in allen Facetten wider. Der Behälter besteht aus zwei nahtlos gezogenen Teilen, welche mittig ringsherum miteinander verschweißt wurden - ebenfalls typisch für die GLORIA-Dauerdrucklöscher der 1970er Jahre.

Anzutreffen waren die P 12 GD fast ausschließlich in Privathaushalten mit 10.000 l Heizöltank im Keller. Im öffentlichen Leben, Gewerbe und Industrie waren sie kaum anzutreffen.

Ein schönes und heute seltenes Exemplar, welches ich Euch hier sehr gerne und voller Besitzerstolz präsentiere.
Danke Peter, dass Du auch diesen vermeintlich nicht sonderlich tollen Dauerdrücker gerettet und in meine Hände gegeben hast.

©. Menzel 2016

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen