Mittwoch, 26. Dezember 2012

Silvester - Sicherer Umgang mit Feuerwerk zum Jahreswechsel

The same procedure as last year, Miss Sophie?
Na sicher doch!
The same procedure as every year, James!

Feuerwerk
Der Jahreswechsel rückt immer näher und wird auch dieses Mal wieder von Millionen Menschen nicht nur mit knallenden Sektkorken, sondern auch mit einer ganzen Menge Feuerwerk in Form von China-Böllern, Raketen, Kanonenschlägen, Knallfröschen, Fontänen und Effektbatterien begrüßt. Der Feuerwerksverkauf beginnt üblicherweise am 29.12. eines jeden Jahres.Das Feuerwerk wird jedoch ebenfalls ganz getreu nach Miss Sophie´s “as every year” nicht nur für bunten Sternenzauber und ausgeleierte Trommelfelle sorgen, sondern auch wieder für zahlreiche Brände und Verletzungen verantwortlich sein werden.



Die Hersteller empfehlen:

Für Bodenfeuerwerk (Böller, Fontänen, Batterien etc.): 
Knallkörper auf den Boden legen, am äußersten Ende der Zündschnur anzünden und sich rasch entfernen. Nach dem Anzünden nicht in der Hand behalten!
Nur im Freien verwenden! 

Für Raketen:
Rakete mit dem Leitstab so in eine feststehende, geeignete Halterung stecken, dass die Rakete ungehindert senkrecht aufsteigen kann.
Nach dem Anzünden nicht in der Hand behalten!
Nur im Freien verwenden!

So oder so ähnlich steht es auf jedem Feuerwerkskörper und korrekt handelt also derjenige, welcher das Feuerwerk nach dem Anzünden nicht mehr in der Hand hält, sich in ausreichender Entfernung dazu befindet sowie sich vor dem Zünden der Lunte vergewissert hat, dass auch umstehende Personen nicht verletzt werden können. 
Doch seien wir mal ehrlich: Diese Herstellerempfehlungen für einen sicheren Umgang werden - zumindest in Bezug auf Böller und Raketen - nur in den seltensten Fällen befolgt. Um 00:00 fliegen D-Böller und Kanonenschläge durch die Gegend und Raketen erheben sich direkt aus den Händen der Feuerwerker. Zwar ist die sogenannte (graue) “Chinese Fuse”, welche sehr unkontrolliert und ungleichmäßig abbrennt, bei Klasse-II-Feuerwerk durch die wesentlich sicherere (grüne) Visco-Zündschnur ersetzt worden, doch bei solchen Aktionen kann trotzdem immer mal was danebengehen. Zu spät losgelassen oder weggeworfen knallt und funkt es nicht am Nachthimmel oder in weiter Ferne, sondern direkt vor der Nase!

Der Feuerwerkskauf
BAM-geprüft und zugelassen
Bevor wir uns jedoch damit beschäftigen, wie man sicher mit dem Feuerwerk umgeht, sollten wir zuerst der Frage nachgehen, wo man welches Feuerwerk kauft.
In Deutschland sind auschließlich diejenigen Feuerwerksartikel zugelassen, welche einer Sicherheitsüberprüfung bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) unterzogen wurden. In Deutschland zugelassenes Feuerwerk erkennt man an der BAM-Nummer und wird von den Firmen WECO (Eitorf), KELLER (Bochum), COMET (Bremerhaven), NICO (Trittau) und DIAMOND (Haselau) vertrieben und in Verkehr gebracht. Erhältlich sind diese Feuerwerksartikel in Bau- und Supermärkten sowie andern Geschäften aus dem Lebensmittel- und Einzelhandel.
Von jeglichem anderen Feuerwerk solltet Ihr tunlichst die Finger lassen, wenn Ihr sie behalten wollt. Ganz besonders Böller aus Süd- und Osteuropa sind extrem gefährlich und haben mit den zugelassenen Böllern nicht mehr wirklich etwas zu tun. Anstelle des sicheren und harmlosen Schwarzpulvers, welches in BAM-geprüftem Feuerwerk zum Einsatz kommt, enthalten solch ausländische Kracher instabile und gefährliche Blitzknallsätze. Diese bestehen zum Großteil aus Kaliumperchlorat und sehr feinteiligem Aluminiumpulver. Sie explodieren bereits in geringer Menge offen gezündet und reagieren auch auf Druck, statische Aufladung und Erschütterungen mit einem ohrenbetäubenden Knall. Zudem werden Böller aus dem Ausland zur Verdichtung oft mit Gips oder ähnlichem gefüllt, wodurch gefährliche Splitter unkontrolliert umherfliegen können. Auch der Schaden, den sie an Mensch und Material anrichten, ist enorm. Solch gefährlicher und starker Sprengstoff gehört nicht in die Hände von Silvesterfeuerwerkern!!
Als gefährliche und in Deutschland verbotene Böller gelten (unter anderem):

  • Delova Rana PROFI
  • Cipolla
  • Explod
  • Gigant Maroon
  • Tesson 4.50
  • Fp3
  • ACHTUNG! (TC5-B)
  • Big Tiger (TC5
  • Chooet Double Banger
  • Chooet Banger
  • Atomyc
  • Cobra
  • Trueno
  • Striker
  • La Bomba
Diese Böller stammen vorwiegend aus Polen und Italien und sind teilweise mit einer erheblichen Menge Blitzknallsatz gefüllt. Macht also keinen Mist und lasst die Finger von dem Zeug!

