Dienstag, 14. Oktober 2014

GLORIA Typ CO2-1,5 Bj. 1959 BUNDESWEHR

Hersteller: GLORIA-WERKE
KOHLENSÄURE-SCHNEE 1,5 BUNDESWEHR
Versorgungs-Nr.: 4210-12-120-1361
Typ: CO2 1,5
Baujahr: 1959
Bauart: K 1,5 - Gaslöscher
Inhalt: 1,5 kg Kohlendioxid
Gewicht des gefüllten Geräts: 4,5 kg
Bauzeit nach diesem Muster: ca. 1959 - 1964



Geschichte:
Was ich Euch hier präsentiere ist sowohl ein echter Exot, als auch eine wirkliche Rarität aus der GLORIA-Modellpalette - ein Kohlensäure-Schneelöscher in der Bundeswehrausführung von 1959! Das es sich um einen Feuerlöscher der Bundeswehr handelt, ist eindeutig an der 14-stelligen Versorgungsnummer zu erkennen. Der Aufdruck weicht sowohl von seiner Strukturierung, als auch von seiner Farbgebung vollkommen von dem der zivilen Geräte ab. Der Aufkleber ist in reinem gold gehalten und nicht in dem GLORIA-typischen gold-grün. Auf eine Bebilderung wurde vollkommen verzichtet und der Text der Bedienungsanleitung befindet sich mittig zentriert in einem weiß hervorgehobenem Feld. Immerhin: Der Text gleicht dem der zivilen Version. Ebenfalls sehr auffällig und abweichend ist die Typenbezeichnung "CO2-1,5", welche in der Zivilvariante "KS 1,5 SB" lauten würde. Dass er nicht rot ist, wird sicherlich auch jedem schon aufgefallen sein... sensationell!
Dass der große Schriftzug "GLORIA" im oberen Bereich des Aufdrucks fehlt, ist hingegen nichts Neues bei Feuerlöschern der Bundeswehr und als üblich anzusehen.
Dass GLORIA auch an die Bundeswehr geliefert hat, war mir - bis ich diesen schönen Löscher erhielt - gar nicht bewusst, denn eigentlich werden die Löscher für die Streitkräfte von MINIMAX, TOTAL und BAVARIA produziert. Die Bundeswehr hat sich damals auf jeden Fall nicht lumpen lassen, denn mit seinem Pistolengriff, dem Abzubügel und der kurzen, starren Schneebrause ist dieser Feuerlöscher auf eine komfortable Einhandbedienung ausgelegt und somit das modernste, was auf dem Markt erhältlich war. Wie auf dem Bild zu sehen ist, verfügt dieses Gerät noch über keine Sicherheitseinrichtung in Form einer Berstscheibe, welche im Falle eines Druckanstiegs den Inhalt gefahrlos abbläst. Wenn dieser Kamerad hier auf über 35 °C erwärmt wird, dann bekommt er dicke Backen und das ist lebensgefährlich. Wenn so eine Stahlflasche auseinanderfliegt, dann können da je nach Füllfaktor, Temperatur und einigen anderen Größen, welche es zu berücksichtigen gibt, bis zu 550 bar hinterstecken und damit könnte er jeder Handgranate durchaus Konkurrenz machen!
Eingesetzt wurde er dort, wo keine Schäden durch Löschmittel entstehen durften oder eine Brandgefahr von brennbaren Flüssigkeiten ausging. Typische Bereiche wären elektrische Betriebsräume, Garagen, Munitions- und Waffenkammern sowie Lager für brennbare Flüssigkeiten - vielleicht auch in einem Panzer, einem Kriegsschiff, einem U-Boot oder im Cockpit eines Flugzeugs.
Dieser Feuerlöscher ist wirklich etwas ganz besonderes und dürfte heute nicht mehr zu bekommen sein, da er aufgrund seines Alters und der geringen produzierten Stückzahl (Sondereinsatzgebiet) sehr, sehr selten ist. Deshalb bin ich ganz besonders stolz, euch dieses seltene und gut erhaltene Gerät hier präsentieren zu können und möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Johann bedanken, welcher mir das schöne Stück hat zukommen lassen. Vielen Dank!

© PhoenixFeuerschutz 2014

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