Freitag, 11. April 2014

GLORIA Typ P 6 GD Bj. 1973

GLORIA P 6 GD Bj. 1973
Hersteller: GLORIA-WERKE 
DIN PULVER 6
Typ: P 6 GD
Baujahr: 1973
Bauart: PG 6 L - Dauerdrucklöscher
Inhalt: 6 kg ABC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: 9 kg

Bauzeit nach diesem Muster: 1973 - 1975

Geschichte
Hier sehen wir einen der ersten GLORIA Typ P 6 GD mit neu gestaltetem Siebdruck. Dieses Gerät aus dem Dezember 1973 weist zwar auch noch drei Haltelaschen und die drei Siebdrucke des Vorgängermodells auf und auch die Druckhebelarmatur mit verkürztem Druckhebel, doch sieht der Siebdruck sehen im Gegensatz zu den Vorgängermodellen der Jahre 1966 - 1972 völlig verändert aus.

Die zweiteilige, eher ungeordnete (aber sehr schöne) bebilderte Bedienungsanleitung im rechten Teil des Siebdrucks ist drei detaillierten und geordneten Bildern gewichen, unter welchen sich auch der jeweilige Text befindet (z.B. Sicherungsstift herausziehen). Dieser stand sonst links im Bild unter der Überschrift "An der Brandstelle:"
Auch die Piktogramme für die Brandklassen sind neu. Sie zeigen sofort, für welche Brandklassen sich dieses Gerät eignet, wogegen die Informationen hierzu bei den Vorgängermodellen aus der Typenbezeichnung bzw. der Bauartbezeichnung (das "G" steht bei GLORIA stets für "Glutbrand" und weist bei Pulverlöschern auf einen ABC-Pulver hin) oder erst bei genauerem Hinsehen aus dem Kleingedruckten zu entnehmen waren. Auch die Brandklasse E wurde mit einem eigenen Piktogramm bedacht. Wegweisend für die Zukunft war ab Anfang der 1970er Jahre die zunehmende Befüllung auch der Dauerdrucklöscher mit dem Allrounder ABC-Pulver. Während Dauerdrücker aus den späten 1960er Jahren ausschließlich mit BC-Löschpulver gefüllt waren, wurden diese Anfang der 1970er Jahre zunehmend mit ABC-Pulver gefüllt. Nach 1972 waren die Geräte mit BC-Pulverfüllung eindeutig in der Minderheit.


Dieses Modell konnte optional mit oder ohne Schlauch bestellt werden und hier handelt es sich zum eines, welches keinen Schlauch besitzt. Ob ein Modell ohne Schlauch in der Anschaffung wirklich günstiger war, kann ich nicht sagen und ehrlich gesagt kann ich mir auch nicht vorstellen, dass ein kleines Stück Gummi und eine Schlauchschelle großartig ins Gewicht gefallen sind, doch der fehlende Schlauch schränkte in jedem Falle den Handhabungskomfort ein. Um das Löschmittel gezielt auf den Brandherd bringen zu können, muss bei einem Feuerlöscher mit Schlauch dieser einfach nur bewegt werden. Bei einem Modell ohne, muss der ganze Löscher bewegt werden und das ist doch erheblich schwerer zu bewältigen. Vom praktischen Nutzen mal ganz ab: Diese GLORIA-Löscher ohne Schlauch und mit verkürztem Druckhebel verströmen den typischen Charme der 1970er Jahre und sehen ganz einfach hervorragend aus. Für mich gehören sie zu den schönsten Feuerlöschern!
Zum Einsatz kamen diese Löscher vorwiegend in privaten Haushalten und dienten zum Schutz der Ölheizung - jedoch nur bei Anlagen mit Öltanks mit einem Volumen von bis zu 5.000 Litern. Größere Tanks erforderten einen 12 kg-Löscher, und diese wurden - eben wegen der besseren Handhabung - ohne Ausnahme mit Schlauch ausgeliefert. Vereinzelt bekam man diese Löscher auch in öffentlichen Einrichtungen und Geschäften zu sehen. ich kann mich erinnern, dass bei mir im Kindergarten solch ein Löscher hing und auch im Turnhallen-Eingangsbereich der ehemaligen Stadtwaldschule in Lippstadt konnte man ein solches Modell bewundern.
Ein schönes Stück, welches heute sehr rar geworden ist.

Zum GLORIA-Museum
© C. Müller 

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