Lagerung und Transport
Das gekaufte, in Deutschland zugelassene Feuerwerk sollte bis zu seinem Einsatz trocken in der ungeöffneten Originalverpackung und weitab jeglicher Zünd- und Wärmequellen gelagert werden. Die Verpackung ist flammhemend und schützt Böller und Raketen vor Feuchtigkeit sowie unbeabsichtigtem Zünden in der Wohnung (z.B. durch die Glut einer Zigarette). Auch die Lagerung größerer (haushaltsüblicher) Mengen ist auf diese Weise ungefährlich. Haltet vorsichtshalber dennoch in der Nähe einen Feuerlöscher (Pulver, Wasser, Schaum) oder zumindest ein mit Wasser gefülltes Gefäß bereit (Eimer, Gießkanne).
Auch der Transport sollte ausschließlich in der Originalverpackung erfolgen. Stopft weder Taschen noch Tüten oder Rucksäcke mit losem Feuerwerk voll, denn das ist auch bei dem in Deutschland zugelassenen Feuerwerk gefährlich!

Das Feuerwerken
Beim Böllern um Mitternacht sollte zunächst sichergestellt werden, ob man  überhaupt noch dazu in der Lage ist, ein Feuerwerk unfallfrei abzuschießen – denn es soll ja an Silvester hin und wieder auch ein Gläschen getrunken werden wie man hört. Jemand, der sich schon ordentlich einen in die Rüstung geschüttet hat, sollte dann doch besser zur Cola und nicht zur Rakete greifen!
Raketen, Böller und jegliche anderen Feuerwerksartikel dürfen ausschließlich im Freien verwendet werden! Werft Böller (wenn Ihr sie werft) nicht auf Menschen, Tiere, Gebäude oder Autos. Abschussvorrichtungen von Raketen sowie Effektbatterien müssen sicher und fest auf einem nicht brennbaren Untergrund stehen - und zwar dort, wo Effekte und Raketen ungehindert nach oben aufsteigen können. Achtet dabei neben Dächern und Vorsprüngen besonders auf Bäume mit ausladenden Kronen und Stromleitungen, denn die werden im Dunkeln nämlich gern mal übersehen.
Zu Gebäuden ist generell ein ausreichender Sicherheitsabstand einzuhalten, welcher bei solchen mit Fotovoltaik-Anlagen mindesten 25 m beträgt. In der Nähe von historischen Bauwerken, leicht entzündlichen Gebäuden (z.B. Reetdach, Fachwerk) und manchen Industriebetrieben ist das Abschießen von Raketen und Böllern entweder ganz verboten oder es müssen große Sicherheitsabstände eingehalten werden.
Bei trockener Witterung nehmt Abstand davon, in Reichweite von Wäldern oder sonstigen großflächig bewachsenen Flächen Euer Feuerwerk abzubrennen.

Brandschutz
Wie und wo das Feuerwerk gelagert, transportiert und abgebrannt werden sollte, haben wir bereits erörtert. Jetzt geht es darum, dass man nach dem Feuerwerken nicht in eine rauchende Ruine zurückkehrt.
Wenn Ihr nicht bei Euch zu Hause feiert, dann schließt vor Verlassen des Hauses bzw. der Wohnung sämtliche Fenster und Türen, denn jedes Jahr verschaffen sich verirrte Raketen durch gekippte Fenster Zugang ins Innere und epxlodieren im Vorhang, welcher darauf natürlich sofort Feuer fängt. Feiert Ihr zu Hause, dann schließt vor dem Feuerwerken alle Fenster und Türen.
Solltet Ihr über einen Balkon oder Garten verfügen, entfernt vor der Silvesternacht alle leicht entzündlichen Gegenstände. Insbesondere Gartenpolster, Verpackungsmaterialien oder Altpapier bergen ein hohes Brandrisiko. 

Das Wichtigste kurz zusammengefasst:

  • Nur Feuerwerkskörper mit behördlicher Zulassung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung kaufen (BAM-Nummer)!
  • Die für Silvester in Verkehr gebrachten Feuerwerkskörper gehören zur Klasse BAM-PII und dürfen nur vom 31.12. 18:00 bis zum Neujahrsmorgen 07:00 gezündet und nur von Personen über 18 Jahren verwendet werden!
  • Feuerwerkskörper erst unmittelbar vor Gebrauch aus der Verpackung nehmen!
  • Keine losen Feuerwerkskörper in Hosen- und Jackentaschen mit sich herumtragen!
  • Finger weg von Importen!
  • Niemals selbst gebastelte Böller benutzen!
  • Stark alkoholisierte Personen von Feuerwerkskörpern fernhalten!
  • Feuerwerkskörper nur im Freien verwenden und niemals auf Menschen, Tiere, Gebäude und Autos richten / werfen!
  • Feuerwerkskörper nach dem Anzünden nicht in der Hand halten und Raketen nur senkrecht aus fest stehenden Behältern abfeuern!
  • Knallkörper nicht in geschlossenen Behältern zünden (z.B. Flaschen, Dosen etc.)!
  • Feuerwerkskörper nicht bündeln, keine Zündschnüre verkürzen oder sonst irgendwie modifizieren!
  • Blindgänger nicht aufsammeln und niemals versuchen, sie nochmals zu zünden!
  • Wenn Ihr am Silvesterabend Euer Haus oder Eure Wohnung verlasst, schließt alle Fenster und Türen!
  • Leicht entzündliche Gegenstände wie die Polster für die Gartenmöbel oder Altpapier in der Silvesternacht nicht auf dem Balkon bzw. im Freien lagern!

Persönliche Tipps von mir:
  • Als Abschussvorrichtung für Raketen ist nichts besser geeignet, als eine mit leeren Flaschen gefüllte Bierkiste.
  • Um Euch nicht die Finger zu verbrennen, nehmt zum Anzünden am besten eine Zigarre. Die glimmt auch bei Wind und ist stets einsatzbereit. Da diese durch das Anzünden allerdings derbe nach Schwarzpulver schmeckt, empfehle ich Euch hierfür eine nicht allzu teure (z.B. eine Indipendence). 
Ich wünsche Euch einen Guten Rutsch, ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2013 und bedanke mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich für das Rege Interesse an meiner Seite.
Lasst die Böller, Korken und Raketen knallen!

Ganz aktuelle Informationen findet Ihr auch in diesem Artikel.

Euer Chris

© C. Müller 



Mittwoch, 19. Dezember 2012

FAQ - Brandgefahr durch Mehrfachsteckdosen?

Mehrfachsteckdosen werden gern dazu benutzt, um aus einer Steckdose 25 zu machen. Das solltet Ihr allerdings nicht tun - wegen akuter Brandgefahr!
Zwar ist es theoretisch möglich, Mehrfachsteckdosenleisten sozusagen in Reihe zu schalten und so eine beliebige bis unbegrenzete Anzahl elektrischer Geräte mit Strom zu versorgen. Doch bewegliche Steckdosenleisten sind kein Ersatz für fehlende, fest installierte Steckdosen und stellen bei unsachgemäßer Benutzung - eben wenn zu viele gekoppelt werden - im Sinne der DIN VDE 0100 Teil 420 Abs. 4.1 eine Brandgefahr in elektrischen Anlagen dar.
Die Steckdosenleisten sind nur begrenzt belastbar (etwa 2500 - max. 3500 W) um sicher betrieben werden zu können und mit steigender Anzahl der Steckplätze steigt dementsprechend auch die Zahl der Abnehmer, was letztendlich zu einer Überlastung des Stromkreises führt.
Vereinfacht (und mit Sicherheit auch nicht ganz korrekt) ausgedrückt erhöht sich durch die zusätzlichen Steckverbindungen der Widerstand der Fehlerstromschleife des Stromkreises, sodass die bei einem Kurzschluss vorgeschaltete Sicherung nicht ausgelöst wird. Die Folge: Ein Schwelbrand, der sich - lange genug unbemerkt - zu einem gefährlichen Zimmerbrand entwickeln kann.

Schließt nur so viel an, wie die erste Mehrfachsteckdose Eurer Kette verkraften kann. Schaut dazu auf die Typenschilder Eurer Elektrogeräte - dort seht Ihr, wie viel Strom (angegeben in W) sie verbrauchen.
Anstatt mehrere 3er-Steckdosen zu benutzen, nehmt lieber gleich eine 6er. Mehr als 6 Verbraucher sollten - unabhängig von ihrer Leistung - nicht an eine fest installierte Steckdose angeschlossen und gleichzeitig betrieben werden.

Haltet Euch beim Kauf neuer Mehrfachsteckdosen von Billigprodukten fern und achtet stets auf das GS-Siegel.

Samstag, 15. Dezember 2012

FAQ - Was ist eine Fettexplosion?

Eine Fettexplosion resultiert aus dem Versuch, einen Fettbrand mit Wasser zu Löschen und ist, wenn Euch nicht gerade der 5000 l Öltank im Keller um die Ohren fliegt, das Gefährlichste, was einem brandtechnisch zu Hause passieren kann.
Zum Kochen verwendete Fette und Öle fangen ab einer Temperatur von etwa >300 °C an zu brennen, was in der Anfangsphase so noch nicht weiter gefährlich ist. Gefährlich wird es erst, wenn zum Löschen die falschen Maßnahmen ergriffen werden.
Wird Wasser ein den Topf mit dem brennenden Öl gegossen, versinkt es aufgrund seiner höheren Dichte sofort in dem Öl. Denkt an die Fettaugen auf der Suppe - die schwimmen auch immer oben. Da jedoch nicht nur das Öl an der Oberfläche, sondern der gesamte Topfinhalt eine Temperatur von über 300 °C hat, verdampft das Wasser schlagartig und dehnt sich explosionsartig aus (1 l Wasser ergeben etwa 1700 l Dampf!).
Beim Verdampfen reißt das Wasser das heiße Öl aus dem Topf und zerstäubt es dabei fein, wodurch es schlagartig zündet. Der dabei entstehende Feuerball setzt Euch und die Küche in Brand!

Brennendes Fett niemals mit Wasser löschen!

© C. Müller

FAQ - Ist Frittieren im Topf gefährlich?

Frittieren ist in einem herkömmlichen Topf auf dem Herd zwar möglich, doch solltet Ihr es besser lassen! Hier besteht Fettbrandgefahr!
Warum? Fritteusen erhitzen das Öl auf höchstens 170 - 190 °C, eine Temperatur, welche weit unter dem Flammpunkt von Frittierölen wie Sonnenblumen- (316 °C) oder Rapsöl (317°C) liegt. Eine Herdplatte erzeugt hingegen Temperaturen jenseits der 350 °C und da dauert es nicht lange, bis das Öl im Topf Feuer fängt, wenn man nicht permanent aufpasst und die Temperatur überwacht (macht eh keiner zu Hause). In solchen Fällen erfolgt zum krönenden Abschluss - verursacht durch unbesonnenes Handeln oder schlichte Unwissenheit - schließlich noch eine gefährliche Fettexplosion.

Um solch ein Risiko zu vermeiden, solltet Ihr nur in einer Fritteuse frittieren.

© C. Müller

Freitag, 14. Dezember 2012

FAQ - Wie oft muss ein Feuerlöscher geprüft werden?

Wenn es sich um einen Feuerlöscher handelt, der normalen Witterungsverhältnissen* ausgesetzt ist, ist eine turnusmäßige Prüfung alle 2 Jahre durchzuführen. Bei einer solchen Wartung werden Dichtungen, Druck und Beschaffenheit von Löschmittel und Behälter überprüft und falls nötig wieder in Stand gesetzt. Nicht mehr funktionstüchtige oder zu alte Feuerlöscher werden im Rahmen einer solchen Prüfung durch neue ersetzt.
Wird vom Gesetzgeber die Vorhaltung eines Feuerlöschers gefordert, ist die Prüfung rechtlich verbindlich. Privatleute sind (leider) weder dazu verpflichtet, einen Feuerlöscher anzuschaffen, noch einen solchen regelmäßig warten zu lassen.

*Als normalen Witterungsverhältnissen ausgesetzte Feuerlöscher gelten Geräte, die trocken und frostfrei in einem geschützen Bereich hängen oder stehen - etwa im Keller. Feuerlöscher, die Feuchtigkeit, Hitze, Kälte oder Erschütterungen ausgesetzt sind, müssen / sollten jährlich einer Kontrolle unterzogen werden.

© C. Müller  

FAQ - Sind Halonlöscher verboten?

Knackige kurze Antwort: Ja!
Das zuletzt verwendete und seit Ende der 1970er Jahre in Handfeuerlöschern befindliche Halon 1211 ist im Zuge der FCKW-Halon-Verbotsordnung bis 1994 samt und sonders aus dem Verkehr gezogen worden. Heute ist der Handel, das Inverkehrbringen, das Mitführen sowie vor allem die Freisetzung verboten und steht unter Strafe. Lediglich in der Luftfahrt und mit speziellen Sondergenhmigungen sind Halonlöscher und stationäre Löschanlagen noch zugelassen.
Als zeitgenössisches Ausstattungsmerkmal in und an mehr oder weiniger alten Fahrzeugen sind Halonlöscher nur entleert legal (zumeist BMW der 5er und 7er Reihe (E34 u. E32) sowie Mercedes-Benz der E- und S-Klasse (W124 u. W126).
Siehe auch den eBay-Ratgeber zu Halon- und tetrachlormethanhaltigen Feuerlöschern

Weiterführende und genauere Informationen findet Ihr in dem Artikel Halonlöscher

© C. Müller   

FAQ - Welcher Feuerlöscher für zu Hause?

Im privaten Haushalt kann jederzeit ein Feuer ausbrechen, weshalb man sich mit einem Feuerlöscher bewaffnen sollte. Doch was für einer ist der Richtige?
Wenn es zu Hause brennt, handelt es sich überwiegend um Brände von Stoffen der Brandklassen A - also Brände von Feststoffen, welche unter Glut und Flammenbildung verbrennen. Seltener brennen auch schon mal Stoffe der Brandklasse B (flüssige oder flüssig werdende Stoffe), doch es kommt vor.




Euer Feuerlöscher sollte
  • Die Brandklassen A und B abdecken
  • Einen Inhalt von mindestens 6 kg oder 6 l haben
Holt Euch daher einen 6 l Schaumlöscher. Für Brände von Elektrogeräten und um bei Fettbränden ganz auf Nummer Sicher zu gehen, rate ich persönlich dazu, sich zusätzlich einen 2 kg-Kohlendioxidlöscher anzuschaffen.
Doch Achtung: Ein 2 kg Kohlendioxidlöscher allein reicht nicht! Wenn Ihr nur einen kaufen wollt, dann den Schaumlöscher!

Preise:
Gute Schaumlöscher mit 6 l Inhalt gibt es ab 100 €. Für einen 2 kg Kohlendioxidlöscher seid Ihr ebenfalls mit ca. 50 - 100 € dabei.

Weitere Informationen auch zur Beschaffung eines geeigenten Feuerlöschers findet Ihr in dem Artikel Feuerlöscher für den Privathaushalt.

© C. Müller  

Sonntag, 9. Dezember 2012

Auto TOTAL 1932

Auto TOTAL 1932
Hersteller: TOTAL 
Automatischer Kohlensäure-Trocken-Feuerlöscher
Typ: Auto TOTAL
Baujahr: 1932
Bauart: (P 2 L) - Dauerdrucklöscher
Inhalt: 2 kg BC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: ca. 3,5 kg


Geschichte

Und hier haben wir noch einen extrem seltenen und heute nicht mehr zu bekommenden Autofeuerlöscher aus dem Jahre 1932. Ganz besonders interessant ist an diesem Gerät, dass es zwar als stark verkleinerter, aber dennoch exakter Nachbau der großen TOTAL Kohlensäure-Trocken-Feuerlöscher B 5, C 7 und J 9. Lediglich die außenliegende Druckgasflasche fehlt.
Dieses gerät verfügt über eine 2 kg-BC-Pulverfüllung und Verwendung fand dieser Feuerlöscher, wie der Name schon sagt, auf Fahrzeugen - vermutlich an privaten KFZ und kleineren Transportern. Gefahrguttransporter, welche brennbare Materialien aller Art sowie Tanker dürften, wenn sie Pulverlöscher an Bord hatten, eher auf die Größen C7 oder J9 zurückgegriffen haben. Tetra oder Kohlendioxid wäre auch denkbar.
Aufgrund der Tatsache, dass in diesem Autolöscher nicht wie sonst üblich zu der Zeit Tetrachlorkohlenstoff, sondern Pulver enthalten ist, ist die Leistungsfähigkeit ein wenig eingeschränkt. Dafür ist er für den Löschenden wesentlich sicherer in der Handhabung, da dieser nun nicht mehr Gefahr läuft, beim Löschen plötzlich von hochgiftigen Phosgenschwaden und ätzenden Salzsäurewolken eingehüllt zu werden. 
Ein sehr sehr seltenes Stück, welches nach immerhin schon 80 Jahren einige leichte Gebrauchsspuren zeigt - vermutlich von den Riemen der Halterung. Dennoch ist der Zustand top und die Existenz eines solchen Geräts grenzt nahezu schon an ein Wunder.

Vielen Dank Andreas!

Hier noch ein weiteres Bild des seltenen Stücks von der Seite
Auto TOTAL 1932

















© Text: C. Müller
© Bilder: Andreas 

Dienstag, 4. Dezember 2012

Räuchermännchen aus dem Erzgebirge

Traditioneller Räuchermann
Die kleinen aus Holz geschnitzten Räuchermännchen aus dem Erzgebirge sind eine beliebte Weihnachtsdekoration und gehören in vielen Haushalten zum alljährlichen Weihnachtsschmuck (ich habe auch 6 Stück). Im Gegensatz zu vielen anderen Dekorationen stehen diese kleinen Figürchen nicht einfach nur im Regal, sondern tun das, was Weihnachtsschmuck normalerweise besser nicht tun sollte - nämlich rauchen! Ihren großen, O-förmigen Mündern entströmt eine bläuliche Rauchfahne, welche den Raum nicht - wie von einigen Personen gern behauptet wird - mit Kirchenmief sondern dem Duft von Tannen, Weihrauch oder Sandelholz erfüllt.
Damit die Räuchermännchen so schön rauchen können, sind sie von innen hohl und bieten auf einer metallenen Ablagefläche Platz für eine Räucherkerze bzw. einen Räucherkegel.


Original Crottendorfer Räucherkerzen
Die Räucherkerzen bestehen aus dem Harz des Weihrauchbaums, Holzkohle, Kartoffelmehl, Sandelholz und Rotbuchenmehl. Diese Zutaten werden zu einem feuchten Brei vermahlen, in die typischen Kegelformen gepresst und getrocknet. In der Regel werden sie in zwei Größen angeboten: Die großen messen etwa 3 cm, und die kleinen sind rund 1,5 cm groß. Produziert werden sie fast ausschließlich in den drei sächsischen Standorten Neudorf (Huss-Original Neudorfer Räucherkerzen), Crottendorf (Original Crottendorfer Räucherkerzen) und Wildruff-Grund (KNOX). Der einzig nicht sächsische Betrieb, welcher ebenfalls Räucherkerzen und anderes Räucherwerk herstellt, ist die Carl Jäger Räuchermittelfabrik in Höchst im Odenwald (Original Jäger´s Duft-Räucherkerzen). Wenn Ihr also einen Räuchermann zu Hause habt und betreiben wollt, dann verwendet nur die dafür vorgesehenen und gerade genannten Räucherkerzen. Achtet dabei auf die richtige Größe. Die großen Räucherkegel sind für Räuchermänner von etwa 17 - 20 cm gedacht, die kleinen für welche mit einer Größe von ca. 12 cm.
Brandablagerungen im Innenraum
Von Zeit zu Zeit müssen der Innenraum sowie die Metallauflage für die Räucherkerze gereinigt werden. Durch das Abbrennen entstehen Harz- und Duftstoffablagerungen, welche beim Räuchern dem Ganzen einen unangenehmen Geruch verleihen oder im schlimmsten Falle sogar Feuer fangen. Zur Reinigung empfehlen sich warmes Wasser mit etwas Spülmittelzusatz (Prilwasser oder auch original erzgebirglerisch "Fitwasser" genannt) und eine Bürste. Der Rauchkanal, welcher durch den Mund austritt, ist am besten mit einem Pfeifenreiniger zu säubern. Räucherkerzen sowie das Räucherwerk an sich werden während der Benutzung heiß. Betreibt daher Euren Räuchermann stets unter aufsicht und stellt ihn auf eine feuerfeste Unterlage. Betreibt den Räuchermann nicht, wenn die Metallablage für die Räucherkerze fehlt oder durchgeglüht ist. Haltet genügend Abstand zu leicht entflammbaren Materialien und wählt den Standort so, dass der Räuchermann nicht von Kindern oder Haustieren im Spiel heruntergerissen werden kann.

Und nun viel Spaß beim Räuchern!

© C. Müller

Dienstag, 13. November 2012

Brandschutz in der Weihnachtszeit

Traditioneller Adventskranz
Weihnachten steht wieder vor der Tür und in die meisten Haushalte zieht spätestens pünktlich zum 1. Advent die ganz große Gemütlichkeit mit vielen Kerzen und üppiger Weihnachtsdekoration ins Haus. Das die Weihnachtszeit jedoch nicht nur die schönste, sondern mit Blick auf die Brandgefahr auch die gefährlichste Zeit des Jahres ist, vergessen viele. Jedes Jahr verwandeln sich Adventsgestecke, Weihnachtsbäume und schließlich ganze Häuser in ein flammendes Inferno und verursachen hohe Sachschäden oder fordern sogar Menschenleben. Werden die Menschen mit den Jahren klüger und lernen aus ihren eigenen Fehlern oder denen anderer? Nein, das tun sie leider nicht, denn die Ursache ist fast immer auf Unachtsamkeit, Fahrlässigkeit und schlichte Unwissenheit zurückzuführen.
Lest hier, wie Ihr zu Weihnachten sicher mit offenem Feuer umgeht und was es sonst noch zu beachten gibt, damit Eure Ideen zur Verschönerung des Heims nur im Kopf, und nicht in der Wohnung zünden.

Kerzen und offenes Feuer
Wenn es überhaupt eine typische Zeit gibt, in der massenweise Kerzen aufgestellt werden, dann ist es die Weihnachtszeit. Nicht nur der traditionelle Adventskranz ist mit Kerzen bestückt, sondern auch viele andere Gestecke und Dekorationen werden mit Paraffin und Streichholz illuminiert. Manchmal kommt sogar noch ein mit echten Kerzen ausgestatteter Weihnachtsbaum hinzu. Die wichtigste Regel beim Umgang mit offenem Feuer lautet stets und ständig:


Brennende Kerzen niemals unbeaufsichtigt lassen!

Manche Kerzen brennen doch schneller runter als man denkt oder ungünstige Zugluft verhilft der Flamme zu ungeahnter Reichweite. In solchen Fällen reichen oft schon ein paar Augenblicke, um eine Katastrophe heraufzubeschwören. Die Adventskränze und -gestecke sind oftmals furztrocken und stehen innerhalb weniger Sekunden in Vollbrand. Von daher ist auch darauf zu achten, dass die Kerzen sicher und auf einer feuerfesten Unterlage in dem Gesteck befestigt werden. Das Gesteck selbst sollte ebenfalls auf einer feuerfesten Unterlage stehen.
Auf echte Kerzen im Weihnachtsbaum solltet Ihr wenn möglich verzichten. Zwar ist es prinzipiell möglich, durch eine senkrechte Befestigung der Kerzen und genügend Abstand zu den oberen Zweigen den Baum nicht gleich abzufackeln, aber das Brandrisiko ist enorm. Viele Leute wissen gar nicht, wie extrem schnell ein Weihnachtsbaum abbrent.
Das in Tannenbäumen reichlich enthaltene Baumharz brennt hervorragend und lässt einen abgetrockneten Weihnachtsbaum regelrecht explodieren. In unter 10 Sekunden steht der ganze Baum in Vollbrand und die Flammen schlagen bis zur Zimmerdecke. Die Temperaturen im Brandraum steigen in weniger als 30 Sekunden auf über 600 °C - einer Marke bei der auch weiter entfernt stehende Gegenstände Feuer fangen.
Wenn Ihr nicht auf echte Kerzen verzichten wollt, dann zündet sie stets von oben nach unten an - beim Auslöschen verfahrt Ihr genau umgekehrt.
Neben der unbedingten Aufsichtspflicht ist noch darauf zu achten, dass sämtliche Kerzen, die Ihr aufstellt, einen ausreichenden Abstand zu leicht entflammbaren Gegenständen wie Gardinen, Möbelstücken, Zeitungen, Dekorationen und dergleichen aufweisen. Die Flamme einer Kerze erreicht im Kern Temperaturen von bis zu 750°C  und durch die entstehende Strahlungswärme von immer noch 300°C können Gegenstände in einigen Zentimetern Entfernung in Brand geraten.

Gestecke und Weihnachtsbäume
Viele Adventskränze, Gestecke und Weihnachtsbäume sind staubtrocken und bergen daher ein besonders hohes Brandrisiko. Das Austrocknen lässt sich vor allem gegen Ende der Adventszeit wohl auch kaum verhindern, aber um zumindest das anfängliche Brandrisiko zu senken wird empfohlen, nur frisch gebundene Kränze und Gestecke zu kaufen. Die Feuchtigkeit hält sich noch ein bis zwei Wochen in den Pflanzen und macht die Dekoration wesentlich schwerer entflammbar. Weihnachtsbäume sollten am besten auch nur frisch geschlagen gekauft und bis zum Weihnachtsfest im Freien gelagert werden. Die Aufstellung im Haus sollte in einem fest stehenden Weihnachtsbaumständer mit Wasserspeicher erfolgen. Das Wasser lässt den Baum nicht ganz so schnell austrocknen, was ihn, wie die Kränze und Gestecke, wesentlich unempfindlicher gegen Feuer macht. Außerdem liegen dann die Nadeln nicht überall rum und Ihr habt Heiligabend noch einen grünen Baum.

Kinder und Haustiere
Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass Kinder von einer flackernden Kerze magisch angezogen werden. Erst wird die Flamme bestaunt und wenn mal keiner so genau hinschaut, wird auch gerne mal der ein oder andere Gegenstand kurz in die Flamme gehalten und dann vergnügt dabei zugeschaut, wie er Farbe und Form ändert. Feuer ist kein Spielzeug und daher ist es besonders wichtig, Kinder über die Gefahren von Feuer aufzuklären sowie sie keine Sekunde aus den Augen zu lassen, wenn sich irgendwo in ihrer Nähe eine brennende Kerze befindet. Weiterhin sollten sämtliche Zünquellen wie Feuerzeuge und Streichhölzer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.
Haustiere wie Katzen und Hunde spielen zwar nicht mit Feuer und halten sich in der Regel davon fern, doch kann es vorkommen, dass beim Herumtollen eine Kerze vom Tisch gerissen wird oder umkippt. Deshalb solltet Ihr auch Eure tierischen Mitbewohner stets im Auge behalten, wenn eine Kerze im Raum brennt und diese möglichst nicht in der Spielbahn Eurer Vierbeiner platzieren.

Elektrische Beleuchtung
Lichterkette im Weihnachtsbaum
"Und kam die goldene Weihnachtszeit, und die Birnen leuchteten weit und breit…" So sagte schon Theodor Fontane in seinem Gedicht Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. Gut, es war jetzt nicht die Weihnachts- sondern eher die Herbsteszeit und der Ribbeck hatte auch keine Glühbirnen an seinem Baum, doch die Botschaft ist deutlich denke ich: Lichterketten finden sich in beinahe jedem Weihnachtsbaum und das ist so sicher wie das Amen! in der Christmette.
Beim Kauf neuer Lichterketten sollte immer auf das GS-Zeichen (Geprüfte Sicherheit), eine verständliche Packungsaufschrift und eine vollständige Herstellerangabe geachtet werden. Des Weiteren warnt der TÜV vor Lichterketten, welche einen Preis von fünf Euro unterschreiten, da es bei billigeren Produkten überproportional häufig zu Problemen kommt. Billigprodukte in diesem Segment bergen die Gefahr von Stromschlägen und Überhitzung. Normalerweise dürfen Lichterketten im Betrieb eine Temperatur von 90°C nicht überschreiten. Eine bundesweite TÜV-Untersuchung aus dem Jahre 2008 hat jedoch gezeigt, dass einige Lichterketten einen Spitzenwert von 359°C erreicht haben. Das ist heißer als ein Backofen und setzt jeden Baum in Brand. Also: Schaut auf die Packung und gebt lieber ein paar Euro mehr aus, zumal etwas teurere Lichterketten auch wesentlich langlebiger sind.

Meistens werden jedoch gar keine neuen Lichterketten gekauft sondern die vom Vorjahr wieder aus dem Keller gekramt. Dagegen ist nichts einzuwenden, doch sollte die Lichterkette nach rund 10-monatiger Lagerung auf Schäden geprüft werden, wie etwa Kabelbruch oder kaputte Birnchen. Bei einem beschädigten Kabel ist die Lichterkette direkt wegzuwerfen! Defekte Glühbirnchen sollten vor Inbetriebnahme ausgetauscht werden. Zwar funktioniert heutzutage die Lichterkette auch nach dem Ausfall einer oder mehrerer Birnen trotzdem, doch neigen diese dann zum Überhitzen. Die übrigen intakten Birnen bekommen mehr Energie als sie sollten und werden dann auch heißer als sie sollten. Um einer Überhitzung vorzubeugen, sollten daher die kaputten Birnen durch neue ersetzt werden, aber Achtung: Achtet darauf, dass die Birnen die richtige Wattzahl haben, diese ist nämlich je nach Länge der Kette unterschiedlich. Die Birnen einer 10er-Lichterkette haben z.B. eine andere Wattzahl als die einer 35er- oder 100er-Kette. Bei falscher Wattzahl kann die Kette auch überhitzen oder per Kurzschluss ganz durchknallen.
Es sollte natürlich auch darauf geachtet werden, dass nicht zu viele Lichterketten an eine Steckdose angeschlossen werden. Gegen einen Weihnachtsbaum, der im Glanze von 500.000 Glühbirnen erstrahlt, ist nichts einzuwenden, ganz im Gegenteil, denn je mehr Lichter und Pomp, desto besser. Seht jedoch zu, dass ihr nicht alles an eine Steckdose packt – baut also keine endlosen Schlangen aus 3er-Steckdosen. Zudem sollten die Licherketten im Innenbereich nachts und zu den Zeiten, wo niemand zu Hause ist, vom Netz genommen werden. In Kinderzimmern bitte nur Lichterketten mit Trafo und LED-Lampen verwenden. Der Trafo regelt die Spannung auf 12 Volt herunter, was einem Stromschlag vorbeugt und die LED-Lämpchen werden nicht heiß.
Viele Leute schmücken auch Bäume, Büsche, Geländer und dergleichen im Außenbereich. Für solche Zwecke dürfen nur spritzwassergeschütze Lichterketten (IP 44) mit Transformator (12V) angebracht werden, welche für die Verwendung im Freien zugelassen sind. Lichterketten, die nur für den Innenbereich zugelassen sind, schließen bei einer Verwendung draußen kurz, was unter Umständen zu Stromschlägen oder Bränden führt.

Vorsorge treffen
Schaumlöscher SKK 6 LW
Sollte es trotz aller Vorsicht und Aufmerksamkeit doch mal heiß hergehen unterm Weihnachtsbaum, ist es von größter Wichtigkeit, die richtige Vorsorge getroffen zu haben. Im Falle eines brennenden Weihnachtsbaums hätte man weniger als eine halbe Minute Zeit, um wirkungsvoll gegen das Feuer vorzugehen! Dass man es in 30 Sekunden nicht schafft, den Putzeimer hervorzukramen, ihn mit Wasser zu füllen, ins Wohnzimmer zurückzurennen und dann damit den Baum zu löschen, leuchtet ja wohl jedem ein. Brand entdecken, zum Putzeimer laufen, ihn mit Wasser füllen: 2 Minuten – Game Over! Mit einem Eimer Wasser würde das sowieso nicht funktionieren, da man nur einen Versuch hat und das Wasser darüber hinaus alles andere als dosiert und effizient auf den Brandherd bringen kann.
Deshalb mahne ich an dieser Stelle nochmals eindringlich: Kauft Euch einen Feuerlöscher, wenn Ihr noch keinen besitzt! Gute und zuverlässige Geräte gibt es schon für 40-50 Euro. Lasst aber die Finger von diesen komischen Löschsprays, die neuerdings überall angepriesen werden. Diese Dinger sind bestenfalls eine Löschhilfe, aber kein Feuerlöscher. Damit kann man im besten Fall gerade einen brennenden Pott in der Küche löschen, aber niemals einen Weihnachtsbaum. Diese Dinger sind nicht mehr als ein überteuertes und obendrein fast wirkungsloses Spielzeug. Außerdem sind sie nicht prüfbar, haben zu wenig Druck und von der Bedienungsfreundlichkeit will ich gar nicht erst reden. Euer Feuerlöscher sollte schon ein unter der DIN EN3 als Feuerlöscher zugelassenes Gerät mit einem Inhalt von 6 kg bzw. 6 Litern sein, um im Ernstfall etwas damit bewirken zu können. Daher rate ich auch vom Kauf eines 1 kg- bzw. 2 kg-Autolöschers ab. Die sind zwar qualitativ hochwertig, aber für einen brennenden Weihnachtsbaum zu klein. Geeignete Löschmittel wären Wasser, ABC-Pulver und Schaum. Wenn Ihr einen Feuerlöscher habt, dann stellt ihn an einen gut erreichbaren Platz, sodass er sofort griffbereit ist. Außerdem sollten im Flur und vor allem in den Schlafräumen Rauchmelder angebracht sein.
Also Leute: sorgt vor und haltet vor allem in der Weihnachtszeit einen Feuerlöscher griffbereit, welcher sich, mal so ganz nebenbei bemerkt, durch seine schöne rote Farbe doch perfekt in die Weihnachtsdekoration integriert.

Doch Achtung! Wenn bereits der halbe Raum in Flammen steht, könnt Ihr auch mit einem Feuerlöscher nichts mehr ausrichten! In diesem Falle gibt es nur noch eines zu tun: Tür zm Brandraum schließen, die 112 rufen und das Gebäude verlassen!

Fassen wir die wichtigsten Regeln für eine brandfreie Weihnachtszeit nochmal kurz und prägnant zusammen:

1. Brennende Kerzen, Kinder und Haustiere nicht unbeaufsichtigt lassen!
2. Möglichst frische Gestecke und Weihnachtsbäume kaufen!
3. Kinder über die Gefahren von Feuer aufklären!
4. Nur GS-geprüfte und technisch einwandfreie Lichterketten verwenden!
5. Feuerlöscher und Rauchmelder bereithalten!

Alle Informationen könnt Ihr Euch hier in Kurzform - quasi auf die Hand - auch als PDF herunterladen.

So Ihr Lieben, dann wünsche ich Euch an dieser Stelle schon einmal eine besinnliche Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest im Kreise Eurer Familien und Freunde. Beachtet die Regeln und beherzigt die Vorschläge, damit auch nichts anbrennt!

Beachtet zum Jahreswechsel auch die Informationen zum Sicheren Umgang mit Feuerwerk. Diese stehen ab dem 27.12.2012 zur Verfügung.

© C. Müller

Montag, 12. November 2012

Auto-TOTAL Bj. 1919

Auto-TOTAL Bj. 1919
Hersteller: TOTAL 
Automatischer Kohlensäure-Trocken-Feuerlöscher
Typ: Auto TOTAL
Baujahr: 1919
Bauart: (P 2* H) - Aufladelöscher mit innenliegender Druckpatrone
Inhalt: 2 kg* BC-Pulver
Gewicht des gefüllten Geräts: ca. 4-5 kg


Geschichte

Hier präsentiere ich Euch einen echten Knaller aus Andreas´ Schatzkammer - einen Feuerlöscher aus dem Jahre 1919, welcher mit seinen 93 Jahren vermutlich älter ist als Eure Großeltern. Dieser kleine Autolöscher ist in mehrfacher Hinsicht etwas ganz ganz besonderes. Erst einmal allein deshalb, weil er noch existiert und sich in einem für sein Alter unglaublich guten Zustand befindet. Vermutlich deshalb, weil Behälter und Armaturen aus Messing oder einer Messinglegierung bestehen und der Löscher deshalb völlig unempfindlich gegen Rost ist. Der sehr gut erhaltene Aufdruck lässt sich nur so erklären, dass der Feuerlöscher stets geschützt in einer Box gelegen hat.
Ebenfalls bemerkenswert ist die Tatsache, dass es sich bei diesem Gerät um einen automatischen Kohlensäure-Trocken-Feuerlöscher, also um einen Pulverlöscher auf Bicarbonat-Basis handelt. Es ist deshalb besonders, weil der erste automatische Kohlensäure-Trocken-Feuerlöscher gerade einmal sieben Jahre zuvor, also 1912, erfunden und zum Patent angemeldet worden war. Entwickler: Derselbe Hersteller wie der dieses Geräts - die TOTAL. Zu diesen Zeiten steckte das Löschpulver noch in den Kinderschuhen und wies dementsprechend viele Kinderkrankheiten auf... teilweise zu grobe Korngrößen, schlechte Rieselfähigkeit, Verklumpen durch Luftfeuchtigkeit - um nur einige zu nennen. Eigentlich waren zu dieser Zeit, als das Automobil selbst noch in den Kinderschuhen steckte, die seit 1914 auf dem Markt etablierten TETRA-Löscher das Non-Plus-Ultra bei der Bekämpfung von Vergaserbränden und solcher von brennbaren Flüssigkeiten. Der Grund war einfach: Da Tetrachlorkohlenstoff (TETRA) eine Flüssigkeit ist, fielen alle Probleme, womit das Löschpulver zu kämpfen hatte, weg. Zudem war es billig. Nachteilig war die extreme Giftigkeit des Löschmittels, welche immer wieder für Todesfälle sorgte. Somit ist dieser Feuerlöscher als eine echte Innovation ein Richtung eines handhabungssicheren Autolöschers zu sehen.
Die Bedienung dieses Geräts war denkbar einfach. Um ihn einsetzen zu können, musste er lediglich aus dem Bordhalter gezogen und über das steuerradähnliche Handrad ausgelöst werden. Seine Einsatzorte ergeben sich berteits aus seiner Bezeichnung, welche ihn eindeutig als Autolöscher ausgibt.
Ein ganz ganz tolles und seltenes Stück, welches heute in diesem Zustand wohl nirgends mehr zu bekommen sein dürfte.
Im folgenden findet Ihr noch ein wenig Bildmaterial und den Scan einer Originalen Werbebroschüre zu diesem Gerät.
Vielen Dank Andreas!

Werbeprospekt Auto-TOTAL 1919





















Weitere Fotos Auto-TOTAL 1919































*Der Inhalt ist anhand der Größe des Geräts von 9 x 33 cm geschätzt und muss nicht unbedingt der Wirklichkeit entsprechen. Es können auch 1,5 kg oder aufgrund der innen verbauten GAspatrone auch nur 1 oder 0,8 kg enthalten sein.

© Text: C. Müller
© Bildmaterial: Andreas